Mittwoch, 21. Oktober 2015

[REZENSION] Im Auge des Mörders

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Im Auge des Mörders
Autor: Marcus Hünnebeck
Übersetzer: -/-
Verlag: Lyx
Reihe: Der Leibwächter 1
Ausführung: Taschenbuch, 350 Seiten



Autor:
Marcus Hünnebeck veröffentlichte zwischen 2001 und 2004 mehrere Thriller, ehe er sich dem Kinderbuch zuwandte und dort unter Pseudonym schrieb. Mit "Im Auge des Mörders" kehrt er zu seinem Stammgenre zurück.


IM AUGE DES MÖRDERS

Ein Serientäter hält die Polizei in Atem und führt sie regelrecht vor. Er dringt in die Wohnungen junger Frauen ein, vergewaltigt sie und überlässt sie dann sich selbst. Allerdings geht er nur scheinbar auf Abstand, denn in Wirklichkeit wartet er auf die nächste Gelegenheit sie wieder ins Visier zu nehmen und zu töten, Polizeischutz hin oder her. Journalistin Eva Haller interessiert sich sehr für die Thematik, vor allem im Bezug auf die Rolle der Polizei. Bald schon ist klar, dass der Täter auch hinter ihr her ist, doch anstatt von den Ermittlern erhofft sie sich Unterstützung von Leibwächter Stefan Trapp...

Der Täter spielt hier nicht nur mit der Polizei, sondern vor allem und ganz gezielt mit der Angst der Frauen, die er sich als Opfer ausgesucht hat. Versetzt man sich in ihre Situation, spürt man sofort die sich ausbreitende Gänsehaut hofft, nie einem solchen Erlebnis ausgesetzt zu sein. Nachdem emotional ein wenig Abstand gewonnen wurde, kann man sich den Fragen nach Täter und Motiv zuwenden, vor allem letzteres scheint zunächst unlösbar. Zum Täter hat man relativ schnell einen Verdacht, der sich zusehends erhärtet, wodurch die Vorhersehbarkeit des Geschehens leider ein wenig zunimmt.

Ansonsten wird von Beginn an eine klare Spannungskurve aufgebaut, die, in Verbindung mit dem flüssigen Schreibstil, dazu führt, dass der Leser von der Geschichte vereinnahmt wird und unbedingt wissen möchte wie es weiter geht. Tempomäßig scheint Marcus Hünnebeck sich nicht immer gleich entscheiden zu können. Mal geht es Schlag auf Schlag, so dass man hochkonzentriert bleiben muss, um den roten Faden nicht zu verlieren, manches Mal dann werden ausschweifende Beschreibungen geboten, die die Handlung fast schon stagnieren lassen. Nichtsdestotrotz brodelt es unterschwellig ganz gewaltig, man wartet nur auf den nahenden Ausbruch.

Die Charaktere sind authentisch gezeichnet, wenn man auch nicht immer unbedingt mit ihrem Agieren einverstanden und mit ihnen einer Meinung ist. Aber genau das macht schließlich den Reiz aus und lässt das Geschehen lebendiger erscheinen. „Im Auge des Mörders“ bildet den Auftakt der „Leibwächter“-Reihe, wodurch zu Hoffen bleibt, vielleicht schon bald der ein oder anderen Figur erneut begegnen zu dürfen.

Marcus Hünnebeck ist ein solider Reiheneinstieg gelungen, dennoch trübt die zunehmende Vorhersehbarkeit leider ein wenig das Lesevergnügen. Potential ist offensichtlich vorhanden, weshalb man auf jeden Fall die Augen offen halten und verfolgen sollte wie es mit dem Leibwächter weiter geht.

1 Kommentar:

  1. Hi
    Das Cover hat mich gerade angesprochen, aber vorhersehbar? Sowas mag ich gar nicht, vor allem nicht bei Thrillern.

    Danke für deine Rezi!

    Liebe Grüße
    Jessi

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