Donnerstag, 16. Juli 2015

[REZENSION] Der Tote am Kirchturm

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Der Tote am Kirchturm
Autor: Alexander Bálly
Übersetzer: -/-
Verlag: Sutton Verlag
Reihe: Band 2
Ausführung: Taschenbuch, 248 Seiten



Autor:
Alexander Bálly, Jahrgang 1964, lebt seit seiner Kindheit in Oberbayern und wohnt schon lange im Hopfenland. Schon immer hängt er am Wort: Er arbeitete als Buchhändler, Druckereigehilfe und Verlagsmitarbeiter. Seit fast 20 Jahren schreibt er Geschichten. Nach mehreren Fantasykrimis hat er nun das Verbrechen vor der Haustür entdeckt und präsentiert seinen ersten Krimi aus der Holledau.
Mehr zum Autor: www.alexander-bally.de


DER TOTE AM KIRCHTURM

Hochzeitslader Benedikt Singer wird tot am Fuße des evangelischen Kirchturms in Wolnzach gefunden. Trotz rascher Spurensicherung fehlen ebenjene. Es scheint als sei keine weitere Person involviert gewesen, bis die Ermittler auf die unnatürliche Hautfarbe der Leiche aufmerksam werden. Die Nachforschungen gestalten sich als schwierig, nicht zuletzt, da im Ort dutzende Spekulationen zur Lebensweise des Opfers laut werden. Gemeinsam mit ihrem Opa Ludwig Wimmer, Metzgermeister im Ruhestand, stellt die junge Anna ihre eigenen Ermittlungen an, die die beiden Detektive doch wohl auf die Spur des Täters lenken werden...

Vor Ort hatten die Geisenfelder sofort die Sicherungsmaßnahmen vorgenommen, für die Nachbarn endgültig das Zeichen, dass es da „was zum seh'n gibt“. Die Beteuerungen der Polizisten, dass dem nicht so sei, wurden ignoriert. Die Erfahrung hatte die meisten gelehrt, dass es irgendetwas schon noch zu sehen geben werde. (S. 127)

„Der Tote am Kirchturm“ ist nach „Der Tote am Maibaum“ der zweite Fall für Ludwig Wimmer und seine Enkelin Anna. Doch auch ohne Vorkenntnisse schafft es der Leser sich recht schnell im Geschehen zurecht zu finden und die Charaktere einzuschätzen. Wichtige Ereignisse aus der Vergangenheit werden noch einmal kurz erläutert und auch Beschreibungen diverser Charaktereigenschaften fehlen nicht gänzlich. So ergibt sich ein recht umfassendes Bild ohne den Eindruck zu haben wichtige Informationen nicht zu kennen.

Neben der Polizei, die den Fall natürlich offiziell untersucht, stellt das Detektivduo seine eigenen Ermittlungen an. Natürlich kommen sie inoffiziell meist besser an die Menschen heran und können ihnen somit Aussprüche entlocken, die die Polizisten zumeist nicht zu hören bekommen. Gleichzeitig sind sie entsprechend gefährdeter, je näher sie dem Täter kommen, weshalb sich der Leser doch so manches Mal wünscht, sie würden nicht alles auf eigene Faust erledigen. Auch wenn man noch keine Ahnung hat wer den Mord begangen hat und worin sich das Motiv begründet, so spürt man doch die Gefahr, die sich unterschwellig immer weiter ausbreitet.

Mit Spannung verfolgt man das Geschehen und die Ermittlungstätigkeiten aller Seiten. Immer wieder tauchen neue Indizien auf, die allerdings leider nicht weit mehr sind als das. Nicht nur einmal enden die Nachforschungen in einer Sackgasse, verständlicherweise sind da nicht nur die Ermittler frustriert. Auch der Leser fragt sich langsam aber sicher was er übersehen hat. Doch aufgeben ist keine Option, so beginnt man mit seinen Überlegungen einfach wieder von vorne, irgendeinen Hinweis muss es schließlich geben, man jagt doch kein Phantom.

Nach einer Berg- und Talfahrt der Gefühle und zahlreichen Wendungen endet der Krimi in einem Finale, das man wahrlich nicht hätte vorhersehen können. Mit viel Lokalkolorit bringt der Autor dem Leser nicht nur Land und Leute näher, sondern fesselt ihn auch an einen ungewöhnlichen Fall, bei dem zunächst nichts zusammen zu passen scheint.


Reiheninfo:
Band 1: Der Tote am Maibaum

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