Donnerstag, 18. Juni 2015

[REZENSION] Totgetanzt

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Totgetanzt
Autoren: Brigitte Lamberts / Annette Reiter
Übersetzer: -/-
Verlag: Edition Oberkassel
Reihe: Clemens von Bühlow 2
Ausführung: Taschenbuch, 200 Seiten



Autoren:
Brigitte Lamberts, geboren 1960 in Düsseldorf, lebt seit zwanzig Jahren wieder in ihrer Heimatstadt. Sie ist promovierte Kunsthistorikerin, PR-Beraterin und Journalistin. Nach Stationen in Museen, PR-Agenturen und Verlagen hat sie sich im Bereich Corporate Publishing selbstständig gemacht. Ihren Debütroman, den Düsseldorfer Krimi Ausgeweidet, verfasste sie zusammen mit ihrer Co-Autorin Annette Reiter.

Annette Reiter, geboren 1961 in Würzburg, lebt in Düsseldorf. Nach ihrer Schauspielausbildung und dem Gesangsstudium an der Robert-Schumann-Hochschule war sie als Oratorien- und Konzertsängerin tätig. Seit einigen Jahren unterrichtet sie Gesang und Sprecherziehung. Ihren Debütroman, den Düsseldorfer Krimi Ausgeweidet, verfasste sie zusammen mit ihrer Co-Autorin Brigitte Lamberts.


TOTGETANZT

Sowohl die Aufmachung der jungen Frau als auch die Position, in der sie gefunden wird, wirken inszeniert. Doch Hauptkommissar Clemens von Bühlow und sein Team können sich einfach keinen Reim darauf machen wieso die Leiche gerade so hergerichtet wurde. Als kurze Zeit später ein zweites Opfer, in ähnlicher Aufmachung, gefunden wird, werden die Ermittler zusätzlich unter Druck gesetzt, denn niemand glaubt, dass ihnen noch lange Zeit bleibt, bis der Täter wieder zuschlägt...

„Totgetanzt“ ist nach „Ausgeweidet“ der zweite Fall für Clemens von Bühlow und sein Team. Doch ist es kein Nachteil, wenn man den Vorgängerband nicht kennt, da die Fälle als solche in sich abgeschlossen sind. Gilt es doch einmal wichtige Ereignisse aus der Vergangenheit zu kennen, so wird ein kurzer Abriss gegeben, damit alle Leser auf demselben Informationsstand sind. So fühlt man sich nicht verloren und kann sich auf das vorliegende Geschehen einlassen.

Der Schreibstil wirkt recht distanziert, fast schon hat man das Gefühl einem Report zu folgen, der sich jeglicher Emotionalität entledigt hat. Auf der einen Seite bleibt so natürlich der Fokus auf dem Fall, entsprechend lässt man sich nicht ablenken und kann versuchen der Lösung selbst schneller näher zu kommen als die Ermittler. Andererseits fehlt eben gerade die Bindung zu von Bühlow und seinem Team, die man gerne aufgebaut hätte, um sich noch intensiver mit der Materie auseinander setzen und tiefer ins Geschehen eintauchen zu können.

Recht früh schon wird das Motiv des Täters offenbart, wenn auch nur für den Leser. Seine Identität bleibt noch im Dunkeln, doch glaubt man nicht daran noch großartige Überraschungen zu erleben. Ein wenig schade ist es, dass den Tathergängen und den Gedanken des Täters nicht ein wenig mehr Raum gegeben wurde. Es wirkt alles ein wenig knapp gehalten, als würde man sich nicht mit der Psyche des Mörders beschäftigen wollen.

Die genannten Aspekte wirken sich leider negativ auf die Spannung auf, die generell durchaus vorhanden ist. Ebenso bietet die Geschichte einiges an Potential, das noch besser hätte ausgeschöpft werden können. Dennoch handelt es sich bei „Totgetanzt“, trotz der Mankos, um einen soliden Krimi, der für Lesestunden sorgt, die einen aus dem Alltag flüchten lassen.


Reiheninfo:
Band1: Ausgeweidet

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