Montag, 30. März 2015

[REZENSION] Mordsommer

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Mordsommer
Autor: Rudi Jagusch
Übersetzer: -/-
Verlag: Heyne
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 464 Seiten



Autor:
Rudi Jagusch, 1967 geboren, lebt mit seiner Familie in einem kleinen Dorf bei Köln. Als Bücherwurm entdeckte er bereits als Jugendlicher seine Leidenschaft zum Schreiben. Nach sechs Regionalkrimis schrieb er mit »Amen« seinen ersten Thriller.


MORDSOMMER

Nachdem Staatsanwältin Nina Lehmann wieder einmal einen Fall zu einem großartigen Abschluss gebracht hat, eröffnet sich ihr plötzlich die Chance Oberstaatsanwältin zu werden. Doch dann erhält sie einen mysteriösen Brief, der ihre Welt ins Wanken bringt. Kurzentschlossen folgt sie der „Einladung“ und ist überrascht ihrer alten Schulclique gegenüber zu stehen. Allesamt haben ominöse Mitteilungen erhalten, denn sie haben ein gemeinsames Geheimnis, das um keinen Preis ans Licht gelangen soll...

Von Stollwerk blinzelte erneut. Jetzt stand niemand mehr vor ihm. Das Drahtseil hatte sich wieder gesenkt. „Wenn es dich tröstet: Die anderen werden dir folgen. Viel Spaß weiterhin dort unten.“
Ein Klacken ertönte, dann schoss von Stollwerk im freien Fall in die Tiefe. Er kniff die Augen zusammen. Gleich würde der unvermeidliche Schmerz seinen Körper durchfluten. (S. 85)

Mit „Mordsommer“ legt Rudi Jagusch nach „Amen“ seinen zweiten Thriller vor, der es buchstäblich in sich hat. Jugendsünden sind dem ein oder anderen sicherlich aus eigener Erfahrung bekannt, und auch, dass man sie tunlichst vergessen sollte. Doch vermutlich handelt es sich dabei schlussendlich um weitaus harmlosere Dinge als das, was die Protagonisten in diesem Fall zu verbergen haben. Zu Beginn kann man das Ausmaß der damaligen Geschehnisse nicht einmal erahnen, erst als sich ein detaillierteres Bild ergibt, zeigt sich das wahre Grauen.

Ohne Gnade wird man sofort ins Geschehen hineingestoßen und findet sich gleich in einer mehr als unangenehmen, wenn nicht gar grausamen, Situation wieder. Doch aller Befindlichkeit zum Trotz ist man gewillt herauszufinden mit wem man es hier zu tun hat, denn eines hat der Autor mit der Aktion sofort geschafft: den Leser in den Bann zu ziehen. Kurzzeitig gibt es im weiteren Verlauf zunächst eine Ruhepause, die man unbedingt nutzen sollte, denn so bald wird sich keine mehr ergeben.

Je weiter das Geschehen fortschreitet, desto weiter steigt die Spannung an. Dabei gibt es immer mal wieder Rückblicke in die Zeit, die scheinbar der Auslöser für das aktuelle Geschehen ist. Die Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart stacheln die Vermutungen immer weiter an und heizen die Spannung auf, denn natürlich macht man sich auch als Leser Gedanken was die Ereignisse zu bedeuten haben und wer möglicherweise als Drahtzieher fungiert. Relativ früh hat man eine Ahnung wie sich alles zusammenfügen könnte, doch muss man schlussendlich den Zeitpunkt abwarten, der einiges offenlegt, bevor man entweder bestätigt wird oder seine Überlegungen doch noch einmal komplett neu durchdenken muss.

Rudi Jagusch zeigt, dass er nicht nur das Schreiben von (Regional)Krimis beherrscht, sondern auch Thriller vorlegen kann, der dem Leser von Zeit zu Zeit kalte Schauer über den Rücken jagt und einige spannende Lesestunden beschert.

1 Kommentar:

  1. Ah, von dem Autor habe ich glaube ich auch ein Buch auf meinem SuB liegen, allerdings noch ungelesen. Wird wohl mal Zeit, mich damit zu beschäftigen, hm? :D Schöne Rezension und danke für den Tipp!

    Liebste Grüße,
    Nazurka

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