Donnerstag, 30. April 2015

[REZENSION] Wiener Totenlieder

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Wiener Totenlieder
Autor: Theresa Prammer
Übersetzer: -/-
Verlag: Marion von Schröder
Reihe: Band 1
Ausführung: Hardcover, 384 Seiten



Autor:
Theresa Prammer wurde 1974 in Wien geboren. Sie hatte Engagements als Schauspielerin unter anderem am Burgtheater, den Festspielen Wunsiedel und an der Volksoper. Seit sieben Jahren arbeitet sie außerdem als Regisseurin. 2006 gründete sie mit ihrem Mann das Sommertheater »Komödienspiele Neulengbach«. Theresa Prammer lebt abwechselnd in Wien und in Reichenau an der Rax. Wiener Totenlieder ist ihr Krimidebüt.


WIENER TOTENLIEDER

Gemeinsam mit Ex-Kriminalkommissar Konrad Fürst wird Kaufhausdetektivin Carlotta Fiore undercover in die Wiener Oper eingeschleust. Denn dort sterben bei den Aufführungen immer wieder Sänger während der Vorstellung, von Unfällen wird nicht mehr ausgegangen. Das ungleiche Duo Fiore und Fürst versuchen zu verhindern, dass das Morden weiter geht, doch scheint ihnen der Täter immer einen Schritt voraus...

[…] So war ich die ganze Probe über nicht in die Verlegenheit gekommen, mir eine Erklärung einfallen lassen zu müssen, warum ich als Statistin hier war.
Doch die Aussicht, dass das nur das erste von drei Stücken war und dass ich wahrscheinlich noch mehr Leute treffen würde, die meine Mutter gekannt hatten, löste einen einzigen Wunsch aus:
Alkohol! (S. 60)

Nicht nur ein ungewöhnlicher Fall erwartet den Leser hier, sondern auch ein ungewöhnliches Ermittlerpaar. Kaufhausdetektivin Carlotta Fiore und Ex-Kriminalkommissar Konrad Fürst, die undercover in die Wiener Oper geschleust werden, sind alles, aber keineswegs 08/15. Sicherlich steht die Polizei im Hintergrund der Aktion, nimmt aber eher die Statistenrolle ein, ebenso wie Fiore und Fürst auf der Bühne. Schon allein ihr Auftrag ist von höchster Brisanz, aber auch private Enthüllungen stehen dem eigentlichen Kriminalfall in nichts nach.

Der Leser wird in eine Welt geführt, die vermutlich die wenigsten von nahem kennenlernen. So ist man auch von dem Umfeld und dessen Beschreibung sehr angetan, versucht man doch alles erdenklich mögliche in sich aufzunehmen, um das große Ganze zu verstehen. Denn dass es hier mehr als nur ein Geheimnis gibt, dass es aufzudecken gilt, steht außer Frage. Allerdings ahnt man nicht, was sich einem hier noch eröffnen wird.

Relativ früh schon glaubt man ein wichtiges Element verstanden und gelöst zu haben, wartet jedoch noch auf die konkrete Bestätigung. Gleichzeitig hofft man jedoch, dass es nicht einfach nur bei dieser bleibt, sondern noch einiges folgt, mit dem man nicht gerechnet hat. Schließlich möchte man nicht schon im ersten Drittel den kompletten Fall gelöst wissen. Glücklicherweise geschieht dies auch nicht, denn zum Schluss ergeben sich noch einige Auflösungen, die den Leser fast schon fassungslos zurück lassen, vor allem aber unvorhersehbar über einem herein brechen.

Theresa Prammers Krimidebüt „Wiener Totenlieder“ hat mehr zu bieten als nur ein ungewöhnliches Setting. Man darf sich nie zu sicher sein das Geschehen bereits verstanden zu haben. Denn es kommt immer noch etwas, das man nicht erwartet hätte.

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