Sonntag, 1. November 2015

[REZENSION] Emma Roth und die fremde Hand

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Emma Roth und die fremde Hand
Autor: Erika Urban
Übersetzer: -/-
Verlag: Styria
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 176 Seiten



Autor:
Erika Urban verdiente sich ihr Geld zunächst als Texterin. Nach Reisen durch die ganze Welt schlug sie mit einem geisteswissenschaftlichen Studium einen bürgerlichen Lebensweg ein. Heute arbeitet sie im Bildungswesen, hat sich aber ihre Abenteuerlust erhalten.


EMMA ROTH UND DIE FREMDE HAND

Emma Roth und ihr Team ermitteln unter Hochdruck im Fall des Handkillers, als Marie, die Tochter der Lokalpolitikerin Carla Wolf, entführt wird, am helllichten Tag und direkt von der Hand der Mutter. Schnell zeigen sich Parallelen zu einer Entführungsreihe in Südfrankreich, auch wenn diese schon mehrere Jahrzehnte zurück liegt. Dann jedoch scheint es als gäbe es ebenfalls eine Verbindung zum Handkiller. Emma Roth setzt alles daran den Täter zu schnappen und Marie zu retten, doch muss sie vorsichtig sein, um sich nicht in ihren Gefühlen zu verirren...

Als Emma Roth erfährt was auf dem Brunnenmarkt geschehen ist, reißt es sie regelrecht von den Beinen. Schon bald erfährt der Leser weshalb sie eine solch heftige Reaktion zeigt und auch ohne selbiges durchgemacht zu haben, lässt sich einiges an ihrem Verhalten somit besser nachvollziehen. Denn die Wiener Kommissarin ist wahrlich niemand, mit dem jeder sofort auskommt. Man muss ihre Ecken und Kanten verstehen und kommt entweder damit zurecht oder eben nicht. Sie polarisiert ganz klar, sowohl bei Kollegen als auch bei der Leserschaft.

Gleich zwei brisante Fälle müssen die Ermittler lösen, dabei lässt sich eigentlich kaum sagen welcher mehr Priorität besitzt. Als die Anzeichen sich verdichten, dass es eine Verbindung geben könnte, wäre dies natürlich die einfachste Lösung. Doch der Leser ist skeptisch, dass es wirklich so leicht sein soll, auch wenn man nicht benennen kann wodurch das Misstrauen ausgelöst wird. Entsprechend bleibt einem nichts anderes übrig, als das Geschehen weiterhin konzentriert zu verfolgen, um eventuelle Hinweise, und mögen sie noch so unscheinbar sein, richtig deuten zu können.

Eine Grundspannung ist durchgängig vorhanden, die allerdings mal mehr mal weniger stetig ansteigt. Szenen, die beispielsweise Emmas Privatleben betreffen und nicht immer den Fortgang der Handlung unterstreichen, natürlich dennoch wichtig sind, führen häufig zur Stagnation was die Spannung angeht, manchmal sinkt sie sogar leicht ab. Zwar findet der Ausgleich in der Regel recht zeitnah statt, der Lesefluss wird dennoch spürbar beeinflusst.

Mit Emma Roth hat Erika Urban eine Kommissarin erschaffen, die man entweder mag oder eben nicht, etwas dazwischen gibt es nicht. Doch sollte man ihr auf jeden Fall eine reelle Chance geben sich vorzustellen und zu zeigen wer sie ist, bevor man sie gleich abstempelt und in eine bestimmte Ecke verfrachtet.

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