Samstag, 11. Juli 2015

[REZENSION] Die Puppenspieler von Flore

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Die Puppenspieler von Flore
Autor: Lilli Thal
Übersetzer: -/-
Verlag: Gerstenberg
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren
Ausführung: Hardcover, 480 Seiten



Autor:
Lilli Thal arbeitete nach dem Abitur als Krankenpflegerin, studierte anschließend mittelalterliche Geschichte, gründete eine Familie, studierte zum zweiten Mal Information und Multimedia, programmierte Computer und schreibt seit dem Jahr 2000 Geschichten. Ihre Bücher wurden mehrfach ausgezeichnet und fanden eine hervorragende Resonanz bei Presse und Lesern. Mimus war für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.


DIE PUPPENSPIELER VON FLORE

Tamaso und neunzehn andere Jugendliche werden am Tag ihrer Abschlussfeier entführt, um in ein coronisches Wüstencamp verschleppt zu werden. Dort lernen sie allerhand Techniken, die ihnen nützlich sein werden, denn sie sollen nach der Ausbildung nach Flore, Coronas Erzfeind, geschickt werden, um dort zu spionieren. Die jungen Agenten werden auf verschiedene Häuser aufgeteilt, in denen sie verschiedenste Tätigkeiten zu verrichten haben, damit ihre Mission nicht auffliegt. Gleichzeitig müssen sie lernen, dass sie niemandem vertrauen dürfen, wenn sie überleben wollen...

„Das ist das Wesen einer Militärdiktatur“, sagt der schwitzende Lehroffizier. „Niemand hat die Wahl, ob er dazugehören will. Es gibt keine Alternative, keine zivile Gesellschaft. Die Armee wird zum Moloch, der alles verschlingt.“ (S. 83)

Ebenso wie die Jugendlichen, weiß der Leser noch nicht was ihn erwartet oder worum es genau geht. Das gilt es im Verlauf der Geschichte herauszufinden, quasi zeitgleich mit den jungen Agenten, denen keine Wahl bleibt als sich auf das mörderische Spiel einzulassen. Ihre Ausbildung gestaltet sich ein wenig langwierig, was sich leider ebenso auch auf den Lesefluss und das daraus folgende Lesevergnügen auswirkt. Man hat lange Zeit das Gefühl, dass endlich etwas geschehen muss, die Handlung fortgeführt werden sollte, um weitere Erkenntnisse zu gelangen. Stattdessen stagniert das Geschehen und hält den Leser sowie die Jugendlichen im Camp fest. Es ist zwar nicht so, dass dort nichts geschieht, doch wird die Handlung nicht in einer solchen Weise vorangetrieben wie man es sich wünschen würde.

Dies ändert sich schlagartig als die zwanzig Jugendlichen endlich nach Flore ausgesandt werden. Das Tempo steigt an und damit gleichzeitig die Spannung, schließlich ahnt man noch lange nicht worauf man sich eingelassen hat und was einen somit erwartet. Sicherlich zeichnet sich das ein oder andere Ereignis im Vorfeld ab, doch es liegen einige Überraschungen auf dem Weg zum Ziel, die man sich nicht einmal vorzustellen gewagt hätte. Man stellt zahlreiche Vermutungen an und mögliche Hypothesen auf, doch erst im weiteren Verlauf wird sich zeigen in wem oder was man sich getäuscht hat beziehungsweise was sich genau so entwickelt wie in der eigenen Vorstellung.

Bis zum Schluss ist nicht klar wer mit heiler Haut aus diesem Abenteuer hervorgehen wird. Es kann jeden treffen, häufig gibt es für die betreffende Person gar keine Möglichkeit dem tödlichen Ausgang vorzusorgen, denn im Hintergrund zieht einer die Fäden, der scheinbar genau weiß was zu tun ist. Daher darf man sich auch nicht zu sicher sein den Ausgang bereits zu kennen, die nächste Wendung wartet bereits auf den Leser.

Trotz etwas zähem Beginn ist „Die Puppenspieler von Flore“ ein Abenteuer, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Man fiebert und leidet mit den Protagonisten und hofft, sie mögen die Strapazen ohne große Blessuren überstehen.

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