Montag, 17. August 2015

[REZENSION] Strandgut (Hörbuch)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Strandgut
Autor: Benjamin Cors
Sprecher: Sascha Rotermund
Verlag: DAV
Reihe: Nicolas Guerlain 1
Ausführung: Gekürzte Lesung, ca. 492 Minuten, 6 CDs



Autor:
Benjamin Cors ist politischer Fernsehjournalist und hat viele Jahre für die Tagesschau, die Tagesthemen und den Weltspiegel berichtet. Heute arbeitet er als landespolitischer Korrespondent für den SWR. Er ist als Deutsch-Franzose aufgewachsen und hat die Sommer seiner Kindheit in der Normandie verbracht.

Sprecher:
Sascha Rotermund, Jahrgang 1974, studierte Schauspiel in Hannover. Es folgten zahlreiche Theaterengagements von Bremen bis Berlin. Im Fernsehen war er u.a. in der ZDF-Serie Küstenwache und in der RTL-Comedy Vier Singles zu sehen. Seit 2003 ist er außerdem ein gefragter Synchronsprecher und lieh seine Stimme u.a. Joaquin Phoenix, Christian Bale, Bradley Cooper, Jake Gyllenhaal, Jon Hamm in Mad Men, Jesse Williams in Grey's Anatomy sowie Omar Sy in der französischen Erfolgskomödie Ziemlich beste Freunde.


STRANDGUT

Personenschützer Nicolas Guerlain hat es wahrlich nicht leicht. Zuerst streckt er versehentlich einen namhaften Minister nieder und dann, zwangsversetzt in seine Heimat Deauville, ist niemandem an seiner Unterstützung gelegen. Doch so schnell lässt Guerlain sich nicht den Wind aus den Segeln nehmen, wodurch er ein ums andere Mal aneckt, doch nie locker lässt. Eine abgetrennte Hand, die an den Strand gespült wird, entfacht seinen Ermittlerinstinkt und er beginnt auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen...

Personenschützer haben einen wahrlich anspruchsvollen Job, vieles sieht einfacher aus als es ist. Vor allem müssen sie in Rekordzeit eine Situation analysieren und auf diese angemessen reagieren, ein nicht ganz leichtes Unterfangen, macht man sich bewusst welche Konsequenzen Fehleinschätzungen haben können. Eindrucksvoll wird hier das Leben des Personenschützers Guerlain geschildert, mit allen Tücken, die sich einschleichen. Sehr schnell ist man dadurch nah am Geschehen ohne sich jedoch auf eine Seite zu schlagen, denn nach Mitleid geheischt wird hier keinesfalls.

Gebannt verfolgt man Guerlains Weg und versucht sich alles einzuprägen, denn man ist sicher, dass jedes Detail wichtig sein kann und dass man noch einmal auf die Ausgangssituation zurück kommen wird. Da allerdings der Zusammenhang alles andere als sichtbar ist, muss man sich in Geduld üben. Gleichzeitig gibt es Perspektiv-, Orts- und Zeitwechsel, die einiges an Konzentration verlangen, damit sie nicht in den Gedanken des Hörers durcheinander geraten. Somit wird immer mehr Spannung erzeugt, die unaufhörlich dem Höhepunkt entgegen strebt.

Es gibt immer wieder Andeutungen, dass Guerlain bereits diverse Verbindungen hergestellt hat, die dem Hörer jedoch verborgen bleiben, wodurch manch eine Handlung seinerseits vollkommen sinnlos wirkt. Erst im Nachhinein werden auch für den Hörer die Fäden zusammenlaufen, so dass nachvollzogen werden kann weshalb es zu den entsprechenden Sequenzen kam. Das ist jedoch insofern etwas mühselig, da die ein oder andere Passage bereits weiter zurück liegt, vor allem wenn sich Hörpausen ergeben haben, und somit nicht mehr unbedingt präsent in den Köpfen ist, kleine Rückblenden wären eventuell hilfreich gewesen.

Sascha Rotermund bringt dem Hörer das Geschehen und die Atmosphäre, trotz einigem Tempo, in ruhiger Weise näher. Zunächst mag es dem Hörer erscheinen als würden Inhalt um Umsetzung nicht zusammenpassen, doch genau das Gegenteil ist der Fall. Je hektischer es inhaltlich zugeht, desto ruhiger kommt die Lesung daher, wodurch es gelingt die Hektik nicht auf den Hörer zu übertragen. Würde das geschehen könnte man nämlich nicht konzentriert der Handlung folgen, würde somit vieles überhören und möglicherweise im Endeffekt nicht alles verstehen.

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