Freitag, 30. Januar 2015

[REZENSION] Das Beste, das mir nie passiert ist

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Das Beste, das mir nie passiert ist (OT: The Best Thing that never happened to me)
Autor: Laura Tait & Jimmy Rice
Übersetzer: Marion Herbert
Verlag: Dumont
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 384 Seiten



Autor:
Laura Tait und Jimmy Rice sind beide 32 Jahre alt und leben in London. Sie kennen sich bereits seit dem Journalistikstudium an der Sheffield University. Zehn Jahre lang haben sie sich in Pubs getroffen und über das Leben und die Liebe philosophiert. Viel hat sich nicht verändert, seitdem sie die Arbeit an ihrem Debütroman begonnen haben. Außer dass sie ihre Laptops mitbringen und alles aufschreiben. Ansonsten schimpft Jimmy noch immer mit Laura, weil sie ständig zu spät ist. Und Laura kann Jimmy noch immer unter den Tisch trinken.


DAS BESTE, DAS MIR NIE PASSIERT IST

Holly und Alex waren schon in jungen Jahren ineinander verliebt. Das Problem: Keiner hat es dem anderen je gesagt. Als Holly ihr Heimatdorf hinter sich lässt, scheint alles aus, beide leben nun ihr eigenes Leben. Nach elf Jahren will es der Zufall, dass Alex nach London geht, in ebenjene Stadt, in der auch Holly ihr Glück gefunden hat. Sie nähern sich wieder an und fast scheint es, als hätte es die lange Auszeit nie gegeben. Aber lassen sich elf Jahre der Veränderung wirklich einfach so ausblenden?

So ist das eben, wenn man seine Beziehung geheim hält.Trotzdem ist das vermutlich immer noch besser, als es allen zu sagen und in ihren Augen dann als die Klischee-Sekretärin dazustehen, die mit ihrem Chef vögelt. (S. 33)

Es heißt immer: Die erste Liebe vergisst man nicht. Doch wie ist das, wenn man seiner ersten Liebe diese nie gestanden hat? Wird man sich ständig daran erinnern und sich überlegen 'was wäre gewesen, wenn' oder kommt man irgendwann einfach drüber hinweg? Eine mögliche Antwort auf diese und weitere Fragen versuchen Laura Tait und Jimmy Rice in ihrem Roman „Das Beste, das mir nie passiert ist“ zu geben.

Abwechselnd wird mal aus Hollys, mal aus Alex' Sicht erzählt, wobei nicht nur die Perspektiven, sondern auch Zeiten und Orte wechseln. Denn um das gesamte Geschehen nachvollziehen zu können, ist es unumgänglich einige Ereignisse aus der Vergangenheit zu kennen. Somit wird hier immer mal wieder ein Rückblick eingeschoben und nicht chronologisch erzählt. Dies mag zu Beginn ein wenig verwirrend erscheinen, doch passt es sehr gut zur Geschichte als solche, die auch mehr als chaotisch anmutet.

Mit den beiden Hauptcharakteren wird man schnell warm und möchte sie ebenso schnell am liebsten packen und gut durchschütteln. Sie scheinen beide blind für die Tatsachen und schaffen es nicht auch nur einmal ehrlich miteinander zu sprechen. Zumindest nicht, wenn es um ihre Gefühle geht, alles andere können sie nämlich nächtelang bereden. Könnte man als Außenstehender eingreifen, man würde es sofort tun.

Auch wenn sich die meisten Situationen klischeehaft entwickeln und sie häufig vorhersehbar waren, bahnen sich doch, vor allem zum Ende hin, einige Überraschungen an, mit denen man überhaupt nicht gerechnet hätte. Entsprechend darf man sich keinesfalls zu sicher sein, die Erzählung bereits durchschaut zu haben, denn es kann durchaus vollkommen anders kommen als man denkt.

In „Das Beste, das mir nie passiert ist“ verbindet das Autorenduo gekonnt Romantik mit Humor und einem Spritzer Spannung. Der Leser könnte sich entspannt zurück lehnen und unterhalten lassen, würde ihn das ein oder andere Verhalten der Figuren nicht so aufregen und mitten ins Geschehen ziehen...

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