Sonntag, 30. November 2014

[RUND UMS BUCH] Neuzugänge KW48/Anette


Im Briefkasten

Das Kneipenquiz-Buch, Wanda Eule (GW)
Der Junge muss an die frische Luft: Meine Kindheit und ich, Hörbuch, Hape Kerkeling (GW)

Rund um die "Katze mit Buch"

Rund ums Forum:
* Leserunden für 2015:
- Der Klang der Hoffnung: Die Geschichte einer unmöglichen Liebe (Suzy Zail)
- Marienkäfertage (Uticha Marmon, mit Autorenbegleitung)
- 17 Briefe oder der Tag, an dem ich verschwinden wollte (Karolin Kolbe, Autorenbegleitung derzeit in Klärung)
- Devil's River (Thomas Thiemeyer, mit Autorenbegleitung)
- Unland (Antje Wagner, mit Autorenbegleitung)
- Marias letzter Tag (Alexandra Kui, mit Autorenbegleitung)

[REZENSION] Merry Christmas

Redakteur: Anette Leister

Titel: Merry Christmas
Autor: Natascha Sanwald
Fotograf: Andreas Hoernisch
Verlag: Frech
Reihe: -/-
Ausführung: Hardcover, 144 Seiten




MERRY CHRISTMAS

"Merry Christmas" ist ein kreatives Buch für die Vorweihnachtszeit, dass mit liebevoll arrangierten und fantasievollen Bildern perfekt auf die kalte Zeit des Jahres einstimmt und die Lust weckt, selbst kreativ zu werden.

Die Ideen im Buch sind nach ihrer farblichen Gestaltung gruppiert:
* Von drauß' vom Walde: Naturfarben
* Wunderweiße Weihnacht: Winterweiß
* Christmas in the City: Schwarz und Weiß
* Skandinavisch feiern: Rot und Weiß
* Family Affairs: Pudertöne
* Kunterbunte Adventszeit: Farbenmix

Neben zahlreichen Dekorationsideen beinhaltet das Buch auch einige Rezepte, die sich ebenfalls in die Farbenthematik einreihen.

Vom Schmökerfaktor verdient das Buch die höchste Wertung, auch sind Fotos und Anleitungen so ausführlich und klar verfasst, dass auch Bastelanfänger und Dekolaien damit zurecht kommen, jedoch ähneln sich manche Ideen im Buch zu sehr - bis auf den Faktor der Farbgestaltung - und das Kapitel "Winterweiß" ist mir persönlich zu papierlastig, so dass der Inhalt der Ideen für mich nicht ganz an die Gestaltung des Buches heranreicht.

Im Anschluss an die "farbenfrohen" Kreativrubriken enthält das Buch die benötigten Vorlagen für die vorgestellten Bastelideen. Diese müssen in der Regel vergrößert werden. Für die meisten Ideen in diesem Buch sind jedoch keine Vorlagen von Nöten, diese werden fast ausschließlich für die Papierbasteleien des Kapitels "Winterweiß" benötigt.

Sehr positiv ist anzumerken, dass die meisten der vorgestellten Basteleien mit nur wenigen Materialien auskommen und/oder aus natürlichen oder upgecycelten (Bsp. Tischkärtchen aus Kronkorken) Stoffen bestehen. Viele Dinge kann man auch zur Deko umfunktionieren und zum nächsten Fest wieder ihrem eigentlichen Verwendungszweck zuführen (Bsp. Kranz oder Bilderrähmchen aus Ausstechförmchen).

Insgesamt eine schöne und vielfältige Ideensammlung, die mit einigen Vorschlägen aufwartet, die ich so noch nicht kannte. Wer neben einfach nachzuarbeitenden Anleitungen ein besonderes Layout mit umwerfenden Fotos zu schätzen weiß, sollte sich dieses Kreativbuch in jedem Fall näher ansehen.

Unter topp-kreativ.de gibt es noch viele weitere Empfehlungen zum Selbermachen!

Samstag, 29. November 2014

[REZENSION] Schandgold

Redakteur: Anette Leister

Titel: Schandgold
Autor: Helge Weichmann
Verlag: Gmeiner
Reihe: Ernestine Nachtigall 2
Ausführung: Taschenbuch, 472 Seiten



Autor:
Helge Weichmann wurde 1972 in der Pfalz geboren und lebt seit 20 Jahren in Mainz. Während seines Studiums jobbte er als Musiker und Kameramann, bevor er sich als Filmemacher selbstständig machte. Heute betreibt der promovierte Geowissenschaftler eine Medienagentur, arbeitet als Moderator und lehrt an der Universität Mainz. Er ist begeisterter Hobbykoch, Weinliebhaber und Sammler von Vintage-Gitarren. Mit der chaotischen Historikerin Tinne Nachtigall und dem dicken Reporter Elvis hat Helge Weichmann zwei liebenswerte Figuren geschaffen, die ihre außergewöhnlichen Abenteuer mit viel Pfiff, Humor und Improvisationstalent meistern.


SCHANDGOLD

"Schandgold" habe ich vor dem ersten Fall von Ernestine Nachtigall "Schandgrab" gelesen, da die Handlung in sich abgeschlossen ist, ist dies problemlos möglich.
In "Schandgrab" spielten sich große Teile der Handlung in Mainz ab, Helge Weichmann bleibt dem Schauplatz Rheinhessen treu, entführt seine Leser nun aber in den Abgrund: auf der Suche nach lange verschollenen Artefakten geht es in den Untergrund Oppenheims - in das Kellerlabyrinth, welches jahrhundertelang vergessen war, bevor ein verschwundener Vorgarten und ein eingesacktes Polizeiauto in den 80er Jahren dafür sorgte, dass die Stadt unter der Stadt wiederentdeckt wurde.

Ernestine Nachtigall nimmt neben ihrem Job als Historikerin an der Mainzer Uni einen Auftrag beim ZDF an, wo sie als geschichtsversierte Person mit ihrem Wissen eine Fernsehproduktion unterstützen soll. Ihre neue Arbeitsstätte ist "unterirdisch", denn die Produktion findet im Oppenheimer Kellerlabyrinth statt für eine Fernsehreihe namens "Stadtgeschichte(n)" bei dem neben dem Kellerlabyrinth auch über silberne Apostelfiguren berichtet werden soll, die vor Jahrhunderten verschollen sind.
Die Suche nach den zwölf Apostelfiguren führt jedoch nicht nur das ZDF vor Ort, bald wimmelt es dort von Neonazis - die nicht wie vorgegeben nur an einer Fotoserie für einen nationalsozialistisch angehauchten Kalender interessiert sind. Doch suchen wirklich alle nur nach den Apostelfiguren oder verbirgt das Kellerlabyrinth noch weit mehr verschollene Schätze?

Helge Weichmanns Roman lebt von Lokalkolorit, witzigen Haupt- und Nebenfiguren, lebendigen Schilderungen und Action à la Dan Brown, nur dass sich die spannenden Aktionen direkt vor unserer Haustür abspielen. Dabei ist zwar einiges der dichterischen Freiheit des Autors zuzuschreiben, basiert trotzdem auf so vielen historischen Fakten, dass die Handlung nicht nur glaubwürdig wirkt, sondern dadurch besonders fesselnd wirkt und man ganz nebenbei noch historische Fakten über die eigene Heimat lernt. Dank den skurrilen und verrückt-liebenswerten Figuren wie Lokalreporter Elvis und Tinnes WG-Mitbewohner ist Weichmanns Schreibe nicht nur spannend zu lesen, sondern garantiert durchgehend den einen oder anderen Schmunzler oder Lacher.

Reihen-Info:
Schandgrab
Schandgold

Freitag, 28. November 2014

[REZENSION] Der Wispernde Schädel

Redakteur: Anette Leister

Titel: Der Wispernde Schädel (OT: The Wispering Skull)
Autor: Jonathan Stroud
Übersetzer: Katharina Orgaß, Gerald Jung
Verlag: cbj
Reihe: Lockwood &  Co. 2
empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahren
Ausführung: Hardcover, 512 Seiten

 

Autor:
Jonathan Stroud wurde in Bedford geboren. Er arbeitete zunächst als Lektor. Nachdem er seine ersten eigenen Kinderbücher veröffentlicht hatte, beschloss er, sich ganz dem Schreiben zu widmen. Er wohnt mit seiner Frau Gina und den gemeinsamen Kindern Isabelle und Arthur in der Nähe von London. Berühmt wurde er durch seine weltweite Bestseller-Tetralogie um den scharfzüngigen Dschinn Bartimäus, dessen Abenteuer in "Das Amulett von Samarkand", "Das Auge des Golem", "Die Pforte des Magiers" und "Der Ring des Salomo" erzählt werden.


DER WISPERNDE SCHÄDEL

Auch im zweiten Abenteuer rund um Lockwood und seine Gefährten Lucy und George wirft Jonathan Stroud seine Leser mitten ins Geschehen.
Mit der verunglückten Sicherung einer von Geistern heimgesuchten Stätte, startet ein weiteres Geplänkel zwischen der sehr unkonventionellen Agentur um Lockwood und den ambitionierten und perfekt ausgerüsteten Agenten der Agentur Fittes. Dies artet in eine Wette aus, die die Agenten auf beiden Seiten in eine sehr gefährliche Suche um ein Artefakt verstricken: ein alter Spiegel, den ein dunkles Geheimnis umgibt, auf dessen Spur bisher jeder sein Leben lassen musste, der es lüften wollte. Auf der abenteuerlichen und gefährlichen Suche erhalten Lockwood und seine Freunde Unterstützung von ungewöhnlicher Seite: ein Schädel, eines Geistes Typ 3, verständigt sich mit Lucy, und gibt, manchmal eher ungewollt, Tipps. Allerdings hat er auch eine recht bösartige Ader, die die drei auf falsche Spuren führen möchte und Zwietracht zwischen ihnen sät.
Die Interaktionen zwischen den Protagonisten bekommen durch den Schädel ganz neue Möglichkeiten. Wo sich in Band 1 hauptsächlich die lustigen Szenen und die Neckereien zwischen Lucy und George abspielten, sind nun viele Szenen hinzugekommen, die zwischen Lucy und dem Schädel ablaufen - da sie die einzige ist, die ihn reden hört, aber auch zwischen George und dem Schädel, der mit allen Mitteln versucht den Schädel für die Allgemeinheit zum Reden zu bringen. Da landet solch ein Geisterglas schon mal im heißen Backofen...

"Tja, das wären dann ein Mordopfer, eine polizeiliche Befragung und ein Gespräch mit einem Geist", sagte George. "Ganz schön volles Programm für einen Abend, würde ich sagen."Lockwood nickte. "Wenn man bedenkt, dass manche Leute einfach den Fernseher anmachen..." (S.256)

Wie bereits in "Die Seufzende Wendeltreppe" lässt Jonathan Stroud dem Leser keine ruhige Minute, wo es nicht spannend, abenteuerlich oder gefährlich zugeht, gibt es etwas zu lachen, manchmal auch alles auf einmal. Dank seiner lebendigen Schreibweise und den bildhaften Beschreibungen ist "Lockwood & Co." absolut verfilmungsreif und beschert dem Leser Kopfkino auf höchstem Niveau.

Das Ende ist vom Fall her geschlossen, von den Interaktionen zwischen den Freunden jedoch so offen gehalten, dass man dem nächsten Band regelrecht entgegenfiebert.
Wer sich am Ende von Lockwoods zweitem Fall noch nicht ganz aus dem London der Geister verabschieden mag, kann im angehängten Glossar viel über Geister und Geisterjäger erfahren.


Reihen-Info:
Lockwood & Co. 1: De Seufzende Wendeltreppe (The Screaming Staircase)
Lockwood & Co. 2: Der Wispernde Schädel (The Whispering Skull)
Lockwood & Co. 3: Die Raunende Maske (The Hollow Boy)

Mittwoch, 26. November 2014

[REZENSION] Mittsommerweihnacht - Geburtstagstorte für ein Christkind

Redakteur: Julia Ehrenberg

Titel: Mittsommerweihnacht – Geburtstagstorte für ein Christkind (OT: - / -)
Autor: Ruth Löbner
Illustrator: Katja Jäger
Übersetzer: - / -
Verlag: Magellan
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 4 Jahren
Ausführung: Hardcover, 128 Seiten



Autor:
Ruth Löbner wurde genau drei Monate nach Heiligabend, im Jahr 1976 geboren. Sie studierte Sprachwissenschaft, heiratete ihren Professor, wurde Mutter von zwei Töchtern und Autorin von sieben Kinderbüchern und lebt im alten Haus ihrer Großeltern. Sie isst gerne Schnee, mag aber auch Mandarinen und wünscht sich manchmal mitten im August, dass Weihnachten wäre.

Illustrator:
Katja Jäger wurde 1974 geboren und wuchs in der Nähe von Dresden auf. Sie zeichnet und malt, seit sie das erste Mal einen Stift in die Hand nehmen durfte. Erste Aufträge bekam sie von Klassenkameraden zur Verbesserung mancher Kunstnoten. Seit 2002 arbeitet sie als Illustratorin für Kinder- und Geschenkbücher. Katja Jäger lebt mit Ihrer Familie bei Remscheid.


MITTSOMMERWEIHNACHT – GEBURTSTGSTORTE FÜR EIN CHRISTKIND

Pina ist fast 6 und ein richtiges Christkind. Geboren am 24. Dezember hat sie allerdings noch nie eine richtige Geburtstagsparty gefeiert. Und das soll sich dieses Jahr ändern. Sie überredet ihre Mutter, am 24. Dezember nachmittags feiern zu dürfen. Und tatsächlich sagen ihre Freundinnen aus dem Kindergarten alle zu. Aber dann, nur ein Tag später, kommt der Pastor in den Kindergarten und verkündet, dass es an Heiligabend ein Krippenspiel geben wird und alle Kindergartenkinder ein Schaaf oder einen Hirten spielen sollen. Und zu Pinas Entsetzen melden sich alle ihre Freunde begeistert dafür an. Sogar ihre großen Brüder machen mit beim Krippenspiel, als Schulkinder dürfen sie zwei der Heiligen Drei Könige spielen. Auf einmal ist nur noch ein einziger von Pinas Freunden übrig – der Nachbarsjunge Kai ist evangelisch und dadurch nicht beim Krippenspiel der katholischen Gemeinde dabei. Aber mit zwei Personen ist das ja kein richtiger Kindergeburtstag.
Zusammen mit Kai und ihrem Uropa überlegt Pina, wie sie ihre Freunde doch noch überzeugen kann zu kommen. Und sie hat eine geniale Idee: Sie muss für Sommerstimmung sorgen. Dann hat niemand mehr Lust auf ein Krippenspiel und alle wollen lieber Geburtstag feiern. Doch wird das klappen? Und wie verbreitet man Sommerstimmung im Winter?

Ruth Löbner ist ein wunderschönes Buch gelungen, mit dem man Kindern ab 4 die Wartezeit auf Weihnachten verkürzen kann. Dabei kann man sich entscheiden, ob man das Buch am Stück vorliest oder als Adventskalender nutzt. Das Buch besteht nämlich aus 24 kurzen Kapiteln. So kann man Pina auch Tag für Tag durch den Advent begleiten.
Auf fast jeder Seite befinden sich schöne Illustrationen von Katja Jäger, so dass man neben dem Vorlesen auch etwas zu gucken hat.
Die Geschichte selbst ist sehr warmherzig und hat mich wirklich gut unterhalten. Ich habe richtig mit Pina mitgefiebert. Das Buch ist natürlich besonders geeignet für alle kleinen Christkinder, die Pinas Problem sehr gut verstehen werden. Aber auch die Herzen aller anderen kleinen und großen Leser kann Pina bestimmt erobern. Sie ist einfach total liebenswert und voller kreativer Ideen.

Lasst euch ein auf diese tolle Geschichte und lest nach, ob die kleine Pina ihren Kindergeburtstag doch noch bekommt. Und wer Kinder zwischen 4 und 7 hat, dem empfehle ich wirklich, die Geschichte als Adventskalender zu nutzen. Was gibt es schöneres, als jeden Tag als kleines Ritual ein Stück weiter in diese winterliche (und dabei doch gleichzeitig auch sommerliche) Geschichte einzutauchen?!?

Dienstag, 25. November 2014

[REZENSION] Wunderbare Adventszeit

Redakteur: Anette Leister

Titel: Wunderbare Adventszeit
Autor: -/-
Fotograf: TLC Fotostudio u.a.
Verlag: Komet
Reihe: -/-
Ausführung: Hardcover, 128 Seiten




WUNDERBARE ADVENTSZEIT

Der Untertitel dieses Buches verspricht "Die schönsten Deko- und Bastelideen zum Selbermachen". Von der Aufmachung und den Fotos ist dieses Buch auch wirklich schön und die Mischung an vorweihnachtlichen Dekoideen ist an sich gelungen, nur mangelt es an Anleitungen und Erklärungen. So ganz genau erschließt sich für mich nicht, welche Zielgruppe dieses Buch ansprechen soll: für Könner sind die Vorschläge zu einfach oder schon hinreichend aus anderen Büchern oder aus dem Internet bekannt, für Anfänger sind sie nur mangelhaft beziehungsweise gar nicht erklärt. Für die vorgestellten Handarbeiten findet man beispielsweise gar keine Anleitungen im Buch, weder eine Erklärung wie man Pompons macht, noch eine Schnittvorlage für Dekoherzen, nur die Vorlagen für die Verpackungen der Küchengeschenke machen diesen Mangel minimal wett. Andere Vorlagen sucht man jedoch vergebens.

Der Inhalt umfasst Dekorationsvorschläge in den folgenden Rubriken:
Stimmungsvolle Adventsdeko
Leuchtende Weihnachtszeit
Glanzvolle Tischdekoration
Festlicher Baumschmuck
Schöner Schenken

Schade, dass das Buch so viel Potential verschenkt durch die fehlenden Anleitungen und Vorlagen, so ist es zwar wunderschön zum Durchschmökern und Anregungen holen, aber fast unbrauchbar zum Nacharbeiten, wenn man nicht gerade so kreativ veranlagt ist, dass man womöglich generell auf diese Ideengebung verzichten könnte.

Montag, 24. November 2014

[COOL-TOUR-KATZE] Jens Schumacher & Corinna Harder: BLACK STORIES – Dark Tales Edition - Premiere!

Redakteur: Anette Leister


Bereits im dritten Jahr in Folge waren Corinna Harder und Jens Schumacher zu Gast in der Villa Herrmann zu einer Raterunde mit den Black Stories aus dem moses Verlag.

Nach den beiden Christmas Editions gab es in diesem Jahr eine Raterunde mit den "Funny Death"-Stories (Kurzbeschreibung: Warum es nicht ratsam ist, seinen Schornstein mittels einer Handgranate zu säubern, einen zwölf Zentimeter langen Zierfisch bei lebendigem Leib zu verschlucken oder eine Schönheits-OP im eigenen Wohnzimmer durchzuführen, verrät die Funny Death Edition von black stories. Das Haarsträubendste daran: Diese Stories haben sich tatsächlich so zugetragen! Ob aus Dummheit verschuldeter Unfall, unachtsam durchgeführter Stunt oder kläglich misslungene Mutprobe: Geschichten die das Leben schrieb - Gänsehaut und ungläubiges Staunen garantiert.) und der erst im Frühjahr 2015 erscheinenden Edition "Dark Tales", in der es galt kuriose Todesfälle rund um Film, Fernsehen, Literatur, Märchen und Sagen zu erraten.

Wem die Black Stories bislang kein Begriff sind, findet HIER meine Rezension zu der black stories Christmas Edition 1, bei der ich auch auf die Spielregeln eingehe.

Wer an der Raterunde teilnehmen wollte, wurde eingangs mit einem Black Stories Tattoo ausgestattet, um eventuelle Todesfälle auf Grund vergifteter Plätzchen oder dergleichen besser zuordnen zu können.


Wie so oft erwiesen sich die jüngeren Gäste meist gewitzter beim Erfragen der Lösungen zu den Fragen der Black Stories Karten, so dass diese wesentlich mehr Geschichten auflösen konnten als die anwesenden Erwachsenen.


Das Erraten der Black Stories machte nicht nur viel Spaß, besonders erfolgreiche Rater wurden zudem mit Gewinnen entlohnt.


Als Vielleser und Freund von Märchen und Sagen fand ich die Rätsel der Dark Tales Edition besonders interessant und gelungen. Obwohl ich bereits einige Black Stories Editionen mein Eigen nenne, werde ich mir diese Edition im nächsten Jahr auf jeden Fall zulegen und hoffe sehr, dass es davon noch die eine oder andere Fortsetzung geben wird.


Auch die lokale Presse war auf dieser Veranstaltung unterwegs. Die tollen Veranstaltungen in der Villa Herrmann sind aber auch jeden Artikel und jede Werbung wert. Nach der gelungenen Raterunde in diesem Jahr steht sogar bereits der Termin mit Corinna Harder und Jens Schumacher im nächsten Jahr fest: am 01. November 2015 werden die beiden zum vierten Mal in der Villa Herrmann zu Gast sein und wer weiß... vielleicht wieder mit der Premiere einer brandneuen Black Stories Edition?

Auszug aus der echo-online.de
mit der Überschrift "Kuriose Tode, Mumien und Wermäuse":

[REZENSION] Ein böses Ende (Hörbuch)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Ein böses Ende
Autor: Caroline Graham
Sprecher: Frank Arnold
Übersetzer: -/-
Verlag: Audiobuch
Reihe: Inspector Barnaby 3
Ausführung: Gekürzte Lesung, ca. 447 Minuten, 6 CDs



Autorin:
Caroline Graham stammt aus Neneaton in England und schreibt seit Anfang der 80er Jahre. Sie ist vor allem für ihre Kriminalromane mit Detective Chief Inspector Barnaby bekannt, die auch sehr erfolgreich verfilmt wurden. "Die Rätsel von Badger's Drift" ist der erste Roman der Inspector-Barnaby-Reihe.

Sprecher:
Frank Arnold, Schauspieler und Rundfunksprecher, wurde in Berlin geboren. Er spricht seit vielen Jahren für die Kultursendungen ASPEKTE, ARTOUR und TTT und ist in hunderten Dokumentarfilmen als Offstimme zu hören. In seiner Tätigkeit als Sprecher beim internationalen Kulturfestival Berlin hatte er zahlreiche Lesungen mit Nobelpreisträgern und internationalen Spitzenautoren. Zu seinen bekanntesten und besten Hörbuchproduktionen zählen u. a. Ilija Trojanows "Der Weltensammler", "Der Doktor und das liebe Vieh" von James Herriot, "Ein Ehepaar erzählt einen Witz" von Kurt Tucholsky und Pater James' "Stirb ewig".


EIN BÖSES ENDE

Eine wahrlich seltsame Truppe hat sich im Herrenhaus in Compton Dando zusammengefunden, misstrauisch beäugt von den Nachbarn. Als Sekte würde sich die Gruppe selbst nie betiteln, doch scheinen ihre merkwürdigen Ansichten und ihr Lebenswandel genau darauf hinzudeuten. Eines Tages wird ein Gruppenmitglied tot aufgefunden und obwohl alles nach einem tragischen Unglück aussieht, glaubt spätestens nach dem zweiten Toten niemand mehr an einen Zufall. Inspector Barnaby hat alle Hände voll zu tun, um die sich ihm bietenden Informationen zu selektieren und den wahren Hergang zu rekonstruieren...

In seinem dritten Fall „Ein böses Ende“ trifft Barnaby einmal mehr auf seltsame Gesellen. Dem Hörer ist relativ schnell klar, dass diese Gemeinschaft nicht so harmlos ist wie sie sich nach außen gibt. Hört man sich allein die Geschichten der Mitglieder an, wie sie an die Gruppe geraten sind, macht man sich schnell ein eigenes Bild. Sicherlich ist dieses Vorurteilsbehaftet, doch das wird einem wohl niemand verdenken, haben die Ermittler doch sogleich dieselben Assoziationen.

So undurchsichtig wie die Protagonisten, die scheinbar alle mehr als ein Geheimnis zu hüten wissen, ist auch der vorliegende Fall. Nahezu jeder könnte der Täter sein, manch ein Motiv wäre offensichtlich, andere liegen im Verborgenen. Die Kunst ist es nun aus den sich bietenden Hinweisen diejenigen herauszufinden, die einen näher an die Lösung bringen oder gar bis an ihr Ende. Doch daran wagt man fast gar nicht zu denken, man ist schon heilfroh, wenn man einen potentiellen Verdächtigen entlasten kann.

Die Spannung schleicht sich während der Ermittlungen eher unterschwellig ein, ist aber dennoch durchgängig vorhanden. Manches Mal hat man das Gefühl dem Durchbruch nahe zu sein, doch dann kommt es wieder zu einer unerwarteten Wendung, die alles bisherige zunichte macht. Allerdings lässt man sich nicht in allen Belangen hinters Licht führen, manche Gegebenheiten sind vorhersehbar und werden schon bald verifiziert.

Wie bereits die Vorgängerbände liest auch dieses Mal wieder Frank Arnold. Gewohnt souverän katapultiert er die vorherrschende Atmosphäre in die Wahrnehmung des Hörers. Egal, wie temporeich die Handlung gerade ist, er bildet die Basis, auf die man sich stets verlassen kann.

„Ein böses Ende“ birgt ein paar wenige Längen, die allerdings nur minimal ins Gewicht fallen. Im Großen und Ganzen wieder eine hervorragende Sprecherleistung sowie solides Krimifutter.


Reiheninfo:
Band 1: Die Rätsel von Badger's Drift
Band 2: Requiem für einen Mörder

Sonntag, 23. November 2014

[RUND UMS BUCH] Neuzugänge KW47/Anette


Im Briefkasten

Der nie abgeschickte Liebesbrief an Harold Fry: Das Geheimnis der Queenie Hennessy, Rachel Joyce (GW)
Zwillingschaos hoch zwei - Happy Birthday: Ein Wendebuch. Band 2, Andreas Schlüter / Irene Margil (RE)

Rund um die "Katze mit Buch"

Rund ums Forum:
* Bis inklusive 28.11. kann man sich auf die autorenbegleitete Leserunde zu "Prinzessin der Nacht" von Thomas Endl bewerben.
* Leserunden für 2015:
- Der Klang der Hoffnung: Die Geschichte einer unmöglichen Liebe (Suzy Zail)
- Marienkäfertage (Uticha Marmon, mit Autorenbegleitung)
- Devil's River (Thomas Thiemeyer, mit Autorenbegleitung)
- Unland (Antje Wagner, mit Autorenbegleitung)
- Marias letzter Tag (Alexandra Kui, Autorenbegleitung derzeit in Klärung)

[REZENSION] Commissario Pavarotti küsst im Schlaf

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Commissario Pavarotti küsst im Schlaf
Autor: Elisabeth Florin
Übersetzer: -/-
Verlag: Emons
Reihe: Commissario Pavarotti 2
Ausführung: Taschenbuch, 400 Seiten



Autor:
Elisabeth Florin wuchs in Süddeutschland auf und verbrachte als Jugendliche viel Zeit in Meran. Ihre journalistische Laufbahn begann sie im nahen Bozen bei der Radiotelevisione Italiana (RAI). Meran hat sie seither nicht mehr losgelassen. Elisabeth Florin arbeitet seit zwanzig Jahren als Autorin, Finanzjournalistin und Kommunikationsexpertin für Banken und Fondsgesellschaften in Frankfurt. Sie lebt mit ihrer Familie im Taunus.


COMMISSARIO PAVAROTTI KÜSST IM SCHLAF

Der Todesfall in einer psychiatrischen Klinik scheint zunächst eher unspektakulär, doch Commissario Pavarotti stößt während seiner Ermittlungen plötzlich auf mehr als eine Ungereimtheit. Gemeinsam mit Lissie, die er mit einem Trick aus Deutschland nach Meran lockt, deckt er nach und nach diverse Geheimnisse auf. Dass darüber nicht jeder erfreut sein wird war vorherzusehen und so geraten Pavarotti und Lissie schneller in die Schusslinie als ihnen lieb ist...

Ein Windhauch strich über Pavarottis feuchte Unterarme, und er bekam Gänsehaut. Plötzlich glaubte er, Stimmen zu vernehmen. Er spitzte die Ohren. Eine Stimme war jetzt deutlich herauszuhören. Sie gehörte der hiesigen Gerichtsmedizinerin. Pavarotti hob die Augen zum Himmel und wappnete sich. Eine schreckliche Frau. Bedauerlicherweise war sie seine Schwester. (S. 20)

„Commissario Pavarotti küsst im Schlaf“ ist nach „Commissario Pavarotti trifft keinen Ton“ der zweite Fall rund um den Ermittler mit dem bekannten Namen. Doch auch wenn man den Vorgänger nicht gelesen hat, ist es möglich den zweiten Band nachvollziehen zu können. Für die Entwicklung der Charaktere ist es, wie bei Reihen bekannt, allerdings von Vorteil, auch den ersten Band gelesen zu haben. Hier werden jedoch wichtige Ereignisse kurz rekapituliert, so dass man zumindest Informationstechnisch nahezu auf demselben Stand ist.

So unscheinbar der Fall zunächst aussieht, stellt sich doch schnell heraus, dass man hier in einem einzigen Verwirrspiel gefangen gehalten wird. Denn nichts ist wie es scheint und die Wahrheit wird wohl von mehr als einem Protagonisten nicht so ganz ernst genommen. Doch auch wenn man sich als Leser sicher ist die ein oder andere Lüge entlarven zu können, so ist man dennoch darauf angewiesen, dass auch dem Commissario dies gelingt. Ansonsten kann man sich zwar in Spekulationen ergehen, doch erhält man nicht unbedingt alle Antworten auf seine Fragen. Hin und wieder ist man somit auch etwas erstaunt über die Ermittlungen, sowohl methodisch wie auch auf das Ergebnis bezogen.

Spannung wird von Anfang an kontinuierlich aufgebaut, wenn auch manches Mal nicht so schnell wie man es sich gewünscht hätte. Erst nach geraumer Zeit wird das Tempo ordentlich angezogen und der Leser vollends vom Geschehen gefesselt. Dann aber gibt es kein Halten mehr, man stürzt sich auf jeden sich bietenden Hinweis und versucht zu ergründen womit man es hier wohl zu tun hat.

„Commissario Pavarotti küsst im Schlaf“ wartet zusätzlich mit einer ordentlichen Portion Humor auf, der vermutlich nicht immer jedermanns Sache sein wird, doch stimmig zum Inhalt erscheint. Der Mix aus Witz und Spannung ergibt gute und kurzweilige Unterhaltung, von der man gerne mehr lesen möchte.


Reiheninfo:
Band 1: Commissario Pavarotti trifft keinen Ton

Samstag, 22. November 2014

[REZENSION] Der Marquis von Marne (Hörspiel)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Der Marquis von Marne
Autor: G.K. Chesterton
Sprecher: Walter Richter, Inge Meysel u.a.
Übersetzer: -/-
Verlag: Audiobuch
Reihe: Pater Brown
Ausführung: Hörspiel, ca. 54 Minuten, 1 CD



Autor:
Gilbert Keith Chesterton (1874-1936) war ein englischer Schriftsteller, Journalist und Essayist, der sich in seinen Schriften mit modernen Philosophien auseinandersetzte und für ideelle Werte eintrat. Typisch sind seine unkonventionellen Gedankensprünge und Argumentationstechniken, die als „geistiger Husarenritt“ bezeichnet wurden. Der liberale Chesterton trat in der Zeit des nihilistischen Fin-de-siècle gegen Konservatismus, Sozialismus und den viktorianischen Imperialismus ein. Durch seine Freundschaft zu Pater John O’Connor konvertierte er nicht nur 1922 zum Katholizismus, sondern fand auch das Vorbild für seine berühmten Pater-Brown-Geschichten (1911-1935).

Sprecher:
Walter Richter, Inge Meysel, Kaspar Brüninghaus, Sigrun Höhler, Peter Lühr, Kurt Meister, Rudolf Therkatz


DER MARQUIS VON MARNE

Es kursieren die wildesten Gerüchte um den Marquis von Marne und warum er es bevorzugt vollkommen zurückgezogen auf seinem Schloss zu leben. Nach einem tödlichen Duell mit seinem Vetter sei er in religiösen Schuldwahn verfallen, ist nur eine der Theorien. Aber vor allem ist es diejenige, die Pater Brown auf den Plan ruft. Er beginnt nachzuforschen und entdeckt ungeahnte Geheimnisse, die alles bisher Bekannte in Frage stellen...

Es dürften nicht allzu geneigte Hörer sein, die die Geschichten rund um Pater Brown nicht kennen. Der Audiobuch Verlag hat nun ein WDR-Hörspiel von 1956 quasi aus der Versenkung geholt, so dass man die Geschichte des Marquis von Marne noch einmal hautnah miterleben kann.

Lange dauert es nicht, bis Pater Brown seine Ermittlungskünste zum Besten gibt und den Hörer ebenfalls daran teilhaben lässt, worin der Erfolg seiner Recherchen liegt. Gekonnt wird hier mit Vergangenheit und Gegenwart gespielt, man muss schon genau hinhören und konzentriert bei der Sache sein, um die Zeitsprünge nicht zu verpassen. Denn häufig verstecken sich in diesen wichtige Hinweise, die es zu finden und zu interpretieren gilt. Nur so ist es möglich das vorliegende Rätsel zu lösen und nachvollziehen zu können wie Pater Brown auf seine Vermutungen kommt.

Das Zusammenspiel von inhaltlichen Gegebenheiten und musikalischer Untermalung baut von Anfang an Spannung auf und überträgt die Atmosphäre auf den Hörer, der zuweilen das Gefühl hat selbst auf dem Schloss zu verweilen. Geschickt werden hier Akzente gesetzt, die im Gedächtnis bleiben und beim erneuten Hören sofort eine andere Reaktion hervorrufen als noch beim ersten Mal.
Auch die Sprecherleistung darf nicht vergessen werden. Die Lebendigkeit und Authentizität, mit der die Charaktere gefüllt werden, trägt ebenfalls dazu bei, dass man sich fühlt als sei man live dabei. Bis zum Schluss gibt es diverse Spuren, die den Hörer mal mehr mal weniger zur Lösung führen, doch man wird nicht müde einer jeden bereitwillig zu folgen, egal ob man schlussendlich in einer Sackgasse landet oder nicht.

„Der Marquis von Marne“, egal ob bereits bekannt oder nicht, bietet spannende Unterhaltung und zieht den Hörer schnell in seinen Bann.

[REZENSION] Der Ozean am Ende der Straße

Redakteur: Anette Leister

Titel: Der Ozean am Ende der Straße (OT: The Ocean at the End of the Lane)
Autor: Neil Gaiman
Übersetzer: Hannes Riffel
Verlag: Eichborn
Reihe: -/-
Ausführung: Hardcover, 240 Seiten



Autor:
Neil Gaiman hat über 20 Bücher geschrieben und ist mit jedem namhaften Preis ausgezeichnet worden, der in der englischen und amerikanischen Literatur- und Comicszene existiert. Geboren und aufgewachsen ist er in England. Inzwischen lebt er in Cambridge, Massachusetts, und träumt von einer unendlichen Bibliothek.


DER OZEAN AM ENDE DER STRASSE

... außerdem gab es noch ein anderes Geburtstagsgeschenk, das gelesen werden wollte, einen Schuber mit den Narnia-Büchern, den ich mit nach oben nahm. Ich legte mich aufs Bett und tauchte in die Geschichten ein.
Mir gefiel das: Bücher waren sowieso weniger gefährlich als andere Menschen. (S.19)

In "Der Ozean am Ende der Straße" verarbeitet Neil Gaiman die Kindheitserinnerungen des Protagonisten auf eine ganz besondere Art und Weise.
Er erzählt die Geschichte eines Jungen, der seine Kindheit recht einsam in einer Außenseiterposition verbracht hat, aus der Sicht seines späteren erwachsenen Ichs aus der Ich-Perspektive: Auf einem Besuch in dem kleinen Ort, in dem er aufgewachsene ist, führt es ihn zum Haus seiner Nachbarn, in dem früher seine Freundin Lettie gelebt hat, die den kleinen Teich hinterm Haus immer als Ozean bezeichnet hat. Tatsächlich kommen ihm bei seinem Besuch am Teich Erinnerungen an geheimnisvolle und sogar erschreckende Dinge hoch, an das er die letzten Jahre kaum noch gedacht hat.
Die Geschichte ist eine sehr wundersame und poetische Erzählung über Kindheit, Erwachsenwerden und Ängste, vollgespickt mit Metaphern, berührenden Ereignissen und untermalt mit einigen schwarzweiß Illustrationen, passend zu den geschilderten Szenen, die teilweise recht düster und schaurig sind.

"Das ist das Problem mit lebenden Dingen. Sie sind nicht von Dauer. Heute ein Kätzchen, morgen eine alte Katze. Und dann nur noch eine Erinnerung. Und die Erinnerungen verblassen, gehen ineinander über, und verlieren sich..." (S.65)

Bücher von Neil Gaiman müssen sich bei mir immer mit den beiden Highlights aus seiner Feder messen: im Erwachsenenbuchbereich ist dies "Niemalsland" im Kinder- und Jugendbuchbereich "Das Graveyardbuch". "Der Ozean am Ende der Straße" hat mich zwar verzaubert zurück gelassen, konnte mich aber nicht vollends begeistern wie die beiden genannten Bücher. Gerade gegen Ende hat er einerseits zu viel gewollt und andererseits zu wenig geleistet: viel an Ereignissen, aber zu wenig Raum, damit sich alle Facetten vollständig entfalten konnten.

Der Roman liest sich sehr gut, er besitzt Tiefe und Schwermut und doch eine gewisse Leichtigkeit, die die Seiten nur so an einem vorbeifliegen lassen, so dass ihm ein ausgereifteres Ende mit 50-100 Seiten mehr auf jeden Fall gut getan hätten.
Er ist nicht mein Favorit unter Neil Gaimans Romanen, aber definitiv ein lesenswertes, fantasievolles und sehr poetisches Werk über die Macht der Bücher, die Vergänglichkeit von Dingen, und dem unweigerlichen Zwang erwachsen werden zu müssen.

Ich dachte über Erwachsene nach. Ob das wohl stimmte: Waren sie wirklich alle Kinder in erwachsenen Körpern, wie Kinderbücher, die sich in dicken, langweiligen Büchern versteckten? In Büchern ohne Bilder und Gespräche? (S.150)