Montag, 30. Juni 2014

[REZENSION] Käts Start-Up Küche

Redakteur: Anette Leister

Titel: Käts Start-Up Küche
Autor: Katerina Dimitriadis
Fotograf: Pilar Schacher
Layout: Andrea Schindler
Verlag: Dorling Kindersley
Reihe: -/-
Ausführung: Hardcover, 192 Seiten



Autor:
Katerina Dimitriadis ist Studentin der Buchwissenschaft und Politologie, betreibt aber auch zusammen mit Mutter und Schwester das Restaurant Konstantina in Nürnberg und ist Autorin einer Kochkolumne in den Nürnberger Nachrichten.
Die Fotos stammen von Pilar Schacher, Mode- und Foodfotografin, das Layout von der Grafikerin Andrea Schindler.
"Käts Start-up Küche" ist das zweite Buch nach dem erfolgreichen Vorgängertitel "Käts Studentenküche".


KÄTS START-UP KÜCHE

Nach ihrem Kochbuchdebüt "Käts Studentenküche" legt Katerina Dimitriatis mit ihrer Start-Up Küche den Nachfolger vor, wiederum in Zusammenarbeit mit Pilar Schacher und Andrea Schindler.

In der Handhabung setzt "Käts Start-Up Küche" auf die bewährten Stärken der Studentenküche:
An den Rezepten befinden sich Angaben zu den Kosten pro Person, die Zubereitungszeit ist in Minuten abgegeben (Achtung: die Garzeit kommt noch dazu), außerdem sind die Rezepte mit "vegetarisch" oder "vegan" gekennzeichnet oder soweit möglich - bei Fleisch- und Fischrezepten - durch eine vegetarische oder vegane Abwandlungsmöglichkeit ergänzt. Die Einkaufslisten lassen sich über QR-Code mit dem Smartphone einlesen.

Der Inhalt ist in folgende Rezeptrubriken und Foodspecials untergliedert:

* Frühstück und Brunch
- Vegane und vegetarische Ernährung
* Suppen, Salate und Snacks
- Roadfood
* Sattmacher
- Essen für Viele
* Pasta-Liebe
* Süße Sachen
- So komponiere ich ein Menü
- Der perfekt gedeckte Tisch
- Anhang (Küchenausstattung, Must-Haves, Resteküche, Tipps und Tricks)
- Register
- Saisonkalender für Gemüse, Obst und Blattsalate

Obwohl die Zusammenarbeit der drei eindeutig Wiedererkennungswert hat, ist das zweite Werk mitnichten ein Abklatsch das ersten.
Zwar erkennt man im Layout und bei den Fotos die Handschriften Andrea Schindlers und Pilar Schachers, aber im Vergleich zum ersten Band haben sich die beiden neben "Alt"-Bewährtem auch einige neue Sachen einfallen lassen. Genauso ist es mit den Rezepten von Katerina Dimitriadis: die Start-Up Küche bietet wiederum einen gelungenen Mix aus junger Küche und Familienrezepten, aber nur das Konzept ähnelt ihrer Studentenküche, die Rezepte selbst bieten jede Menge lohnenswerte Neudentdeckungen.
Dabei gefällt mir besonders das Special "Roadfood" außerordentlich gut, denn welcher Berufstätige stand noch nicht vor dem Problem aus Mangel an Zeit (und Lust) unter der Woche oft nichts Ordentliches und Nahrhaftes zu Essen, sondern aus Bequemlichkeit zu fettigem Junk Food aus dem Bahnhofsimbiss zu greifen.
Die Gerichte sind oftmals so aufgebaut, dass sie sich untereinander zu Menüs kombinieren lassen, so findet man sowohl jede Menge Beilagen separat aufgeführt (z.B. verschiedene Zubereitungsmöglichkeiten von Kartoffeln wie Petersilienkartoffeln, Kartoffel-Gurken-Salat oder Rosmarinkartoffeln) als auch einige Fleisch- und Fischgerichte.
Eine Vielzahl von Varianten bei Dressings, Frühstücksideen oder Suppen lässt jeden sein Lieblingsessen für jede Zeit des Tages finden:
So bietet das Kapitel "Frühstück und Brunch" zum Beispiel gleich dreierlei Arten von French Toast oder Röstbroten und auch unter "Suppen, Salaten und Snacks" wird fast alles in verschiedenen Geschmacksrichtungen präsentiert. Eine Doppelseite bietet verschiedene Dressings und Vinaigrettes zum Ausprobieren an, das Grundrezept für Quiche wird mit zwei alternativen Belägen präsentiert und auch Kartoffelpürree lässt sich in vielerlei Hinsicht abwandeln und variieren.

 

Wer schon "Käts Studentenküche" mochte, kommt am Nachfolger "Käts Start-Up Küche" ebenfalls nicht vorbei. Auch wenn mir der Vorgänger vom Layout noch einen Tick mehr zugesagt hat, bekommt der Nachfolger von mir ebenfalls ganz klar die Höchstwertung verliehen.
Die Rezepte sind dank Bebilderung, einfach erklärten Zubereitungsfolgen und überschaubaren Zutatenlisten ideal für Kochanfänger, aber auch passionierte Hobbyköche werden in diesem Buch noch viel entdecken können.
Käts Kochbücher bieten durchweg leckere und einfach nachzukochende Rezepte und sind zudem dank der Zusammenarbeit mit Andrea Schindler und Pilar Schacher ein wahrer Augenschmaus, zu dem man auch zwischen den Mahlzeiten gerne greift und durchschmökert nach der nächsten Köstlichkeit, die man für sich und Freunde oder Familie zubereiten möchte ;)

Sonntag, 29. Juni 2014

[RUND UMS BUCH] Neuzugänge KW26/Anette


Im Briefkasten

Das Rosie-Projekt, Graeme Simsion (GT)
Das Wunder vom Kirschkern, CD (RE)
Der Geschmack des Sommers, Sarah Ockler (RE)
Die Trottellumme, CD (RE)
Wir lieben Papier, diverse (RE)

Samstag, 28. Juni 2014

[REZENSION] Alles Amore

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Alles Amore
Autor: Markus Götting
Übersetzer: -/-
Verlag: Ullstein
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 240 Seiten



Autor:
Markus Götting, Jahrgang 1971, lebt in München. Nach Stationen bei der Süddeutschen Zeitung, dem SZ-Magazin und dem stern ist er seit 2011 Redakteur für besondere Aufgaben bei der Zeitschrift Bunte. Seine Bestseller "Nachts im Sägewerk" und "Alles Azzurro" sind beide bei Ullstein erschienen.


ALLES AMORE

Markus hat eigentlich so ziemlich alles in den Sand gesetzt. Und das nur, weil er bestätigt haben wollte, dass er auch bei jungen Frauen noch ankommt. Doch er stellt schnell selbst fest, dass er absoluten Blödsinn verzapft hat und will nun seine Familie zurück. Frau und Kinder sind unterdessen traditionell mit dem Wohnwagen nach Italien gefahren. Markus reist inkognito hinterher und verbündet sich mit seinen Campingplatzkollegen, die ihm erst einmal gehörig den Kopf waschen, dann aber für jede Schandtat bereit sind. Planung und Organisation stehen allerdings nicht ganz oben auf der Liste der Männer, was zu so manchem Fauxpas führt. Kann Markus eine Familie dennoch zurückerobern?

Ob es sich bei Männern, die mit Mitte vierzig noch einmal ihren Marktwert testen wollen und dafür alles aufgeben, um ein Klischee handelt, sei dahingestellt. Fakt ist jedoch, dass eine solche Aktion zum einen meist nicht durchdacht, zum anderen oft sehr dämlich ist. Das muss auch Markus feststellen und will nun versuchen sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Hilfe erhält er dabei von seinen Campingfreunden. Die Männerkombo ist schon ein illustrer Haufen, der für so mehr als nur einen Lacher während der Lektüre sorgt. Doch trotz vordergründigem Witz bleibt die Ernsthaftigkeit hinter dem Geschehen nicht verborgen.

Oft handelt es sich um die Ich-Perspektive einer Frau, wenn es um Unterhaltungsliteratur geht. Hier jedoch erzählt Markus seine Geschichte selbst. Schonungslos, selbstironisch, aber auch mit einer Portion Mitleid. Er beschönigt seine Rolle in dem Dilemma nicht, buhlt aber irgendwie doch um Verständnis. Da man sich so das klassische Verhalten eines Mannes vorstellt, wirkt die Geschichte gleich authentischer. Man verfolgt mit Spannung den Verlauf der Ereignisse, und wartet im Grunde auf jeder Seite auf das nächste Fettnäpfchen, hofft aber natürlich auch auf ein positives Ende. Denn auf irgendeine Art und Weise findet man Markus sympathisch, auch wenn man sein Verhalten zu Anfang nicht gutheißt.
Sicherlich entwickelt sich vieles so, wie man es bereits vorhersieht. Manches Mal hätte man sich vielleicht doch die ein oder andere Überraschung gewünscht. Doch im Großen und Ganzen macht es Spaß das Geschehen zu verfolgen, egal ob vorhersehbar oder nicht.

„Alles Amore“ bietet kurzweilige Unterhaltung mit viel Charme und Witz, aber auch der nötigen Portion Ernst.

Donnerstag, 26. Juni 2014

[REZENSION] Eine (un)mögliche Liebe

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Eine (un)mögliche Liebe
Autor: Ella Wünsche
Übersetzer: -/-
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 266 Seiten



Autor:
Ella Wünsche liebt Geschichten. In der Schule schrieb sie die ersten Kurzgeschichten, später folgten Drehbücher für Filme und eine Kinderserie. Ihr erster Roman »Das Leben ist (k)ein Brautstrauß« war ein Überraschungserfolg im eBook-Weihnachtsgeschäft 2013. Gerade ist ihr zweites Werk erschienen: »Eine (un)mögliche Liebe«


EINE (UN)MÖGLICHE LIEBE

Natalie ist Ende dreißig und wohnt, nachdem sie ihren Mann inflagranti mit einer anderen Frau erwischt hat, mit ihrer Oma in der Einliegerwohnung ihrer Eltern. Nicht gerade das, was sie sich erträumt hatte. Auch beruflich läuft nicht alles wie einst geplant. Doch dann tritt ein neuer Mann in Natalies Leben. Jo ist fünfzehn Jahre jünger als sie, was die Beziehung der beiden zwar einerseits aufregend, aber andererseits nicht unbedingt einfacher macht. Endlich beschließt Natalie aus dem Trott auszubrechen, um all ihre lang gehegten Träume zu verwirklichen. Wird sie auf die Unterstützung ihrer Lieben zählen können – in allen Belangen?

Er ahmt tatsächlich mit seinen Händen die Herstellung einer Wurst nach.
Judith steht auf, deshalb wird er lauter.
„Wisst ihr, wie toll das ist, wenn man so einen dicken, festen Fleischprügel durch seine Finger gleiten spürt?“
Das haben die anderen Gäste im Restaurant falsch verstanden und starren zu uns hinüber. (S. 21)

Liebe kann Berge versetzen! Liebe kennt keine Grenzen! Handelt es sich dabei nur um abgedroschene Floskeln oder steckt tatsächlich ein Fünkchen Wahrheit dahinter? Man sollte meinen in der heutigen Zeit sei es vollkommen legitim, wenn eine Frau von Ende dreißig und ein Mann Mitte zwanzig zusammen sein wollen. Schließlich verliebt man sich in den Charakter eines Menschen und nicht in sein Alter. Doch scheinbar ist die Gesellschaft dahingehend noch nicht so aufgeschlossen wie man meinen würde. Dies muss auch Natalie schmerzlich feststellen. Argumentativ versteht der Leser durchaus beide Seiten, doch schlussendlich sollte man zwar seine Meinung sagen dürfen und auch seine Haltung zu gewissen Dingen haben, allerdings ohne dass man andere damit in die Enge treibt.

Natalies Geschichte ist sehr anrührend und ruft im Leser verborgene Sehnsüchte wach, ebenso wie starke Emotionen. In irgendeinem Teil von Natalie wird sich sicher jeder wiedererkennen, wodurch die Geschichte an Authentizität gewinnt und zum Nachdenken anregt. Man spürt Natalies Gefühle förmlich als die eigenen, man freut sich mit ihr, aber man leidet ebenso wie sie. Obwohl es mehr als hoffnungslos aussieht, hofft man doch inständig, dass sich alles zum Guten wenden wird. Es muss nicht immer ein klassisches, klischeebehaftetes Happy End sein, um dem Leser ein gutes Gefühl zu geben, freuen würde es einen aber schon.

Ella Wünsche zieht den Leser mit ihrem lockeren, leichten Schreibstil sofort in den Bann und verhehlt auch nicht, dass das Leben nicht nur lustige Momente bereit hält, auch wenn hier eine ordentliche Portion Humor zugrunde liegt. Die Mischung macht es und die ist grandios. Hier zeigt sich wieder einmal, dass kein namhafter Verlag oder „großer Name“ auf dem Cover stehen muss, um den Leser zu begeistern!

Dienstag, 24. Juni 2014

[REZENSION] Königlich und köstlich

Redakteur: Anette Leister

Titel: Königlich und köstlich
Autor: Carolyn Robb
Fotograf: Simon Brown u.a.
Verlag: Callwey
Reihe: -/-
Ausführung: Hardcover, 216 Seiten



Autor:
Die Spitzen-Köchin Carolyn Robb war 11 Jahre lang die persönliche Küchenchefin von seiner Königlichen Hoheit Prinz Charles und Prinzessin Diana und liefert neben ihren köstlichen Rezepten ganz persönliche Geschichten und Einblicke in das Familienleben am Hof.
Sarah Champier war verantwortliche Floristin am Hof und ergänzt das Buch mit wundervollen Blumen-Deko-Ideen zu einzelnen Gerichten und Anlässen.


KÖNIGLICH UND KÖSTLICH

Bereits die Einleitung hat mich für dieses Buch eingenommen: charmant und interessant erzählt Carolyn Robb von ihrer Kindheit und ihrem beruflichen Werdegang, insbesondere natürlich von den elf Jahren, die sie als persönliche Küchenchefin von seiner Königlichen Hoheit Prinz Charles und Prinzessin Diana beschäftigt war und die sie zu diesem Buch inspiriert haben.

Darin enthalten sind 80 Rezepte, die in folgende Rubriken unterteilt sind:

* Herrliche Häppchen
* Üppige Brote
* Schöner Auftakt
* Leicht & sommerlich
* Warm & wohlig
* Süße Versuchungen
* Kekse und Kleingebäck
* Kuchen
* Essen für Kinder
* Haltbar & lecker

Im angehängten Register nach Alphabet kann man sowohl nach Hauptzutaten als auch einzelnen Rezepten suchen.
Die Rezepte sind sehr großzügig präsentiert. Neben formatfüllenden Foodfotos beinhaltet jede Rezeptvorstellung nicht nur eine Zutatenübersicht und die Zubereitungsabfolge, sowie Ideen zur Abwandlung, sondern sie werden allesamt mit ganz persönlichen Texten der Autorin vorgestellt, die weitere Einblicke in ihre Arbeit am Hof gewähren sowie witzige Anekdoten bereithalten.

"Königlich und köstlich" überzeugt auf ganzer Linie, es ist sowohl ein Gaumen- als auch ein Augenschmaus:

Die geschmackvollen und appetitanregenden Foodfotos werden durch persönliche Dokumente von Carolyn Robb und die wunderbaren Blumenarrangements von Sarah Champier ergänzt, sowie exklusiv für dieses Buch angefertigte Aquarellzeichnungen der japanischen Künstlerin Akane Miyoshi.
Die einzelnen Seiten sind in unterschiedlichen pastelligen Farben gehalten, die wunderbar auf das auf der jeweiligen Doppelseite vorgestellte Rezept abgestimmt sind. Die Vorsatzseiten sind mit weißen Kronen auf dunkelblauen Untergrund bedruckt.
Auf der Verlagsseite kann man einen Blick auf einige ausgewählte Fotografien des Buches werfen: http://www.callwey-shop.de/koeniglich-und-koestlich.html/


Trotz königlicher Tafel bestechen die vorgestellten Rezepte neben ihrer Raffinesse auch durch eine gewisse Einfachheit: Carolyn Robb beschränkt sich häufig auf wenige - aber gute - Zutaten, so dass keine endlose Einkaufsliste von Nöten ist, um die meisten Sachen aus diesem Buch nachzuarbeiten. Zudem ist die Rezeptauswahl derart gestaltet, dass man in dem Buch nicht (nur) Gerichte für eine festliche Tafel findet, sondern ganz alltägliche Dinge wie verschiedene Brotsorten und -aufstriche, Essen für Kinder und andere leicht nachzuarbeitende Gerichte, die auch von Koch- und Backanfängern mit großem Erfolg umgesetzt werden können.
Auch die vorgestellten Blumenarrangements von Sarah Champier können problemlos von Anfängern und ohne allzu viel Material gestaltet werden.

"Königlich und köstlich" ist ein Gesamtkunstwerk, dass in jedem Fall den Status Lieblingskoch- und backbuch verdient, da es sowohl in seiner Aufmachung als auch von den vorgestellten Rezepten und deren Präsentation keinerlei Wünsche offen lässt!

Montag, 23. Juni 2014

[REZENSION] Rezepte für einen italienischen Sommer

Redakteur: Anette Leister

Titel: Rezepte für einen italienischen Sommer
Autor: diverse
Fotograf: Foodfotos von Andy Sewell, Landschaftsbilder von Joel Meyerowitz
Verlag: Edel
Reihe: -/-
Ausführung: Hardcover, 432 Seiten



REZEPTE FÜR EINEN ITALIENISCHEN SOMMER

Das italienische Kochbuch zieht mit dem schlichten, aber schönen Design direkt die Aufmerksamkeit auf sich. Laut Werbeaufkleber auf dem vorderen Cover enthält das Buch über 350 Originalrezepte aus dem Bestseller "Der Silberlöffel".

Die vorgestellten Rezepte sind in folgende Rubriken unterteilt:
* Picknick
* Salate
* Grillen
* Leichte Mittag- und Abendessen
* Sommerfeste
* Desserts
* Eiscreme und Getränke

Im angehängten Rezeptverzeichnis kann man sehr gut nach einer Zusammenstellung von ganzen Menüs oder einzelnen Gängen suchen, im Register in alphabetischer Reihenfolge ganz gezielt nach Rezepten.

Die im Buch enthaltenen Fotos stammen von Andy Sewell (Foodfotos) und Joel Meyerowitz (Landschaftsbilder). Die wunderschönen Landschaftsaufnahmen wecken Fernweh und machen noch mehr Lust die einzelnen Rezepte auszuprobieren als es die gelungenen Foodfotos ohnehin schon tun. Es sind bei weitem nicht alle Rezepte mit einem Foodfoto vertreten, aber dank der ausführlichen Zubereitungsfolge und den exakt angegebenen Zutaten lassen sich die Rezepte auch ohne Abbildung des Endergebnisses problemlos nacharbeiten. Falls zu einem Rezept ein Foto im Buch enthalten ist, ist dies am Ende des Rezeptes vermerkt mit Hinweis auf die entsprechende Seite im Buch.
Ansonsten umfasst jede Rezeptvorstellung den deutschen und italienischen Namen der Speise, eine Übersicht über Vorbereitungs- und Garzeiten, die Anzahl der Personen, für die das Rezept ausgelegt ist und die Zutatenliste und Zubereitungsfolge.
Die getesteten Rezepte haben uns allesamt überzeugt, ganz besonders der Salat mit viel frischem Gemüse und Kräutern schmeckte genau so, wie man sich einen italienischen Sommer vorstellt. Vor dem Rezeptteil befindet sich ein kompakter, saisonaler Lebensmittelkalender, so dass man die Rezepte gezielt danach aussuchen kann, welche Obst- und Gemüsesorten gerade Saison haben.


Die Zusammenstellung von Vorspeisen, über Hauptgerichte bis hin zu Desserts und Getränken und die Mischung zwischen vegetarischen Gerichten und Gerichten mit Fisch oder Fleisch lässt keine Wünsche offen - hier findet jeder die passenden Gerichte für den ganz persönlichen kulinarischen Sommergenuss!

Sonntag, 22. Juni 2014

[RUND UMS BUCH] Neuzugänge KW25/Anette


Im Briefkasten

Ascheherz, Nina Blazon (GK)
Die Auserwählten 1: Im Labyrinth, James Dashner (GK)
Die Nacht gehört dem Drachen, Alexia Casale (GT)
Hamlet, Hörbuch, William Shakespeare (GW)
Katzen! - Band 1: Katz-Cha-Cha, Brrémaud / Paola Antista (RE)
Kleine Katze Chi, Band 1 und 2, Konami Kanata (RE)
Laqua - Der Fluch der schwarzen Gondel, Nina Blazon (GK)
Zweilicht, Nina Blazon (GK)

Dies und das

Die Woche habe ich noch etwas mehr über die Stränge geschlagen als letzte, aber ein Gutschein wollte gleich umgesetzt werden ;)
Ansonsten war die Woche gar nicht schön: nachdem erst vor Kurzem zwei unserer Katzen verschwunden sind, ist die Woche auch noch unser letzter Kater verschollen :( Da sowohl die Suche nach den beiden ersten erfolglos blieb als auch die aktuelle Suche, habe ich die Befürchtung, das hier ein Tierfänger am Werk ist. Das kann doch wirklich kein Zufall mehr sein und trotz Registrierung aller Katzen und Nachfragen in der Nachbarschaft nichts mehr - aber wirklich rein gar nichts - von den Katzen zu hören, ist echt nicht normal :(

[REZENSION] Neben der Spur ist auch ein schöner Weg


Redakteur: Christiane Demuth (09.06.2014)

Titel: Neben der Spur ist auch ein schöner Weg
Autor: Dorothea Böhme
Verlag: blanvalet
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 288 Seiten



Autor:
Dorothea Böhme wurde 1980 in Hamm (Westfalen) geboren. Es hat sie immer schon in die Welt hinausgezogen: Sie studierte in Deutschland und Österreich, verbrachte einige Monate in Ecuador und Italien und arbeitet momentan als Deutschlehrerin in Ungarn.


NEBEN DER SPUR IST AUCH EIN SCHÖNER WEG

Was haben ein junges Mädchen kurz vor dem Abi, eine Dame älteren Semesters, die gerade ihren Mann beerdigt hat und eine Frau mit einer Aktentasche gemeinsam? Zunächst einmal nicht viel, außer, dass es sie alle nach Italien zieht. Kurzerhand beschließen sie den Weg gemeinsam zu gehen, oder besser zu fahren, in einem kleinen, roten Auto, das auch schon bessere Tage gesehen hat. Jeder hat sein eigenes Päckchen zu tragen, doch auch gemeinsam erleben sie allerhand. Die Unternehmung schweißt die drei Frauen zusammen, so unterschiedlich sie auch sind, und lässt sie das Abenteuer ihres Lebens erleben...

„Woher hat sie so viel Geld?“
„Es gibt bestimmt eine ganz logische Erklärung.“ Margot vermied es, Laura anzusehen.
Ha, daran glaube sie doch selbst nicht!
„Bestimmt.“ Laura lag subtiler Sarkasmus eigentlich nicht, nun triefte ihre Stimme jedoch nur so vor Ironie. „Vielleicht hat sie es gefunden.“
„Sie könnte es geerbt haben.“
„Das würde auch das blaue Auge erklären. Ihr Großvater hat sich beim Sterben noch ein bißchen gewehrt.“ (S. 63f)

Drei extrem unterschiedliche Frauen – ein Ziel. Ob das gut gehen kann? Der Leser verfolgt zunächst zwei von ihnen parallel, und zwar bevor sie sich treffen. So erhält man einen ersten Eindruck der jeweiligen Person in ihrem mehr oder weniger gewohnten Umfeld und kann spätere Ereignisse möglicherweise besser einschätzen und bewerten. Denn als sie sich schließlich begegnen wird schnell klar, dass ihr Verhalten ein anderes ist. Was natürlich für jeden verständlich ist, denn niemand vertraut sich einer wildfremden Person sofort an und erzählt ihr alle Einzelheiten. Daher ist der kurze Vorspann erforderlich und gleichsam hilfreich. Frau Nummer drei wirkt dahingehend nicht nur auf die beiden bereits bekannten Charaktere seltsam und geheimnisvoll, sondern auch auf den Leser. Denn von ihr erfährt man nicht viel mehr als die Protagonisten auch. Das gibt viel Spielraum für Spekulationen, wie von der Autorin geplant, was sich bald zeigt.

Die Reise nach Italien ist ein wahres Abenteuer, nicht nur für diejenigen, die sie erleben. Der Leser selbst kann die Atmosphäre spüren und sich in das Geschehen hineinversetzen, als würde man selbst in dem kleinen roten Auto sitzen. Die Geschichte ist sehr humorvoll und charmant aufgebaut, allerdings spürt man unterschwellig durchgängig auch die Ernsthaftigkeit hinter dem Unterfangen. Ohne triftigen Grund beschließt man zumeist nämlich nicht einfach nach Süden zu fahren, ohne auch nur eine Zahnbürste einzupacken. Dieser Aspekt wird dementsprechend gut in das Gesamtgeschehen eingebettet und behandelt. Des Weiteren baut die Autorin Spannungselemente ein, die zum einen der Geschichte Tempo verleihen und zum anderen dafür sorgen, dass der Leser das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte.

„Neben der Spur ist auch ein schöner Weg“ ist witzig, spannend und ernsthaft zugleich. Dieser Roman vermittelt Lebensfreude, regt aber auch zum Nachdenken an, denn so manche Eigenschaft einer der drei Frauen wird dem Leser sicherlich von sich selbst bekannt vorkommen.



Redakteur: Julia Ehrenberg

Was haben eine Rentnerin, die gerade ihren Mann beerdigt hat, ein Mädchen kurz vor dem Abi und eine Frau mit einer Aktentasche voller Geld gemeinsam? Nun, nicht wirklich viel, aber alle drei haben das Ziel Italien. Und so kommt es, dass Margot, Laura und Sabine eine ungewöhnliche Reisegemeinschaft bilden. Die Rentnerin Margot und die junge Laura verstehen sich dabei schnell sehr gut und vertrauen sich ihre Probleme an. Während Margot vor dem drohenden Altersheim flieht, möchte Laura ihren Ex-Freund zurückgewinnen. Ihre Freundin riet ihr, unerreichbar zu sein, und genau das ist sie durch ihre Italienreise. Allerdings nicht nur für den Ex sondern auch für Eltern und Freunde.
Sabine ist vor allem Laura zunächst recht unsympathisch. Die Frau, die mit einem Koffer voll Geld am Straßenrand steht, ist ihr nicht geheuer. Wo kommt das Geld her? Etwa von einem Banküberfall?

Die Reise der drei unterschiedlichen Frauen erweist sich als recht turbulent, flüchten sie doch nicht nur vor der Polizei sondern auch vor einem Privatdetektiv. Warum? Tja, das ist gar nicht so einfach zu sagen, einen Grund zum Verfolgen bieten tatsächlich alle drei Frauen.
Die ganze Geschichte ist wie ein Roadmovie in Buchform. Es ist eine recht abgefahrene Geschichte, voller Witz und Warmherzigkeit. Sie lebt vor allem von den sympathischen Figuren. Die Rentnerin Margot habe ich dabei besonders in mein Herz geschlossen. Sie ist rüstig, weiß was sie will und hat so manche verrückte Idee. Sie schreckt vor fast nichts zurück – außer vor Auseinandersetzungen mit ihrem Sohn.
Das ganze Buch habe ich in sehr kurzer Zeit verschlungen, es las sich einfach schnell weg. Ich war gespannt darauf, wie sich alles auflöst, wobei der Weg eindeutig wichtiger war als das Ziel. Und das Buch hat, so witzig es ist auch ist, gleichzeitig eine Tiefe und Ernsthaftigkeit, die man zunächst vielleicht nicht erwartet und regt zum Nachdenken an.

Die Geschichte hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Ich habe eigentlich nur einen Kritikpunkt, ich fand sie zu kurz. Am Ende hätte ich gerne noch weiter gelesen, hätte die Figuren am liebsten ein Stück weiter auf ihrem Weg begleitet. Ich wollte mich gar nicht trennen von dem außergewöhnlichen Trio!
Schon jetzt freue ich mich auf weitere Werke aus der Feder von Dorothea Böhme. Die sympathische Autorin ist eine der Entdeckungen der LLC 2014 für mich! Aber auch ohne das Interview, das ich dort mit ihr führen durfte hätte ich wohl zu dem Buch gegriffen, denn ihr müsst zugeben, Cover und Titel sind einfach genial!
Ich kann euch nur dazu raten, begleitet das ungewöhnliche Trio auf ihrer turbulenten Reise nach Italien!

[REZENSION] Hanni und Nanni stehen vor einem Rätsel (Hörspiel)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Hanni und Nanni stehen vor einem Rätsel
Autor: Enid Blyton
Sprecher: Erzähler: Lutz Mackensy
Übersetzer: -/-
Verlag: Europa
Reihe: Hanni und Nanni 44
empfohlenes Lesealter: ab 6 Jahren
Ausführung: Hörspiel, ca. 60 Minuten, 1 CD



Autor:
Enid Blyton, 1897 in London geboren, begann im Alter von 14 Jahren, Gedichte zu schreiben. Bis zu ihrem Tod im Jahre 1968 verfasste sie über 700 Bücher und mehr als 10.000 Kurzgeschichten, die in über 40 Sprachen übersetzt wurden. Bis heute gehört Enid Blyton zu den meistgelesenen Kinderbuchautoren der Welt und mit den »Fünf Freunden« hat sie die bekanntesten Helden aller Zeiten geschaffen.

Sprecher:
Lutz Mackensy, Regine Lamster, Manuela Dahm, Kerstin Draeger, Barbara Schipper, Reinhilt Schneider, Susanne Wulkow, Judy Winter, Linda Fölster, Wanda Osten, Simona Pahl, Holger Wemhoff, Tim Grobe, Robert Missler, Patrick Bach, Karin Lieneweg


HANNI UND NANNI STEHEN VOR EINEM RÄTSEL

Die Klasse spürt deutlich, dass ihre Klassenlehrerin und deren Tochter seit einigen Tagen nicht mehr richtig bei der Sache sind. Was ist da nur los? Die eingeschworene Gemeinschaft rund um die Zwillinge Hanni und Nanni wollen dem Geheimnis auf den Grund gehen. Doch nicht nur die Lemanskis benehmen sich eigenartig, auch tauchen seltsame Gestalten auf Lindenhof auf, das kann nur bedeuten, dass etwas im Busch ist...

Die Abenteuer rund um Hanni und Nanni und das Internat Lindenhof begeistern ihre Fans schon lange. Das war immer so und wird sicherlich noch lange anhalten. Die 44. Folge hält für die Mädchen ein ganz besonderes Rätsel bereit. Die ansonsten so unerschütterliche Klassenlehrerin Frau Lemanski, ehemalige Schauspielerin, scheint seit einiger Zeit neben der Spur zu sein. Kein Wunder, dass den Schülern dies auffällt und sie natürlich gerne den Grund dafür erfahren wollen. Gut, dass Sinje Lemanski in ihre Klasse geht und sie somit quasi direkt an der Quelle sitzen.

Nachdem Hanni und Nanni den scheinbaren Grund für das Verhalten ihrer Lehrerin herausgefunden haben, haben sie trotz allem noch immer ein seltsames Gefühl. Und das hat auch der Hörer. Denn zum Teil erhält man Anspielungen, die die Protagonisten noch nicht erhalten, die nicht ins Gesamtbild passen. Doch so richtig anfangen kann man mit den Hinweisen auch noch nichts, da sie zu verschlüsselt daherkommen. Dementsprechend bleibt einem nichts anderes übrig als ebenfalls auf die Jagd nach weiteren Hinweisen zu gehen, um das Rätsel zu lüften. Auch die Zwillinge lassen sich nicht davon abbringen, auch wenn die ein oder andere Situation brenzlig wird.

Es macht viel Spaß die Ermittlungen der Lindenhofmädchen zu verfolgen und gleichzeitig selber Überlegungen anzustellen und Puzzleteile an die richtige Stelle zu befördern. Auch wenn manche Ereignisse sicherlich vorhersehbar sind, so bleibt doch immer eine gewisse Spannung erhalten, schließlich kann man nie wissen, ob nicht doch noch eine Überraschung auf einen wartet.

Schon nach den ersten Minuten fühlt man sich in die Kindheit zurückversetzt und kann das Internatleben richtiggehend spüren. Die Sprecher sind gut gewählt und hauchen ihren Charakteren Leben ein. Nach dem Hören der aktuellen Folge freut man sich sogleich auf das nächste Abenteuer, das man mit den Zwillingen erleben darf.

Samstag, 21. Juni 2014

[REZENSION] Schlimmer als dein Tod

Redakteur: Anette Leister

Titel: Schlimmer als dein Tod
Autor: Kris Benedikt
Verlag: Edition Tingeltangel
Reihe: London Crimes 2
Ausführung: Taschenbuch, 308 Seiten



Autor:
Kris Benedikt ist die geballte Autorenkraft von Christine Spindler und Thomas (Benedikt) Endl. Auf ihr Konto gehen Thriller, Lovestories, Kinder- und Jugendbücher bei vielen renommierten Verlagen, TV-Dokus wie "Der Pate von Rothenburg" und eine Folge für die ZDF-Krimi-Reihe "SOKO 5113".
Mehr zu Christine Spindler, die auch unter dem Pseudonym Tina Zang erfolgreich schreibt, gibt es unter www.christinespindler.de, mehr zu Thomas Endl unter www.endlwelt.de.


SCHLIMMER ALS DEIN TOD

"Schlimmer als dein Tod" ist der zweite Fall aus der Reihe "London Crimes", der unabhängig und ohne Vorkenntnis von "Näher als du ahnst" gelesen werden kann.

Die Geschichte spielt in London in der Tanzszene. Jessica ist der Star des Ensembles des Caesar und hat die Hauptrolle in der Steptanzadaption von Shakespeares "Der Widerspenstigen Zähmung" "Taming of the shoes" inne.
Schon auf den ersten Seiten wird der Leser mit unzähligen Haupt- und Nebenfiguren der Geschichte konfrontiert, die nicht nur über das Caesar miteinander verbunden sind. Jessica ist mit dem wesentlich älteren Roger verheiratet, hatte aber Affären sowohl mit dem Choreographen des Ensembles als auch mit dessen Masseur. In den Masseur Simon ist Jessicas gehandicapte Freundin Eileen verliebt, die seit einem Brand im Tanzstudio gezeichnet und gehbehindert ist. Für den Unfall fühlt sich Jessica verantwortlich...
Schnell erfährt man, dass es weit mehr als nur einen Grund gibt, weswegen Jessica zwar wegen ihres Tanzes gefeiert, auf Grund ihrer Art und ihren Beziehungen aber nicht (nur) geliebt wird. So ist es kaum verwunderlich als Jessica kurz vor der Premiere des neuen Stückes spurlos verschwindet.

Man beurteilt Menschen oft falsch, wenn man nur ihr Verhalten berücksichtigt. (S.184)

Durch die vielen Ecken und Kanten, die jede der Figuren hat, konnte ich sie zunächst schwer einschätzen und hatte daher auch keinen blassen Schimmer, wer hinter Jessicas Verschwinden steckt. Wurde sie entführt oder hat sie ihr Verschwinden nur inszeniert?
Die Protagonisten gefielen mir im Laufe der Handlung immer besser, sie wirken so echt und lebendig, teilweise kam es mir gar nicht so vor, als würde ich ein Buch mit erdachten Charakteren lesen, sondern ein Geschehen verfolgen, welches sich tatsächlich so ereignet hat.
Der zweite Namensgeber der Reihe - neben dem Schauplatz London - Rick London hebt sich wohltuend von den Ermittlern ab, die man sonst so aus Krimis und Thrillern kennt. Er ist ein liebenswerter und unkonventioneller Chaot, der aber auch sein Päckchen zu tragen hat.
Obwohl nach Jessicas Verschwinden schnell aufgedeckt wird, wer sie entführt hat, bleibt die Handlung des Psychokrimis dennoch spannend, denn nun fiebert der Leser mit was den folgenden Verlauf der Handlung und die geplanten weiteren Taten des Entführers angeht.
Zudem ist die psychologische Schiene sehr interessant und vielschichtig ausgearbeitet. Einige Personen bestätigen den ersten - schlechten - Eindruck den man von ihnen zu Beginn der Geschichte bekommen hat, die Meinung zu anderen muss man revidieren, nachdem man sie besser im Lauf der Geschichte kennenlernt und mehr über die Hintergründe ihrer Vergangenheit oder ihres Schicksals erfährt. Außerdem thematisiert das Autorenduo Formen von psychischer und körperlicher Gewalt, von denen man nicht ständig in Büchern zu lesen bekommt. So übt das Buch in der zweiten Hälfte einen derartigen Sog aus, das man es nicht mehr beiseite legen kann bis zum Ende.

"Schlimmer als dein Tod" entführt den Leser hinter die schillernde Fassade der Tanzszene Londons. Neben den interessanten Charakteren mit ihren vielfältigen Problemen und verwickelten Beziehungskisten ist es auch immer wieder der skurrile Humor des Autorenduos, der einen an das Buch und seine Protagonisten fesselt. Zudem haben sie mit den Anspielungen auf Werke Shakespeares einen weiteren interessanten Faden in die Geschichte verwoben. Nach diesem überzeugenden Werk werde ich die Reihe auf jeden Fall weiterverfolgen und die Lektüre des Vorgängerbandes nachholen.

Neben dem Inhalt überzeugt das Buch mit einem liebevoll gestalteten und passenden Layout. Das Cover zeigt neben dem Schauplatz London auch die Verbindung zum Tanzen. Die Skyline Londons taucht auch im Buchinneren immer wieder auf: an den Kapitelanfängen und zur Unterteilung von Abschnitten innerhalb der Kapitel. Auf dem Buchrücken sind zudem alle vier (geplanten) Teile der Reihe aufgeführt und durch den Fettdruck das aktuellen Titels erkennt man sofort, um welchen Titel aus der Reihe es sich bei der Lektüre handelt.

Reihen-Info:
Näher als du ahnst
Schlimmer als dein Tod
Dunkler als dein Schatten
Nichts lieblicher als du

Freitag, 20. Juni 2014

[REZENSION] Travemünde: Tod

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Travemünde: Tod
Autor: Anke Gebert
Übersetzer: -/-
Verlag: Emons
Reihe: Nina Wagner 2
Ausführung: Taschenbuch, 176 Seiten



Autor:
Anke Gebert arbeitete in verschiedenen Berufen, bevor sie Autorin von Krimis, Romanen und Biografien wurde. Sie studierte am Deutschen Institut für Literatur in Leipzig, siedelte vor dem Mauerfall nach Hamburg um und absolvierte hier das Masterstudium Film mit dem Schwerpunkt Drehbuch. Anke Gebert hat zwei Schreibtische – einen in Hamburg und einen in Travemünde.


TRAVEMÜNDE: TOD

Privatermittlerin Nina Wagner erhält den Auftrag den bekannten Party-Sänger Ricci Bell während der Travemünder Woche zu beschatten. Als während eines Auftritts des Sängers ein junges Mädchen erschossen wird, ist die Aufregung groß. Galt der Anschlag tatsächlich dem Mädchen oder sollte der Sänger selbst das Opfer sein? Nina Wagner bewegt sich in einer Welt aus Neid, Missgunst und Lügen. Wird sie die Wahrheit ans Licht bringen bevor ein weiteres Unglück geschieht?

Fast die gesamte Nacht hatte sie ihren Mann in den Armen gehalten und getröstet. Zunächst, weil ihn erschüttert hatte, dass neben ihm auf der Bühne das Mädchen erschossen worden war. Danach, weil ihm bewusst wurde, dass die Kugel ihn hätte treffen können. Und zu guter Letzt, weil ihm von den verschiedenen Getränken aus der Minibar schlecht geworden war. (S. 80)

„Travemünde: Tod“ ist der zweite Fall für die Ermittlerin Nina Wagner, die eigentlich Übersetzerin ist. Doch im ersten Band fühlte sie sich gezwungen Maßnahmen zu ergreifen, die sie beruflich in andere Bahnen lenkten. Der Leser erhält einige Informationen aus dem Vorgängerband, so dass man keine Schwierigkeiten hat, auch die Beziehungen der Protagonisten untereinander zu verstehen. Der Fall an sich ist sowieso abgeschlossen, so dass sich auch hier keinerlei Hindernisse ergeben.

Der Auftrag, den Nina Wagner erhält, wirkt von vornherein seltsam. So ist es auch kein Wunder, dass nicht nur die Ermittlerin, sondern auch der Leser auf der Suche nach der Schwachstelle in der Gesamtkonstruktion ist. Denn dass hier einige Geheimnisse gewahrt werden sollen und somit von niemandem die Karten nicht vollständig auf den Tisch gelegt werden, ist mehr als deutlich. Dementsprechend viele Verdächtige gibt es auch, als das junge Mädchen erschossen wird. Ninas Aufgabe ist es nun, zu selektieren und der richtigen Spur zu folgen, um den Übeltäter zu schnappen. Doch das ist gar nicht so leicht. Auch der Leser wird mehr als einmal in die Irre geführt, was eine enorme Leistung ist, betrachtet man den doch recht knappen Umfang des Buches.

Auf Grund der vorherrschenden Irrungen und Wirrungen wird sogleich Spannung aufgebaut, denn man kann sich bei Nichts und Niemandem sicher sein, ob man die Wahrheit hört oder nicht. Hier treffen einige wahre Meister der Verstellung aufeinander, ohne es zu ahnen versuchen sie sich ständig gegenseitig zu übertrumpfen.

Zum Schluss zieht das Tempo des Geschehens noch einmal rapide an, was hier ein bißchen zum Nachteil wird. Denn dadurch kommt man ziemlich abrupt zur Auflösung. Hier steht die Schnelligkeit ein wenig im Gegensatz zum sonstigen Tempo und passt nicht ganz in ein stimmiges Gesamtbild.

Im Großen und Ganzen ist „Travemünde: Tod“ ein solider Krimi, der den Leser für ein paar Stunden in eine Welt entführt, von der man sich nie sicher ist, ob man sie einmal selbst kennenlernen möchte oder lieber nicht.


Reiheninfo:
Band 1: Sturz in den Tod