Donnerstag, 15. Januar 2015

[REZENSION] Paillettenkleid und Federboa

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Paillettenkleid und Federboa
Autor: Maya Seidensticker
Übersetzer: -/-
Verlag: Loewe
Reihe: We love fashion 3
empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahren
Ausführung: Taschenbuch, 208 Seiten



Autor:
Hinter Maya Seidensticker verbirgt sich das Autorinnenteam Heike Abidi und Tanja Janz, die gemeinsam mit ihren Leserinnen in vergangene Modejahrzehnte eintauchen.

Heike Abidi, Jahrgang 1965, entdeckte schon sehr früh ihre Liebe zu Büchern und zum Schreiben. Nach dem Abitur studierte sie in Gießen Sprachwissenschaften und arbeitet heute als freiberufliche Werbetexterin und Autorin. Mit Mann, Sohn und Hund lebt sie in der Nähe von Kaiserslautern.
Heike Abidi bezeichnet sich selbst als glücklichen, positiv denkenden Menschen – und das drückt sie auch gerne mit ihrer Kleidung aus: Sie liebt Farben, schöne Muster, auch gerne mal ungewöhnliche Kombinationen. Dabei lässt sie sich ungern auf Trends festlegen, sondern sucht sich aus jedem Jahrzehnt das aus, was am besten zu ihr passt.

Tanja Janz gehört zur Generation der Kassettenkinder und wollte schon als Kind Schriftstellerin werden. Nachdem sie ihren großen Traum mit 11 Jahren zunächst einmal begraben und später eine Karriere als Lehrerin gestartet hatte, lockten sie die Geschichten nach einer Weile doch wieder.
Zuerst ersteigerte sie sich im Internet sämtliche alte Hörspielkassetten zurück (für die sie ein kleines Vermögen bezahlte), die sie als Kind so sehr geliebt und im jugendlichen Leichtsinn auf Flohmärkten verkauft hatte. Dann entschied sie außerdem, dass es endlich Zeit war, all die Geschichten, die sich in ihrem Kopf eingenistet hatten, aufzuschreiben. Seitdem schreibt sie, und schreibt und schreibt. Und kann sich keinen schöneren Beruf vorstellen.


PAILLETTENKLEID UND FEDERBOA

Die Goldenen Zwanziger sind zurück. Zumindest beinahe, denn das Modeinternat, das die Schwestern Hanna und Lucy besuchen, wird kurzerhand zur Filmkulisse. Entsprechend drehen sich auch die Workshops der Besucher der Fashion School Bernstein rund um das Thema „20er“. Als besonderer Anreiz wird den jeweils Kursbesten eine Sprechrolle im Film versprochen, nicht verwunderlich also, dass sich jeder so richtig ins Zeug legt. Die beiden Schwestern beschließen ihre Zeitsprungfähigkeit zu nutzen, um das Jahrzehnt hautnah zu erleben. So gelangen sie an ganz persönliche und authentische Eindrücke, die ihnen sehr nutzen können...

„Los, hinterher“, sagte Lucy lachend, „sonst landen wir womöglich wieder bei Rumpelstilzchen im Catwalk-Kurs!“ Boris Schulz, genannt Rumpelstilzchen, war bekannt für seine Ungeduld und seine Wutanfälle. Besonders wenn er es mit Schülerinnen wie Lucy zu tun hatte, die auf Laufstegtraining so viel Lust hatten wie auf eine Tetanusimpfung. (S. 9)

In „Paillettenkleid und Federboa“ entführt das Autorenduo nicht nur die Protagonisten in die Goldenen Zwanziger, sondern den Leser gleich mit. Coco Chanel und Charleston sind wohl die Schlagworte, die jedem sofort in den Kopf kommen, denkt man an dieses Jahrzehnt. Doch dass es noch weitaus mehr zu bieten hat, zeigen einem die Schwestern Hanna und Lucy sehr schnell. Inzwischen haben sie ihre Zeitsprungfähigkeit ganz gut um Griff und landen nahezu immer dort wo sie es sich vorstellen. Den Leser nehmen sie kurzerhand mit, so dass man schnell in Erkundungen, Nachforschungen oder auch schonmal Verfolgungsjagden steckt.

Dieser dritte „We love fashion“-Band steht den ersten beiden in nichts nach. Man begibt sich in ein Jahrzehnt voller Ereignisse, von denen man möglicherweise schon einmal am Rande gehört hat, jetzt kann man live dabei sein, zumindest gefühlsmäßig. Flüssig geschrieben und mitreißend erzählt merkt man überhaupt nicht wie die Seiten nur so an einem vorbei fliegen. Es fällt sehr schwer das Buch auch nur für eine Minute aus der Hand zu legen, da man sofort das Gefühl hat etwas zu verpassen, als würde das Geschehen weiter laufen, wenn man nicht dabei ist.

Hanna musste lachen. „Keine Sorge. Unsere Eltern skypen regelmäßig mit uns, und den nächsten Besuchstag haben sie auch schon fest eingeplant. Außerdem bekommen wir heute trotzdem Besuch – von unserer Oma.“
„Dann ist es ja gut“, sagte Mona erleichtert. Doch ihr Gesichtsausdruck verriet, was sie wirklich dachte: Ein Tag mit einer Großmutter kann ja wohl kaum besonders aufregend werden. Und bestimmt nicht so spannend wie ein Besuch in Babelsberg.
Hanna musste grinsen. Mona hatte ja keine Ahnung, wie viel Aufregung Oma in ihr Leben gebracht hatte … Da konnte kein Film mithalten, nicht mal ein Thriller – und ein Filmstudio schon gar nicht. (S. 92)

Neben ihrer besonderen Fähigkeit müssen die Schwestern sich aber natürlich auch mit ganz alltäglichen Teenieproblemen herumschlagen, die nicht minder mitfühlend erzählt werden. Sogleich glaubt man sich schon beinahe selber in diese Zeit zurückversetzt. Doch genau hier kommt es zu einem mehr als fiesen Cliffhanger, der den Leser ratlos zurück lässt und den weiteren Verlauf der Reihe gefährdet. Wird es einen weiteren Band der Reihe geben oder nicht? Es heißt hoffen und bangen, denn alles ist möglich...


Reiheninfo:
Band 1: Röhrenjeans und Schulterpolster
Band 2: Minirock und Flower-Power

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