Donnerstag, 5. März 2015

[REZENSION] Die Abräumer

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Die Abräumer
Autor: Thomas Schweres
Übersetzer: -/-
Verlag: Grafit
Reihe: Band 2
Ausführung: Taschenbuch, 254 Seiten



Autor:
Thomas Schweres ist 38 Jahre alt und gefangen im Körper eines 55-Jährigen. Der gebürtige Essener hat Jura, Germanistik und Anglistik studiert. Leider vergeblich. Zur zeitweisen Beruhigung seiner Eltern hat er wenigstens das Volontariat bei Axel Springer abgeschlossen. Seitdem treibt er sich auf dem Boulevard herum. Erst einige Jahre für die große Zeitung und jetzt schon viele Jahre für den großen Fernsehsender, beschreibt und verfilmt er Sachen, die bei anderen schiefgegangen sind.


DIE ABRÄUMER

Aus Verzweiflung und scheinbar ohne konkreten Plan überfällt Michaela Schmidt eine Filiale der Sparbank. Auf ihrer Flucht ist ihr nicht nur Reporter Tom Balzack auf den Fersen – kurze Zeit später ist Michaela Schmidt tot. Kommissar Georg Schüppe wird mit dem Fall betraut, bei dem auf den ersten Blick nichts zusammenzupassen scheint. Ein zweiter Blick lässt den Fall plötzlich in einem ganz anderen Licht und viel größer als zuvor erahnt erscheinen...

„Wie, nicht mehr da?“
„Der Häftling muss nach Verbüßung seiner kompletten Strafe nächstes Jahr entlassen und deshalb schon jetzt auf die Freiheit vorbereitet werden. Deshalb hatte er mehrmals begleiteten Ausgang und zuletzt einmal unbegleiteten. Keiner von uns hat damit gerechnet, dass er nicht mehr zurückkehrt. […]“ (S. 122)

Nach „Die Abtaucher“ ist „Die Abräumer“ nun der zweite Fall für Kommissar Georg Schüppe und Reporter Tom Balzack. Im tiefsten Ruhrgebiet gehen sie auf Verbrecherjagd und stoßen dabei auf Geheimnisse, die so mancher lieber weiterhin unter Verschluss gehalten hätte.

Anders als beim ersten Band startet die Geschichte dieses Mal sofort voll durch und zieht den Leser schnell in ihren Bann. Egal, ob der erste Band bekannt ist oder nicht, die Menge der handelnden Personen kann zunächst ein kleines Verständnisproblem nach sich ziehen, welches aber definitiv nicht lange anhält. Bald schon wird man sich zurechtfinden und ein Gefühl dafür bekommen wer nun zu wem gehört und welchen Hintergrund hat. Denn würde zu früh zu viel bekannt sein, gäbe es am Ende keine Überraschung mehr.

Und die kommt, darauf kann man sich verlassen. Mit einigem rechnet man im Verlauf des Geschehens, manches mag sogar ganz bewusst vorhersehbar gehalten sein, doch der Knaller kommt am Ende, und zwar einer, mit dem man überhaupt nicht gerechnet hätte. Eine mehr als großartige Inszenierung, die dem Autor hier gelungen ist.

Auf Grund des rasanten Einstiegs ist das Tempo schon zu Beginn hoch und kann sich zum Ende hin sogar noch steigern. Dadurch steigt auch die Spannung stetig an, die schon alleine dadurch vorhanden ist, dass es diverse Spuren zu verfolgen gilt. Es gibt zahlreiche Hinweise, die allesamt wichtig erscheinen, aber zu vollkommen anderen Erkenntnissen führen. Daher muss mit voller Konzentration gearbeitet werden, damit man den Faden nicht verliert und das Verbrechen vielleicht sogar vor den Ermittlern aufklären kann.

„Die Abräumer“ ist durchaus auch ohne Vorkenntnisse verständlich und nachvollziehbar, die Entwicklung der Charaktere und Wissenswertes bezüglich ihrer Beziehungen zueinander kann man allerdings nur in ihrer Gänze nachvollziehen, wenn man auch den ersten Band gelesen hat oder nachträglich liest. Thomas Schweres ist mit diesem zweiten Fall für Schüppe und Balzack ein mehr als spannendes Werk gelungen, das den Leser fesselt und Authentizität ausstrahlt.


Reiheninfo:
Band 1: Die Abtaucher

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