Montag, 21. September 2015

[REZENSION] Luzies verrückte Welt

Redakteur: Anette Leister

Titel: Luzies verrückte Welt
Autor: Anna Lott
Illustrator: Lucie Göpfert 
Verlag: dtv
Reihe: Luzies verrückte Welt 1

empfohlenes Lesealter: 7-11 Jahre
Ausführung: Hardcover, 180 Seiten




Autor:
Anna Lott, geboren 1975, heißt eigentlich Anna Tollkötter. Sie hat viele Jahre als Redakteurin bei Radio Bremen gearbeitet, wo sie noch immer regelmäßig Bücher für Kinder im Radio vorstellt. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Drehbuchautorin und ist seit 2014 als freie Autorin tätig. Sie schreibt und entwickelt mit Leidenschaft Geschichten für Kinder - für TV, Hörfunk, Print und digitale Medien. ›Luzies verrückte Welt‹ ist ihr Kinderbuchdebüt.

Illustrator:
Lucie Göpfert, geboren 1983, studierte Spiel- und Lernmitteldesign an der Burg Giebichenstein in Halle/ Saale. Während des Studiums entdeckte sie ihre Liebe für das Illustrieren. So kam es, wie es kommen musste: seit 2010 ist sie als freiberufliche Illustratorin tätig. Sie zeichnet für Zeitschriften wie Familienwelt und ELTERN.


LUZIES VERRÜCKTE WELT

Luzie ist die Heldin eines Comicromans, die Handlung beginnt zwei Tage bevor sie in die dritte Klasse der Grundschule kommt. Das Buch ist aus ihrer Perspektive geschrieben in Tagebuchform. So umfasst die Handlung gerade mal eine Woche, was man gut verfolgen kann, da neben den durchnummerierten Kapiteln immer der betreffende Tag aufgeführt ist. In einer Woche kann aber jede Menge passieren: nicht nur, dass Luzie jetzt einen eigenen Haustürschlüssel und ihr eigenes Zimmer hat, muss sie sich so kurz vor Schulbeginn Gedanken machen, wie sie möglichst wenig in der Schule auffällt, denn in ihre Klasse geht neben ihrer besten Freundin Bella auch die gemeine Horrorbande, die sich in jedem Schuljahr ein Kind aussucht, das kleiner ist als sie, und dieses dann in jeder Schulpause quälen. Nur wie soll sie es anstellen, möglichst wenig aufzufallen, wenn sich die neuen Nachbarn als Anführer Leon und seine Eltern herausstellen? Gar nicht - denn Leon entpuppt sich als böser Tierquäler - was die tierliebende Luzie natürlich nicht dulden kann - so dass sie es bereits am ersten Tag seines Einzugs schafft in seinen Radar zu raten, als sie ihn davon abhalten will die Schmetterlinge auf dem Balkon zu quälen...

Es gibt zwar mittlerweile Comicromane wie Sand am Meer, sowohl für Jungs als auch wie hier für Mädchen, trotzdem kann ich die Geschichte von Luzie und ihrer etwas verrückten Familie sehr empfehlen. Ein wenig hat mich die Geschichte nicht nur wegen der Namensgleichheit der Hauptfigur an "Luzie, der Schrecken der Straße" erinnert, sondern vor allen Dingen wegen der Figur des Leon, der mich an die Figur des Oswald aus dem erwähnten Klassiker der Kinderliteratur erinnert, der bei Lehrern und Eltern immer seine brave Seite heraushängen lässt, während er hinter dem Rücken der Erwachsenen heimlich Kinder und Tiere quält. Dabei besteht der Witz und der rote Faden in der Geschichte vorrangig aus den Strategien von Luzie und Bella, die sie entwickeln, um Leon und die Horrorbande auffliegen zu lassen und den Reaktionen der uneinsichtigen Erwachsenen, die immer an Leons Unschuld glauben und im Laufe der Handlung mehr und mehr in Luzie und Bella die Schuldigen für den Streit zwischen den Kindern suchen, weil ihre Pläne nicht selten anders ausgehen, als die beiden es vorgesehen haben.
Neben den Schmetterlingen vom heimischen Balkon gibt es noch eine viel wichtigere tierische Figur in der Geschichte und dabei handelt es sich um Luzies haarloses Meerschweinchen Herkules, das eines Tages entführt wird. Dahinter kann nur Leon stecken und nun geht es nicht mehr nur um die Wahrheit über die Horrorbande, sondern um Leben und Tod!

Durch die Tagebuchform und die zahlreichen Illustrationen von Lucie Göpfert - die gerade die Szenen mit Situationskomik unheimlich gut hervorheben und noch witziger werden lassen - liest sich das Buch weg wie nichts. Gerade für Leseanfänger oder Lesemuffel finde ich Comicromane immer wieder empfehlenswert. Zudem überzeugt Anna Lotts Debüt mit verrückten Figuren, die man in der ein oder anderen Art selbst schon begegnet ist. Sei es die zerstreute Mutter, die vorurteilsbehafteten Lehrer, die Sorte Eltern, die immer nur das Beste auf ihr Kind geben, egal was sie von anderen zu hören bekommen oder die beiden Freundinnen Luzie und Bella, die zusammen durch dick und dünn gehen, egal was passiert. Bleibt zu hoffen, das es weitere Abenteuer der beiden geben wird. Die Mission aus "Luzies verrückter Welt" ist am Ende der Geschichte zwar erfolgreich gelöst, aber das witzige Ende deutet darauf hin, dass sich weitere Schlachten zwischen dem sympathischen Freundinnenduo und der Horrorbande entwickeln könnten ;)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hallo ihr Lieben,
schön, dass ihr uns in der Lies-und-Lausch-WG besucht. Wir freuen uns über jeden Kommentar von Euch :)
Viele Grüße die Katze mit Buch und ihre Mitbewohner