Sonntag, 30. August 2015

[REZENSION] Aussicht auf Sternschnuppen

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Aussicht auf Sternschnuppen
Autor: Katrin Koppold
Übersetzer: -/-
Verlag: rowohlt
Reihe: Band 1
Ausführung: Taschenbuch, 320 Seiten



Autor:
Katrin Koppold arbeitete nach ihrer Schulzeit als Journalistin, Fitnesstrainerin, TV-Darstellerin und Pferdepflegerin auf einem Gestüt in Irland, bevor sie sich dazu entschloss, sesshaft zu werden. Heute wohnt sie mit ihrer Familie und ihren zwei Katzen bei München. Als E-Book-Autorin hat sie sich bereits in die Herzen vieler Leserinnen geschrieben.


AUSSICHT AUF STERNSCHNUPPEN

Eigentlich ist Helga alles andere als spontan und wagemutig, doch als sie eine verdächtige SMS auf dem Handy ihres Freundes entdeckt, reicht es ihr ganz gehörig. Sie glaubt nicht an die Geschäftsreise, die er als Vorwand nimmt, um nach Italien zu reisen und macht sich kurzerhand ebenfalls auf den Weg zum Flughafen. Dort muss Helga dann allerdings feststellen, dass alle Flüge gestrichen sind, die einzige Möglichkeit ist ein Mietwagen. Nach einigem Hin und Her kann sie den allerletzten ergattern, doch muss sie ihn sich mit einem Mann teilen, der ihr schon auf die Nerven geht, bevor die Reise überhaupt begonnen hat...

Aber vor allem: In meinem zweiten Leben als Dienerin Gottes würden Männer überhaupt keine Rolle spielen. Ich würde garantiert niemals unter dem Küchentisch kauern, das Handy meines Freundes in der Hand und folgende Nachricht lesen: Caro, non vedo l'ora di rivederti. Angela (S. 9)

Nichts ist schlimmer als die Befürchtung, der Partner könne eine Affäre haben und es auch sonst mit der Wahrheit vielleicht nicht so genau nehmen. Auch wenn die Art und Weise wie Helga in diesem Fall zu der Annahme kommt, recht grenzwertig ist, so sind ihre Bedenken durchaus nachvollziehbar und auch, dass sie ihn nicht sofort damit konfrontieren möchte. Sicherlich kann nur sprechenden Menschen geholfen werden, doch gibt es Themen, mit denen man sich recht schwer tut und diese möglichst vermeidet. So kommt es, dass Helga sich ohne Plan auf den Weg nach Italien macht und dabei viel mehr erfährt als nur, ob ihr Freund ihr treu ist oder nicht.

Schnell wird deutlich, dass man, trotz humorvollem Schreibstil und aberwitzigen Szenen, keine oberflächliche Geschichte vor sich hat. Zwischen den Zeilen deutet sich eine Tiefe an, die man möglicherweise auf Grund des Covers und der Kurzbeschreibung nicht unbedingt erwartet hätte, die aber alles andere als unwillkommen ist. Nicht nur der Leser lernt während des Aufeinandertreffens zweier gänzlich unterschiedlicher Charaktere einiges über ebendiese, auch sie selbst steigen in einen Lernprozess ein, mit dem sie sicherlich nicht gerechnet haben.

Immer wieder kommt es zu überraschenden Wendungen, mal mehr mal weniger vorhersehbar, doch für die Gesamtentwicklung extrem wichtig. Im Leben folgt nicht immer alles einem strukturierten Plan, vor allem keinem, den man selbst aufgestellt hat, das spiegelt sich auch in dieser Geschichte wider, die dadurch an Authentizität gewinnt. Es macht viel Freude den Protagonisten während turbulenter Zeiten zur Seite zu stehen und gleichzeitig zu wissen, dass mit der letzten Seite noch nicht alles vorbei ist, es vielmehr im nächsten Band weiter geht, auch wenn die Hauptfiguren wechseln.

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