Mittwoch, 31. Dezember 2014

[COOL-TOUR-KATZE] Veranstaltungen, die in 2014 ohne eigenen Bericht blieben und Ausblick auf 2015

Redakteur: Anette Leister


Aus verschiedenen persönlichen Gründen habe ich es in diesem Jahr nicht geschafft zu allen literarischen Veranstaltungen, die ich besucht habe, wenigstens einen kurzen Rückblick zu verfassen, deshalb müssen sich drei Veranstaltungen einen Beitrag in letzter Minute teilen, was allerdings nicht auf mangelnde Qualität der Veranstaltungen schließen lassen soll, ganz im Gegenteil, aber irgendwie warf 2014 mir so viele Stolpersteine in den Weg, dass einige Dinge - auch hier auf dem blog - hinten runter gefallen sind, wenn ich mich nicht direkt darum kümmern konnte.

Deshalb - Last, but not least - die drei Veranstaltungen im Jahr 2014, die bislang ohne Rückblick meinerseits auskommen mussten:


2014-05-16 - 2014-05-18
Buchmesse Rheinland Pfalz, Mainz - Alte Lokhalle

Da die alte Lokhalle tatsächlich bloß um die Ecke zu meiner Arbeitsstelle liegt, war mir von vorneherein klar, egal, welche Verlage und/oder autoren vor Ort sind, werde ich auf der ersten Buchmesse Rheinland Pfalz vorbeischauen. Der Besuch hat sich absolut gelohnt, zum einen wegen dem zeitintensiven und netten Treffen mit Buecherloewe und ihrem Mann und dem Kennenlernen des - für mich - neuen Verlags Stephan Moll, von dem ich gleich drei Bücher von der Messe mit nach Hause brachte. Zwei Jugendbücher, die im alten bzw. aktuellen Trier spielen, habe ich bereits mit Begeisterung gelesen, ein Fantasydebutroman wartet noch auf mich (und hoffentlich nicht mehr allzu lange, denn die Lesung des jungen Autors Merlin Monzel hat mir sehr viel Spaß gemacht).




Stephan Moll, Moni aka Buecherloewe, Petra Horst






Sonntags war ich nicht mehr ganz so lange unterwegs, nutze aber die Gelegenheit meine Tochter und ihre Freundin das Kinderbetreuungsprogramm auszuprobieren, die Mädchen hatten sehr viel Spaß beim Buchstützenbasteln, das von der Kinderbuchhandlung Nimmerland aus Mainz organisiert wurde.

Dietrich Grönemeyer im Gespräch



Merlin Monzel, Stephan Moll

Resemie Kertels


Termin 2015: 29.-31.05., nähere Infos auf der dazugehörigen Webseite

2014-08-29
Das Literarische Fantasy Festival im Garten der Villa Herrmann

Eingeladen waren: Ursula Poznanski mit dem fesselnden Trilogie-Auftakt "Die Verratenen". Sonja Kaiblinger, die mit dem Sensenmann "Scary Harry" das jüngere Publikum begeisterte. Stefan Bachmann, dessen Debütroman "Die Seltsamen" bereits in sieben Sprachen übersetzt wurde. Mit ihrem Roman "Der dunkle Kuss" öffnete Nina Blazon die Tür zu einer neuen fantastischen Welt und natürlich las Wolfgang Hohlbein, zur Überraschung seiner Zuhörer aus einem Buch das noch gar nicht veröffentlicht war.
Special Guest in dieser magischen Nacht: der Schauspieler Rainer Strecker mit seiner genialen Interpretation von "Tanith Low – Die ruchlosen Sieben".

Auf Grund der unsicheren Wettervorhersage wurde die Fantasy-Lesenacht kurzerhand vom Garten der Villa Herrmann in die nahegelegene evangelische Kirche verlegt. Leider konnte ich nicht allen Autoren in dieser Nacht lauschen, da meine damals noch 6jährige Tochter mit auf der Lesenacht war, viel Spaß hatten wir trotzdem und vielleicht hält meine Tochter es im nächsten Jahr ja schon länger aus ;)


Hans J. Jansen und Monika Trapp

Sonja Kaiblinger


Wolfgang Hohlbein



Stefan Bachmann
 
Nina Blazon


Termin 2015: wird frühzeitig auf der Webseite der Villa Herrmann bekannt gegeben

2014-10-31
Lesung aus "Schattengesicht" im Lesbisch-Schwules Kulturhaus in Frankfurt/Main (Antje Wagner)

Obwohl Antje eine meiner liebsten Autorinnen ist, habe ich sie erst einmal lesen hören, auf der "Huch ein Buch" Woche in Darmstadt. Der Termin in Frankfurt wäre fast an mir vorbeigegangen, nur per Zufall bin ich auf ihrer Facebookseite darauf aufmerksam geworden. Ob es an der Lokation lag oder an dem Termin (Halloween)... tatsächlich hatte ich Antje an dem Abend beinahe in einer Exklusivlesung. Mit den Zuhörerinnen aus dem Kulturhaus vor Ort und ein paar weiteren angereisten Gästen, lauschten wir am Ende ungefähr zu acht den spannenden und atmosphärischen Teststellen aus "Schattengesicht". Bilder habe ich von der Lesung keine gemacht, dafür im Anschluss sicher noch eine gute Stunde mit Antje und den anderen Mädels gequatscht und Antje versprochen, dass ich im nächsten Jahr die Abschlussveranstaltung des Schreibzimmers im Jungen Literaturhaus besuche (von wegen aller guten Dinge sind drei... wobei wir uns danach hoffentlich trotzdem noch öfter über den Weg laufen).

2015...

Wie 2014 wird es mich auch 2015 nicht in die "Ferne" ziehen. Veranstaltungen wie die Buchmesse in Leipzig kann ich derzeit leider aus persönlichen Gründen nicht einplanen. Zum Glück gibt es im Rhein Main Gebiet aber einige über die Jahre liebgewonnene Veranstaltungsorte, die auch 2015 bereits jetzt schon einige interessante Veranstaltungen angekündigt haben. Eingeplant ist wie schon erwähnt die Abschlussveranstaltung des Schreibzimmers mit Antje Wagner in Frankfurt, ein besonderes Hightlight wird sicherlich die im April angesetzte Lesung mit Andreas Steinhöfel in der Villa Herrmann in Mainz-Gustavsburg. Langweilig wird mir sicher nicht, auch wenn ich nicht weiter wegfahre und über mangelnde Highlights in meiner Umgebung kann ich mich auch nicht beklagen ;)

[REZENSION] Kein Wille geschehe

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Kein Wille geschehe
Autor: Guido Kniesel
Übersetzer: -/-
Verlag: Bookspot
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 336 Seiten



Autor:
Guido Kniesel, Jahrgang 1964, war bereits während seines Informatikstudiums in Berlin und New York fasziniert von der Erforschung eines der letzten großen Geheimnisse: Die Funktionsweise des menschlichen Gehirns. Über viele Jahre beschäftigte er sich mit Künstlicher Intelligenz und der Computersimulation von biologischen Gehirnen. In seinem Roman »Kein Wille geschehe« spielt die Frage der Willensfreiheit des Menschen eine zentrale Rolle.


KEIN WILLE GESCHEHE

Als kurz hintereinander zwei Männer auf dieselbe brutale Weise ermordet werden, gehen die Ermittler sehr schnell von einem Serientäter aus, dessen Motiv jedoch im Dunkeln bleibt. Da es sich bei den Opfern um einen ehemaligen Richter und einen Staatsanwalt handelt, liegt der Schluss nahe, dass ihre Ermordung mit einem früheren Fall zu tun hat. Der forensische Psychiater Hendrik Jansen wird, neben diversen anderen Personen, von der Polizei befragt, da er bereits in einigen der damaligen Fälle psychologische Gutachten erstellt hat. Bald wird Jansen klar, dass sich hier ein Rachefeldzug zeigt, der noch nicht zu Ende ist, im Gegenteil, er hat gerade erst begonnen – und Jansens Familie ist in großer Gefahr...

Bereits im Prolog, hier „Ursache“ genannt, geht es rasant zu, so dass man als Leser kaum Zeit hat anzukommen, denn man ist direkt mittendrin. Allerdings stellt sich im weiteren Verlauf sehr schnell die Frage, was dieser Einstieg nun mit dem Geschehen, was man im Nachhinein zu lesen bekommt, gemein hat. Es empfiehlt sich definitiv, den Prolog nie ganz aus den Augen zu verlieren, auch wenn zunächst ein Zusammenhang unmöglich erscheint.

Nicht nur durch den Einstieg, sondern auch auf Grund des generellen Erzähltempos wird schnell Spannung aufgebaut, die sich immer weiter steigert. Hin und wieder hat man zwar das Gefühl, sie stagniere eine Weile, vor allem wenn inhaltlich gerade eher weniger geschieht, aber erfreulicherweise kommt es nicht zu einem Abfall. Perspektiv- und Ortswechsel tragen ebenfalls dazu bei, den Leser zu fesseln, da man unbedingt wissen muss wie der gerade erzählte Handlungsstrang weitergeht, der aber genau im spannendsten Moment von einem anderen abgelöst wurde.

Ein bißchen zu kurz kommen manchmal die Charaktere als solche beziehungsweise ihre Beziehung zu- und untereinander. Der Leser spaltet die Figuren zwar sehr schnell in zwei Lager und erkennt Sympathie-, aber auch Antipathieträger, hätte sich aber manches Mal mehr Tiefgang gewünscht, um die Person tatsächlich fassen zu können, sich möglicherweise sogar mit ihr identifizieren zu können.

Im Großen und Ganzen ist „Kein Wille geschehe“ ein spannender Psychothriller, der den Leser das ein oder andere Mal sicher an seine Grenzen bringt, aber auch genügend Freiraum für die eigene Fantasie lässt.

Dienstag, 30. Dezember 2014

[REZENSION] Der Süßigkeitentankstellenüberfall (Hörspiel)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Der Süßigkeitentankstellenüberfall
Autor: Wolfsmehl
Sprecher: Erzählerin: Elisabeth Trissenaar
Übersetzer: -/-
Verlag: Härter Kinderbuchverlag
Reihe: Danei im Sternenauto 2
empfohlenes Lesealter: ab 5 Jahren
Ausführung: Hörspiel, ca. 72 Minuten, 1 CD



Autor:
Wolfsmehl, Dramatiker, Vertreter des Phantastischen Realismus', wuchs auf Schloss Fronberg in Bayern auf. Er schrieb Theaterstücke, Romane, Lyrik, Satire, sowie Hörspiele für den Rundfunk. Wolfsmehl ist Kulturpreisträger der Oberpfalz/Regensburg.

Sprecher:
Elisabeth Trissenaar, Michaela Bachhuber, Johannes Hallervorden, Anouk Bühler, Dieter Hallervorden, Isabella Grothe, Harald Schmidt, Dietmar Mues, Ken-David Baehr, Alessandro Macri, Magdalena Gantner, Simon Hugo Spies, Andreas W. Schmidt, Ulrik Spies


DER SÜßIGKEITENTANKSTELLENÜBERFALL

Danei ist zurück. Emily und Elias freuen sich, ihre Freundin so schnell wieder bei sich zu haben. Doch ihr Auftauchen hat einen eher unschönen Grund, denn die Süßigkeitentankstelle wurde ausgeraubt. Noch ist das Sternenauto vollgetankt, aber was soll Danei tun, wenn sie keinen Treibstoff mehr hat. Für Emily und Elias ist sofort klar, dass sie sich mit ihr auf die Reise begeben, um herauszufinden wer hier sein Unwesen getrieben hat und um sicherzustellen, dass die Tankstelle ihren Betrieb bald wieder aufnehmen kann...

„Der Süßigkeitentankstellenüberfall“ ist bereits das zweite Abenteuer für die Geschwister Emily und Elias, das sie mit ihrer neuen Freundin Danei im Sternenauto erleben. Es ist zwar nicht unbedingt notwendig die erste Folge zu kennen, um die vorliegende zu verstehen, doch ergeben sich hilfreiche Hintergrundinformationen, wenn man die chronologische Reihenfolge einhält. Außerdem kann man so auch die Entwicklung der handelnden Personen besser nachvollziehen.

Man trifft während des zweiten Abenteuers auf alte Bekannte, aber auch auf neue Lebewesen. Wie bereits in der ersten Folge, stellen sich auch hier die Figuren mit einem eigenen Lied vor. Doch nicht nur das, überhaupt wird wieder viel gesungen, wodurch die Geschichte dennoch weitergeführt, aber trotzdem gleichzeitig eine kurze Verschnaufpause eingeschoben wird. Die Texte sowie die Melodien sind sehr eingängig, wer möchte, kann sogleich mitsingen, denn die zehn enthaltenen Lieder sind im Booklet abgedruckt.

Weder für die Kinder noch für den Hörer ist schwer zu erraten wer hinter dem Überfall auf die Tankstelle steckt. Schwieriger jedoch ist es den Tätern auf die Spur zu kommen, sind sie doch meist einen Schritt voraus, gewieft und mit Verbrechen und Flucht vertraut. Danei, Emily und Elias aber lassen sich nicht unterkriegen, nehmen dankbar jegliche Unterstützung an und schmieden Pläne, die schlussendlich nur noch in die Tat umgesetzt werden müssen.

Auch diese zweite Folge rund um Danei im Sternenauto begeistert nicht nur junge Hörer. Mit Spannung und Charme erzählt, kann man für eine Zeit der Realität entfliehen und mit den Freunden ein unglaubliches Abenteuer erleben.


Reiheninfo:
Folge 1: Die gestohlenen Weihnachtsgeschenke

Montag, 29. Dezember 2014

[COOL-TOUR-KATZE] Mainzer "Schandgang" mit Krimi-Spannung und Weingenuss

Redakteur: Anette Leister


Die Lesung aus dem ersten Fall und aus dem zweiten Fall der Historikerin Ernestine Nachtigall blieben nicht die einzigen beiden von mir und meiner Freundin Ina besuchten Lesungen mit Helge Weichmann in 2014. Da aller guten Dinge bekanntermaßen drei sind, und sich die Gelegenheit bot Tinne und Elvis sozusagen durch die Stadt zu folgen und den Schauplätzen aus "Schandgrab" einen Besuch abzustatten, bei Weinverkostung und einer kulinarisch gekrönten Einkehr in eine Mainzer Weinstube, nutzten wir die Gelegenheit das Jahr auf diese Art literarisch ausklingen zu lassen.

Am 17. Dezember las Helge Weichmann verschiedene Episoden aus seinem Roman "Schandgrab": in Kooperation mit dem Gaumenschnaus lud er zu einem Schandgang durch Mainz, einer Symbiose aus Krimi-Spannung und Weingenuss. Der Schandgang fand mittlerweile zum dritten Mal statt, 2015 sollen weitere Termine folgen.

Treffpunkt war die Zitadelle in Mainz, Stationen auf dem Weg zum Gaumenschnaus in der Altstadt waren der Holzturm und das Gutenberg-Museum in der Nähe des Mainzer Doms, alles Schauplätze, die im "Schandgrab" eine Rolle spielen. Bei Fackelschein ging es am frühen Abend durch die Mainzer Innenstadt, bevor die Runde im Gaumenschnaus einkehrte und dort nach einem letzten (Glüh)Wein eine leckere Suppe kredenzt bekam und zwei weitere Episoden aus "Schandgrab" lauschen konnte.


Sonntag, 28. Dezember 2014

[RUND UMS BUCH] Neuzugänge KW52


Im Briefkasten

Anette:
Der unvergleichliche Ivan, Katherine Applegate (GW)
Der Weihnachtsmann wohnt nebenan, Daniela Dammer (GW)
Die Buchspringer, Mechthild Gläser (RE)
Lieselotte ist krank, Alexander Steffensmeier (GW)
Liliane Susewind: Ein kleines Reh allein im Schnee, Tanya Stewner (GW)
Teslas unvorstellbar geniales und verblüffend katastrophales Vermächtnis, Neal Shusterman / Eric Elfman (RE)
Weihnachten mit lila Lametta, Sabine Ludwig (GW)
Zwei Worte vor und eins zurück, Rainbow Rowell (GW)

Christiane:
Ich bin die Angst, Ethan Cross (GW)
Sie kriegen jeden, Diverse (RE)
Tod eines Revisors, Olaf Jahnke (GW)
Ungeschehen, Tina Seskis (GW)
Eve & Caleb 01. Wo Licht war, Anna Carey (GS)
Finstermoos 01. Alles Frevel Anfang, Janet Clark (GW)
We love fashion 03. Paillettenkleid und Federboa, Maya Seidensticker (RE)
Das Küstengrab, Eric Berg (RE)
Glasgesichter, Cordula Hamann (GW)
Der Schwimmer, Joakim Zander (GS)



Rund um die "Katze mit Buch"

Rund ums Forum:
* Leserunden für 2015:
- Der Klang der Hoffnung: Die Geschichte einer unmöglichen Liebe (Suzy Zail)
- Marienkäfertage (Uticha Marmon, mit Autorenbegleitung)
- 17 Briefe oder der Tag, an dem ich verschwinden wollte (Karolin Kolbe, mit Autorenbegleitung)
- Devil's River (Thomas Thiemeyer, mit Autorenbegleitung)
- Unland (Antje Wagner, mit Autorenbegleitung)
- Marias letzter Tag (Alexandra Kui, mit Autorenbegleitung)

* BGR 2015:
cbj/cbt:
- Waltraut Lewin - Wenn du jetzt bei mir wärst (3 Ex., ET 02. Februar): ab 12.01.
- Ava Dellaira - Love Letters to the Dead (3 Ex., ET 16. Februar): ab 26.01.
- Susan Juby - Der Tag, als wir begannen die Wahrheit zu sagen (3 Ex., ET 20. April): ab 30.03.
Loewe:
- Mechthild Gläser - Die Buchspringer (3 Ex., ET 16. Februar): ab 26.01.
- Franziska Moll - Egal wohin (3 Ex., ET 09. März): ab 16.02.
- Maggie Stiefvater - Schimmert die Nacht (3 Ex., ET 09. März): ab 16.02.

Samstag, 27. Dezember 2014

[REZENSION] Deiner Seele Grab

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Deiner Seele Grab
Autor: Inge Löhnig
Übersetzer: -/-
Verlag: List
Reihe: Kommissar Dühnfort 6
Ausführung: Taschenbuch, 496 Seiten



Autor:
Inge Löhnig studierte an der renommierten Münchner Akademie U5 Grafik-Design. Nach einer Karriere als Art-Directorin in verschiedenen Werbeagenturen machte sie sich mit einem Designstudio selbstständig. Heute lebt sie als Autorin mit ihrer Familie und einem betagten Kater in der Nähe von München.


DEINER SEELE GRAB

Sein Ziel: alte Menschen. Seine Tat: Erlösung. Sein Gegner: Konstantin Dühnfort. Die Suche nach dem Täter gestaltet sich alles andere als leicht. Die Polizei scheint sogar noch von ihm verhöhnt zu werden. Es sollten schnellstmöglich Ergebnisse vorliegen, bevor weitere Morde geschehen. Das ist jedoch nicht einfach, wenn keine konkreten Spuren und nur dürftige Motive vorliegen. Zeitgleich muss Dühnfort sich auch noch mit einer internen Ermittlung herumschlagen. Wird die Wahrheit siegen?

Inge Löhnig legt mit „Deiner Seele Grab“ den sechsten Fall für Kommissar Konstantin Dühnfort vor, der es wieder einmal in sich hat. Zunächst sei jedoch gesagt, dass der Band durchaus auch unabhängig von den anderen gelesen und verstanden werden kann. Sollten Hintergrundinformationen aus vorangegangenen Fällen notwendig sein, so werden diese kurz erläutert. Doch im Großen und Ganzen ergeben sich Zusammenhänge auch aus der Erzählung als solche.

Der Hauptfall, wenn man die interne Ermittlung erst einmal als nebensächlich betrachtet, bringt schon einiges mit sich. Die Opfer werden so drapiert, dass ein natürlicher Tod auf jeden Fall ausgeschlossen werden soll. Da es sich ausschließlich um ältere Menschen handelt, soll die Polizei wohl explizit darauf hingewiesen werden, dass hier jemand seine Finger im Spiel hat. Doch die Spurensuche bringt nicht allzu viel, fast schon ist man versucht aufzugeben. Doch immer wieder gibt es Hinweise auf das Motiv und mögliche Tathergänge. Ein ganz bestimmter ist sehr offensichtlich gewesen, so dass es für den Leser ein leichtes ist schon vor Dühnfort auf die Lösung zu kommen. Schade, dass diese Vorhersehbarkeit nicht noch einmal durch einen Überraschungseffekt aus der Bahn geworfen wurde.

Spannung ist in diesem Buch dennoch von Anfang an zu finden. Die Autorin versteht sich darauf, der Atmosphäre eine gewisse Grundspannung zu verleihen, die auch vorhanden und spürbar ist, wenn sich die Handlung gerade einmal nicht um die Ermittlungen dreht oder sonstwie zur Lösung des Falles beiträgt. Diese hält auch bis zum Schluss an, trotz dessen, dass man bereits eine Ahnung hat, die sich sehr schnell immer weiter verdichtet.

„Deiner Seele Grab“ ist ein grundsolider Krimi, der neben der Spannung auch den Blick auf das Umfeld und die Charaktere nicht vermissen lässt. Wer bereits Titel aus der Reihe kennt, wird sich freuen, alte Bekannte wiederzutreffen. Für diejenigen, die Dühnfort und Co. das erste Mal begleiten, wird sicherlich schnell klar, dass man die Figuren nicht mehr missen möchte.

Freitag, 26. Dezember 2014

[SPIEL-REZENSION] Shuffle Wer ist es

Redakteur: Anette Leister

Titel: Shuffle Wer ist es
Autor: -/-
Illustrator: -/-
Verlag: ASS Altenburger
empfohlenes Alter: ab 4 Jahre
Spieleranzahl: 2



SHUFFLE WER IST ES

Das Shuffle "Wer ist es" ist vom Spielprinzip identisch mit dem klassischen "Wer ist es" im Aufsteller, nur dass hier mit Karten gespielt wird, die umgedreht werden, sobald sie von der Lösung ausgeschlossen werden.
Von der Verpackungsgröße kann man das Shuffle sehr gut als Reisespiel verwenden, da die beiden Spieler jeweils zwanzig Karten vor sich auslegen müssen, ist es jedoch nur bedingt für unterwegs geeignet. Beim Autofahren kann man es nicht spielen, aber zum Beispiel auf langen Bahnfahrten, insofern man einen Tisch zur Verfügung hat. Im Notfall lassen sich die Karten aber auch auf der Hand halten. Die Übersicht ist dabei zwar nicht so gut wie bei ausliegenden Karten, aber mit zwanzig Karten lässt sich das noch spielbar umsetzen.
Die Verpackung könnte sogar noch etwas flacher und kleiner ausgeführt sein, die Karten haben darin reichlich Platz. Die Ausführung ist stabil und schön, sie erinnert an einen Koffer.
Enthalten sind eine kurze Spielanleitung, jeweils 20 Spielkarten in den Farben rot und blau, und zwanzig Rätselkarten. Als besonderer Clou kann man sich mittels einer App eigene Spielkarten selbst gestalten, diese haben wir jedoch nicht ausprobiert. Die Shuffle-Version ist aber auch ohne dieses Extra eine nette und platzsparende Variante des Klassikers "Wer ist es".
Sehr positiv zu vermerken ist die Größe der Karten. Die Bilder sind sehr viel einfacher zu erkennen und die Schrift leichter zu lesen als auf den kleinen Kärtchen der Klassikervariante. Zudem ist das Handling in meinen Augen einfacher, da die Aufsteller häufiger zum ungewollten Umkippen neigten oder die Kärtchen neu eingeschoben werden mussten.

Auf der Detailseite zum Spiel auf der Seite von ASS Altenburger findet man unter anderem ein Einführungsvideo.

Donnerstag, 25. Dezember 2014

[REZENSION] Tote Killer küssen besser

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Tote Killer küssen besser
Autor: Brita Rose Billert
Übersetzer: -/-
Verlag: AAVAA Verlag
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 175 Seiten



Autor:
Brita Rose Billert wurde 1966 in Erfurt geboren und ist Fachschwester für Intensivmedizin und Beatmung, ein Umstand, der auch in ihren Romanen fachkundig zur Geltung kommt. Sie lebt mit ihrer Familie in der kleinen Thüringer Stadt Greußen. In ihrer knappen Freizeit widmet sie sich ihrem Pferd und dem Westernreiten. Brita Rose Billert hat bereits fünf Romane veröffentlicht.

„Der Tanz des Falken“ und „Das Geheimnis des Falken“ eine Familiensaga, die die heutige Situation der Naturvölker Nordamerikas beschreibt.

„Maggie Yellow Cloud – Eine Lakotaärztin in Gefahr“ und „Maggie Yellow Cloud – Das verkaufte Herz“, zwei EthnoThriller um eine indianische Ärztin und „Die Farben der Sonne“, ein jugendlicher Rebell findet seine Familie, Pferde und einen außergewöhnlichen Freund.


TOTE KILLER KÜSSEN BESSER

Krankenschwester Rita liest leidenschaftlich gerne Krimis und landet plötzlich selbst in einem solchen. Während ihres Nachtdienstes wird ein Mann mit Schussverletzung eingeliefert, der eine Waffe bei sich führt. Er bittet sie um Hilfe und erzählt ihr eine schier unglaubliche Geschichte. Zunächst unschlüssig erklärt sich Rita schließlich doch bereit dem Fremden zu helfen, bis sie merkt, dass die ganze Sache vielleicht doch ein bißchen zu groß für sie ist. Und überhaupt, sie kennt diesen Mann doch gar nicht. Als sie herausfindet, dass er bereits vor einigen Jahren einen tödlichen Unfall hatte, ist es fast zu spät...

Der geneigte Krimileser kann sich wunderbar in Ritas Lage hineinversetzen. Stellt man sich nicht vielleicht doch das ein oder andere Mal vor, dass etwas, das man gerade liest, einem selbst passiert. Zugegebenermaßen sehnt man sich manchmal doch nach ein bißchen mehr Nervenkitzel, als das Leben für einen bereit hält. Aber gleich so viel wie es bei Rita der Fall ist? Wie man selber in ihrer Situation reagiert hätte, kann man vermutlich gar nicht sagen, bis man selber eine Entscheidung treffen muss.

Ob die sympathische Krankenschwester einfach überrumpelt wurde oder sich ihrerseits ebenfalls ein wenig mehr Aufregung in ihrem Leben wünscht, lässt sich nicht genau sagen, doch sie zögert nicht lange, als der fremde Mann sie um Hilfe bittet. Hatte man nicht bereits vorher eine angespannte Atmosphäre wahrgenommen und düstere Vorahnungen, so stellen diese sich spätestens zu diesem Zeitpunkt ein. Leser und Krankenschwester wissen nicht, wem sie als Gegner gegenüber treten müssen, man findet es im Grunde erst gemeinsam heraus. Dass man sich dabei in ein nervenaufreibendes Abenteuer wagt ist alles ganz deutlich sichtbar.

Rita ist kein Übermensch, sondern wirkt eher unscheinbar. Genau dadurch bleibt die Geschichte authentisch und auch lebendig, denn sie handelt nicht immer durchdacht, sondern häufig emotional. Spannung wird ebenfalls aufgebaut, da man als Leser keinen Vorteil hat was Zusammenhänge oder Kenntnisse anderer Charaktere angeht. Es bleibt also nichts anderes übrig als sich ebenso auf die Suche nach der Wahrheit zu begeben, die so manches Mal anders ist als es zunächst scheint. Sicherlich hat man relativ schnell einen Verdacht was hier gespielt wird, doch sicher kann man sich noch lange nicht sein, dafür gibt es zu viele Unbekannte in der Gleichung.

Mit Wortwitz, Charme und Spannung erschafft Brita Rose Billert ein Werk, das sich sehen und lesen lassen kann.