Dienstag, 2. Juni 2015

[REZENSION] Die Schattenbande und die große Verschwörung

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Die Schattenbande und die große Verschwörung
Autor: Frank M. Reifenberg / Gina Mayer
Illustrator: Gerda Raidt
Übersetzer: -/-
Verlag: ars Edition
Reihe: Die Schattenbande 4
empfohlenes Lesealter: ab 10 Jahren
Ausführung: Hardcover, 240 Seiten



Autor:
Frank M. Reifenberg absolvierte eine Ausbildung zum Buchhändler und arbeitete danach als Presse- und Öffentlichkeitsreferent. Er besuchte die Int. Filmschule Köln und schreibt seit dem Jahr 2000 Romane und Drehbücher. Seit 2008 engagiert er sich in der Leseförderung von Jungen, hält zu diesem Thema Seminare, Vorträge für Multiplikatoren und Workshops nur für Jungen. Die Universität zu Köln berief ihn als Lehrbeauftragten für die Leseanimation von Jungen. 2012 wurde er vom Luxemburger „Centre national de littérature“ mit einem Stipendium ausgezeichnet.
Gina Mayer hat als Werbetexterin gearbeitet, bevor sie Schriftstellerin wurde. Sie schreibt historische Romane und Krimis für Jugendliche und Erwachsene. Aus ihrer Feder stammen z. B. "Die verlorenen Schuhe" und "Das Maikäfermädchen". Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in Düsseldorf.

Illustrator:
Gerda Raidt, 1975 in Berlin geboren, studierte zunächst Freie Grafik an der Burg Giebichenstein in Halle. Später wechselte sie in die Fachrichtung Illustration an die HGB Leipzig, wo sie anschließend auch ein Meisterschülerstudium absolvierte. Seit 2004 arbeitet sie als freie Illustratorin. Sie hat zwei Kinder und lebt mit ihrer Familie in Leipzig.


DIE SCHATTENBANDE UND DIE GROßE VERSCHWÖRUNG

Als Otto für Billy Barrakuda einspringen und ein Interview mit Gustav Stresemann und dem kalimbesischen König Buhert führen soll, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Die Versammlung wird gesprengt, ganz klar ist der außergewöhnliche Gast Ziel des Anschlags. Otto handelt geistesgegenwärtig, rettet den König und beschert den Schatten so ihren nächsten Fall. Denn dass das Attentat nicht das letzte gewesen ist, solange der Täter nicht geschnappt ist, ist allen klar. Zudem scheint auch noch Klara sich mit den falschen Leuten angelegt zu haben, sie steckt in einem Schlamassel, aus dem sie alleine nicht mehr heraus kommt...

Stresemann trug einen eleganten Frack, aber ansonsten sah er zu Ottos Erleichterung ganz normal aus. Er war kräftig gebaut, hatte ein rundes, fleischiges, rotes Gesicht und seine Glatze glänzte wie frisch poliert. Ein kleiner Schnurrbart unter der Nase, zwei Narben auf seiner linken Wange, Lina hätte Otto vermutlich sofort erzählen können, wie er sich die zugezogen hatte. (S. 31)

Die Schattenbande muss sich in ihrem vierten Fall gleich mehreren Gegnern stellen, und das auch noch getrennt. Denn zunächst zeichnen sich zwei Handlungsstränge ab, in denen Otto beziehungsweise Klara die Hauptrolle übernehmen. Schnell wird dem Leser allerdings klar, dass es hier einen Schnittpunkt gibt, den herauszufinden dauert aber eine ganze Weile, denn offensichtlich ist nur, dass ihre Gegenspieler ihnen immer einen Schritt voraus zu sein scheinen. Ebenso wenig wie die Schatten kann der Leser lokalisieren wer es hier genau auf wen abgesehen hat und warum. Dafür sind noch einige Informationen notwendig, die man im Laufe des Geschehens erhält, mal mehr mal weniger direkt. Es ist daher wichtig auch zwischen den Zeilen zu lesen, damit man die wichtigen Hinweise auch tatsächlich versteht.

Von Anfang an wird Spannung aufgebaut und der Leser ins Geschehen gezogen. Es ist als wäre man hautnah dabei, quasi als unsichtbares Mitglied der Schattenbande. Die detaillierten und geradezu liebevollen Darstellungen der Hauptcharaktere zeichnen ein glasklares Bild, so dass man das Gefühl hat nur die Hand ausstrecken zu müssen, um die Szenerie berühren zu können.

„Hände hoch und raus aus der Droschke“, kommandierte der Droschkenfahrer mit eisiger Stimme. „Und zwar immer schön einer nach dem anderen.“
Jetzt erst merkte Otto, dass die Kutsche durch eine Toreinfahrt in einen Hinterhof gefahren war. […] Otto und seine Mitfahrer waren in einen Hinterhalt geraten, das Ganze war von langer Hand geplant. (S. 103)

Immer wieder trifft man auf alte Bekannte, die einem bereits in den Vorgängerbänden begegnet sind und mit denen man sicherlich sofort das ein oder andere Erlebnis verbindet. Doch auch Leser, die noch keinen Band der Schattenbande kennen, sind nicht im Nachteil. Jede Figur wird kurz beschrieben und in einer Art und Weise dargestellt, dass man das Gefühl hat sie schon lange zu kennen, da fällt es kaum ins Gewicht, dass man keine konkreten Ereignisse kennt.

In „Die Schattenbande und die große Verschwörung“ stellen die Freunde sich gleich mehreren Gegnern, mal gemeinsam, mal einzeln. Es wird zunehmend gefährlicher, und selbst als man mehr als erahnen kann wer der eigentliche Unhold ist, ist die Gefahr noch lange nicht gebannt. Es kommt zu einem regelrechten Gänsehautfinale, dessen Ausgang ungewiss ist.


Reiheninfo:
Band 1: Die Schattenbande legt los!
Band 2: Die Schattenbande jagt den Entführer
Band 3: Die Schattenbande in Gefahr

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