Mittwoch, 15. April 2015

[REZENSION] Roter Lavendel

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Roter Lavendel
Autor: Ralf Nestmeyer
Übersetzer: -/-
Verlag: Emons
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 224 Seiten



Autor:
Ralf Nestmeyer ist Historiker, Reisejournalist und Autor mehrerer Reiseführer, zum Beispiel über die Provence und Südfrankreich (Michael Müller Verlag); zudem hat er für den Insel Verlag ein Buch über »Französische Dichter und ihre Häuser« sowie einen literarischen Reiseführer über die Provence und die Côte d‘Azur (Klett-Cotta Verlag) geschrieben.


ROTER LAVENDEL

Eigentlich führt ihn ein Auftrag in die Provence. Doch das Fotografieren von Lavendelfeldern nimmt mehr und mehr an Bedeutung ab. Grund dafür ist ein Mitreisender, der dem Fotografen historische Dokumente überreicht, von denen er glaubt, dass sie in seinem eigenen Zimmer wohl nicht mehr sicher seien. Tags darauf ist der Mann verschwunden und der Fotograf beginnt sich mit den hinterlassenen Aufzeichnungen auseinander zu setzen. Dabei gerät er auf die Spuren einer mysteriösen Geschichte, die viel mehr preis zu geben hat als es zunächst den Anschein macht.

Vorneweg sei gesagt, dass es sich bei „Roter Lavendel“ nicht um einen klassischen Krimi handelt und man entsprechend nicht mit einer bestimmten Erwartungshaltung an die Lektüre heran gehen sollte, da man dadurch möglicherweise enttäuscht wird. Viel mehr liegt hier ein Spannungsroman vor, der dem Leser Land und Leute nahe bringt, dabei aber auch ein wohl gehütetes Geheimnis aufdeckt. Die Nachforschungen des Fotografen und seine Neugier darauf zu erfahren was damals geschehen ist, sind die Elemente, die den Leser mitreißen und in die Provence entführen.

Auf Grund der sehr detaillierten und liebevollen Darstellung der Umgebung hat man sogleich ein mehr als authentisches Bild vor Augen, egal ob man bereits einmal in dieser Gegend war oder nicht. Es fühlt sich ein wenig an wie Urlaub, Abschalten vom Alltag, doch im Hintergrund lauert etwas, das entdeckt werden möchte, wodurch es nicht zur gänzlichen Entspannung kommen kann. Gebannt verfolgt man den Weg der Nachforschungen und wird dabei natürlich dazu animiert selbst zu überlegen inwiefern sich hier welche Zusammenhänge ergeben könnten. Dies erweist sich allerdings als gar nicht so einfach, denn es tauchen immer wieder Indizien und Hinweise auf, die plötzlich in eine andere Richtung weisen.

Bis zum Schluss ergeben sich neue Spuren, doch zeichnet sich schließlich doch die erfolgversprechendste ab. Ein wenig schade ist es, dass nicht alle Fragen, die der Leser sich während der Lektüre stellt, beantwortet werden. Auch wenn diese gar nicht primär mit dem zu lüftenden Geheimnis zusammenhängen, hätte man schon gerne noch das ein oder andere erfahren. Nichtsdestotrotz sollte man sich auf „Roter Lavendel“ einlassen, ohne zuvor gewisse Erwartungen zu haben, dann wird man nicht nur mit einem Schlag in die Provence katapultiert, sondern kommt auch einem merkwürdigen Geheimnis auf die Spur.

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