Montag, 12. Oktober 2015

[REZENSION] Der vierzehnte Goldfisch

Redakteur: Anette Leister

Titel: Der vierzehnte Goldfisch (OT: The 14th Goldfish)
Autor: Jennifer Holm
Übersetzer: Beate Brammertz
Verlag: Heyne fliegt
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 11 Jahre
Ausführung: Hardcover, 176 Seiten



Autor:
Nach dem Studium und Jobs beim Fernsehen erkannte Jennifer Holm bald, dass das Schreiben ihre wahre Berufung ist. Sie hat schon zahlreiche sehr beliebte Kinder- und Jugendbücher veröffentlicht, und wurde bereits drei Mal mit dem Newbery Honors Award, dem angesehensten Kinderbuchpreis in Amerika, ausgezeichnet. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Kalifornien.


DER VIERZEHNTE GOLDFISCH

Über ihren vierzehnten Goldfisch - gleichzusetzen mit ihrem Großvater - lernt Ellie erst spät Veränderungen zu akzeptieren und damit zu leben.

In ihrer Kindheit lebte sie mit dreizehn Goldfischen, bis ihr ihre Mutter eingestand, dass es nicht mehr ihr erster Goldie war. Die Goldies hatte sie gemeinsam mit den anderen Vorschulkindern von ihrer damaligen Erzieherin namens Starlily erhalten, die ihnen damit den Lauf des Lebens näher bringen wollte, da die kurze Lebensdauer von Goldfischen Kinder gut die Vergänglichkeit von allem veranschaulicht (was natürlich nicht klappt, wenn die eigene Mutter den Goldfisch dreizehnmal unbemerkt durch einen Nachfolger ersetzt).

Scheinbar haben jedoch Erwachsene viel mehr Probleme mit dem Lauf des Lebens, so dass Ellies Mutter das Wunder des ewig lebenden Goldfischs aufrecht erhielt, bis Ellie eines Tages vor ihr auf den auf dem Bauch schwimmenden Fisch aufmerksam wurde.

Den Lauf des Lebens mit allen seinen guten und schlechten Veränderungen lernt Ellie erst kennen, als eines Tages ein Junge in viel zu großen uncoolen Klamotten vor ihrem Haus steht, bei dem es sich tatsächlich um ihren Großvater handeln muss, der das Mittel für die ewige Jugend entdeckt hat.

Opa Melvin schafft Ellie Selbstbewusstsein mit auf den Weg zu geben, an Sachen zu glauben, an die außer ihr niemand glaubt, stolz auf das Versuchen zu sein, auch wenn Dinge scheitern. Eigene Wege zu gehen, auch wenn einen keiner darauf begleitet.

"Ich bin stolz auf dich", sagt mein Großvater.
"Aber ich habe es nicht geschafft", entgegnete ich.
Er schüttelt den Kopf. "Wissenschaftler scheitern ständig. Du hast es versucht. Das ist alles, was zählt. Du darfst nie lockerlassen. Genau wie Marie Curie."
Es fühlt sich wie ein Kompliment an.
"Was hat sie gemacht?"
"Marie Curie hat einen Nobelpreis für ihre Arbeit über Röntgenstrahlen gewonnen."
"Denkst du, ich könnte einen Nobelpreis gewinnen?", frage ich.
"Natürlich", sagt er ohne jedes Zögern.
Und ich glaube ihm. (S.70)

Gerade in der Middle School ist es gang und gäbe das sich Wege der Freundschaft trennen, weil vorher unzertrennbare Freunde plötzlich völlig unterschiedliche Interessen entwickeln. Personen wie Ellie, brauchen trotz innerer Stärke, manchmal einen Schubs in die richtige Richtung, gerade wenn selbst ihre Eltern ein ganz anderes Leben als sie selbst leben und die Faszination für das neue Interessengebiet nur schwer erfassen können.

Ihr Gesicht nimmt einen weicheren Ausdruck an.
"Du weißt ganz schon viel darüber", sagt sie.
Da könnte sie recht haben.
"Trotzdem fehlt diesen Geschichten eine Prise Romantik", erklärt meine Mom.
"Es gibt sehr viel Romantik", beharre ich.
Sie wirkt verwirrt. "Wirklich? In wen sind sie verliebt?"
"In das Mögliche." (S.113)

Dank Onkel Melvin und dem coolen und selbstbewussten Ray, der die Leidenschaft der beiden für die Wissenschaft teilt, hat Ellie nun eine richtig tolle Clique gefunden, in der sie als Mädchen mit Theater- und Filmeltern ihrem Traum Wissenschaftlerin zu werden nachgehen darf.

Scheitern ist nicht schlimm! Etwas nie versucht zu haben, DAS ist schlimm!


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