Donnerstag, 31. Juli 2014

[REZENSION] Stille Feindin

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Stille Feindin
Autor: Alexandra Kui
Verlag: cbt
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren
Ausführung: Taschenbuch, 320 Seiten



Autor:
Alexandra Kui wurde 1973 in Buxtehude geboren. Sie studierte Soziologie, Politikwissenschaften und Sozialgeschichte in Hamburg und arbeitete für verschiedene Tageszeitungen, bevor sie anfing, Bücher zu schreiben. Nach den Kriminalromanen „Tod an der Schleuse“, „Blaufeuer“ und „Wiedergänger“, erschien 2011 ihr erster Jugendthriller, „Lügensommer“. Die Autorin lebt und arbeitet auf der Geest bei Hamburg.


STILLE FEINDIN

Als Tami mit ihren Eltern umzieht und gleichzeitig auf eine andere Schule wechselt, hofft sie, endlich Anschluss zu finden und nicht wieder die Außenseiterin zu sein. Sollte sich doch machen lassen, schließlich kennt hier niemand die Vergangenheit. So gibt es Tami auch sogleich Aufwind, als sie sich mit der selbstbewussten Farina anfreundet, die im Hofladen ihrer Mutter jobbt. So gegensätzlich die beiden Mädchen auch sind, es scheint ebendiese Verbindung zu sein, die Tami bisher immer gefehlt hat. Doch sie ahnt ihrerseits nichts von Farinas Vergangenheit und dass ihre Motive, in Tamis Nähe zu sein, ganz andere sind...

Im Schatten zwischen zwei bleichen Lichtkegeln entdeckt Tami eine Gestalt. Erschrocken kneift sie die Augen zusammen. Blinzelt. Kneift sich in die Hand und starrt wieder hin.
Ken böser Traum, keine Einbildung, da steht wirklich einer. Wie beklemmend. Die Gestalt, kaum mehr als ein Schatten, rührt sich nicht vom Fleck. […] (S. 88)

Wie weit darf Rache gehen, wenn einem in der Vergangenheit das Liebste genommen wurde und somit die Zukunft besiegelt wurde? Was würde man selber tun, stünde man plötzlich der Person gegenüber, die alles zu verantworten hat?
Ein zentrales Thema dieses Jugendthrillers sind ebenjene Gefühle, die einen womöglich beherrschen, ohne, dass man dies überhaupt möchte. Doch man ist nicht fähig seine Gedanken selbst zu steuern, etwas in einem übernimmt die Kontrolle. Der Leser verfolgt gebannt das Gefühlschaos, in dem sich die Person befindet. Hofft, dass sie doch zur Einsicht kommt, doch noch einmal die Kurve kriegt. Doch was tun, wenn die Schatten der Vergangenheit zu sehr auf einem lasten? Wenn sie sich nicht einfach abschütteln lassen?

Es ist immer schwierig, ein Werk in ein bestimmtes Genre zu „pressen“, da man zwangsläufig etwas Bestimmtes, beziehungsweise bestimmte Klischees damit verbindet. So ist hier auch die Eingrenzung „Thriller“ zunächst irreführend. Richtigerweise sollte es „Psychothriller“ heißen, denn vieles läuft im Kopf der Protagonisten und der Leser ab. Es sind oft weniger die Handlungen als solche, die dem Geschehen Spannung verleihen. Doch dass diese vorhanden ist, ist unbestreitbar. Je mehr die Lage sich zuspitzt, desto atemloser verfolgt man den Verlauf der Geschichte, schließlich malt man sich immer wieder mögliche Ereignisse aus, die noch folgen könnten. Ob sie dann tatsächlich so geschehen oder nicht muss jeder für sich herausfinden. Einzig das Ende erfolgt so plötzlich und abrupt, dass man sich zunächst fragt, ob man etwas nicht mitbekommen hat.

Alexandra Kui hat eine Geschichte konstruiert, die noch einige Zeit nach dem Lesen in den Köpfen nachklingen wird und ebenso zum Nachdenken anregt.



Redakteur: Natalie Burger

Inhalt:
Farina ist 17 arbeitet in dem Gemüseladen ihrer Pflegemutter als eine Frau ins Geschäft kommt. Susanne ist gerade mit Mann und Tochter zugezogen und erinnert Farina an ihre unschöne Vergangenheit und einen Racheschwur. Sie freundet sich mit der Tochter von Susanne - Tami - an um Susanne näher zu kommen. Was als Berechnung beginnt wird eine Freundschaft von der beide Seiten profitieren, doch wird Farina ihren Schwur noch erfüllen oder siegt das Gute in ihr?

Meine Meinung:
Stille Feindin ist auf Grund der Geschichte recht schnell auf meinem Wunschzettel gelandet. Umso schöner ist es das ich es jetzt bei einer Leserunde mit Autorin lesen konnte.

Hier geht es um Farina und Tami und die beiden werden auch im Wechsel begleitet. Beide hatten keine leichte Kindheit sind 17 Jahre alt und stehen kurz vor dem Abi. Das waren aber auch schon die einzigen Gemeinsamkeiten, der Rest geht doch recht weit auseinander. Während Farina beliebt ist, Nachbarn Kuchen backt und im Laden ihrer Pflegemutter hilft wurde Tami in der Schule ignoriert hatte keine Freundinnen und ist zu hause diejenige die gefühlt die Erwachsene ist.
Farina hat das Leben gezeichnet und sie ist in der Geschichte recht sprunghaft. Sie wechselt stetig zwischen gut und böse. Sie ist Opfer ihrer Vergangenheit und möchte doch die Zukunft. Eine Situation die zur Zerreißprobe wird und immer wieder die Frage aufkommen lässt ob sie es wirklich schafft. Tami dagegen geht es offensichtlich gut und führt ein halbwegs normales Teenieleben wenn da die Sache mit ihren Eltern und auch mit den Freunden nicht wäre. Doch sie bekommt unerwartet Hilfe und entwickelt sich in der Geschichte von der grauen Maus zu einem echt angesagten Mädchen.

Die Geschichte ist von Beginn an spannend gestaltet. Der Prolog baut diese schon zu großem Teil auf, wenn sie dann auch in den folgenden Kapiteln erst einmal abflaut bevor sie gegen Ende wieder ansteigt. Das Kennenlernen der Protagonisten findet auf einmal statt was die Spannung vom Prolog etwas raus nimmt, doch das gibt sich wieder. zunächst ist es die Neugier und das Interesse was aus den Protagonisten wird was mich immer weiter lesen ließ. Am Ende wirklich ein Showdown Finale mit vielen Überraschungen.
Vorhersehbar ist dieses Buch auf jeden Fall nicht was vor allem an der Figur Farina liegt die man nie einschätzen kann. Es gibt einige Situationen die ich anders erwartet habe als sie dann erzählt wurde.

Fazit: Alles in allem ein guter Jugendthriller, der auch die ein oder andere heftigere Szene hat. Für die Handlung wichtig, aber vielleicht nicht für alle Kids gleich zu verkraften. Deswegen würde ich dieses Buch eher bei 16 Jahren als bei 14 Jahren ansiedeln.



Redakteur: Sabrina Best

Positiv aufgefallen ist mir direkt das schöne Cover, das einen direkten Bezug zum Inhalt hat.
Tami ist eine unscheinbare Persönlichkeit, ihre Familie besteht aus der depressiven Mutter, dem Vater, der alles für sie tut und einem Halbbruder.
Farina ist eine taffe Persönlichkeit, mit einer extremen Vergangenheit, sie lebt bei Gesine und arbeitet in ihrem Gemüseladen.
Leider hatte ich anfangs, durch drei verschiedene parallel laufende Geschichten, einige Schwierigkeiten in das Buch rein zu kommen. Nachdem ich aber ein paar Seiten gelesen habe, war es kein Problem mehr, da die Geschichte sehr spannend geschrieben ist.
Leider sind viele Fehler im Satzbau und der Rechtschreibung im Buch. Was mich ab und an über den einen oder anderen Abschnitt stolpern ließ.
Farina und Tami haben eine schwierige Freundschaft. Was schade ist, denn beide sind tolle Charaktere. Aber gegenseitig fehlt einfach Ehrlichkeit. Vor allem von Farinas Seite aus.
Ich hatte gehofft, dass das Buch gegen Ende viele meiner Fragen aufklären wird. Mir fehlten Hintergrundinformationen zu den einzelnen Charakteren. So konnte ich leider verschiedene Handlungen nicht gut nachvollziehen. Das Ende kam mir auch zu schnell. Ich hätte mir da einen ausführlichen Abschluss gewünscht.

Alles in allem eine gute Geschichte, die immer wieder ein Highlight hatte und somit die Spannung durchweg halten konnte. Auch der Schreibstil und die Erzählweise haben mir gut gefallen.
Die verschiedenen Charaktere in dem Buch waren spannend, nett und auch nicht nett. Es war alles dabei. Eine bunte Mischung, der ich noch gut gemeinte drei Sterne gebe.

Mittwoch, 30. Juli 2014

[REZENSION] 1, 2, 3 - Ferien!

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: 1, 2, 3 - Ferien!
Autor: Maja von Vogel / Henriette Wich
Übersetzer: -/-
Verlag: Kosmos
Reihe: Die drei !!! Doppelband
empfohlenes Lesealter: ab 10 Jahren
Ausführung: Hardcover, 288 Seiten



Autoren:
Maja von Vogel wurde 1973 geboren und wuchs im Emsland auf. Sie studierte Deutsch und Französisch, lebte ein Jahr in Paris und arbeitete als Lektorin in einem Kinderbuchverlag, bevor sie sich als Autorin und Übersetzerin selbständig machte. Heute lebt Maja von Vogel in Nordwestdeutschland.

Henriette Wich wurde 1970 in Landshut geboren und wuchs mit sechs Geschwistern und drei Katzen auf. Sie studierte Germanistik und Philosophie in Regensburg und arbeitete als Lektorin in verschiedenen Kinderbuchverlagen. Danach hat sie sich einen großen Traum erfüllt: selbst zu schreiben. Heute ist Henriette Wich erfolgreiche Autorin zahlreicher Kinder- und Jugendbücher.


1, 2, 3 - FERIEN!

„1, 2, 3 – Ferien!“ ist ein Doppelband mit zwei Fällen der beliebten Detektivinnen. Passend für den Sommer, die Ferien und Tage am See.

Spuk am See

Eigentlich hat Kim gar keine richtige Lust auf das Wochenende, denn die Zwillinge Ben und Lukas, ihre Brüder, haben Geburtstag. Kims Mutter hatte die Idee, zu diesem Anlass einen Familienausflug zu einer alten Mühle zu machen. Zum Glück hat Kim in Marie und Franzi super Freundinnen gefunden, denn sie bieten sich sofort an, Familie Jülich zu begleiten. An der Nebelmühle, die an einem See gelegen ist, bahnt sich sogleich ein Abenteuer für die drei Freundinnen an. Nebenbei betätigen sie sich als Detektivinnen, nennen sich „Die drei !!!“ und sind jedem Fall gewachsen. Sie erhalten den Hinweis, dass vor hunderten von Jahren blutrote Edelsteine verschwunden sind, angeblich gestohlen. Die vermeintliche Diebin wurde gefunden, doch das Versteck der Steine ist bis heute nicht bekannt. Also machen Kim, Franzi und Marie sich auf, den Schatz zu finden. Sie scheinen jedoch nicht die einzigen zu sein. Es ist wohl jemand hinter demselben Geheimnis her. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wer als erster am Ziel ist...

Kim starrte mit gerunzelter Stirn auf die Seite. Was hatte das zu bedeuten? Warum hatte der alte Graf diese Verse hinten in die Familienchronik geschrieben? Und was war mit dem „wertvollen Hort“ gemeint? (S. 101)

Im Grunde dachten die Freundinnen, es würde bloß ein langweiliger Familienausflug werden, doch plötzlich gibt es Hinweise darauf, dass sich ein neuer Fall für die Detektivinnen anbahnt. Die Art und Weise wie sie auf den Fall aufmerksam werden, ist schon ein bißchen mysteriös. Die Dame, die die alte Mühle bewohnt, scheint in eine Art Trance zu fallen und als Medium für eine verstorbene Person zu sprechen. Sicherlich hört man hin und wieder von solchen Vorkommnissen, aber ob es sie wirklich gibt und vor allem, ob sie so von einer Sekunde auf die andere Geschehen können, ist nicht so ganz sicher. Der gewünschte Effekt tritt aber natürlich ein, denn ob logisch oder nicht, neugierig macht diese Situation in jedem Fall. Und auch der Leser möchte nun wissen, was für eine Geschichte hinter dem Ganzen steckt.

An einem einzigen Tag können auch die besten Detektive nicht viel ausrichten, so nehmen die Freundinnen sich vor, das Pfingstwochenende auch an der Mühle zu verbringen und dem Geheimnis auf die Spur zu gehen. Schnell finden sie heraus, dass die Geschichte schon mehr als hundert Jahre zurück liegt und es um verschwundene Edelsteine geht, die bis heute nicht wiedergefunden wurden. Es ist sehr interessant zu erfahren, wie die Zusammenhänge des Geschehens sind und vor allem, wie die agierenden Personen damit zu tun haben. Denn zu der ein oder anderen gibt es noch eine Verbindung, obwohl die Tat schon so lange zurück liegt.

„Die drei !!!“ haben nicht nur ihren Namen an ihr berühmtes männliches Pendant angelehnt, sie sind auch genauso clever und können sehr gut kombinieren. Dennoch bleiben sie bei aller Tüftelei ganz normale Mädchen, die genauso über Pferde, Mode und Jungs reden. Dann kann es auch schonmal vorkommen, dass der Fall ein kleines bißchen in Vergessenheit gerät. „Spuk am See“ ist das 14. Abenteuer der Mädchenbande und ein Fall, den sie souverän angehen. Auch wenn sich ihnen Hindernisse in den Weg stellen, lassen sie sich nicht entmutigen.



Duell der Topmodels

Es ist inzwischen bereits einige Zeit her, seit „Die drei !!!“ einen Fall gelöst haben. Vielmehr verbringen sie nun die Tage, wie andere in ihrem Alter auch. Gerade als sie sich wieder einmal gemütlich im Café zusammengefunden haben und ihre Eisbecher löffeln, begegnet Marie einer alten Bekannten. Annabelle besitzt eine Modelagentur und veranstaltet gerade ein öffentliches Casting für eine neue Sendung, in der ein Nachwuchsmodel gesucht wird. Obwohl Marie eigentlich gar keine Lust hat dort mitzumachen, lässt sie sich am Ende doch überreden und steigt in den ganzen Trubel ein. Sie hat Glück und kommt tatsächlich soweit, dass sie mit anderen Mitbewerberinnen in die Modelvilla einziehen darf. Kim und Franzi finden dies zunächst gar nicht so schön, da sie genau zu der Zeit eine Campingtour zu dritt geplant hatten. Aber schließlich haben sie ihre Freundin mehr oder weniger dazu gedrängt, sich anzumelden und wer weiß, vielleicht wird es ja doch ganz spaßig. Kaum dass die Nachwuchsmodels die Villa bezogen haben branden schon die ersten Unstimmigkeiten auf. Kein Wunder, bei so vielen Mädchen auf einem Haufen, da sind Streitereien natürlich vorprogrammiert. Doch noch etwas anderes läuft in der Modelvilla. Irgendjemand sabotiert die Sendung und das ist alles andere als ein harmloser Spaß. Marie ist sofort auf der Spur und auch Kim und Franzi warten nur auf ihren Einsatz.

Wie schon in den vorangegangenen Bänden wird sich auch hier eines Themas bedient, dass immer wieder hochaktuell ist. Es gibt inzwischen einige Sendungen, in denen Nachwuchsmodels gesucht werden, man kann sie kaum noch auseinander halten. Auch hier geht es um eine solche Sendung, allerdings weniger um das, was der Zuschauer später zu sehen bekommt, sondern eher das, was sich im Hintergrund abspielt.

Dass es bei einem solchen Haufen Mädels nicht ohne Zickereien und Sticheleien geht, ist wohl jedem bewusst. Und das wäre auch gar nicht so tragisch, würde nicht jemand versuchen die Show zu sabotieren. Dass es sich nicht um einen harmlosen Streich handelt zeigt sich spätestens an dem Punkt, an dem klar ist, dass diese Person sogar so weit gehen würde, die Mädchen ernsthaft zu entstellen. Marie ist sofort Feuer und Flamme und möchte natürlich herausfinden, wer dahintersteckt, doch sie muss auch sehr vorsichtig sein, schließlich kann sie nicht wissen wer Freund und wer Feind ist.

Kim und Franzi werden undercover in die Villa eingeschleust, damit sie ihrer Freundin zur Seite stehen können. Da die Sendung während der Sommerferien gedreht wird, haben die drei Mädchen natürlich Zeit und müssen nicht von der Schule freigestellt werden. Die Ermittlungen in der Villa kommen zwar nur schleppend voran, sind aber dennoch spannend und auch amüsant. Franzi und Kim, die ansonsten mit Mode und Make-Up nicht viel am Hut haben, stehen dem Visagisten helfend zur Seite. Schon das allein sorgt für eine lockere Atmosphäre, da sie trotz Unkenntnis auf dem Gebiet intuitiv das Richtige tun und selber am meisten überrascht davon sind.

Trotz aller Lacher darf man jedoch nicht vergessen, dass jemand den Mädchen ernsthaft schaden will und diese Person so schnell wie möglich entlarvt werden muss. Die Situation spitzt sich immer mehr zu bis klar wird, dass es gar nicht bloß einen Fall gibt, sondern gleich zwei. Denn mehrere Personen handeln unabhängig voneinander und verfolgen auch unterschiedliche Ziele. Da jedoch beides in der Modelvilla geschieht, übernehmen die Freundinnen natürlich beide Fälle, auch wenn sie zunächst davon noch gar nichts ahnen.

Hat man die Inhaltsangabe gelesen, könnte man meinen, es handele sich bloß um eine Geschichte, die nichts anderes zu bieten hat als das, was auch im Fernsehen während solcher Nachwuchsmodelsendungen zu sehen ist. Da jedoch täuscht man sich absolut, denn diese Dinge werden hauptsächlich am Rande erwähnt. Es geht mehr um das Drumherum und um Geschehnisse, die man während einer solchen Sendung nicht zu sehen bekommt, die aber tatsächlich vorkommen können, abwegig sind sie keineswegs.

Dienstag, 29. Juli 2014

[REZENSION] Röhrenjeans und Schulterpolster

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Röhrenjeans und Schulterpolster
Autor: Maya Seidensticker
Übersetzer: -/-
Verlag: Loewe
Reihe: We love fashion 1
empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahren
Ausführung: Taschenbuch, 192 Seiten



Autor:
Hinter Maya Seidensticker verbirgt sich das Autorinnenteam Heike Abidi und Tanja Janz, die gemeinsam mit ihren Leserinnen in vergangene Modejahrzehnte eintauchen.

Heike Abidi, Jahrgang 1965, entdeckte schon sehr früh ihre Liebe zu Büchern und zum Schreiben. Nach dem Abitur studierte sie in Gießen Sprachwissenschaften und arbeitet heute als freiberufliche Werbetexterin und Autorin. Mit Mann, Sohn und Hund lebt sie in der Nähe von Kaiserslautern.
Heike Abidi bezeichnet sich selbst als glücklichen, positiv denkenden Menschen – und das drückt sie auch gerne mit ihrer Kleidung aus: Sie liebt Farben, schöne Muster, auch gerne mal ungewöhnliche Kombinationen. Dabei lässt sie sich ungern auf Trends festlegen, sondern sucht sich aus jedem Jahrzehnt das aus, was am besten zu ihr passt.

Tanja Janz gehört zur Generation der Kassettenkinder und wollte schon als Kind Schriftstellerin werden. Nachdem sie ihren großen Traum mit 11 Jahren zunächst einmal begraben und später eine Karriere als Lehrerin gestartet hatte, lockten sie die Geschichten nach einer Weile doch wieder.
Zuerst ersteigerte sie sich im Internet sämtliche alte Hörspielkassetten zurück (für die sie ein kleines Vermögen bezahlte), die sie als Kind so sehr geliebt und im jugendlichen Leichtsinn auf Flohmärkten verkauft hatte. Dann entschied sie außerdem, dass es endlich Zeit war, all die Geschichten, die sich in ihrem Kopf eingenistet hatten, aufzuschreiben. Seitdem schreibt sie, und schreibt und schreibt. Und kann sich keinen schöneren Beruf vorstellen.


RÖHRENJEANS UND SCHULTERPOLSTER

Jedes Mädchen, das sich für Mode interessiert, hat nur einen Wunsch: Die Fashion School Bernstein besuchen zu dürfen. So auch Lucy, die somit ihrer Schwester Hanna nacheifern will, die das beliebte Internat bereits seit einem Jahr besucht. Doch bevor es soweit ist, gilt es, wie jedes Jahr, die Aufnahmeprüfung zu bestehen. Dieses Jahr lautet das Thema „Die Mode der 80er“. Mit tatkräftiger Unterstützung ihrer Schwester und anderen Mitstreitern, will Lucy eine Modenschau auf die Beine stellen wie sie noch niemand gesehen hat. Zuvor heißt es allerdings recherchieren was das Zeug hält. Dabei geschieht den Schwestern etwas schier Unglaubliches – denn plötzlich befinden sie sich selbst im Jahre 1985...

„Worüber tuschelt ihr denn?“, fragt Claudia neugierig.
„Ach, wie haben nur Nena gesehen, drüben bei den Lederjacken“, erklärt Hanna.
Claudia verzieht das Gesicht. „Mögt ihr die etwa? Ich finde, ihre Stimme fetzt irgendwie nicht. Sie hat's einfach nicht drauf. In spätestens einem Jahr ist die weg vom Fenster.“
„Da würde ich nicht drauf wetten“, grinst Lucy. (S. 67)

Röhrenjeans und Schulterpolster, nicht nur der Untertitel des ersten „We love fashion“-Bandes, sondern auch DAS Motto der 80er Jahre. Egal, ob selbst erlebt oder nur vom Hörensagen, jeder weiß um die Trends der damaligen Zeit, die teilweise doch etwas gewöhnungsbedürftig daherkommen. Nichtsdestotrotz müssen sich die Schwestern Lucy und Hanna, und somit auch der Leser, damit beschäftigen, schließlich soll die Aufnahmeprüfung ein voller Erfolg werden. Da muss man seine eigene Meinung und den eigenen Geschmack einfach mal zurückstellen.

Neben der Erforschung der 80er Jahre müssen die Mädchen sich aber natürlich auch mit ganz alltäglichen Problemen herumschlagen. Auch wenn es im Internat hauptsächlich um Mode geht, dürfen elementare Fächer wie beispielsweise Mathematik nicht außer acht gelassen werden. Ebenso sind Themen wie Neid, Konkurrenzkampf, Liebe und Freundschaft in dem doch recht schmalen Bändchen zu finden. Dabei wird, trotz des geringen Umfangs, gebührend auf die einzelnen Themenfelder eingegangen, ohne das Gefühl zu erlangen, dass sie einfach nur „abgearbeitet“ wurden.

Der größte Aspekt allerdings – neben Mode – beschäftigt sich mit Zeitreisen. Denn schon die Inhaltsangabe sagt, dass die Schwestern in das Jahr 1985 zurückreisen. Dabei soll es allerdings nicht bleiben, so wohnen sie zusätzlich auch einem wahrlich historischen Ereignis bei – dem Fall der Berliner Mauer. Die Autorin erschafft eine magische Atmosphäre, die den Leser zunehmend in den Bann zieht. Man ist regelrecht enttäuscht, dass das Abenteuer recht schnell schon wieder vorbei ist. So bleibt nur die Hoffnung auf den nächsten Band, der schon bald erscheint und einen erneut mitnimmt auf eine Reise in eine Zeit, die vermutlich nicht unbedingt jeder Leser hautnah erlebt hat.

Montag, 28. Juli 2014

[REZENSION] Eine Spürnase ermittelt

Redakteur: Julia Ehrenberg

Titel: Eine Spürnase ermittelt (OT: Penelope Crumb)
Autor: Shawn K. Stout
Übersetzer: Alexandra Rak
Verlag: planet girl
Reihe: Penelope Crumb
empfohlenes Lesealter: ab 9 Jahren
Ausführung: Hardcover, 176 Seiten



Autor:
Shawn K. Stout hatte schon viele Jobs: Sie war unter anderem Eisverkäuferin, Hundekuchen-Bäckerin, Kellnerin und Redakteurin bei einer Zeitschrift. Am Vermont College of Fine Arts schloss sie ihren MFA „Writing for Children“ mit Auszeichnung ab. Heute lebt sie in Frederick/Maryland mit ihrem Mann, ihrer kleinen Tochter und zwei Hunden.



EINE SPÜRNASE ERMITTELT

Kunst ist das Lieblingsfach der 9jährigen Penelope Crumb. Ausgerechnet in diesem Fach macht sie allerdings eines Tages eine Entdeckung, die ihr Leben gehörig durcheinanderwirft: Ihre Nase ist riesig! Als ihre Mutter ihr dann erzählt, dass sie die Nase von ihrem Opa Felix geerbt hat und dass dieser gar nicht tot ist, wie Penelope immer dachte, da ist ihre Neugier geweckt. Gemeinsam mit ihrer Freundin Littie Maple begibt sich Penelope auf die Suche nach Großvater Felix, um mehr über ihn und die berühmte Crumb-Nase zu erfahren. Das erweist sich als gar nicht so einfach, doch Penelope gehen die Ideen nicht aus. Während ihrer Suche macht sie sich allerdings nicht nur Freunde. Und will Opa Felix überhaupt gefunden werden?

Schon das Titelbild mit seinen fröhlichen Farben und dem kess aussehenden Mädchen macht Lust auf die Geschichte. Und die erweist sich als genauso lustig und locker, wie man beim Anblick des Titelbildes vermutet.

Penelope ist ein etwas verrücktes Mädchen, voller seltsamer Ideen, kreativ und nicht von seinen Plänen abzubringen. Wenn sie sich etwas vorgenommen hat, dann zieht sie es durch, und da kann sie niemand von abhalten. Nicht ihre Freunde, nicht ihre Mutter, die keinen Kontakt mit Opa Felix möchte und schon gar nicht ihr Bruder, der, da ist sich Penelope sicher, an seinem 14. Geburtstag von Außerirdischen ausgetauscht wurde.

Die Geschichte ist lustig und voller kleiner Abenteuer und dabei unglaublich warmherzig.
Das tolle an Penelope ist, dass sie keine typische Heldin ist. Sie ist kein Vorbild. Frech, unüberlegt, aber gleichzeitig auch unglaublich warmherzig. Man muss sie einfach mögen.
Die Suche nach ihrem Opa war nur Penelopes erstes Abenteuer und ich würde mich freuen, auch von den weiteren Erlebnissen und Ideen des kleinen Mädchens mit der berühmten Nase lesen zu dürfen!

Freitag, 25. Juli 2014

[REZENSION] Elfenbann

Redakteur: Sabrina Best

Titel: Elfenbann (OT: Illusions)
Autor: Aprilynne Pike
Übersetzer: Anne Brauner
Verlag: cbj
Reihe: Wings 3
empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahren
Ausführung: Hardcover, 416 Seiten



Autor:
Aprilynne Pike denkt sich Elfen-Geschichten aus, seit sie ein Kind ist. Sie studierte kreatives Schreiben und schloss sich später derselben Schriftstellergruppe an, zu der auch Stephenie Meyer gehört. »Elfenkuss«, der erste Band ihrer Elfen-Fantasy, machte sie über Nacht zur gefeierten Bestsellerautorin. Pike lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in Utah.


ELFENBANN

Kurzbeschreibung:
Laurel ist mehr als überrascht, als am ersten Tag des neuen Schuljahrs kein anderer als ihr Elfenfreund Tamani auftaucht – und zwar mit dem Auftrag, Laurel zu beschützen! Es dauert nicht lange, da merkt Laurel, wie all ihre verschütteten Gefühle für Tamani wieder aufleben und ihr innerer Konflikt – liebt sie den Menschen David oder den Elf Tamani? – erneut aufbricht. Damit nicht genug: Beunruhigt ist sie auch durch ihre mysteriöse neue Mitschülerin Yuki. Trotz aller Gefühlsverwirrungen gelingt es Laurel, die Fremde zu entlarven. Ihre wichtigste Entscheidung hat sie aber immer noch nicht getroffen..

Meine Meinung:
Tamani und Yuki kommen als neue Schüler auf die Schule. Yuki wohnt bei Klea (bekannt aus Band 2). Alles rund um Yuki wirkt auf Laurel und Tamani sehr merkwürdig und fragwürdig. Sie wohnt alleine und zurückgezogen. Hat sie etwas zu verbergen? Das erfährt man alles im Laufe der Handlung...

Auf der einen Seite ist "Elfenbann" eine spannende Geschichte um Laurel, Tamani und den Wächtern, die auf den Spuren der Orks auf die ein oder andere Schwierigkeit stoßen.
Auf der anderen Seite aber auch eine Liebesgeschichte zwischen Laurel, Tamani und David.
Die eine Facette wirkt spannend und antreibend auf die Geschichte. Die andere ist ein Zusatz, der aber doch sehr ausgiebig im Buch geschildert wird.
Mir persönlich hat nun die Geschichte um Yuki besser gefallen. Wobei ich auch nichts gegen die Liebesgeschichte um Laurel hatte, da dies auch zum Ende der Reihe sicherlich noch eine große Rolle einnehmen wird. Denn so entscheidet sie sich entweder für die Menschenwelt und somit David oder für Avalon und Tamani.

Die Geschichte ist spannend, schön und flüssig geschrieben. Die Autorin hat einen wunderbaren Schreibstil. Die Reihe empfehle ich gerne weiter: wer eine Mischung aus Fantasy, Liebelei und Spannung mag, der liegt hier genau richtig :)

Donnerstag, 24. Juli 2014

[REZENSION] Höllenfeuer

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Höllenfeuer
Autor: Rolf von Siebenthal
Übersetzer: -/-
Verlag: Gmeiner
Reihe: Band 2
Ausführung: Taschenbuch, 352 Seiten



Autor:
Rolf von Siebenthal, Jahrgang 1961, ist ausgebildeter Sprachlehrer. Er arbeitete viele Jahre bei einer Tageszeitung und im Schweizer Verkehrsministerium, heute ist er selbstständiger Journalist und Texter. Er lebt mit seiner Familie in der Nordwestschweiz.


HÖLLENFEUER

Ein Arzt, der der Brandstiftung zum Opfer fällt, ein Hinweis, dass ein vor Jahren verschwundener Junge noch am Leben ist und eine Bundesrätin, die mit ihrer Vergangenheit erpresst wird – all das hält die Schweiz zur Zeit in Atem. Die Ermittlungen an sämtlichen Fronten, ob von Kripo-Chef Neuenschwander oder Journalist Max Bollag, laufen schleppend, da scheinbar niemand bereit ist sein Wissen preis zu geben. Doch es zeichnet sich immer mehr ab, dass sie sich beeilen müssen, wenn sie eine Katastrophe verhindern wollen...

In der Schweiz ist so einiges los, was die Polizei und auch Journalisten in Atem hält. Schon die Kurzzusammenfassung zeigt auf, dass der Leser mit mehreren Handlungssträngen konfrontiert wird. Diese werden zunächst hauptsächlich durch die handelnden Personen zusammengehalten. Ob es weitere Zusammenhänge gibt und wie diese aussehen, wird erst im weiteren Verlauf deutlich, der sich so manches Mal anders darstellt als man es eigentlich vermutet hätte.

Durch die Perspektivwechsel bleibt das Tempo innerhalb des Buches erhalten. Denn sollte eine Handlung einmal stagnieren, bewirkt dieser Wechsel, dass man sich mit einer anderen Baustelle beschäftigt und keine Langeweile auftritt. Gleichzeitig wird Spannung erzeugt, da hin und wieder vor einem solchen Wechsel ein Cliffhanger zu finden ist, der dem Leser im Kopf bleibt und zum Nachdenken anregt, auch wenn man sich inhaltlich gerade an einem anderen Schauplatz befindet. Gerade das Suchen der Gemeinsamkeiten zwischen den verschiedenen Handlungssträngen kommt einem immer wieder in den Sinn. Immer mal wieder gibt es ein paar Indizien, doch um das Puzzle tatsächlich richtig zusammensetzen zu können, braucht man mehr als nur ein paar Hinweise.

Auch wenn die Hauptcharaktere bereits in „Schachzug“ ihr Debüt gegeben haben, hat man keinen Nachteil, wenn man erst mit „Höllenfeuer“, dem zweiten Band, einsteigt. Wichtige Informationen bezüglich der (zwischenmenschlichen) Beziehungen untereinander werden kurz eingestreut, um jeden Leser auf den aktuellen Stand zu bringen. Da das Geschehen ansonsten, was die Handlungsstränge angeht, in sich abgeschlossen ist, ist eine Kenntnis des Vorgängers also nicht unbedingt Voraussetzung.

„Höllenfeuer“ zieht den Leser schnell in seinen Bann und lässt ihn nicht mehr los. Zum Teil eigenwillige Charaktere und ein mehr als spannender Plot sorgen für einige Stunden Lesevergnügen der besonderen Art.


Reiheninfo:
Band 1: Schachzug

Mittwoch, 23. Juli 2014

[SPIEL-REZENSION] Abluxxen

Redakteur: Anette Leister

Titel: Abluxxen
Autor: Kramer & Kiesling
Illustrator: Oliver Freudenreich
Verlag: Ravensburger
empfohlenes Alter: ab 10 Jahre
Spieleranzahl: 2-5 Spieler





ABLUXXEN

Auf den ersten Blick erinnerte meinen Mann und mich die Anleitung von "Abluxxen" an Skip-Bo oder Canasta, weil es auch hier darum geht Karten mit gleichen Werten abzulegen und die Handkarten als erster los zu werden, um das Spiel für sich zu entscheiden. Die speziellen Regeln des Abluxxens lassen den ersten Eindruck jedoch schnell verfliegen, da das Spiel durch diese spezielle Wendung einen ganz anderen Verlauf nimmt als die beiden vorab genannten Klassiker.

Zu Beginn bekommt jeder Spieler dreizehn Karten ausgeteilt aus dem 109 Karten umfassenden Kartenstock (je 8x die Zahlen von 1 bis 13, 5 Joker). Die Luxx-Karte dient nur dazu anzuzeigen, welcher Spieler an der Reihe ist, ihre Verwendung ist optional.
Die aufgedruckten Werte auf den Karten sind nur im Spielverlauf entscheidend, bei der abschließenden Wertung zählen alle Karten gleich: jede abgelegte Karte ist ein Plus-, jede auf der Hand verbliebene Karte ein Minuspunkt.

Ziel des Spieles ist es möglichst schnell seine Karten abzulegen, dazu darf jeder Spieler pro Runde eine oder mehrere Karten gleichen Wertes vor sich ablegen. Wäre das der einzige Spielzug, wäre das Spiel schnell gelaufen. Allerdings besteht ein Spielzug eines jeden Mitspielers pro Runde aus zwei Aktionen: das Ablegen der Karten ist die erste, die zweite - mit der Möglichkeit sie auf verschiedene Arten auszuführen - ist die Verpflichtung den anderen Karten "abzuluxxen", insofern die Voraussetzungen dafür gegeben sind, um den Mitspielern damit kostbare Pluspunkte zu rauben.
Das Abluxxen bringt Bewegung ins Spiel, da es zum Einen mehrfach pro Zug geschehen kann (es muss von jedem Mitspieler abgeluxxt werden, wenn dies möglich ist), zum Zweiten führt das Abluxxen dazu, dass Karten nachgezogen werden müssen aus dem offenen Kartenvorrat oder dem Nachziehstapel, und zum Dritten mehrere Möglichkeiten bestehen, was mit den abgeluxxten Karten passieren soll.
Damit das Ganze in den ersten Runden nicht allzu kompliziert wird, beinhaltet die Spielanleitung neben einer ausführlichen und bebilderten Beschreibung der Spielabfolge einen Abluxx-Check. Die Tipps und Tricks sorgen für größeren Spielspaß und mehr Aussicht auf Gewinnerfolg, außerdem gibt es eine kurze Übersicht "Was gerne vergessen wird", damit man die Regeln schneller intus hat und weniger Fehler gemacht werden bis man den Spielfluss gefunden hat.

Das Spiel ist zwar theoretisch ab 2 Spielern spielbar, aber bei dieser Spieleranzahl fehlt "Abluxxen" eindeutig der Reiz, da zu wenige Aktionen ablaufen und sich so keine Dynamik entwickeln kann. Das Spiel bietet eine gelungene Mischung aus Taktik und Glück, die aber leider erst bei mehr als 2 Spielern zum Tragen kommt, da es dann komplexer und aktiver wird. Als Kartenspiel zu zweit war es uns zu langweilig, da sind andere Spiele mehr zu empfehlen. So bleibt es für Spieleabende zu zweit im Schrank, wenn spielebegeisterter Besuch kommt oder unsere Tochter etwas älter ist, um mitspielen zu können, wird es sicher häufiger zum Einsatz kommen.

Dienstag, 22. Juli 2014

[REZENSION] Wer braucht schon Schmetterlinge im Bauch?


Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Wer braucht schon Schmetterlinge im Bauch? (OT: It Only Takes A Minute To Fall In Love)
Autor: Lucy-Anne Holmes
Übersetzer: Claudia Geng
Verlag: blanvalet
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 448 Seiten



Autor:
Lucy-Anne Holmes ist Schauspielerin und Autorin. Sie hat lange in London gelebt und wohnt derzeit in New York. Halb verliebt ist voll daneben erzählt dort weiter, wo ihr 2010 veröffentlichter erster Roman Oh Happy Dates aufhörte: beim Happy End.
Derzeit schreibt die Autorin an ihrem dritten Roman, der ebenfalls bei Blanvalet erscheinen wird.


WER BRAUCHT SCHON SCHMETTERLINGE IM BAUCH?

Fanny hatte nie ein besonders gutes Verhältnis zu ihren Eltern, weshalb sie schon sehr früh von zu Hause ausgezogen ist. Umso erstaunter ist sie, als ihre Mutter plötzlich vor der Tür steht und ihr eröffnet, dass sie sich von ihrem Vater getrennt hat und nun erst einmal bei ihr unterkommen möchte. Fannys Mutter scheint wie ausgewechselt und will nur noch feiern. Dabei bräuchte Fanny jemanden, der mit ihr ihre Hochzeit plant, da Philippa, Fannys beste Freundin, von Matt, dem Zukünftigen, nicht viel hält und dementsprechend wenig begeistert von der bevorstehenden Hochzeit ist. Als wäre das Chaos nicht schon groß genug, schleicht sich plötzlich auch noch ein Mann in Fannys Leben, der in ihrem Bauch die berühmten Schmetterlinge auslöst – ganz im Gegensatz zu Matt...

„Ich habe einen Song für dich geschrieben“, sagt er, als ich ihm ein Bier gebe.
„Für mich!“, rufe ich, aber er lächelt nur und beginnt, auf seiner Gitarre zu klimpern.
„Wenn ich ihn dir vorspiele, hältst du mich wahrscheinlich für einen Schwachkopf. Und du könntest damit recht haben. Obwohl ich dich mit einem Küchensieb auf dem Kopf im Kampf gegen ein Monster gesehen habe. [...]“ (S. 145)

Fanny hat in ihren jungen Jahren schon einiges mitmachen müssen. Manches wird dem Leser möglicherweise aus eigenen Erfahrungen bekannt vorkommen, anderes kann man sich vielleicht überhaupt nicht vorstellen. Da Fanny ihre Geschichte selber erzählt, ist es, als säße man ihr gegenüber. Macht man die Augen zu, kann man manche Ereignisse sogar bildlich vor sich sehen. Das hängt mit der einerseits lebhaften, andererseits sehr detailgetreuen Darstellung zusammen, woraus sich ein authentisches Bild ergibt.

Dass es sich hier nicht ausschließlich um einen lustigen Frauen- bzw. Unterhaltungsroman handelt, wird schnell deutlich. Humor ist zwar ein wichtiger Bestandteil dieser Erzählung, doch täuscht er nicht hinweg über einige sehr ernsthafte Themen, die hier ebenfalls behandelt werden. So kann man sich in einem Moment vor Lachen kaum aufrecht halten, ist es möglich, dass man auf der nächsten Seite schon wieder kurz davor ist in Tränen auszubrechen. Diese Gegensätze wechseln sich immer wieder ab, es ist das reinste Gefühlschaos.

Im Verlauf des Geschehens passiert es zwangsläufig, dass man bereist ahnt was als nächstes geschehen wird. Entsprechend ist man wenig verwundert, wenn es dann auch genau so kommt. Andere Ereignisse wiederum sind vollkommen unvorhersehbar und überfallen den Leser quasi von hinten. Zeitweise fragt man sich, ob das ein oder andere Erlebnis tatsächlich hätte ausgeschmückt werden müssen, da es phasenweise zu Stagnation kommt.
Doch im Großen und Ganzen wird man zum einen gut unterhalten, zum anderen aber auch zum Nachdenken angeregt. „Wer braucht schon Schmetterlinge im Bauch?“ verdient definitiv eine Chance, man sollte weder durch das Cover noch durch den Klappentext Vorurteile aufkommen lassen.

Montag, 21. Juli 2014

[REZENSION] Rosen und Seifenblasen

Redakteur: Julia Ehrenberg

Titel: Rosen und Seifenblasen
Autor: Sonja Kaiblinger
Verlag: Loewe
Reihe: Verliebt in Serie Folge 1
empfohlenes Lesealter: ab 11 Jahren
Ausführung: Hardcover, 320 Seiten



Autor:
Sonja Kaiblinger wurde 1985 in Krems geboren. In jeder freien Minute bringt sie die Geschichten zu Papier, die ihr im Kopf herumspuken. Sie lebt zusammen mit ihrem Freund in der Nähe von Wien.


ROSEN UND SEIFENBLASEN

Die 14-jährige Abby ist genervt von ihrer großen Schwester Deborah. Die ist nämlich süchtig nach der kitschigen Serie „Ashworth Park“. Während Deborah für den Serienhelden Julian schwärmt, machen sich Abby und ihre Freundin Morgan immer nur lustig über die Daily Soap. Die erfüllt aber auch jedes Serienklischee, das es gibt. Die Handlung ist ziemlich hirnrissig. Es geht um die kleinen und großen Skandale einer englischen Adelsfamilie auf einer kleinen Kanalinsel. Held Julian ist übermäßig schön, selbst in geschlossenen Räumen wehen seine Haare und er hat jede Woche eine neue Freundin – was nicht schwierig ist, denn die ganze Insel liegt ihm zu Füßen. Sein jüngerer Bruder Jasper ist da ein ganz anderes Kaliber, rebellisch und genervt von der Insel hat er erst vor kurzem einen Flügel des Hauses angezündet. Der Vater der Familie Ashworth liebt seine Pferdezucht, Lady Ashworth liebt es vor allem, zu keifen und zu bestimmen und dann ist da noch die schrullige Tante Gladys. Und natürlich endet jede Folge der Serie mit einem Cliffhanger.
Die New Yorkerin Abby findet das ganze wirklich lächerlich. Aber dann passiert etwas unglaubliches, Abby wird in die Geschichte gezogen. Jeden Abend zur Sendezeit wird sie auf einmal nach Ashworth Park katapultiert. Plötzlich hat Abby ungewollt die Hauptrolle und ist Zentrum der Intrigen, Liebesgeschichten und Skandale. Ein Albtraum, der unbedingt enden muss. Doch wie entkommt man einer Serie?

Das Erste, was einem bei dem Buch auffällt, ist das Cover. Es ist rosa und kitschig und voller Zeichnungen von Sachen, die etwas mit England oder Amerika zu tun haben. So kann man viel entdecken. Und die Motive findet man nicht nur auf dem Buchumschlag sondern auch auf dem Vorsatzplatz. Das Cover ist wirklich wunderschön und passend zu einer kitschigen Serie.

Die Geschichte selbst ist ziemlich abgedreht, dabei aber sehr unterhaltsam. Abby ist ein ganz normaler Teenager, allerdings einer, der nichts für Daily Soaps übrig hat. Das führt natürlich dazu, dass sie sich immer wieder über die Sachen lustig macht, die in der Serie passieren. Das alles ist ihr viel zu theatralisch, viel zu viele Zufälle und dann auch noch immer diese künstlich herbeigeführten Cliffhanger… Da Abby aber täglich in der Serie feststeckt, muss sie lernen, mit den Serienregeln zu leben. Das führt natürlich zu lustigen Situationen und macht einfach Spaß zu lesen. Da kann man auch darüber hinwegsehen, dass Abby, ihre Schwester und ihre Freundin sich viel zu schnell mit der Situation abfinden und irgendwie kaum über die Ausflüge in die Serie staunen. Völlig logisch ist die ganze Geschichte dabei nicht, aber welche Serie ist schon logisch?

Passend für eine Serie endet auch dieses Buch übrigens mit einem Cliffhanger. Ich hoffe, wir müssen nicht zu lange warten, bis wir erfahren, wie die Daily Soap weitergeht. Denn ich bin jetzt wirklich neugierig und möchte noch mehr Kitsch und Skandale!

Ein unterhaltsames Buch für alle, die Serien nicht ganz ernst nehmen!

Sonntag, 20. Juli 2014

[RUND UMS BUCH] Neuzugänge KW29/Anette


Im Briefkasten

Donnerstags im Fetten Hecht, Stefan Nink (GT)
Framstag Sam, Paul Van Herck (GK)
Ich, Toft und der Geisterhund von Sandkas, Wieland Freund (RE)
Sannah & Ham, Tom Ellen / Lucy Ivison (RE)