Donnerstag, 13. August 2015

[REZENSION] Kissing

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Kissing
Autor: Katrin Bongard
Übersetzer: -/-
Verlag: Oetinger
Reihe: Kissing 1
empfohlenes Lesealter: ab 16 Jahren
Ausführung: Taschenbuch, 304 Seiten



Autor:
Katrin Bongard lebte einige Jahre in New York und nun wieder in Berlin. Neben der Arbeit als Drehbuchentwicklerin für Film- und Fernsehen ist sie seit 2005 als Autorin tätig.


KISSING

Emmy hat eine Mission: Ihren besten Freund Julian verkuppeln. Er steht auf Jungs, hat sich aber noch nicht geoutet, weshalb ihm die Kontaktaufnahme alles andere als leicht fällt. Bald schon hat Emmy den perfekten Kandidaten gefunden, würde dieser sich nicht plötzlich immer wieder in ihre Gedanken einschleichen. Und überhaupt, wer sagt denn, dass Noah wirklich schwul ist? Das Schicksal nimmt seinen Lauf und hält einige Prüfungen für Emmy bereit, die ihr einiges abverlangen...

„Und? Was hast du so gemacht am Wochenende?“, fragt Fiona, und ich spüre genau, dass sie nur darauf wartet, dass ich Und du? Frage. Ich habe eigentlich auch gar nichts zu erzählen. Dass ich am Sonntag mit meiner Tante und meiner Mutter in einer Ausstellung war? Dass ich am Montag extra meine Caféschicht verlängert habe, weil ich gehofft habe, Noah noch zu treffen? (S. 100)

Mit „Kissing“ startet Autorin Katrin Bongard in eine Trilogie rund um die Themen Verführung, Liebe und Freundschaft. Aber auch das erwachsen werden beziehungsweise sein spielt eine Rolle, obschon die Protagonisten bereits studieren, somit in einer Lebensphase stecken, die eine gewisse Reife voraussetzt. Bedenkt man allerdings seinen eigenen Werdegang, so erkennt man schnell, dass nicht ausschließlich das Alter ausschlaggebend ist, wenn es um oben genannte Themen geht. Somit gibt es auch immer noch einiges zu lernen, man muss Fehler machen, um Dinge zu verstehen und manche Situationen in der Zukunft möglicherweise besser zu meistern.

Den ein oder anderen offensichtlichen Fehler begeht Hauptprotagonistin Emmy gezielt. Dies ist ihr auch vollkommen bewusst, doch kann sie sich einfach nicht durchringen einen anderen, vermutlich steinigeren, Weg einzuschlagen. Wieder kann man sich als Leser sehr gut in ihr Denken hineinversetzen, hat sich vielleicht schon einmal selbst in ähnlicher Weise verhalten, und später herausgefunden wie dämlich man doch war. Es heißt nicht umsonst, dass nur sprechenden Menschen geholfen werden kann, und ehrliche Freundschaften halten viel mehr aus als man vielleicht denkt. Da ist es häufig besser frühzeitig ins kalte Wasser zu springen, als nachher auf die Scherben zu blicken.

Emotional ist man nah an den Protagonisten, die teils aufgeladene Atmosphäre ist regelrecht spürbar. Gebannt verfolgt man den Weg, der manches Mal leicht vorhersehbar, andere Male dann aber auch wieder recht überraschend daher kommt. Mit ihrem flüssigen Schreibstil schafft die Autorin es, den Leser schnell ins Geschehen hinein zu ziehen, als wäre man ein Teil des Ganzen. Die Lesezeit vergeht wie im Flug, man kann dem Alltag wunderbar entfliehen, obwohl es eigentlich um ständig gegenwärtige Themen geht. Glücklicherweise ist bereits jetzt klar, dass die zwei Folgebände nicht mehr lange auf sich warten lassen, so dass es bald schon ein Wiedersehen mit Emmy, Noah und Co. geben wird. Denn eins steht nach der Lektüre fest: So kann und darf es nicht enden!

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