Dienstag, 13. Januar 2015

[REZENSION] In der Stille der Tod

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: In der Stille der Tod (OT: Wat overblijft)
Autor: Lieneke Dijkzeul
Übersetzer: Christiane Burkhardt
Verlag: dtv
Reihe: Paul Vegter 3
Ausführung: Taschenbuch, 320 Seiten



Autor:
Lieneke Dijkzeul gilt als eine der wichtigsten Kriminalautorinnen der Niederlande. Für 'Vor dem Regen kommt der Tod' wurde sie für den "Gouden strop", die bedeutendste niederländische Krimi-Auszeichnung nominiert.


IN DER STILLE DER TOD

Als Richard Verkallen als vermisst gemeldet wird, ahnen die Angehörigen bereits Schreckliches, das bald zur Gewissheit werden soll. Bei ihren Ermittlungen stoßen Kommissar Paul Vegter und sein Team auf zahlreiche Geheimnisse, die die Familie Verkallen umgeben. Wird es der Polizei gelingen die Fäden zu entknoten und Licht ins Dunkel zu bringen, um das Verbrechen aufzuklären?

Die Leiche sah grotesk aus unter der dicken Schneedecke. Vegter ging in die Hocke und wischte die weiße Totenmaske vorsichtig von ihrem Gesicht.
„Verkallen.“ Talsma seufzte, und Vegter wusste nicht recht, ob es ein Seufzer der Erleichterung war oder einer des Bedauerns darüber, vorerst nicht nach Friesland fahren zu können. (S. 125)

„In der Stille der Tod“ ist bereits der dritte Fall für Kommissar Paul Vegter und sein Team. Doch auch ohne Vorkenntnis ist dieser Band nachvollziehbar und verständlich. Wichtige Ereignisse aus der Vergangenheit, vor allem solche privater Natur, werden kurzzeitig aufgegriffen, um auch neue Leser auf den aktuellen Wissensstand zu bringen. Diese Passagen werden erfreulicherweise kurz und knapp gehalten, so dass das Nötigste erwähnt, sich dann aber wieder dem gegenwärtigen Fall zugewandt wird.

Nicht nur für die Ermittler bietet dieser Fall zahlreiche Verwirrungen. Auch der Leser steigt nicht sofort durch was die Beziehungen zwischen den Charakteren und die Zusammenhänge bezüglich des Verbrechens angeht. Auch wenn man als Außenstehender ein paar Informationen mehr erhält, dauert es doch lange, bis sich ein konkretes Bild ergibt, welches zumindest einen Hinweis darauf liefert, wer für die Tat verantwortlich ist.

Unterschwellig ist die Spannung durchgängig spürbar, auch die aufgeladene Atmosphäre hält sich während des gesamten Zeitraums. Was sich bewegt ist die Spannungskurve, die mal ansteigt, hin und wieder aber auch wieder leicht abfällt. Glücklicherweise nie ganz, so dass es nicht zu einem kompletten Spannungsabbruch kommt. Zunehmend spielen auch die privaten Begebenheiten im Leben der Kommissare eine Rolle. Manche dieser Passagen erscheinen ein wenig lang und mindern dadurch die Spannung. Andere wiederum sind unbedingt relevant, um das Agieren der Ermittler nachvollziehen zu können.

Das Buch liest sich flüssig, man kann voll und ganz in die Ereignisse eintauchen. Auch kommt es zu keinen Stockungen im Lesefluss was absolut positiv zu bewerten ist. Alles in allem bietet „In der Stille der Tod“ ein paar spannende Lesestunden und spricht dabei Aspekte an, über die es sich durchaus lohnt auch einmal länger nachzudenken.


Reiheninfo:
Band 1: Schweigende Sünde
Band 2: Vor dem Regen kommt der Tod

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