Sonntag, 26. April 2015

[REZENSION] Wenn der Postmann nicht mal klingelt

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Wenn der Postmann nicht mal klingelt
Autor: Lotte Minck
Übersetzer: -/-
Verlag: Droste
Reihe: Loretta Luchs 4
Ausführung: Taschenbuch, 295 Seiten



Autor:
Lotte Minck ist von Geburt halb Ruhrpottgöre, halb Nordseekrabbe. Nach 50 Jahren im Ruhrgebiet entschied sie sich, an die Nordseeküste zu ziehen. Ihre Heldin Loretta Luchs und alle Personen in Lorettas Universum sind eine liebevolle Huldigung an Lotte Mincks alte Heimat, die sie immer gern besucht.


WENN DER POSTMANN NICHT MAL KLINGELT

Loretta staunt nicht schlecht als Isolde ihr eröffnet, dass ausgerechnet ihr Leben als Vorlage für das Drehbuch gedient hat, das nun verfilmt werden soll. Theaterdiva Emily Eichberger soll dabei die weibliche Hauptrolle spielen, die bei einer Sexhotline arbeitet und nebenbei Kriminalfälle löst. Entsprechend naheliegend ist es, dass Loretta der Schauspielerin einen Einblick in ihre Arbeit gewährt. Was jedoch ganz harmlos anfängt, entwickelt sich mehr und mehr in eine Richtung, die Loretta sich so nicht gewünscht hat. Geheimnisvolle Geschenke, ein irrer Stalker und ein mysteriöser Todesfall versammelt die bewährte Truppe am Tisch, um den Dingen auf den Grund zu gehen...

„Loretta? Wir sind angekommen. Wie geht es dir?“
Ich gab meiner Stimme einen munteren Klang. „Super! Stell dir vor, Erwin und Frank haben mich überredet, in dein Schlafzimmer umzuziehen, und haben bis gerade Möbel geschleppt.“
Sie kicherte. „Das war meine Idee. Ist doch echt doof, so ein leerer Raum gegenüber der Küche. Hast du das Bild schon aufgehängt?“
„Hat Erwin erledigt. Hängt über dem Küchentisch. Das Bild, meine ich. Nicht Erwin.“ (S. 51)

„Wenn der Postmann nicht mal klingelt“ ist bereits der vierte Band rund um Loretta Luchs und ihre Freunde, denen man vieles nachsagen kann, aber nicht, dass sie austauschbar wären. Hier handelt es sich um einzigartige Charaktere mit Wiedererkennungswert, was man sofort merkt, egal ob man bereits einen der Vorgänger gelesen hat oder nicht. Auch wenn die ein oder andere Person zu Beginn ein wenig gewöhnungsbedürftig erscheint, hat man doch schon bald seine Sympathien verteilt.

Der Humor kommt nicht zu kurz, das merkt man auf den ersten Blick. Doch auch dieses ist alles andere als 08/15. Nicht jeder mag Ironie und Sarkasmus, daher werden die Meinungen hier auch auseinander gehen, doch diese Art Humor passt wunderbar zu Personen und Inhalt. Die Spannung steigt schleichend, hier würde man sich manches Mal etwas mehr Tempo wünschen, da die Handlung doch ein ums andere Mal stagniert, entsprechend nicht richtig voran zu kommen scheint. So bleibt auch der vorliegende Fall immer mal wieder auf der Strecke. Schnell hat man zudem einen Verdacht, der sich immer weiter erhärtet, doch erst am Schluss zeigt sich, ob man richtig kombiniert hat.

Generell ist der Mix von humoristischen und spannenden Elementen immer auch eine Gratwanderung, weshalb hier auch einfach ein neues Genre erfunden wurde, die Krimödie. Denn man darf keinen klassischen Krimi erwarten, dann würde man zweifelsohne enttäuscht, ebenso wenn man glaubt eine reine Komödie vor sich zu haben. „Wenn der Postmann nicht mal klingelt“ bietet ein paar unterhaltsame Stunden, in denen man tief im Ruhrpott versinkt.


Reiheninfo:
Band 1: Radieschen von unten
Band 2: Einer gibt den Löffel ab
Band 3: An der Mordseeküste

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