Donnerstag, 21. Mai 2015

[REZENSION] Leonardo und Salai

Redakteur: Anette Leister

Titel: Leonardo und Salai
Autor: Benjamin Lacombe, Paul Echegoyen
Übersetzer: Edmund Jacoby
Verlag: Jacoby & Stuart
Reihe: Band 1
Ausführung: Hardcover, 96 Seiten



Autor:
Benjamin Lacombe, geb. 1982 in Paris, hat graphische Künste studiert und ist ein international sehr erfolgreicher Künstler, der viele Bücher illustriert hat. Inzwischen schreibt er auch seine eigenen Texte. Er lebt und arbeitet in Paris mit seinen Hunden Virgile und Lisbeth, die sich häufig in seine Bilder einschleichen.
Paul Echegoyen, geb. 1981, hat an der École Supérieure d Arts Graphiques studiert. 2008 erhielt er sein Diplom mit Auszeichnung und begann als freier Mitarbeiter in Animationsstudios zu arbeiten. 2011 erschien sein erstes Bilderbuch.


LEONARDO UND SALAI

"Leonardo und Salai" ist ein Werk bei dem Benjamin Lacombe mit Paul Echegoyen zusammengearbeitet hat.
Um die Zusammenarbeit besser verstehen und die Bilder in all ihren Facetten kompetent und gänzlich aufnehmen zu können, sollte man in dem Buch nicht mit dem Lesen der Graphic Novel beginnen, sondern mit dem angehängten Werkstattbericht, wo beide Künstler zu der außergewöhnlichen Zusammenarbeit zu Wort kommen und zudem einige Skizzen in ihrer Entstehungphase gezeigt werden.

Das Buch selbst erzählt in einem ersten Band von zweien, von Leonardo da Vincis Schaffen, von seinem Treffen und seiner Liebschaft mit Salai und spricht viele Themen an, mit denen sich Künstler nicht nur im 15. Jahrhundert herumzuschlagen oder gar zu verstecken hatten, sondern die auch heute noch brandaktuell sind: Ausgrenzung und Verstecken wegen homosexueller Neigungen und der Schwierigkeit mit Kunst Geld zu verdienen, um damit gut Leben, und nicht nur einen Teil seiner Gläubiger bezahlen zu können. Zudem lernt man Leonardo hier nicht erst als alten Mann kennen, sondern als einen Erfinder, Maler und Bildhauer in der Blüte seiner Jahre.

Die Bilder wirken homogen und authentisch, als entstammten sie tatsächlich der entnommenen Zeit. Warum dies so ist, erklärt sich im Werkstattgespräch mit den Illustratoren.

Es ist ein ganz anderes Werk von Lacombe, als diejenigen, die ich bisher kennengelernt habe. Ich bin aber nicht minder begeistert davon, vielmehr zeigt er hier wieder völlig neue Facetten von sich, beispielsweise durch den Wechsel von kleinformatigen, sepiafarbigen Illustrationen in der erzählenden Novel, die dann ganz plötzlich wieder von einer doppelseitigen, mehrfarbigen Illustration überflügelt werden. Trotz dieser Mittel wirkt Lacombes Arbeit mit Echegoyen wie ein homogenes Ganzes, bei dem viel zu schnell das Ende naht und man ehrlich gesagt nicht gewillt ist, lange auf die Fortsetzung zu warten. Ich für meinen Teil bin nun viel zu neugierig, wie sich das Auftauchen Francesco Melzis auf die zuweilen sehr komplizierte Beziehung zwischen Leonardo und Salai auswirken wird...

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