Montag, 1. Juni 2015

[REZENSION] Tag Null

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Tag Null
Autor: Leif Tewes
Übersetzer: -/-
Verlag: fhl Verlag
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 234 Seiten



Autor:
Leif Tewes, Jahrgang 1964, lebt und arbeitet in Frankfurt als Geschäftsführer eines IT-Unternehmens. Während seines Studiums der Informatik hat er Fachbücher geschrieben und einige Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht.
Seine Leidenschaft für die Kunst lebt er als Musiker, DJ und Thriller-Autor, sein Interesse für spannende Persönlichkeiten und rasante Geschichten hat sich unter anderem auf zahlreichen Reisen und Offroad-Rallyes entwickelt.
›Tag Null‹ ist seine erste Veröffentlichung in der Literatursparte Kriminalroman und Thriller.


TAG NULL

Warum schießt ein Auftragsmörder daneben? Diese Frage stellt sich nicht nur der Killer selbst, sondern natürlich auch die Polizei, die versucht dieses Ereignis in eine Kette anderer Morde der letzten Zeit einzureihen. Da es allerdings keinen ersichtlichen Zusammenhang gibt, sind unkonventionelle Methoden gefragt, von denen Kommissar Berg so einige auf Lager hat. Als er dem Killer auf die Spur kommt, entwickelt sich jedoch alles ganz anders als erwartet...

Er ging zurück in die Küche, goss das halbleere Rotweinglas in die Spüle und fuhr in die Tiefgarage. Dort nahm er den Aston Martin. In einem kleinen Tal, eine halbe Stunde entfernt, übte er regelmäßig seine Reaktionsschnelligkeit und trieb den Wagen mit seinen knapp 500 PS an den Grenzbereich. Das Gefühl von Beherrschung der Technik beruhigte ihn und schärfte die Konzentration. (S. 22)

Schon von Beginn an wird klar, dass man es hier mit einem Buch zu tun hat, das sich mit einem eher ungewöhnlichen Thema beschäftigt beziehungsweise eine eher selten zu findende Herangehensweise besitzt. Allerdings ist es auch eher selten, dass ein Auftragsmörder beginnt Fragen zu stellen, weshalb ebenfalls deutlich wird, dass man keine konventionellen Charaktere erwarten darf. In dieses Bild reiht sich ebenfalls der Schreibstil ein, der recht sachlich daher kommt, großartige Emotionen werden vermieden. Doch genau so ergibt sich ein rundes Bild, alles wirkt passend, betrachtet man das Gesamtkonstrukt.

Ahnt man zwar sehr schnell, dass es diverse Zusammenhänge und möglicherweise auch mehrere Schnittpunkte der einzelnen Erzählstränge geben wird, so tappt man jedoch ähnlich lange im Dunkeln wie die Ermittler. Die Strippenzieher sind nicht nur vorsichtig, sondern auch mehr als gefährlich. Man sollte sich gut überlegen, ob man sich mit ihnen anlegen möchte oder es lieber lässt.

Im Laufe des Geschehens zeigt sich die extrem detaillierte Recherche, die diesem Werk zu Grunde liegt. So gibt es allerhand interessante Informationen, auch politischer und wirtschaftlicher Art, die eher weniger zum Allgemeinwissen zählen, zumindest wenn man sich thematisch noch nicht so sehr damit auseinander gesetzt hat. Doch trägt die ein oder andere Ausführung, so informativ sie auch sein mag, leider dazu bei, das Tempo ein wenig herauszunehmen, wodurch die Spannungskurve leicht absinkt. Dies wird zwar im Nachhinein wieder korrigiert, stoppt den Lesefluss dennoch leicht.

Verfolgt man das Geschehen aufmerksam, ist der Schluss zwar nicht in allen Punkten unbedingt überraschend, schließlich rundet er das Geschehen exakt und passend ab, vervollständigt aber das Bild, das man sich bereits zu Anfang machen konnte.

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