Dienstag, 20. Oktober 2015

[REZENSION] Everlasting: Der Mann, der aus der Zeit fiel

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Everlasting: Der Mann, der aus der Zeit fiel (OT: Infinitissimo)
Autor: Holly-Jane Rahlens
Illustrator: -/-
Übersetzer: Ulrike Wasel, Klaus Timmermann
Verlag: Rowohlt
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 432 Seiten



Autor:
Holly-Jane Rahlens kam nach ihrem Studium aus ihrer Heimatstadt New York nach Berlin. Mit Funkerzählungen, Hörspielen und Solo-Bühnenshows machte sie sich dort in den 1980- und 90er-Jahren einen Namen. Ihr Jugendbuch Prinz William, Maximilian Minsky und ich (2003 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet) kam 2007 in einer Drehbuchadaption der Autorin ins Kino. Sie lebt heute mit ihrer Familie in Berlin-Charlottenburg.


EVERLASTING: DER MANN, DER AUS DER ZEIT FIEL

Finn lebt in einer Zeit, in der es keine Gefühle und keine Liebe gibt. Das Individuum existiert auch nicht mehr so, wie es einmal war. Er ist Wissenschaftler und beschäftigt sich mit der toten Sprache Deutsch. Nun erhält er den Auftrag Tagebücher zu übersetzen, die aus dem 21. Jahrhundert stammen. Zunächst kann sich Finn mit der Aufgabe nur schwer anfreunden, doch je mehr er liest und übersetzt, desto interessanter wird das Ganze für ihn. Schließlich soll er auch noch mit Hilfe eines Spiels in ebenjene Zeit zurückversetzt werden, in der die Tagebücher geschrieben wurden. Je öfter Finn in diesem Spiel ist, desto mehr Zweifel hat er, was die Zeit, in der er lebt angeht. Vor allem aber ist er immer faszinierter von dem jungen Mädchen, das die Tagebücher verfasst hat.

Zunächst ist es gar nicht so einfach in das Buch hineinzufinden, da es schon etwas befremdlich wirkt, wenn Personen von sich selber in der dritten Person sprechen. Nach einigen Seiten aber hat man sich dann daran gewöhnt und kann dem Geschehen leicht folgen. Trotzdem bleibt die Zeit, in der Finn lebt, unwirklich, da man sich einfach nicht vorstellen kann und will, dass es vielleicht einmal soweit kommt, dass keine Liebe und keine Gefühle mehr vorhanden sind.

Man ist schon froh, als es darum geht, das Finn in dem Spiel ins 21. Jahrhundert zurückversetzt wird. Endlich erkennt man gewohnte Verhaltens- und Sprachmuster wieder. Und es ist wirklich erstaunlich, wie schnell sich Finn in der Zeit zurechtfindet. Sicherlich hat er vor allem zu Beginn enorme Schwierigkeiten, vor allem mit der ersten Person, aber er findet sich doch relativ schnell ein und fällt bald kaum noch auf.

Eine schöne, romantische Geschichte, die zwei Menschen zusammenbringt, die sich eigentlich niemals hätten begegnen können. Der Leser wird eingeladen zu träumen und sich einfach der Geschichte hinzugeben. Wer nicht immer alles hinterfragen muss, sondern so hinnimmt, wie es geschrieben steht, wird wirklich Freude an diesem Buch haben!

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