Sonntag, 31. August 2014

[RUND UMS BUCH] Neuzugänge KW35/Anette


Im Briefkasten

Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe, A. J. Betts (RE)
Hurra, ich bin ein Schulkind!, Hans Hellbach (RE)
Lillesang, Nina Blazon (GK)
Orangenmond, Hörbuch, Stefanie Gerstenberger (GW)
Scarry Harry 1: Von allen guten Geistern verlassen, Hörbuch, Sonja Kaiblinger (GK)
Scarry Harry: Fledermaus frei Haus, Sonja Kaiblinger (GK)
Wie Leo seine Angst im Dunkeln verlor, Emma Yarlett (RE)

[REZENSION] Rachemelodie

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Rachemelodie
Autor: Claudius Crönert
Übersetzer: -/-
Verlag: Gmeiner
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 470 Seiten



Autor:
Claudius Crönert ist in Hamburg aufgewachsen und lebt seit vielen Jahren in Berlin, wo er Philosophie und Kunstgeschichte studiert hat. Er arbeitet von Anfang an doppelgleisig, als Autor und Journalist. Er ist politischer Korrespondent; daneben schreibt er Rundfunk-Reportagen, Zeitschriften-Artikel, Film-Beiträge. Als Autor schreibt er Drehbücher, Historische Romane und Krimis. Rachemelodie ist sein vierter Roman.


RACHEMELODIE

Vor 14 Jahren hat Kommissar Thomas Ostrowski den Musiklehrer Bastian Siewert wegen Mordes hinter Gitter gebracht. Jetzt ist der Kommissar in Pension und der Verurteilte wieder auf freiem Fuß. Und er sinnt nach Rache. Als eine junge Frau ermordet aufgefunden wird und sich Parallelen zu dem damaligen Fall abzeichnen, wähnt Ostrowski seine Tochter in Gefahr. Doch diese hat kein besonders inniges Verhältnis zu ihrem Vater, nimmt dementsprechend seine Warnungen nicht ernst. Thomas Ostrowski bleibt nichts anderes übrig als sich selbst in die Ermittlungen einzuklinken, was nicht überall auf positive Reaktionen stößt. Kann er sich wenigstens auf seinen ehemaligen Partner Kemal verlassen? Und wird er es schaffen die Ermittlungen zu einem Abschluss zu bringen ohne dass es weitere Opfer gibt?

Lässt Kommissar Ostrowski der alte Fall einfach nicht los? Oder kann er sich einfach nicht damit abfinden in Pension zu sein? Was auch immer der Grund ist, er mischt sich nicht nur in die laufenden Ermittlungen ein, sondern auch Berlin noch einmal so richtig auf. Da er damals hautnah dabei war, ist es verständlich, dass er sofort die Parallelen zum aktuellen Mord sieht und nicht von außen zugucken kann. Der Leser erfährt erst nach und nach was sich damals ereignet hat und wie der gerade entlassene Bastian Siewert in die Sache verwickelt ist.

Es gibt häufige Ortswechsel, wodurch auch die Perspektive immer wieder wechselt. So wird dem Leser Gelegenheit geben sich ein eigenes Bild vom Gesamtgeschehen zu machen und die Puzzleteile an die richtigen Stellen zu setzen. Gleichzeitig wird das geschehen im Fluss gehalten. Trotzdem geschieht es hin und wieder, dass sich Längen einschleichen und dadurch leider auch Spannung verloren geht, die im weiteren Verlauf erst wieder aufgeholt werden muss. Im Großen und Ganzen gelingt dies aber vergleichsweise schnell, so dass man nur kurzzeitig stockt.

Inwiefern der Fall von damals und heute zusammenhängt entzieht sich sehr lange der Kenntnis des Lesers. Auch die Polizei kommt zu keinem wirklichen Schluss, sie verfolgen diverse Spuren, doch der Täter scheint immer einen Schritt voraus. Hinzu kommen die nicht ganz legalen Nebenermittlungen von Ostrowski, die natürlich nicht ganz unbehelligt bleiben. Er lässt sich jedoch nicht abhalten, schließlich glaubt er seine Familie im Visier des Täters, da hat ihm keiner etwas zu sagen.

Zum Schluss hin wird immer deutlicher wie sich alles zugetragen hat, doch auch wenn der Fall geklärt scheint, reißt die Spannung hier nicht ab, denn der Autor hat noch ein ganz besonderes Finale in petto, das über die Lösung hinaus für Aufregung sorgt.

Samstag, 30. August 2014

[REZENSION] Sturz in die Zeit

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Sturz in die Zeit (OT: Tempest)
Autor: Julie Cross
Übersetzer: Birgit Schmitz
Verlag: Fischer FJB
Reihe: Zeitreise-Trilogie 1
empfohlenes Lesealter: ab 16 Jahren
Ausführung: Hardcover, 512 Seiten



Autor:
Julie Cross bloggt und twittert, vor allem über Bücher. Bei FISCHER FJB sind ihre Romane ›Sturz in die Zeit‹, und ›Feinde der Zeit‹ lieferbar. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Illinois.


STURZ IN DIE ZEIT

Jackson Meyer unterscheidet sich nicht nennenswert von anderen Jungen in seinem Alter. Er besucht die Uni, hat eine Freundin – und er ist ein Zeitreisender. Niemals hätte er gedacht, dass diese Fähigkeit alles verändern würde, doch als zwielichtige Gestalten seine Freundin umbringen, findet er sich plötzlich zwei Jahre in der Vergangenheit wieder. Hatten seine Sprünge bisher nie Auswirkungen auf die Zukunft, so spürt er, dass es diesmal anders ist. Er will alles dafür tun, um es nicht noch einmal so weit kommen zu lassen, doch dafür braucht er Verbündete. Jackson weiß nicht, wem er trauen kann, sein Vater scheint ein großes Geheimnis vor ihm zu hüten und seine Freunde aus dem Jahr 2009 kennen ihn noch gar nicht. So ist er zunächst auf sich allein gestellt und sieht sich schon bald einem mächtigen Gegner gegenüber...

„Was ist das denn?“, fragte Holly und hielt eine Unterhose hoch, die so riesig war, dass sie ihren gesamten Kopf damit bedecken konnte.
Ich lachte los. „Damit können wir ja segeln gehen. Oder aus einem Flugzeug springen.“
Immer noch lachend hielt sie einen BH hoch. „Ist das dein Ernst? 90 D?“ (S. 375)

Jackson bringt es auf den Punkt, als er seinen Freunden versucht zu erklären was es mit seiner Fähigkeit auf sich hat: Vergesst alles was ihr über das Zeitreisen zu wissen glaubtet. Auch als Leser sollte man dies beherzigen, denn versucht man mit Logik und wachem Verstand an die Sache heran zu gehen, so wird man zunehmend verwirrter. Man sollte sich einfach drauf einlassen und einiges als gegeben hinnehmen, damit man das Geschehen verfolgen kann und nicht durch diverse Gedanken daran gehindert wird.

Trotzdem ist man zu Anfang wirklich sehr durcheinander, da Jackson an verschiedene Orte zu verschiedenen Zeiten springt. Es handelt sich zwar nur um kleinere Experimente, die auch erklärt werden, dennoch braucht man eine kurze Zeit um sich einzufinden und die Ereignisse nachvollziehen zu können. Sobald man diese Hürde gemeistert hat, ist man dann aber vollkommen in der Geschichte gefangen, die einen nicht mehr so schnell los lässt, egal ob relitätsnah oder nicht.

Gemeinsam mit Jackson entdeckt man die wahren Hintergründe seiner Fähigkeit und erfährt das ein oder andere Geheimnis von Menschen, die er glaubte zu kennen. Somit begibt man sich mit ihm auf die Suche nach der Wahrheit und der Bestimmung, die scheinbar für ihn auserkoren ist. Auf dem Weg gibt es Höhen und Tiefen, die zu umgehen für ihn nicht möglich sind. Erst im Nachhinein zeigt sich häufig wie wichtig es ist, dies auch gar nicht zu versuchen. Sicherlich treten während des Geschehens einige Fragen auf, die aber zum Großteil spätestens am Ende beantwortet werden. Da es sich hier um den ersten Band der Zeitreise-Trilogie handelt, war allerdings abzusehen, dass einiges noch offen bleibt. Dementsprechend ist man nicht verwundert, dass es genau so kommt, doch mit einem solch fiesen Cliffhanger, wie er sich hier zeigt, hätte man dann doch nicht gerechnet. Da gibt es nur eins: sofort den zweiten Band lesen.

„Sturz in die Zeit“ ist der grandiose Auftakt zu einer Trilogie, die hoffentlich sowohl spannungstechnisch als auch inhaltlich auf dem vorgelegten Niveau gehalten werden kann.

Freitag, 29. August 2014

[REZENSION] Drachen mögen keine Kekse

Redakteur: Sabrina Best

Titel: Drachen mögen keine Kekse
Autor: Claudia Weiand
Verlag: Gerth Medien
Reihe: Das Tagebuch des Julian S. 2
empfohlenes Lesealter: 7-10 Jahre
Ausführung: Hardcover, 208 Seiten



Autor:
Claudia Weiand entwirft und verkauft Kritzeleien oder bemalt auch schon mal eine ganze Krankenhausstation. Und sie schreibt Bücher. Sie ist verheiratet und Mutter von zwei Söhnen. www.claudia-weiand.de


DRACHEN MÖGEN KEINE KEKSE

Auch hier kann man der Covergestaltung und den Illustrationen ein Kompliment machen. Wie bereits im vorherigen Band ist beides wunderschön gestaltet. Im rechten unteren Eck kann man einen kleinen Drachen via Daumenkino durch das Buch tanzen lassen. Sehr niedlich und mit viel Liebe zum Detail umgesetzt.

Inhaltlich knüpft das Buch direkt an den ersten Band "Drachen haben Mundgeruch" an. Im ersten Band erzählt uns Julius von seiner ersten Ferienwoche und in diesem Band geht es nun um seine restliche Zeit bei Opa Ignatz.

Dieses Mal ist es eine Detektivgeschichte:
Julius und seine drei neuen Freunde Pauline, Max und Moritz sind auf der Suche nach einer teuren Uhr und direkt von dem Fall betroffen. Der Dieb soll Max‘ Schwester sein, aber das glauben die vier natürlich nicht.
Paulines Mama arbeitet in einem noblen Hotel. Neue Gäste reisen an. Oh Nein, Julius kennt sie und möchte sie gar nicht sehen: LCD, geht in seine Klasse und keiner mag etwas mit ihm zu tun haben. Er bekommt von seinen Eltern alles was er will und prahlt damit ständig herum. Und genau dessen Vater fehlt auf einmal die teure Rolex Uhr.
Ob Julius und seine Freunde es schaffen, die Uhr zu finden, was LCD nun damit zu tun hat, all das wird in einer lustigen und spannenden Detektivgeschichte erzählt.

Auch hier werden wieder christliche Werte weitergegeben. Dies geschieht alles sehr kindgerecht und ist somit verständlich schon für Vorschulkinder:
- Materielle Dinge alleine machen nicht glücklich.
- Man möchte gemocht werden.
- Freunde braucht jeder.
… und noch vieles mehr.

Wieder ein schönes Buch der Autorin, zum Vor- oder Selbstlesen geeignet.

Donnerstag, 28. August 2014

[REZENSION] Skandal auf dem Laufsteg

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Skandal auf dem Laufsteg
Autor: Mira Sol
Übersetzer: -/-
Verlag: Kosmos
Reihe: Die drei !!! 49
empfohlenes Lesealter: ab 10 Jahren
Ausführung: Hardcover, 144 Seiten



Autor:
Mira Sol war Bankkauffrau, studierte Germanistik und arbeitete anschließend als Verlagsredakteurin. Dann erfüllte sie sich einen Traum: Sie wurde Autorin für Kinder- und Jugendbücher. Mira Sol liebt Geheimnisse, Krimis, Sonnenblumen und Spanien. Deshalb schreibt sie ihre Jugendkrimis und geheimnisvollen Geschichten unter dem spanischen Künstlernamen Mira Sol (dt. „Sonnenblume“). Sie lebt mit ihrem Mann, drei anhänglichen Nachbarskatzen und vielen Büchern in Stuttgart.


SKANDAL AUF DEM LAUFSTEG

Die drei !!! dürfen mit Tessa eine Modenschau besuchen und vor allem Marie ist natürlich hin und weg. Doch plötzlich der Skandal: Zwei Designer präsentieren das gleiche Kleid! Hat tatsächlich der Nachwuchsdesigner Valentin Kerner bei der bekannten und beliebten Designerin Donata abgekupfert? Marie, Franzi und Kim sind sofort dafür dem Fall auf den Grund zu gehen. Erst recht, als sie sehen, dass der Jungdesigner und Donatas Assistentin sich heimlich treffen. Können sie das Geheimnis um das doppelte Kleid lüften?

Marie riss die Augen auf. „Das, das … sind ...“, stammelte sie.
„Estelle!“, flüsterte Franzi. Sie räusperte sich. „Und ...“
„Valentin Kerner“, ergänzte Kim mit rauer Stimme.
Marie nickte mechanisch. Sie sah noch einmal genauer hin. Aber es gab keinen Zweifel. (S. 43)

Bei den vielen Kollektionen, die pro Jahr erscheinen, müssen sich die Designer immer wieder etwas neues und ausgefallenes einfallen lassen, damit ihre Werke auch entsprechend gewürdigt und natürlich verkauft werden. Doch je mehr erscheint, desto weniger gibt es, das noch nicht dagewesen ist. Nachvollziehbar, dass man sich sicherlich die ein oder andere Inspiration bei Kollegen holt. Doch offensichtliches Kopieren? Wenn man weiß, dass man das Kleid bei derselben Modenschau vorstellen wird? Das erscheint dann doch nicht nur dem Leser suspekt und man ist froh, dass die drei Detektivinnen sich dafür aussprechen sich diesen Fall nicht entgehen zu lassen.

Ihre Nachforschungen treiben sie wieder einmal in fremde Gefilde, nicht immer wird es ein Spaziergang, und Gefahr kann hinter jeder Ecke lauern. Doch die Mädchen sind einfach in ihrem Element und lassen sich nicht mehr so leicht aus der Ruhe bringen. Trotzdem sind auch sie nicht gefeit vor Fehlern und tappen somit ungehindert in die nächste Falle.
Unterstützung erhalten sie in diesem Fall von einer gänzlich anderen Seite, denn nicht nur die Detektivinnen haben den Nachwuchsdesigner unter Beobachtung gestellt. Gestaltet sich die Zusammenarbeit anfangs noch etwas hölzern, haben sie doch bald den richtigen Rhythmus gefunden.

Als Leser verfolgt man seine eigenen Theorien, die sich allerdings allesamt nicht wirklich belegen lassen, da man zu wenig Hinweise erhält, welche Spur die richtige sein könnte. Man tappt daher ebenso im Dunkeln wie die Mädchen und muss sich bis zum Schluss gedulden, um die Auflösung zu erfahren, die ebenso überraschend wie subtil erscheint – allerdings erst, wenn man sie kennt.
In ihrem 49. Fall haben die drei !!! es also mit einem ganz besonderen Skandal zu tun. Nun ist man gespannt was das Jubiläum mit sich bringen wird.

Mittwoch, 27. August 2014

[REZENSION] Drachen haben Mundgeruch

Redakteur: Sabrina Best

Titel: Drachen haben Mundgeruch
Autor: Claudia Weiand
Verlag: Gerth Medien
Reihe: Das Tagebuch des Julian S. 1
empfohlenes Lesealter: 7-10 Jahre
Ausführung: Hardcover, 192 Seiten



Autor:
Claudia Weiand entwirft und verkauft Kritzeleien oder bemalt auch schon mal eine ganze Krankenhausstation. Und sie schreibt Bücher. Sie ist verheiratet und Mutter von zwei Söhnen. www.claudia-weiand.de


DRACHEN HABEN MUNDGERUCH

Julius hat die Wahl, entweder er fährt mit seiner Mutter und den Schwestern in Kur oder er fährt nach Bayern. Zu Opa Ignatz, in ein Kaff, wo es nichts gibt und alles blöd ist. So denkt Julius. Letztendlich entscheidet er sich für das Kaff. Glücklich ist er nicht darüber, alle machen tolle Ferien, nur Julius nicht.
Kaum dort angekommen geht das Abenteuer aber auch schon los. Er findet im Entenweiher einen Drachen. Er rettet den Drachen aus dem Wasser und bekommt dadurch einen Herzenswunsch erfüllt. Doch was wünscht man sich? Ein Handy, Geld, keine Schule mehr oder keine Hausaufgaben? Eine ganz schwere Entscheidung.
Dann geht es dem Opa auch nicht gut. Was soll Julius nur machen? Dann noch der Drache Quentin, der ihm dauernd was von Königskind und Werten erzählt. Alles Sachen, die Julius nicht versteht.

Das Buch hat ein ganz tolles Cover. Das Kreppband ist fühlbar und sieht toll aus. Die Illustrationen sind super niedlich.

Julius schreibt das Buch aus seiner Sicht. In Tagebuchform. Das finde ich sehr schön, denn dadurch ist die Sprache sehr kindgerecht und ich denke, dass schon ein 5-6 Jähriger seinen Spaß hat, wenn man ihm dieses Buch in mehreren Etappen vorliest.
Sehr schön finde ich auch, dass bayrische Ausdrücke vorkommen, z. B. das Raiberdatschi, ja, woher soll ein 12 Jähriger auch wissen, was das ist. Sehr amüsant auch für Erwachsene zu lesen, auch ich müsste während des Lesens des Öfteren schmunzeln.

Die Autorin möchte christliche Werte durch einfache Dinge vermitteln:
- Worte können wehtun.
- Freunde sind was Schönes und Wichtiges.
- Man muss füreinander da sein.
- Zusammen schafft man viel.
All das kann man ganz leicht aus dem Buch rauslesen. Es ist sehr interessant und schön zu lesen.

Dienstag, 26. August 2014

[REZENSION] Schattenzwilling

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Schattenzwilling
Autor: Katrin Bongard
Übersetzer: -/-
Verlag: Oetinger
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren
Ausführung: Taschenbuch, 272 Seiten



Autor:
Katrin Bongard lebte einige Jahre in New York und nun wieder in Berlin. Neben der Arbeit als Drehbuchentwicklerin für Film- und Fernsehen ist sie seit 2005 als Autorin tätig.


SCHATTENZWILLING

Kurz nachdem Teresa und Pablo offiziell ein Paar werden, geht dieser für vier Wochen nach Spanien. Ist ihre Liebe schon stark genug? Denn Teresa und ihre Eltern bekommen Besuch von Matthias und den Zwillingen Adrian und Kai. Vor zwei Jahren war Teresa in Adrian verliebt, doch nach einem schrecklichen Unfall sitzt dieser im Rollstuhl und hat sich nicht mehr gemeldet. Als die Zwillinge eintreffen fühlt Teresa sich schon bald zu Kai hingezogen und fühlt sich schuldig, nicht nur Pablo gegenüber. Doch es geschehen seltsame Dinge auf dem Hof ihrer Eltern, die in Teresa den Verdacht aufkommen lassen, dass die Zwillinge ein abgekartetes Spiel mit ihr spielen. Ist Adrian auch wirklich Adrian?

Die Tasche ist voller Kleinkram, Pflaster, Steine, Plastikbänder, Gummis. Ich nehme die Thermoskanne heraus, während ich zurück ins Haus laufe. Doch da ist noch etwas. Ein flacher, schwerer Gegenstand. Ich zögere kurz, bleibe stehen, dann sehe ich nach. Ein Flachmann. Ich öffne ihn, es ist Alkohol. (S. 98)

Es gibt sie, eineiige Zwillinge, die man nicht zu unterscheiden vermag. Sie tragen dieselben Klamotten, haben dieselben Frisuren, drücken sich gleich aus. Man sollte meinen, wenn einer von ihnen im Rollstuhl sitzt, könne man sie unterscheiden. Doch das fällt nicht nur Teresa schwer zu glauben. Dabei hat sie eine sichere Methode, um herauszufinden, wer wer ist. Es muss sich nur die Gelegenheit bieten.
Bis dahin treiben die Psychospiele der Figuren nicht nur Teresa in den Wahnsinn. Wobei man eigentlich nicht einmal sicher ist, dass wirklich die Zwillinge dahinter stecken, da man immer nur Andeutungen erhält, niemals konkrete Hinweise. Entsprechend könnte es sich auch ganz anders verhalten und man wird nur durch den Klappentext und Teresas Bedenken angestachelt, ebenfalls an diese Theorie zu glauben.

Hat man einmal mit dem Lesen begonnen, kommt man so schnell nicht mehr von dem Buch los und spinnt die wildesten Theorien. Da sich keine einzige tatsächlich belegen lässt, baut man immer weiter an seinem Konstrukt, das suspekte Ausmaße anzunehmen droht. Suspekt sind einem aber trotz allem auch die Zwillinge. Ihr Handeln erscheint teilweise im Widerspruch zu ihren Worten zu stehen, so dass man ihnen lieber mit einer gewissen Distanz und Vorsicht begegnet. Auf Grund verschiedener Ereignisse wird Spannung aufgebaut, die die Atmosphäre mehr als auflädt. Ein bißchen schade ist es, dass diese Spannung zum Ende hin etwas abflacht beziehungsweise dies so wirkt, weil immer häufiger Vorhersehbarkeit eintritt. Hier hätte man sich vielleicht noch die ein oder andere Überraschung gewünscht, so wie es im vorherigen Verlauf regelmäßig der Fall ist.

Ein Thema wie Behinderung in einen Jugendthriller einfließen zu lassen ist sicherlich immer schwer. Der Autorin gelingt dies aber sehr gut und gibt dem Leser dabei ein sicheres Gefühl. Anders als Teresa, die nicht so recht weiß mit dieser Situation umzugehen, hat man selbst keinerlei Berührungsängste. So sollte es sein, egal ob hypothetisch oder im realen Leben.

Katrin Bongard spielt in „Schattenzwilling“ ein Verwirrspiel, das nicht nur sie beherrscht. Auch ihre Protagonisten sorgen für ein Durcheinander sondergleichen.

[REZENSION] Birga Dexels Clickertraining für Katzen

Redakteur: Anette Leister

Titel: Birga Dexels Clickertraining für Katzen
Autor: Birga Dexel
Fotograf: diverse
Verlag: Kosmos
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 144 Seiten



Autor:
Birga Dexel, bekannt durch die Sendungen "Katzenjammer" und "hundkatzemaus" und neuerdings auch "3 Engel für Tiere" auf VOX, betreibt eine Praxis als Verhaltenstherapeutin für Katzen. Sie arbeitet mit modernen, tiergerechten und vor allem gewaltfreien Methoden. Es geht ihr darum, das Lebensumfeld der Katze zu verbessern und die Beziehung zwischen Mensch und Katze zu intensivieren.


BIRGA DEXELS CLICKERTRAINING FÜR KATZEN

Auf das Clickertraining bin ich erst vor kurzem gestoßen, nachdem mir eine Freundin berichtet hat, wie gut es ihrem Hauskater gefällt. Meine Katzen sind zwar Haus- und Hofkatzen und haben so deutlich mehr Beschäftigung als reine Hauskatzen, aber manchmal sind sie doch etwas unausgeglichen, da sie tagsüber in der Regel ohne Bezugsperson alleine zusammen zuhause die Zeit verbringen, zudem ist eine unserer Katzen im Alter etwas aus der Form geraten, so dass ich schon lange nach etwas gesucht habe, mit was ich sie zu mehr Bewegung animieren kann.

"Birga Dexels Clickertraining für Katzen" ist so übersichtlich aufgebaut, dass man bereits nach einem kurzen Einblick feststellen kann, ob einem selbst (und den Stubentigern) das Werk überhaupt zusagt.

Im Klappentext sowie auf der Inhaltsseite sind die Kapitel allesamt namentlich erwähnt, so konnte ich beispielsweise schnell abchecken, ob Birga Dexel das Thema "Clickern im Mehrkatzenhaushalt" behandelt, für mich mit meiner Katzenbande ein sehr wichtiger Faktor.

Grob unterteilt ist der Inhalt in folgende Rubriken (deren Feinunterteilung wird im Inhaltsverzeichnis ebenfalls komplett aufgeführt samt Seitenangabe):
* Mein Clickertraining
* Im Clickerland - Spaß und Lernen
* Die Reise ins Clickerland
* Gemeinsamer Klickerspaß
* The sky is the limit
* Gleichgewicht und Koordination
* Der Mensch als Sportgerät
* Alltagsrelevante Clickerübungen
* Service

Birga Dexel hat das Buch so aufgebaut, dass Neulinge alle relevanten Regeln und Begriffe anschaulich und klar verständlich mit auf den Weg bekommen, trotzdem enthält das Buch so vielfältige Anleitungen und Ideen, dass ich mir sicher bin, dass auch Clicker-Fortgeschrittene noch auf ihre Kosten damit kommen.

Die Anleitungen sind sowohl einfach und verständlich erklärt als auch ausführlich und anschaulich bebildert. Neben den Bildern, die als Arbeitsmaterial dienen, enthält das Buch auch Fotos, die ich einfach als sehr schön und sympathisch betiteln möchte, nicht unbedingt von Nöten in einem Sachbuch, aber Bilder, die Katzenliebhabern gefallen werden und das Buch in dem Sinne aufwerten, dass man es gleich nochmal so gerne durchschmökert.

Neben dem für mich notwendigen Punkt "Clickern im Mehrkatzenhaushalt" gefällt mir des Weiteren sehr gut, dass Birga Dexel in ihrem Werk auf viele unterschiedliche Katzentypen eingeht und einem so Mut (und Durchhaltevermögen) auf den Weg mitgibt, dass wirklich jede Katze für Clickern empfänglich ist.

Montag, 25. August 2014

[REZENSION] Die Lügen der Anderen

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Die Lügen der Anderen (OT: Rush of Blood)
Autor: Mark Billingham
Übersetzer: Peter Torberg
Verlag: Atrium
Reihe: -/-
Ausführung: Hardcover, 416 Seiten



Autor:
Mark Billingham, 1961 in Birmingham geboren, ist einer der international erfolgreichsten englischen Krimiautoren, seine Bücher erscheinen in über zwanzig Sprachen. Neben dem BCA-Award, dem Theakston’s Award für den besten Krimi des Jahres und Nominierungen für den Gold Dagger wurde Mark Billingham mit dem Sherlock Award für die beste Detektivfigur im britischen Kriminalroman ausgezeichnet. Mark Billingham lebt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern im Norden Londons und in Florida.


DIE LÜGEN DER ANDEREN

Drei Paare, alle aus England, begegnen sich in einem Hotel in Florida. Immer häufiger unternehmen sie etwas gemeinsam und beschließen, sich auch nach dem Urlaub nicht aus den Augen zu verlieren. Als sie ihren letzten gemeinsamen Abend in Florida verbringen, verschwindet ein Mädchen spurlos. Erst zurück in England erfahren sie, dass die Leiche gefunden wurde. Da sie ihr Versprechen nicht vergessen haben, laden die Paare sich gegenseitig zum Abendessen ein. Thema Nr. 1 ist das getötete Mädchen, doch nach und nach geht es um etwas anderes, denn plötzlich lassen alle ihre Masken fallen – fast alle...

Wer kennt das nicht: Egal, wo man den Urlaub verbringt, immer trifft man auch auf Menschen aus der Heimat. Mal ist man sich sympathisch, mal nicht, aber häufig beteuert man, in Kontakt bleiben zu wollen. Dabei sind Urlaubsbekanntschaften wahrlich nicht immer der Hit. Auch hier zeigt sich sofort, dass die Paare eigentlich kaum bis gar keine Lust aufeinander haben und doch halten sie an ihrem Versprechen fest. Ist es Pflichtgefühl? Oder ist es, weil sie ein schreckliches Ereignis verbindet, über das ausgiebig spekuliert und diskutiert werden muss? Fakt ist, dass dem Leser sämtliche Charaktere nicht unbedingt sympathisch erscheinen. Dies liegt zum einen an ihrem Verhalten, zum anderen aber auch daran, dass der Autor ganz bewusst Misstrauen streut und die ein oder andere Person in einem besonders schlechten Licht dastehen lässt. Dadurch fragt sich nicht nur der Leser sehr bald, ob etwa eine oder mehrere dieser Figuren in die Tat verwickelt sind.

Das Buch ist unterteilt in verschiedene Abschnitte, in jedem geht es in der Hauptsache um ein Paar und das jeweilige Dinner, da sie sich reihum zum Abendessen einladen. Somit wird der Fokus in jedem Abschnitt auf zwei andere Charaktere gelegt, wodurch sehr schnell klar wird, dass jeder etwas zu verbergen hat. Keiner ist wirklich authentisch, jedoch ist noch nicht ersichtlich wie erdrückend die Geheimnisse möglicherweise sind.
Genremäßig würde man diesen Titel wohl unter Spannungsroman einordnen, denn es gibt keinen klassischen Verlauf wie man ihn von Krimis oder Thrillern kennt. Viel mehr wird durch Andeutungen und konkrete Darstellungen Misstrauen geschürt, so dass dadurch eine gewisse angespannte Atmosphäre aufgebaut wird. Niemand traut dem anderen über den Weg, die Aggressivität steigt und auch das miteinander wird immer weniger herzlich, als die ersten Masken zu bröckeln beginnen.

Der Leser verdächtigt im Laufe des Geschehens wohl jede Person mindestens einmal. Bei dem ein oder anderen bleibt man möglicherweise länger hängen oder kommt auch nochmal auf ihn zurück. Man folgt bereitwillig den Indizien und lässt sich somit von einer Spur auf die andere führen, ohne zu wissen wohin die Reise geht. Dass man häufig auf dem Holzweg ist, wird man noch früh genug erfahren. Zum Ende hin zeichnet sich immer schneller ab welchem Spiel man ausgesetzt wurde. Plötzlich wird alles ganz deutlich und leider auch teilweise vorhersehbar. Da hätte man sich die Kontinuität von zuvor gewünscht, um wirklich bis zum Schluss im Dunkeln gelassen zu werden.

„Die Lügen der Anderen“ ist psychologisch dicht gestrickt und zieht den Leser in einen Sog aus Neid, Misstrauen und Intrigen.

[BUCHTIPP] Das Bärenbuch

Vor Kurzem bin ich über Facebook auf Das Bärenbuch aufmerksam geworden.

Vielleicht kennt ihr noch den Bärenhype, den Brösel vor zig Jahren ausgelöst hatte? Der HubschrauBÄR, der SauBÄR, und mein Favorit: "Na kleine, wie heißt du?" "Hmmmm, BÄRbellll!" Keine Ahnung, ob da jeder drüber lachen kann, mir hat es auf jeden Fall ein fettes Grinsen ins Gesicht gezaubert, als ich auf Facebook einige Seiten des Bärenbuches von Markus Wülbern durchstöbern konnte. Da gab es noch ganz neue Bären zu entdecken, damals hatte ja beispielsweise Bärry Potter noch gar nicht das Licht der Welt erblickt und es gibt noch viele weitere Very Important Bärsonen in dem Buch zu entdecken. Man könnte natürlich sagen, Markus hat da einige WortklauBÄReien an den Haaren herbeigezogen, aber selbst Scooter waren schon Bärenfans, was sie mit ihrem Song "Haibär, Haibär" bewiesen haben.

Nun kann ich eines der ersten gedruckten Bärenbücher in Händen halten, welches eine kunterbunte Mischung aus Comicstrips und Skizzenbuch und Ideensammlung und extrem schräger Kunst ist.
Das Buch wird über Crowdfunding finanziert. Jeder, der das Buch bei Startnext vorbestellt trägt direkt dazu bei, dass Markus das Buch bald drucken kann, hier geht es zum Projekt bei Startnext.


Das Buch ist nur vom 22.08. bis zum 26.10.2014 zu erwerben, eine Leseprobe findet ihr online auf www.dasbaerenbuch.de

Ich freu mir auf jeden Fall immer noch einen Bären, dass ich das Buch entdeckt habe. Es ist eine Goldgrube für Grafikfans und Leute mit sehr schrägem Humor ;)
Besonders gut gefallen mir beispielsweise die Bildcollagen, in denen Markus Fotos und Zeichnungen miteinander kombiniert hat. Aber macht euch doch am besten selbst einen Eindruck über die Leseprobe oder das Video zum Buch...


Sonntag, 24. August 2014

[RUND UMS BUCH] Neuzugänge KW34/Anette


Im Briefkasten

Das Bärenbuch, Markus Wülbern (RE)

[REZENSION] Die Diebe von London

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Die Diebe von London
Autor: Renée Holler
Übersetzer: -/-
Illustrator: Bernd Lehmann
Verlag: ars Edition
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 10 Jahren
Ausführung: Hardcover, 304 Seiten



Autor:
Renée Holler studierte in München Völkerkunde und Geographie. Auf ihren Reisen um die Welt tauchte sie in fremde Kulturen ein und erfüllte sich nach einem China-Aufenthalt ihren Kindheitstraum: sie veröffentlichte ihre ersten Kinderbücher. Heute lebt sie in England und denkt sich mit großer Leidenschaft Krimis für junge Leser aus.


DIE DIEBE VON LONDON

Nachdem ihr Vater als verschollen gilt, ist für die junge Alyss nichts mehr wie es war. Ihr Onkel wird als Vormund bestimmt und hat nur ein Ziel: sie aus dem Weg zu räumen. Alyss sieht keine andere Chance als zu fliehen und begibt sich so nach London, in ein Abenteuer der besonderen Art. Immer wieder kreuzen sich ihre Wege mit denen des Taschendiebs Jack, der auf der Suche nach seinem jüngeren Bruder ist. Als schließlich auch noch Alyss spurlos verschwindet, trommelt Jack die Straßenkinder zusammen. Doch können sie dem Treiben ein Ende setzen oder geraten sie nun selbst in die Fänge der skrupellosen Täter?

„Die Diebe von London“ besticht von Anfang an mit einem sehr eingängigen Schreibstil, der den Leser glauben lässt, sich selbst Anfang des 17. Jahrhunderts zu befinden. Es wirkt alles vertraut, weniger befremdlich als man meinen könnte, obwohl man die Zeit selber nicht miterlebt hat. Doch man spürt auch die Gefahren, die scheinbar hinter jeder Ecke lauern.

Zu Anfang erfährt man innerhalb zweier Handlungsstränge einiges über die handelnden Personen. Alyss und Jack bewegen sich in vollkommen anderen Gesellschaftsschichten, haben aber dennoch mehr gemeinsam als auf den ersten Blick ersichtlich. Schon dort beginnt man, sich zu überlegen, wie diese beiden Erzählstränge zusammenlaufen könnten. Denn dass dies unweigerlich geschehen wird, ist jedem sofort klar. Wann und in welcher Form, das klärt sich jedoch erst im weiteren Verlauf.

Sprache und Stil sind zielgruppengerecht gestaltet, schrecken aber auch Leser außerhalb der Altersempfehlung nicht ab. Die Atmosphäre ist durchgängig angespannt, egal ob die Handlung gerade einen Spannungsanstieg verzeichnet oder nicht. So spürt man unterschwellig immer wieder, dass man sich nie zu sicher sein sollte was üble Überraschungen angeht. Es kann und wird viel passieren, manches befürchtet, anderes mehr als unvorhersehbar. Ruhepausen gibt es selten, und wenn, ist man trotzdem auf der Hut.

Der Inhalt wird zeitweise von eingefügten Illustrationen eingefangen und somit bildlich dargestellt. Dadurch wird das Bild, das der Leser sich im Kopf macht, noch einmal deutlicher, die Figuren nehmen mehr Form an.

„Die Diebe von London“ erzählt eine Geschichte von Freundschaft, Intrigen und dem Leben Anfang des 17. Jahrhunderts. Der Leser ist von der ersten Seite an gefesselt und taucht erst wieder aus dem Geschehen auf, sobald der letzte Buchstabe gelesen ist. Das Ende bleibt in Teilen offen, so dass sich hier durchaus noch Raum für eigene Spekulationen bietet, ohne elementare Fragen unbeantwortet zu lassen.

Samstag, 23. August 2014

[REZENSION] Was sich liebt, das rächt sich nicht

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Was sich liebt, das rächt sich nicht
Autor: Rose Snow
Übersetzer: -/-
Verlag: -/-
Reihe: Band 1
Ausführung: Taschenbuch, 284 Seiten



Autor:
Rose Snow ist das Pseudonym zweier liebenswerter Österreicherinnen, die schon seit Kindheitstagen gemeinsam Geschichten schreiben. "Was sich liebt, das rächt sich nicht" ist der erste Band ihrer neuen Liebesromanreihe, die auf Witz und Skurrilität setzt und für Herzklopfen sorgt.


WAS SICH LIEBT, DAS RÄCHT SICH NICHT

Nach ihrer Trennung von Jan will Maya eigentlich nur noch ihre Ruhe. Die neue Wohnung scheint perfekt, doch die Vermieterin besteht auf einer Probezeit und hat ziemlich seltsame Ansichten was die Hausordnung betrifft. Doch Maya will sich nicht beschweren und versucht alles zur Zufriedenheit auszuführen, gäbe es da nicht einen ganz besonderen Satansbraten im Haus, der ihr das Leben mehr als schwer macht und sie in die unmöglichsten Situationen hinein manövriert. Und dann ist da noch ihr gutaussehender Nachbar Holger, der nichts unversucht lässt, um Maya für sich zu gewinnen. Dabei wollte sie doch vorerst die Finger von Männern lassen – scheinbar zu recht, wie sich bald herausstellt...

„Du hast zwei Optionen, Kleines. Entweder du bleibst cool und wartest ab, was passiert – oder du sagst ihm die Wahrheit.“
Wahrscheinlich hat Gérard Recht. Aber mit der Ehrlichkeit ist das so eine Sache. Beziehungen sind schon aus unbedeutenderen Gründen auseinandergegangen. Wegen eines Nasenhaartrimmers als gutgemeintes Weihnachtsgeschenk zum Beispiel. Männer können da echt empfindlich sein. Manche ertragen nicht mal die Aufforderung, die frisch geschnittenen Zehennägel doch bitte nicht direkt neben die Kokosraspel auf den Küchentisch zu legen. (S. 139)

Wer würde sich nicht manchmal wünschen, es dem Herzbuben mal so richtig zu zeigen? Wenn man gedemütigt, belogen und betrogen wird, hat man oft nur noch eins im Sinn: Rache. Auch Maya sieht keinen anderen Ausweg und beauftragt ihre skurrile Freundin Rachel, die eine Agentur für solche Fälle hat. Mal ehrlich, die Vorstellung, genüsslich dabei zuzusehen, wie demjenigen, der einen so sehr erniedrigt hat, das Leben zur Hölle gemacht wird, ohne dass man selbst einen Finger rühren muss, hat doch wirklich was. Kann man dafür eigentlich belangt werden?

Der Leser hat schon früh die Befürchtung, dass das bei Maya nichts wird mit dem gemütlich Zuschauen. Ihre Tollpatschigkeit, die sie durchaus liebenswert und sympathisch macht, macht ihr da schnell einen Strich durch die Rechnung. So findet sie sich in Situationen wieder, die mehr als peinlich für sie, aber herzhaft komisch für die Zuschauer sind. Anekdötchen zu erzählen, würde den Witz aus der Geschichte nehmen, daher sollte jeder lieber selbst lesen und bei den Pointen lauthals lachen. Da Maya die Erlebnisse aus ihrer Perspektive beschreibt und somit ihre ganz eigene erfrischende Art herüberkommt, ist das Geschehen lebendig und gibt dem Leser das Gefühl hautnah dabei zu sein.

„Was sich liebt, das rächt sich nicht“ wartet mit sehr viel Humor auf, bietet aber auch Spannung und Platz für eigene Spekulationen. Der Leser wird dazu animiert mitzudenken und findet sich schnell in abstrusen Gedankengängen wieder, die man zuvor nicht für möglich gehalten hätte. Manches Mal vielleicht ein bißchen too much, aber im Großen und Ganzen grandiose Unterhaltung. Wer hier nicht auf eine Fortsetzung hofft, dem scheint der Begriff Humor vermutlich nicht geläufig zu sein.


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