Sonntag, 15. November 2015

[REZENSION] Painkiller

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Painkiller (OT: Smertehimmel)
Autor: Asle Skredderberget
Übersetzer: Ulrike Nolte
Verlag: dtv
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 384 Seiten



Autor:
Asle Skredderberget, geboren 1972, studierte Betriebswirtschaft und war als Wirtschaftsjournalist für führende norwegische Zeitungen und das Fernsehen, später als Pressechef für einen weltweit agierenden Chemiekonzern tätig. Heute lebt er als unabhängiger Berater und freier Autor mit seiner Familie in Oslo.


PAINKILLER

Halbitaliener Milo Cavalli, eigentlich Spezialist für Wirtschaftskriminalität, wird nach Rom geschickt, um den Fall der dort ermordeten Norwegerin Ingrid Tollefsen in Augenschein zu nehmen. Seine Ermittlungen wirbeln einiges an Staub auf, internationale Finanz- und Pharmakonzerne scheinen in die Sache involviert zu sein. Und was hat der Tod von Ingrids jüngerem Bruder zwei Jahre zuvor mit dem aktuellen Fall zu tun?

Schon recht bald wird deutlich, dass Milo Cavalli es mit Gegner zu tun bekommt, die genau wissen wie man Spuren verwischt und Motive verschleiert. Es liegt an ihm einen Schlupfwinkel zu finden, um ins Innerste vorzudringen, denn von außen ist seine Arbeit sofort zum Scheitern verurteilt. Auf Grund der Hinweise, die sich nach und nach ergeben, glaubt der Leser eine vielversprechende Spur aufgedeckt zu haben. Konkrete Beweise zu erhalten scheint aber hier ebenfalls unmöglich. Entsprechend bleibt nur dem Geschehen weiter konzentriert zu folgen, um jede noch so unwichtig erscheinende Information aufzunehmen und in den korrekten Zusammenhang zu bringen.

Mit dem Charakter Milo Cavalli wird man recht schnell warm, obwohl er eigentlich gar nicht der konventionelle Ermittler ist, oder vielleicht gerade deswegen. Nicht jede seiner Handlungsweisen mag auf Zustimmung stoßen, privat wie beruflich, doch kann man sich nicht dagegen wehren, von seiner Person in den Bann gezogen zu werden, wodurch man sich ebenfalls näher am Geschehen wähnt.

Bereits zu Beginn wird ein gewisses Spannungsniveau erreicht, dass kontinuierlich weiter ansteigt, unabhängig davon, ob die vorherrschende Ereignisse für den Fortgang der Handlung relevant sind oder nicht. Manche Einschübe, hauptsächlich aus dem privaten Bereich Cavallis, hätten möglicherweise kürzer ausfallen dürfen, im Spannungsverlauf fällt dies jedoch nicht negativ ins Gewicht, wenn auch das Erzähltempo dadurch ein wenig gedrosselt wird. Bis zum Schluss erscheinen Ermittler wie Leser als Spielball der Übeltäter, bleibt zu hoffen, dass Cavalli das Ruder noch herumreißen kann.

„Painkiller“ bietet einige spannende Lesestunden sowie knifflige Rätsel, die es zu lösen gilt, schließlich ahnt man zu Anfang nicht einmal in welche Abgründe man während der Lektüre blicken wird.

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