Sonntag, 5. Juli 2015

[REZENSION] Ein englischer Sommer

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Ein englischer Sommer
Autor: Gabriele Diechler
Übersetzer: -/-
Verlag: Insel
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 368 Seiten



Autor:
Gabriele Diechler, in Köln geboren, lebt und arbeitet im Salzkammergut. Nach vielen Jahren als Drehbuchautorin und Dramaturgin widmet sie sich nun hauptsächlich dem Roman und Jugendbuch.


EIN ENGLISCHER SOMMER

Als Annett vollkommen unerwartet ein kleines Hotel im Herzen Englands erbt, zögert sie nur einen kurzen Augenblick, bevor sie sich der neuen Herausforderung stellt. Dabei lernt sie nicht nur sich selber besser kennen, sondern auch ihre Familiengeschichte, die eine ganz andere zu sein scheint als sie bisher immer geglaubt hatte. Und dann ist da auch noch Edward, der charmante, aber auch geheimnisvolle, Landschaftsarchitekt...

Ob es nur kleine Veränderungen sind oder gar ein kompletter Neuanfang, jeder kann wohl nachvollziehen welche Gefühle auf Annett herein prasseln, als sie vor die Wahl gestellt wird, das kleine Hotel zu verkaufen oder selbst weiter zu führen. Da es sich doch um einen wichtigen Schritt und eine große Entscheidung handelt, ist es vollkommen verständlich, dass sie einen kurzen Moment zögert. Vor ihrem Mut hat man schließlich vollsten Respekt, bewundert sie gar ein wenig, denn wäre man selbst in einer solchen Situation, man könnte wohl nicht sagen, wie das eigene Ergebnis ausgefallen wäre.

Gabriele Diechler erschafft eine Atmosphäre, die dem Leser ein wenig Urlaubsfeeling übermittelt und gleichzeitig viel Wärme überträgt. Man kann mit den Protagonisten lachen und weinen als wären sie alte Freunde. Emotional wird man tief ins Geschehen hinein gezogen als wäre man selbst in England. Auf Grund der detailreichen Beschreibungen kann man sich ein recht konkretes Bild von Land und Leuten machen.

Bahnbrechende Wendungen darf man sicherlich nicht erwarten, auch wenn die ein oder andere Überraschung nur auf ihren Auftritt wartet. Im Grunde wünscht man sich aber auch gar nicht allzu viele Irrwege, lieber möchte man erfahren, ob der Weg, den man sich selbst für Annett wünscht, auch der ist, den sie schlussendlich gehen wird. Dennoch kann man bis zur letzten Seite nicht hundertprozentig sicher sein, ob sich nicht doch noch eine nicht vorhersehbare Besonderheit einschleichen wird.

„Ein englischer Sommer“ entführt den Leser mit einer klassischen Geschichte und ganz viel Herz. Man lässt sich bereitwillig fallen, um in den vollen Genuss der Atmosphäre zu kommen.

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