Sonntag, 12. April 2015

[REZENSION] Der Legendenjäger

Redakteur: Anette Leister (25.03.2015)

Titel: Der Legendenjäger (OT: Darkmouth Book 1)
Autor: Shane Hegarty
Übersetzer: Bettina Münch
Verlag: Oetinger
Reihe: Darkmouth 1
empfohlenes Lesealter: 10-12 Jahre
Ausführung: Hardcover, 400 Seiten



Autor:
Shane Hegarty lebt in Irland, war einst Stand-up-Comedian, arbeitete beim Radio und Fernsehen und war viele Jahre Journalist bei der "Irish Times".
Er hat vier Kinder. Die sechsteilige Serie "Darkmouth" ist sein Debüt.


DER LEGENDENJÄGER

Es gibt 1000 gute Gründe, nach Darkmouth zu kommen.
Und eine Million, es lieber zu lassen.

Darkmouth ist die letzte von Legenden heimgesuchte Stadt der Welt. Nur hier fallen regelmäßig noch Minotauren, Mantikore, Wolpertinger und andere fälschlicherweise als Monster bezeichnete Kreaturen ein.
Finn entstammt einer langen Linie aus berühmten Legendenjägern. Aktuell wird er von seinem Vater für den Kampf gegen die Legenden ausgebildet. Eigentlich will er aber genau wie sein Großvater gar kein Legendenjäger werden, und ganz ehrlich... besonders geschickt stellt er sich im Kampf gegen dieselbigen nicht an:

In diesem Augenblick war ihm aufgefallen, dass Finn nicht mehr hinter ihm war. Nachdem er den Basilisken dann selbst im Handumdrehen eingefangen hatte, fand er seinen Sohn zwei Gassen weiter. Er lag auf dem Rücken und strampelte wie eine gestrandete Schildkröte mit den Beinen. Sein Vater hatte befürchtet, eine Legende wäre über Finn hergefallen; stattdessen waren seinem Sohn sein eigener Kampfanzug, und der Bürgersteig zum Verhängnis geworden. Und der war nicht gerade für seine Kampfkünste bekannt. (S.34)

LEIDER für Finn, vor allem für Finn, sind seine - noch nicht vorhandenen - Fähigkeiten als Legendenjäger gefragt, denn die Legenden machen sich für einen großen Schlag gegen die Menschheit bereit. Mit Finn kann man als Leser richtig mitfühlen. Von einer misslichen Lage in die nächste gerät er in seiner Ausbildung zum Legendenjäger, einer Berufung, der er ja gar nicht nachgehen will.
Lange Zeit ist nicht klar, wer Freund und Feind ist, wer auf Seiten der Legenden, und wer auf Seiten von Finn und seinem Vater steht. Bis zum großen Showdown, der Licht ins Dunkel bringt, vertreibt der Autor die Lesezeit mit unendlich viel Wort- und Situationswitz und anhaltender Spannung. Neben dem mehr als menschlichen Finn gegenüber seinem Vater, der ein legendärer Legendenjäger ist, lockern auch die anderen "normalen" Charaktere die Handlung auf, wie beispielsweise Finns Mutter, die als Zahnärztin arbeitet und mit "Monstern" zwar gar nichts am Hut hat, ihren Mitmenschen nichtsdestotrotz Angst und Schrecken bereiten kann ;)

Sechs geplante Bände und über 300 Seiten hören sich zwar zunächst nach viel an, aber durch das große Druckbild und den kurzweiligen Schreibstil fliegen die Seiten nur so dahin. Zudem lockern Passagen aus den Handbüchern der Legendenjäger die eigentliche Handlung auf.
Besonders auffällig ist natürlich das Design des Buches, mit dem komplett schwarzen Buchschnitt und der neongrünen Coverabbildung zieht es alle Blicke auf sich. Im Inneren befinden sich Illustrationen von Moritz Schaaf - von dem auch die Einbandgestaltung stammt - und kleine Besonderheiten wie Totenköpfe als Trennung zwischen den Absätzen und besonders aufmerksamen Lesern wird auch nicht entgehen, dass sie bei den vollen Seitenzahlen 100, 200 und 300 als Platzhalter für die Nullen dienen.

"Darkmouth - Der Legendenjäger" ist der Auftaktband zu einer neuen sechsteiligen Jugendbuchreihe, die auf Grund des Settings, der Figuren, der Handlung und der witzigen Parts besonders für Jungs geeignet ist, aber auch Mädchen werden an der fantasievollen Geschichte ihren Spaß haben, zudem mit Finns Mutter und der in Darkmouth zugezogenen Emmie echt taffe Mädels am Start sind.



Redakteur: Julia Ehrenberg (25.03.2015)

Bis vor nicht allzu langer Zeit gab es überall auf der Welt Legendenjäger. Diese Menschen jagten Monster, die aus einer Parallelwelt in unsere eindringen. Inzwischen ist die Welt nicht mehr von Legenden befallen, mit Ausnahme eines kleinen irischen Ortes – Darkmouth. Dort lebt der 12jährige Finn, der Sohn des letzten aktiven Legendenjägers. Und er soll die Nachfolge seines Vaters Hugo antreten, und das schon bald. Leider. Denn Finn würde lieber Tierarzt werden. Er will Lebewesen helfen und sie nicht bekämpfen. Und außerdem stellt er sich alles andere als geschickt an im Kampf gegen die Legenden. Darkmouth wird langsam ungeduldig. Die Bewohner fragen sich, warum ausgerechnet ihr Ort noch befallen ist. Und dass Finn bei seinen Kampfversuchen immer wieder Eigentum der Bewohner beschädigt, macht das Ansehen von ihm und seinen Vater nicht besser. Ein Aufstand der Dorfbewohner steht kurz bevor. Aber auch in der Welt der Legenden brodelt es. Ein Geheimnis umgibt Finn, und der versucht verzweifelt herauszufinden, was ihm alle verschweigen. Hilfe bekommt er dabei von Emmie. Doch wer ist das Mädchen, das plötzlich mit ihrem Vater in Darkmouth auftaucht?

Darkmouth fällt einem gleich ins Auge, denn es hat nicht nur ein neongrünes Cover sondern auch einen schwarzen Buchschnitt. Was mich dazu bewegt hat, das Buch unbedingt lesen zu wollen, war allerdings der folgende Satz von Eoin Colfer, der hinten auf den Buchumschag gedruckt ist:

„Witzig, voller Action, spannend bis zum Herzstillstand. Der nächste große Fantasy-Hit!“

Ich liebe den Humor von Eoin Colfer, und daher dachte ich mir, wenn er das Buch witzig findet, dann ist es etwas für mich. Und ich hatte recht mit meiner Einschätzung. Ich hatte richtig viel Spaß beim Lesen. Finn ist ein sehr sympathischer Held. Eigentlich möchte er kein Held sein und da er recht ungeschickt ist beim Jagen von Legenden, geht so einiges schief. Ich habe richtig mit ihm mitgefühlt.
Das Buch ließ sich total gut und schnell lesen. Ich mag den Stil von Shane Hegarty. Eigentlich ist das Buch gar nicht so witzig, aber es hat mich immer wieder zum Grinsen und Schmunzeln gebracht und einfach Spaß gemacht. Die Geschichte an sich ist richtig schön fantasievoll. Und es gibt genug Action, so dass einem beim Lesen nicht langweilig wird.

Ich bin wirklich begeistert von dieser neuen Jugendfantasyreihe. Nach dem Ende warte ich nun ungeduldig auf den nächsten Band. Ich möchte zurück nach Darkmouth! Ich muss unbedingt wissen, wie es mit Finn weitergeht. Denn seine Geschichte ist längst noch nicht fertig erzählt. Sein Abenteuer hat gerade erst begonnen. Kommt doch auch mit, begleitet Finn, reist in das regnerische irische Darkmouth, trefft auf Ungeheuer und Legendenjäger und begebt euch mit Finn in den Kampf, den er nicht führen will, aber muss!



Redakteur: Christiane Demuth

Finn würde viel lieber Tierarzt werden, als sich mit diversen Legenden herum zu schlagen. Doch sein Vater, der Legendenjäger von Darkmouth, hat ganz andere Pläne mit seinem Sohn. Er ist davon überzeugt, dass Finn schon bald in seine Fußstapfen treten wird, dabei übersieht er geflissentlich den Mangel an Lust und Talent. Doch es braucht sich etwas Schreckliches zusammen und schon bald muss Finn schwerwiegende Entscheidungen treffen, die ihm im Training bisher nicht untergekommen sind...

Finn drückte den Funkknopf. „Äh, Dad...?“
Immer noch nichts.
Er hielt kurz inne, beruhigte das Stimmengewirr in seinem Kopf, so gut es ging, und setzte sich wieder in Bewegung. Unter Anwendung der uralten Jagdtechniken, die sein Vater ihm beigebracht hatte, verfolgte er vorsichtig die Spuren des Minotaurus. Er hätte sich die Mühe sparen können. Der Minotaurus fand ihn zuerst. (S. 15)

Mit „Der Legendenjäger“ beginnt die „Darkmouth“-Reihe, bei der schon das Cover sofort alle Blicke auf sich und den Betrachter in seinen Bann zieht. Schon alleine auf Grund der Aufmachung möchte man wissen was sich hinter Darkmouth und den Legenden verbirgt, so dass man kaum abwarten kann das Buch zu öffnen.

Der Stil ist flüssig, so dass man gut ins Geschehen hinein kommt und sogleich einen Eindruck davon erhält was hier eigentlich schief läuft. Denn nach einer kurzen Einführung begleitet man Finn sofort auf einer Jagd, die nicht unbedingt so läuft wie vorgesehen. Unwillkürlich fragt man sich, ob sein Vater die Wahrheit nicht sehen will oder tatsächlich nicht mitbekommt wie es um Finn steht. Doch ist man mehr als gewillt dies herauszufinden, es gilt schließlich noch einige Schlachten zu schlagen.

Im weiteren Verlauf erhält man immer mehr Hintergrundinformationen, die auch vorangegangene Ereignisse nochmals beleuchten und entweder verständlicher machen oder ihnen gar andere Bedeutungen zukommen lassen. Denn eins ist sicher: In Darkmouth ist einiges nicht so wie es zunächst den Anschein macht. So muss man auf jeder Seite mit einer neuen Enthüllung rechnen, die man möglicherweise nicht vorhersehen konnte und somit schon gar nicht im Blick hatte. Nach und nach ergibt sich aber doch ein recht gutes Bild, wenn auch am Schluss nicht alle Fragen beantwortet sind.

Das offene Ende lässt den Leser dennoch nicht unbefriedigt zurück, vielmehr ist man voller Erwartung was auf Finn und seine Mitstreiter im nächsten Band zukommen wird. Ein absolut spannender Auftakt zur einer Geschichte, die noch einiges zu bieten verspricht.

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