Montag, 8. Juni 2015

[REZENSION] Heimweh

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Heimweh
Autor: Marc Raabe
Übersetzer: -/-
Verlag: Ullstein
Reihe: -/-
Ausführung: Broschur, 432 Seiten



Autor:
Marc Raabe, 1968 geboren, ist Geschäftsführer und Gesellschafter einer Fernsehproduktion. Seine beiden Thriller Schnitt und Schock waren viele Wochen auf der Bestsellerliste. Marc Raabe lebt mit seiner Familie in Köln.


HEIMWEH

Aufgewachsen im Heim Adlershof, sind Jesse und Sandra später gemeinsam fortgegangen, haben geheiratet und eine Tochter bekommen. Die Ehe hat nicht gehalten, doch um Isa kümmert Kinderarzt Jesse sich aufopferungsvoll. Eines Tages gerät seine Welt aus den Fugen, als Sandra ermordet und Isa entführt wird. Jesse ahnt, dass dies etwas mit seiner Vergangenheit und einem Unfall vor mehr als dreißig Jahren zu tun hat, von dem er nur weiß was ihm erzählt wurde. Doch er ist sich sicher nach Adlershof zurück kehren zu müssen, um seinen Dämonen ins Auge zu sehen – und hoffentlich auch Isa zu finden...

Artur musste ihr recht geben. Es war viel zu hoch. Er hatte auf eine Höhe von vielleicht vier oder fünf Metern gehofft. Das wäre schon gefährlich genug gewesen, aber das hier waren eher sieben oder acht.
„Und jetzt?“, fragte Isabelle.
Artur legte den Zeigefinger auf die Lippen. In der Ferne war das typische gedämpfte An- und Abschwellen eines kräftigen Dieselmotors zu hören, der sich durch den Schnee wühlte. (S. 278)

Nach „Schnitt“ und „Schock“ legt Autor Marc Raabe mit „Heimweh“ seinen nächsten Psychothriller vor, der bereits von Anfang an tief ins Mark trifft. Allein der Prolog verursacht dem Leser eine Gänsehaut, so schnell wird man das dort Geschriebene nicht vergessen. Und das sollte man auch nicht. Zwar kann man mit den gegebenen Informationen noch nicht viel anfangen, ist sich aber sicher, dass sie sich später in den Gesamtzusammenhang einfügen werden und vermutlich bereits vorher den ein oder anderen Hinweis geben können, um der Lösung näher zu kommen.

Gekonnt spielt der Autor mit Sprache und Handlung, so dass der Leser das Gefühl erhält selbst dabei zu sein. Schreckliche Ereignisse sind geschehen, auch gegenwärtig, vor allem aber in der Vergangenheit, die keinen anderen Schluss zulassen als dass geschehen muss was nun geschieht. Gemeinsam mit den Hauptprotagonisten begibt man sich auf die Suche nach Isa, gleichzeitig sucht man aber auch etwas anders, was man anfangs jedoch nicht richtig greifen kann. Immer wieder werden frühere Erlebnisse eingestreut, die dazu dienen sollen das Gesamtbild klarer zu gestalten. Häufig allerdings ist man zunächst verwirrt und weiß die Hinweise nicht richtig einzuordnen.

Zahlreiche Indizien führen zu ebenso vielen möglichen Tätern, im Verlauf der Geschichte könnte es vermutlich jeder Charakter mindestens einmal gewesen sein. Doch landet man schlussendlich immer wieder in einer Sackgasse und muss noch einmal alle Konzentration aufbringen, um endlich der richtigen Spur zu folgen. Es scheint allerdings als wäre der wahre Täter einem immer einen Schritt voraus.

Das Geschehen bleibt bis zum Schluss spannend und endet in einem wahren Showdown, dessen Ausgang man sich absolut nicht sicher sein kann. Die Auflösung ist schließlich so unglaublich, dass sie eigentlich schon gar nicht mehr ausgedacht sein kann. Marc Raabe schafft es immer wieder den Leser zu überraschen und beinahe schon fassungslos zurück zu lassen. Man kann sicher sein, dass auch dieser Thriller noch einige Zeit nachwirken wird.

1 Kommentar:

  1. Och menno ;-) ich hab gedacht ich komme hier mal weg ohne das meine Wuli ansteigt ....Naja, da ich die anderen beiden Bücher von ihm ja auch mochte, werde ich mich gerne von Deiner schönen Rezi überzeugen lassen und das Buch auf die Liste setzen ;-)
    LG Moni

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