Mittwoch, 4. November 2015

[REZENSION] Mucker und Rosine

Redakteur: Petra Pfingsten

Titel: Mucker und Rosine
Autor: Kristina Andres
Illustrator: Barbara Scholz
Verlag: Beltz
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: 6-8 Jahren
Ausführung: Hardcover, 165 Seiten



Autor:
Kristina Andres, geboren 1971 in Greifswald, wuchs in Mecklenburg auf, wo sie auch heute wieder lebt. Diplom im Fach Freie Kunst mit dem Schwerpunkt Malerei/Zeichnung an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Seit 2002 ist sie als freischaffende Autorin und Künstlerin tätig. Ihre zahlreichen Kinderbücher wurden mehrfach ausgezeichnet, so u.a. von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur.

Illustrator:
Barbara Scholz, geboren 1969 in Herford, lernte Druckvorlagenherstellerin und studierte an der Fachhochschule für Grafik in Münster. Seit 1999 ist sie freiberufliche Illustratorin und lebt in Bonn.


MUCKER UND ROSINE

Inhalt:
Mucker Hase lebt mehr oder weniger glücklich bei seiner putzwütigen Tante Heidi. Eines Tages, als seine Tante ihm mal wieder einen Putzvortrag hält, flattert ihm buchstäblich ein Brief vor die Füße. Er ist von seinem Onkel, der nun im Hasenhimmel ist und ihm deshalb einen Schlüssel für eine blaue Tür vererbt hat – mit ein bisschen Glück ist auch ein Haus dabei – so steht es da geschrieben. Das ist die Gelegenheit von hier weg zu kommen, denkt sich Mucker, versteckt sich im Papierkorb und lässt sich bei nächster Gelegenheit mitwegwerfen – es fällt der Tante nicht weiter auf. So macht er sich auf zum Waldrand, um seine blaue Tür zu suchen.
Aber wenn man so angestrengt nach einer Tür guckt, kann es schon mal passieren, dass man die Grube nicht sieht und – plumps – sitzt er tief unten im Dunklen. Zum Glück gibt es da ein Vielzahl kleiner Helfer die ihn am nächsten Morgen wieder nach oben ziehen. Und da stehen sie nun vor ihm: Molle der Maulwurf, Rosine die Feldmaus und die kleine Elefantin die die Sätze immer so lustig verdreht. Für Mucker ist es Sympathie auf den ersten Blick – vor allem bei Rosine. Das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft und einer Menge kleiner Abenteuer. Aber es gibt noch mehr interessante Tiere im Wald. Da wäre die neunmalkluge Eule die gerne hypnotisiert, der olle Fuchs der gerne Gruben gräbt und der vergessliche und brummelige Zauberbär. All diese Tiere sorgen dafür, dass es im Wald nie langweilig wird.
Natürlich finden sie das Haus mit der blauen Tür und Rosine zieht gleich mit ein. Der Hase ist etwas schusselig und braucht ständig Hilfe, und ist froh, dass er Rosine hat die sich um ihn kümmert.
Dann überschlagen sich die Ereignisse. Die Eule hat einen seltsamen feuerspuckenden Gast, der Bär verliert seinen Verkleinerungs-Zauberstab, dann kommt auch noch überraschend Tante Heidi zu Besuch und der Fuchs taucht mit einem Gewehr auf, so dass der Zauberelefant helfen muss und... ach was soll ich sagen – lest es am besten selbst. Es lohnt sich. Natürlich wird zum Schluss alles gut, naja zumindest für fast alle...

Meine Meinung:
Als erstes muss ich die wunderschönen Illustrationen des Buchs loben. Zahlreiche, große Bilder, teilweise vollflächig, farblich dezent und stimmungsvoll unterstreichen den Zauber dieser Geschichte. Wer die Ritter Trenk Bücher kennt, weiß was ich meine.
Die Geschichte ist sprachlich durchaus anspruchsvoll, mit einigem hintergründigen Wortwitz. So verliert ein Korb seinen Boden und die Eule sagt, das sei ja eine bodenlose Frechheit. Das muss ein Kind erstmal in Zusammenhang bringen. Die Sätze sind teilweise sehr lang und die Sprache ist, ähnlich wie bei Tilda Apfelkern, sehr blumig mit vielen unüblichen Wörtern.
Ihr Fell war seidig, braun wie hundert Haselnüsse und ihre Augen glänzten holundersaftschwarz. (S.15)
Die Sonne verschwand hinter schwerem Gewölk, das sich hoch über den Wipfeln auftürmte. (S.24)
Diese Art der Sprache macht tatsächlich für Kinder unter 6 Jahren wenig Sinn. Im Gegensatz dazu ist die Geschichte recht betulich und unaufregend. Für Kinder die viel Action wollen, ist das nichts. Aber trotz alledem ist die Geschichte sehr ansprechend, lustig, fantasievoll, ja sogar etwas verrückt und wärmt das Herz. Es geht um Freundschaft, das Teilen und Geborgenheit und darum, dass jeder für jeden da ist. Durchaus eine wichtige Botschaft, die man in unserer heutigen Zeit mal wieder verbreiten könnte, finde ich.
„Zuhause. Weil du hier wohnst, Mucker,“ sprach Rosine. „Weil du hier wohnst, Rosine“, fügte Mucker hinzu. Und sie fühlten beide, dass dies alles war, was sie wissen mussten. (S.129)
Mein 6jähriger Sohn hat sich bei dieser Geschichte kaputtgelacht. Er fand die verpeilte Eule und die Elefantin mit ihren extrem schrägen Sätzen am besten.

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