Dienstag, 14. April 2015

[REZENSION] Der geheime Club

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Der geheime Club
Autor: Angie Westhoff
Übersetzer: -/-
Verlag: Pink
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahren
Ausführung: Taschenbuch, 192 Seiten



Autor:
Angie Westhoff wurde 1965 geboren. Nach dem Schulabschluss studierte sie Germanistik und Geschichte in München, wo sie auch heute lebt, und begann anschließend, in der Lehrerfortbildung zu arbeiten. Darüber hinaus schreibt Angie Westhoff seit einigen Jahren erfolgreich Kinder- und Jugendbücher. Bei PINK ist von ihr bereits der Titel "Heldengeburtstage" erschienen.
2001 wurde Angie Westhoff in den jährlich erscheinenden Katalog „The White Ravens“, die Empfehlungsliste der Internationalen Jugendbibliothek, aufgenommen.


DER GEHEIME CLUB

Lisa, die seit einiger Zeit bei ihrem Onkel in München wohnt, ist froh, an ihrer neuen Schule recht schnell Anschluss und gute Freundinnen gefunden zu haben. Als plötzlich Plakate auftauchen, die auf einen geheimen Club hinweisen, der nur für Schüler ihrer Schule zugänglich ist, sind die Mädchen sich einig, dem auf den Grund zu gehen. Denn niemand weiß womit der Club sich beschäftigt, wer ihn gegründet hat und vor allem wie man dort aufgenommen wird. Unweigerlich stellt sich auch die Frage, ob es sich nicht nur um einen Scherz handelt. Doch dann gibt es die ersten Enthüllungen, wer zu den Mitgliedern gehört...

In einer Oper gibt es zu Beginn die Ouvertüre. Es ist die Einleitung, die Hinführung zur Handlung. Zu Liebe, Verrat und Tod. In der Sache mit dem geheimen Club gab es diese Ouvertüre auch.
Am Montag fand sie ihr Ende, die Handlung setzte ein.
Der Vorhang ging auf, und der Held betrat die Bühne. (S. 50)

Geheimnisse locken jeden an, Neugierde wird geweckt, man möchte erfahren, was andere zu verbergen versuchen, das ist die Natur des Menschen. So auch, wenn es, wie in diesem Fall, um einen geheimen Club geht, von dem niemand etwas genaueres weiß oder gar Interna besitzt. Entsprechend kommt es unweigerlich dazu, dass jeder darüber spricht, Spekulationen anstellt und versucht in die Festung einzudringen. Auch dem Leser ergeht es so, auch wenn man zuvor der Meinung war, dem Drang widerstehen zu können. Je mehr Gerüchte gestreut oder konkrete Hinweise dargeboten werden, desto gefährlicher wird der Sog, den dieser ominöse Club ausübt. Das müssen auch die Protagonisten feststellen, denn Freundschaften werden auf die Probe gestellt durch etwas, das überhaupt nicht zu greifen ist.

Die Spannung steigt quasi ins Unermessliche, da nicht einmal der Leser genügend Details erfährt, um den Club auffliegen lassen zu können. Andeutungen und Indizien reichen nicht aus, um tatsächlich hinter die Fassade zu blicken, so bleibt einem nichts anderes übrig als der Handlung weiterhin zu folgen und darauf zu hoffen, dass jemand einen Fehler macht und etwas ausplaudert, das geheim hätte bleiben sollen. Nach und nach, als deutlich wird welche Konsequenzen sich ergeben werden, ändert sich die gesamte Atmosphäre. Die Stimmungen könnten gegensätzlicher nicht sein, nachvollziehbar ist es jedoch allemal.

„Der geheime Club“ gibt auch am Schluss nicht alle seine Geheimnisse preis, doch interpretiert der Leser für sich einiges als gegeben, auch wenn es nicht konkret verifiziert wurde. Die Aussage, die diese Geschichte übermittelt, ist eindeutig und auf alle Fälle wichtig und für jeden verständlich, jeder sollte sich damit in einer ruhigen Minute einmal auseinander setzen.

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