Montag, 25. Mai 2015

[REZENSION] Lasst uns schweigen wie ein Grab

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Lasst uns schweigen wie ein Grab (OT: The Scandalous Sisterhood of Prickwillow Place)
Autor: Julie Berry
Übersetzer: Eva Plorin
Verlag: Thienemann
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 13 Jahren
Ausführung: Taschenbuch, 304 Seiten



Autor:
Julie Berry hat einen Masterabschluss des Vermont College. Ihre Jugendbücher wurden für verschiedene Auszeichnungen nominiert, standen auf Bestenlisten und erhielten zahlreiche lobende Pressestimmen. Sie lebt mit ihrem Mann und vier Söhnen in einem Vorort von Boston. Dort arbeitet sie als Marketingleiterin eines Start-up-Unternehmens.


LASST UNS SCHWEIGEN WIE EIN GRAB

Alles wird anders als eines Tages die Leiterin des Mädcheninternats St. Etheldra und ihr Bruder beim Sonntagsessen sterben. Die sieben Schülerinnen sehen sich einer schwierigen Entscheidung gegenüber. Sie können alles berichten und dadurch riskieren nach Hause geschickt zu werden oder sie können so weiter leben wie zuvor, dafür müssen nur die Leichen verschwinden, und natürlich darf niemand ahnen, dass die Direktorin nicht mehr lebt. Die Mädchen fühlen sich sehr miteinander verbunden, keine will wirklich nach Hause, weshalb die Wahl schnell auf Vertuschung fällt. Doch einfacher gesagt als getan, viele Hindernisse müssen umschifft und gleichzeitig ein Mörder gejagt werden, denn der Übeltäter muss noch in der Gegend sein...

„Das Testament ist nicht das Einzige, was verschwunden ist“, erklärte Kitty Schlau. „In der Schublade waren acht Pfund, eine halbe Krone, zwei Schilling und ein Sixpencestück – das Geld ist weg.“
„Mädchen!“, brüllte Louise durch den Korridor. „Krisensitzung!“
„Kommt runter in die Waschküche!“, schrie Martha zurück. „Wir stecken mitten in der Wäsche.“ (S. 166)

Bevor es mit der Geschichte richtig los geht wird man einmal auf eine andere, außergewöhnlichere Weise an die Protagonisten herangeführt. Die sieben Schülerinnen werden nur kurz aufgezählt, doch daraufhin folgt eine kurze Vorstellung von Personen, denen man in der Erzählung nicht begegnen wird. Die kurzen Texte beinhalten Informationen darüber weshalb die Mädchen auf dieses Internat gehen und wer sie dorthin geschickt hat. Das ist wirklich eine originelle Idee und bringt sofort Pluspunkte ein.

Bald darauf findet man sich auch schon mitten im Geschehen wieder, dessen Kernaktion bereits auf dem Klappentext zu finden ist. Doch wer glaubt, dass nicht mehr viel kommen kann, täuscht sich gewaltig, mit dem Ableben der Direktorin und ihres Bruders ist es noch lange nicht vorbei – hier fängt alles erst an. In der Geschichte steckt viel mehr als man zunächst vermuten würde, doch muss man aufpassen, nicht dass man selbst noch von den Mädchen zum Narren gehalten wird.

Julie Berry hat diese skurril-komische Geschichte mit einer ordentlichen Portion schwarzem Humor gewürzt. Dieser mag nicht jedermanns Sache sein, doch passt er wunderbar zum Ambiente sowie zur gesamten Atmosphäre. Die Spannung darf natürlich auch nicht außer Acht gelassen werden, schließlich gilt es nach wie vor einen Mörder ausfindig zu machen. Im Grunde könnte es jeder gewesen sein, und genau das ist der Knackpunkt. Es gibt zu viele Hinweise, zu viele Spuren und entsprechend viele Sackgassen. Man muss genau hinschauen, um tatsächliche Beweise von fingierten Indizien unterscheiden zu können, um den Täter zu überführen.

„Lasst und schweigen wie ein Grab“ bietet mit einem außergewöhnlichen Mix aus Humor und Spannung die ein oder andere sehr unterhaltsame Lesestunde. Gerne möchte man daraufhin mehr von Julie Berry lesen.

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