Mittwoch, 29. April 2015

[REZENSION] Der Galimat und ich

Redakteur: Anette Leister

Titel: Der Galimat und ich
Autor: Paul Maar
Illustrator: Ute Krause
Verlag: Oetinger
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: 8-10 Jahre
Ausführung: Hardcover, 256 Seiten



Autor:
Paul Maar ist einer der beliebtesten und erfolgreichsten deutschen Kinder- und Jugendbuchautoren. Er wurde 1937 in Schweinfurt geboren, studierte Malerei und Kunstgeschichte und war einige Jahre als Lehrer und Kunsterzieher an einem Gymnasium tätig, bevor er den Sprung wagte, sich als freier Autor und Illustrator ganz auf seine künstlerische Arbeit zu konzentrieren. Sein Werk wurde mit zahlreichen bedeutenden Auszeichnungen gewürdigt, u.a. mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis, dem Friedrich-Rückert-Preis und dem E.T.A.-Hoffmann-Preis. Für seine Verdienste um Kunst und Bildung wurde er vom Bayerischen Staatsministerium geehrt.
Paul Maars Arbeit ist von beeindruckender Vielseitigkeit. Zu seinen bekanntesten Figuren gehören das Wünsche erfüllende SAMS, der zwischen Tier- und Menschenwelt wandelnde Herr Bello und der von orientalischen Abenteuern träumende Lippel, die in Buch und Film Erfolge feiern. In vielen seiner Bücher zeigt sich Paul Maar als virtuoser Wortkünstler, der in Gedichten, Reimen und Rätseln Unerwartetes aus Buchstaben und Begriffen zaubert, so in »Kreuz und Rüben. Kraut und quer. Das große Paul-Maar-Buch«. Ein Klassiker ist sein Bilderbuch »Die Maus, die hat Geburtstag heut«, zum Fürchten für Vierjährige sind »Drei miese, fiese Kerle«, poetisch-satirisch »Als Herr Martin durchsichtig wurde«. In der Erstlesereihe Sonne, Mond und Sterne interessiert Paul Maar Anfänger geschickt für die Kunst des Lesens, u.a. in »Der Buchstabenfresser«. Über seine Arbeit reflektiert der Autor in »Vom Lesen und Schreiben – Reden und Aufsätze zur Kinderliteratur«.

Illustrator:
Ute Krause, 1960 in Berlin geboren, wuchs u.a. in der Türkei, Nigeria, Indien und den USA auf. An der Berliner Kunsthochschule studierte sie Visuelle Kommunikation, in München Film und Fernsehspiel. Ute Krause ist als Schriftstellerin, Illustratorin, Drehbuchautorin und Regisseurin tätig. Sie hat zahlreiche Bilder- und Kinderbücher veröffentlicht, die in viele Sprachen übersetzt und für das Fernsehen verfilmt wurden. Ute Krause wurde u.a. von der Stiftung Buchkunst ausgezeichnet und für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.


DER GALIMAT UND ICH

Der zehnjährige Jim wächst bei Onkel und Tante auf, nachdem seine Eltern sich auf Grund von Spionagetätigkeiten weltweit verstecken müssen. Jim wäre gerne erwachsenen, dann hätte er mehr Freunde und die Lehrer wären nicht ständig von seinem fotografischen Gedächtnis genervt, dank dem er seine Lexika auswendig lernt, um irgendwann an der Superwissershow teilnehmen und eine Million Euro gewinnen zu können. Ganz besonders nervtötend für seine Umgebung ist es, dass er das Wissen nur in seinem Kopf abspeichern kann, in dem er die Definitionen aus dem Lexikon immer laut vor sich her sagt.

Eines Abends sitzt plötzlich ein Galimat in seinem Zimmer, eine kugelförmige Figur, die ebenfalls durch eine sprachliche Besonderheit auffällt: bei Galimaten gehört es sich aus Gründen der Höflichkeit, das Wort am Gesprächsende doppelt auszusprechen, damit das Gegenüber weiß, dass es nun antworten kann.
Der Galimat hat aber noch eine viel bessere Eigenschaft, die Jim von Nutzen sein kann und seinen Wunsch erfüllen, zumindest für eine Weile ein Erwachsener zu sein. Der Galimat kann Sachen materialisieren, auch eine Pille zum Erwachsenwerden. Jim probiert sie aus, um seiner Schulfreundin Rebekka zu helfen und sich an dem Klassenclown Alex und seinem Klassenlehrer zu rächen. Aber die Anwendung ist nicht ganz einfach und urplötzlich besteht die Gefahr, dass Jim für immer erwachsen bleiben muss, zu einem Zeitpunkt, an dem er es eigentlich viel schöner fände wieder Kind zu sein, denn er freundet sich richtig dicke mit Rebekka an, aber als alter Mann kann er ja schlecht mit ihr befreundet sein.

Wie in den Sams-Bänden zeigt Maar auf, dass es nicht immer die Wunscherfüllung schlechthin ist, die unser Leben lebenswerter und glücklicher macht. Jim und Gali weisen durchaus einige Parallelen zu Herrn Taschenbier und dem Sams auf, wer die Geschichten dieser beiden verschlungen hat, wird auch mit dem Gali seinen Spaß haben.
Zudem ergeben sich noch einige Überraschungen aus Jims familiären Umständen und die sprachlichen Besonderheiten von ihm und seinem Freund Gali sorgen für Lacher und so manche Verwirrung.

Meiner siebenjährigen Tochter ist der Einstieg in die Geschichte leicht gefallen, da sie sowohl Schreibstil als auch den Erfindungsreichtum Maars bereits aus Geschichten mit dem Sams kennt. Sie stört sich nicht an der männlichen Hauptfigur und möchte das Buch genau wie ich noch fertiglesen.


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