Mittwoch, 30. April 2014

[REZENSION] Der Alte, dem Kugeln nichts anhaben konnten

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Der Alte, dem Kugeln nichts anhaben konnten (OT: Don't Ever Get Old)
Autor: Daniel Friedman
Übersetzer: Teja Schwaner
Verlag: Aufbau
Reihe: -/-
Ausführung: Hardcover, 320 Seiten



Autor:
Daniel Friedman, geb. 1981 in Memphis, hat in New York Jura studiert, ist Journalist und Blogger. Anregungen zur Figur des Buck Schatz stammen von seiner Großtante. Daniel Friedman lebt in Manhattan. „Der Alte, dem Kugeln nichts anhaben konnten“ ist sein Debüt und wurde für die wichtigsten amerikanischen Thriller-Preise nominiert, darunter der Edgar Award. Die Filmrechte haben sich die Produzenten von „Sherlock Holmes“ gesichert.


DER ALTE, DEM KUGELN NICHTS ANHABEN KONNTEN

Als Buck Schatz mit 87 Jahren erfährt, dass sein Peiniger aus dem zweiten Weltkrieg noch am Leben ist und damals zudem mit Nazigold flüchten konnte, ändert sich sein Leben schlagartig. Mit Hilfe und auf Drängen seines Enkels macht sich Buck auf die Suche nach dem Schatz, doch plötzlich scheint es als wüsste jeder Bescheid und will etwas vom Kuchen abhaben. So war das natürlich nicht geplant, also muss der ehemalige Detective auf seine alten Tage nochmal alle Kräfte mobilisieren, vor allem, um zu erkennen wer auf wessen Seite steht...

Rose wusch das Frühstücksgeschirr ab.
„Wie geht’s Jim?“, fragte sie.
„Tot.“ Ich reichte ihr das Saftglas, und sie füllte nach. „Ich geh mal nachsehen, was es im Fernsehen gibt.“ (S. 15)

Buck Schatz ist schon ein komischer Kauz, das wird bereits auf den ersten Seiten deutlich. Er erzählt diese Geschichte aus seiner eigenen Perspektive und somit auf seine eigene Art. Diese ist mitunter flapsig, gleichzeitig aber merkt man wie intelligent die Person ist, die hinter diesen Zeilen steckt. Er hat schon viel erlebt und hat daher meist eine gute Menschenkenntnis, weshalb er sich selbst häufig anders gibt und darstellt als er eigentlich ist, hauptsächlich, damit ihn die anderen unterschätzen. Auch wenn seine Ermittlungsmethoden, die er von damals in die heutige Zeit überträgt, etwas gewöhnungsbedürftig und eigenwillig daherkommen, ist er doch jemand, der dem Leser sogleich sympathisch ist.

Man ist von Beginn an versucht selber herauszufinden womit man es hier überhaupt zu tun hat. Denn dass es nicht nur um eine harmlose Schatzsuche geht, wird spätestens klar, als das erste Opfer eines Gewaltverbrechens auf dem Tisch liegt. Der Autor liefert zahlreiche Hinweise, die jedoch nicht ausreichen, um einen wirklichen Verdacht äußern zu können. Zu verworren ist das gesamte Konstrukt, zu viele Ungereimtheiten treten auf und schlussendlich zu viele Verdächtige, die allesamt ein Motiv haben könnten.

Durchweg bleibt eine angespannte Atmosphäre spürbar, die sich, je nachdem wie die Handlung gerade verläuft, zeitweise zurückzieht oder eben mehr an die Oberfläche tritt. Dies gelingt, in Abstimmung mit dem Verlauf des Geschehens, sehr gut, wodurch ein mehr als stimmiges Bild gezeichnet wird.
Spätestens zum Ende hin wird ebenfalls deutlich, dass der Titel des Buches Programm ist und Buck Schatz sich keineswegs unterkriegen lässt, weder von physischen Gegner, noch von Krankheiten.

„Der Alte, dem Kugeln nichts anhaben konnten“ erzählt eine kuriose Geschichte, die zudem mit Spannung und Sarkasmus aufwartet. Ebenso regt sie zum Nachdenken an, auch wenn diese Passagen auf den ersten Blick gar nicht so deutlich werden. Unterbewusst begreift man dies jedoch sehr schnell. Daniel Friedman hat mit Buck Schatz eine Figur erschaffen, deren Kultstatus wohl niemand anzweifeln wird.

[REZENSION] Death

Redakteur: Natalie Burger

Titel: Death (OT: The Hit)
Autor: Melvin Burgess
Verlag: Chicken HOUSE
Übersetzer: Kai Kilian
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 345 Seiten



Autor:
Der Autor wurde in London geboren und ist in Surrey und Sussex aufgewachsen. Er hat als Journalist gearbeitet, bevor er sich der Schriftstellerei zuwandte. Seine Jugendbücher wurden unter anderem mit dem Guardian Fiction Award und mit der Carnegie Medal ausgezeichnet. Melvin Burgess lebt mit seiner Familie in Manchester.



DEATH

Inhalt:
Nach dem legendären Konzert von Jimmy Earle, der auf der Bühne starb beginnen Tumulte zwischen Konzertbesuchern und der Polizei. Dazwischen wird Death verteilt. Eine Pille die dafür sorgt das derjenige der sie einnimmt eine Woche high ist und dann aber stirbt. Adam ist mit seiner Freundin beim Konzert und den Tumulten dabei und verlebt einen unvergesslichen Abend....

Meine Meinung:
Death besticht durch das schlichte und einprägsame Cover, aber auch durch die Geschichte. Eine Woche Deines Lebens wenn Du Death schluckst, danach der Tod. Wer kann sich darauf einlassen. Es ist Selbstmord und wird man es nicht bereuen wenn man die Pille schluckt und man nicht mehr zurück kann?
Alles Fragen die ich mir vor Erscheinen und Lesen dieses Buches stellte und ich kann gleich sagen das die meisten meiner Fragen beantwortet wurden.

Dabei hatte ich schon ein wenig bammel, denn es kamen die ersten Rezensionen die nicht immer gut klangen. Allerdings wurden meine Erwartungen erfüllt und ich kann ein paar der Kritikpunkte nicht verstehen.

Ich fühlte mich von Beginn an gefesselt von dieser Euphorie. Sicher konnte ich nicht verstehen wie man ein Konzert bei dem der Sänger sterben soll als Abends seines Lebens empfinden kann, aber das Gefühl drumherum, die Tumulte, das Warum das konnte ich gut verstehen.

Melvin Burgess hat eine Szenerie erschaffen die ich mir kurz vor dem zweiten Weltkrieg vorstelle nur in der heutigen Zeit mit der heutigen Technik und den heutigen Möglichkeiten. Hier werden keine Minderheiten umgebracht, sondern die Menschen sterben freiwillig durch eine Pille. Es gibt sehr arme und sehr reiche Leute das ist der Grund für diesen Aufstand, der sich im Laufe der Geschichte entwickelt. Der Beginn einer Revolution.
Es liest sich alles sehr flüssig und ist erschreckend real. Wird es wirklich so viele Menschen geben die dieses kurze aber intensive Leben wählen? Ich weiß es nicht, aber hier geschieht es und es arbeitet auf den großen Showdown hin und erzeugt so eine immense Spannung.
So konnte ich dieses Buch nicht aus der Hand legen auch wenn mir Adam schon manches Mal ein wenig auf den Geist ging mit seinen Ansichten und Handlungen.

Wo wir schon bei den Figuren der Geschichte sind. Diese sind nicht so zahlreich und wir lernen sie nach und nach kennen.
Adam ist 17 spielt liebend gerne Fußball und träumt davon Profi zu werden. Er wünscht sich sein erstes Mal mit seiner Freundin Lizzie, die im Gegensatz zu ihm viel Geld hat. Adams Familie überlebt nur weil seine Mutter Nachtschichten schiebt und sein Bruder mitarbeitet. Sein Vater hatte einen Arbeitsunfall und findet seitdem keine Arbeit mehr. Dabei war es mal anders. Sie waren nicht immer arm. Adam entwickelt sich in der Geschichte vom naiven Jungen, der etwas kindisch und nervig wirkt zu einem kleinen Helden und nahm mich gerade zum Ende hin für sich ein.
Lizzie kommt wie oben schon geschrieben aus reichem Hause und weiß nicht ob sie in Adam genug verliebt ist um mit ihm weiter als bis zum Händchen halten zu gehen. Sie lässt sich leicht beeinflussen wächst aber auch im Laufe der Geschichte über sich hinaus.
Jess ist der Bruder von Adam und löst eine Reaktion aus die er so nicht wollte. Es gab nicht viele Stellen an denen er einen Auftritt hatte, aber diese waren nicht immer verständlich.
Dann gibt es noch skrupellose Geschäftemacher die Adam und Lizzie gefährlich werden können. Sie verkörpern alles was man sich an Böses vorstellen kann und sind auch recht brutal.

Am Ende wurden die meisten meiner Fragen beantwortet, es sind nicht alle weil sich manche Fragen eben nicht einfach so beantworten lassen und auf die Persönlichkeit des Menschen ankommen.
Die Altersangabe ab 14 sehe ich schon etwas zwiespältig da es doch recht brutale Szenen gibt, auch da kommt es auf den Leser an.

Mein Fazit:
Ein interessanter Thriller der die Frage aufwirft: Was wäre wenn.... ich für mich könnte es beantworten. ich denke die meisten Leser hinterher auch.

Dienstag, 29. April 2014

[REZENSION] Celeste bedeutet Himmelblau

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Celeste bedeutet Himmelblau
Autor: Brigitte Pons
Übersetzer: -/-
Verlag: Lyx
Reihe: Frank Liebknecht 1
Ausführung: Taschenbuch, 350 Seiten



Autor:
Brigitte Pons wurde 1967 in Groß-Gerau geboren. Sie machte eine Ausbildung zur Bankkauffrau. 2011 wurde ihr erster Roman veröffentlicht.


CELESTE BEDEUTET HIMMELBLAU

Frank Liebknecht ist der neue Polizist in Vielbrunn und muss sich nicht nur vor den alteingesessenen Bewohner profilieren, sondern auch vor der Kripo, die ihn bisher nur müde belächelt. Als eine männliche Leiche auf dem Feld gefunden wird, sieht er seine Chance gekommen, denn als einziger glaubt er nicht an die Theorie eines Unfalls. Je mehr Frank sich mit dem Fall beschäftigt und je tiefer er gräbt, desto deutlicher wird, dass er tatsächlich eine Chance hat es allen zu beweisen – wenn er nicht selbst zum Opfer wird...

Ein leiser Fluch rutschte über seine Lippen. Die Stille konnte trügerisch sein. Nun musste er wohl oder übel wieder die Splitter auf der Mauer überwinden, um sich zu überzeugen, dass sich wirklich niemand auf dem Gelände befand.
Der geblümte Stoff wallte plötzlich wieder um seine Beine, als das Mädchen sich vor ihn schob, mit einer geschickten Bewegung die Hand durch eine Lücke neben dem Pfosten steckte und die Verriegelung der Durchfahrt öffnete. (S. 266)

Ist Frank Liebknecht wirklich der unerfahrene Polizist und Luftikus für den ihn viele halten oder muss er einfach nur eine Chance bekommen? Zugegeben, auch der Leser hat am Anfang schon so seine Bedenken, ob der junge Mann sich wirklich einmal durchsetzen können wird, aber man ist gewillt dies herauszufinden. Denn charakterlich scheint er mehr als in Ordnung zu sein und ist auf Anhieb sympathisch. Dementsprechend sollte man sich nicht zu sehr beeinflussen lassen und sich selbst ein Bild machen, wie von allem und allen anderen natürlich auch.

Das Geschehen ist verständlich geschildert, dabei aber so verworren aufgebaut, dass man sich wirklich konzentrieren muss, um den Faden nicht zu verlieren, da man sich zeitweise in anderen Städten und bei anderen Personen befindet. Welche Perspektive gerade angesprochen wird, lässt sich jeweils zu Anfang eines Kapitels finden, wodurch die Orientierung glücklicherweise vereinfacht wird. Dadurch, dass man sich also in einer beobachtenden, fast schon übergeordneten, Sicht wiederfindet, hat man als Leser natürlich den Vorteil mehr zu sehen als der bzw. die Ermittler selber. Doch nicht immer weiß man dieses Wissen richtig zu interpretieren und zusammenzusetzen, weshalb man dann doch wieder auf Hilfe angewiesen ist. Dadurch erhöht sich die Spannung zusehends und lässt einen während des Lesens mehr und mehr die Zeit vergessen.

Brigitte Pons hat eine spannende Geschichte ersponnen, die allerdings auch mit realen Fakten aufwarten kann, wie die Autoren am Ende selbst erläutert.
Es gibt zwei kleine Passagen, die die Geschichte plötzlich vorhersehbar erscheinen lassen. Allerdings gelingt es der Autorin sehr gut und schnell darauf zu reagieren, um das Ruder noch einmal herumzureißen, so dass diese Sequenzen schnell in Vergessenheit geraten.
„Celeste bedeutet Himmelblau“ ist der erste Fall für Frank Liebknecht, quasi seine Bewährungsprobe, die er, zumindest beim Leser, absolut meistert und neugierig auf die Zukunft macht.



Redakteur: Natalie Burger

Inhalt:
Frank Liebknecht ist Dorfpolizist im kleinen Örtchen Vielbrunn. Er wird zu der Leiche eines Mannes gerufen, die auf einem Feld gefunden wurde. Es könnte ein tragischer Unfall sein, doch Liebknecht glaubt nicht daran und ermittelt auf eigene Faust...

Meine Meinung:
Dieses Buch bestach durch Cover und den Handlungsort im Odenwald. Ein Handlungsort, der mir ein bisschen bekannt ist. Aber vom Handlungsort erlebte man zunächst sehr wenig. Der Ort an dem die Leiche gefunden wurde hätte überall sein können und auch sonst nahm die Autorin sich die ein oder andere künstlerische Freiheit raus. So dass der Odenwald eben nur eine Bezeichnung für irgendeinen Ort war.
Ich kam dank einem flüssigen Schreibstil gut in die Geschichte. Der Höhepunkt ist hier der Fund der Leiche und die Spannung fiel für mich dann doch recht schnell wieder ab. So mochte ich zwar den Polizisten Frank Liebknecht, der sehr unkonventionell ist, aber trotzdem wurde ich mit der Geschichte nicht warm.

Ich habe mir Gedanken darüber gemacht woran es lag und für mich waren es viele verschiedene Punkte:
- Der lasche Umgang mit den Ermittlungen. Nicht von Frank Liebknecht aber von seiner Noch-Chefin und der Kripo. Direkt von Anfang an merkt man die beteiligten Ermittler möchten lieber das Wochenende genießen als der Ursache für den Tod des Hofbesitzers zu kommen. Recht schnell wird gesagt es war ein Unfall obwohl offensichtlich einiges dagegen spricht.
- Die Art von Frank Liebknecht. Auch wenn ich ihn als Mensch sympathisch fand war mir seine Art zu ermitteln zu offen und auch gesetzeswidrig. Er posaunt Ermittlungsergebnisse raus und manchmal war ich am Überlegen ob meine Sympathie eher ein Mitleidsbonus ist, weil er im Ort und auch von Kollegen bei der Kripo eher als Nichts angesehen wird. Er wird nicht Ernst genommen und dabei merkt man als Leser doch das er so unrecht nicht haben kann.
Die Tatsache das es hinterher um eine Sekte geht kam für mich überraschend und wäre, hätte ich es vorher gewusst, auch ein Grund gewesen dieses Buch nicht zu lesen. Deswegen weise ich hier drauf hin. Ich mag solche Krimis und Thriller nicht in denen es um Religion oder Sekten geht. Warum kann ich noch nicht einmal benennen, aber ich habe bisher noch keinen gefunden bzw. gelesen der mir gefiel und somit mache ich um solche Sachen einen großen Bogen.

Es ist der erste Fall von Frank Liebknecht und man merkt schon, dass er sich bereits im Buch entwickelt. Ob ich allerdings zu dem nächsten Fall greifen werde weiß ich noch nicht.

Montag, 28. April 2014

[REZENSION] Der unvermeidliche Tod des Lewis Winter (Hörbuch)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Der unvermeidliche Tod des Lewis Winter
Autor: Malcolm Mackay
Sprecher: Johannes Steck
Übersetzer: Thomas Gunkel
Verlag: Audiobuch
Reihe: -/-
Ausführung: Ungekürzte Lesung, ca. 486 Minuten, 6 CDs



Autor:
Malcolm Mackay stammt aus Stornoway in Schottland. Er kennt Glasgow gut. Sein erster Roman ist für den »New Blood Dagger« nominiert. Auch die beiden weiteren Thriller seiner ›Glasgow-Trilogie‹ sind bereits Bestseller in Großbritannien. Mackay wurde mit dem »Scottish Crime Book of the Year Award« ausgezeichnet und wird von der Presse als die wichtigste neue Krimistimme Schottlands gefeiert.

Sprecher:
Johannes Steck, Schauspieler und Hörbuchsprecher, wurde als Dr. Kreutzer in der Fernsehserie In aller Freundschaft bekannt. Er hat sich in den letzten Jahren einen hervorragenden Ruf als Sprecher von Hörbüchern erworben. Mit seiner markanten Stimme hat er Literatur (Mademoiselle Laurence von Heinrich Heine) ebenso brilliant eingelesen wie Thriller (Becketts Die Chemie des Todes), Anthologien (Hausschatz deutscher Sagen) oder Reiseberichte (Harry Graf Kessler, Amerika!).


DER UNVERMEIDLICHE TOD DES LEWIS WINTER

Wer Calum MacLean engagiert, weiß, dass er mit dem Ergebnis zufrieden sein kann. Kein Wunder also, dass er auch den Auftrag erhält den Drogendealer Lewis Winter zu beseitigen. Für Calum ist dies einfach nur ein weiterer Job, dem viele vorausgingen und auch viele folgen werden.
Dass dieses Mal allerdings nicht alles so glatt laufen würde wie geplant, konnte niemand ahnen...

Auch wenn man sich selber nicht in der Drogen- und Kriminellenszene auskennt, so fällt es doch leicht zu glauben, dass auch Auftragsmorde dort zum Tagesgeschäft gehören. Sicherlich ist dies kein angenehmes Thema und man würde es sich lieber nicht vorstellen wollen, aber man muss dennoch zugeben, dass die Geschichte authentisch erzählt wird und dementsprechend fast schon real erscheint. Eiskalt und gnadenlos, so stellt man sich den Killer vor, doch Calum MacLean scheint eine ganz andere Sorte zu sein.

Es ist immer schwierig für Autoren die gebotene Spannung zu erhalten, wenn der Leser beziehungsweise Hörer den Tathergang bereits kennt. Denn ebenso ist es hier. Man erfährt von Anfang an worum es geht, vor allem: wer gegen wen und warum. Die einzigen, die keine Ahnung haben, sind zum einen die Opfer und zum anderen die Ermittler, die den Fall rekonstruieren müssen. Und genau hier setzt Malcolm Mackay an und bringt Spannung ins Geschehen. Gebannt verfolgt man, ob es der Polizei gelingen wird, die Tat in ihren Einzelheiten aufdecken zu können. Denn es gibt für sie zahlreiche Unbekannte, die die Spurensuche deutlich erschweren.

Sprecher Johannes Steck schafft es, dem Hörer die Atmosphäre zu vermitteln, die eine solche Geschichte braucht. Man hat immer das Gefühl, die Gefahr lauert bereits hinter der nächsten Ecke und ist daher auf der Hut. Der Sprecher besitzt eine angenehme Stimmfarbe und bietet eine gewisse Basis. Selbst, wenn das Geschehen an Tempo zulegt und aufbrausend wird, bleibt er ruhig und gibt dem Hörer ein spürbares Gefühl der Sicherheit.

„Der unvermeidliche Tod des Lewis Winter“ ist kein Krimi der klassischen Sorte, aber dennoch, oder gerade deswegen, empfehlenswert. Es lohnt sich, auch mal von den eigenen Vorstellungen abzusehen und sich auf etwas anderes einzulassen, man wird nicht enttäuscht werden.

[REZENSION] So finster, so kalt

Redakteur: Natalie Burger

Titel: So finster, so kalt
Autor: Daniela Menschig
Verlag: Knaur
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 384 Seiten



Autor:
Diana Menschig, geboren 1973, absolvierte nach einem Studium der Psychologie mehrere Stationen in Marktforschung und Personalmanagement, bevor sie einen Spieleladen eröffnete.
Heute arbeitet sie als selbständige Dozentin und Autorin. Wenn sie nicht gerade in fantastischen Parallelwelten unterwegs ist, teilt sie sich mit ihrem Mann, zwei Hunden, einer Katze und vielen Rennrädern ein Haus am Niederrhein.
Über aktuelle Projekte bloggt sie auf ihrer offiziellen Homepage www.seitenrauschen.de



SO FINSTER,SO KALT

Inhalt:
Die Großmutter von Merle Hänssler ist gestorben und ihr Vater macht gerade eine Reise mit dem Wohnmobil durch Kanada. So kümmert sie sich um den Nachlass und entdeckt dabei ein Dokument in dem es um die Geschichte des Hauses geht. Im 16. Jahrhundert soll ihr Vorfahr Hans mit seiner Schwester in dem Haus gewohnt haben und seltsame Dinge sind geschehen.
Merle weiß das ihre Oma sich sehr mit dieser Geschichte beschäftigte und denkt es ist eins der üblichen Märchen doch dann verschwinden Kinder aus dem Dorf und Merle glaubt immer mehr an diese komischen Geschichten...

Meine Meinung:
Märchenadaptionen finde ich total Klasse und auch dieses hier musste ich lesen. Finden sich doch hier direkt mehrere Märchen wieder.

Dabei beginnt das Buch recht normal. Wir begleiten meistens die Anwältin Merle, die unter Alpträumen leidet und deren Oma gestorben ist. Die Alpträume tut sie ab mit dem Stress wegen einem Prozess, der frischen Trennung von ihrem Freund und natürlich auch die Trauer um ihre Oma. Alles ein bisschen viel auf einmal. Sie reist in das kleine Örtchen im Schwarzwald und schon geht es ihr besser. Sie schläft wieder und fühlt sich trotz der Situation wohler und doch geht etwas merkwürdiges vor.

Als Leser weiß man nie was ist nun Märchen was könnte genauso geschehen sein. Daniela Menschig hat eine Fantasygeschichte geschrieben die in manchen Teilen genauso Realität gewesen sein. Da fragt man sich als Leser schon wie viel Wahrheit liegt in einem Märchen.
Diese Geschichte ist ganz nah an Hänsel und Gretel angelehnt und das merkt man doch immer wieder. Doch auch andere Märchen finden hier einen Platz An der STelle an der Hänsel und Gretel aufhörte geht es hier in dem Buch in einer Art weiter die einen gruseln lässt. Ein einsames Häuschen und sehr unheimliche Dinge ließen mich so manches Mal frösteln. Gepaart ist das ganze mit einer Vermisstengeschichte von Kindern. So fragt man sich aus mehreren Gründen wie das Ganze wohl enden wird.

Die Kapitel sind nicht allzu lang und haben immer recht aussagekräftige Überschriften. Wir begleiten mal Merle aber auch mal Jakob, der später dazu kommt und lesen auch aus dem 16. Jahrhundert von Hans. So nach und nach schaut man tiefer in die Vergangenheit und kann so manche Eigenheit von Mago, der Großmutter von Merle verstehen.
Der Schreibstil ist dabei flüssig und leicht zu lesen. Man taucht ein in ein Märchen für Erwachsene bei dem es alles gibt. Hexen, einen Wolf und Kinder die mehr wahrnehmen wie die Erwachsenen.

Die Protagonisten sind dabei nicht sehr viel beschrieben, aber das ist auch gar nicht schlimm. Merle lernt man am besten kennen und bei ihr gibt es auch eine gewisse Tiefe.
Die Großmutter dagegen ist nur durch Erzählungen präsent und auch die Kids haben eher eine Nebenrolle wenn auch eine sehr wichtige.
Doch das ist gar nicht weiter schlimm, weil die Geschichte selbst das ist was wichtig ist. Die Geschichte und das Märchen.

So finster, so kalt hat mich zum gruseln gebracht und mich manchmal zweifeln lassen was nun echt und was Märchen ist

Sonntag, 27. April 2014

[RUND UMS BUCH] Neuzugänge KW17/Anette


Im Briefkasten

Der kleine Däumling, Hélène Kérillis / Chiara Arsego (GW)
Elf Freunde müsst ihr sein, Hörbuch, Sammy Drechsel (GT)
Mama-Alarm: Von Wutzwergen, Schnappschildkröten und Unschuldsengeln , Tina Birgitta Lauffer (RE)
Sing doch mal!... mit Tijo Kinderbuch, CD, Tina Birgitta Lauffer (RE)

Dies und das

Hier auf dem Blog läuft das Gewinnspiel zu Blogger schenken Lesefreude noch bis inklusive des 30. April, die Beteiligung ist noch recht gering verteilt auf sieben Bücher - die Gewinnchancen also noch sehr groß ;)
Ansonsten bin ich derzeit ein bisschen Land unter - also bitte nicht wundern, wenn Kommentare hier verspätet freigeschaltet werden oder verspätet oder nicht beantwortet, nachdem ich meine alte Emailadresse gehimmelt habe, erneuert oder erweitert unser Internetanbieter in unserer Gegend schon wieder die Leitungen, gnaaaaaaa.

[REZENSION] Singe, fliege, Vöglein, stirb

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Singe, fliege, Vöglein, stirb
Autor: Janet Clark
Verlag: Loewe
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren
Ausführung: Klappenbroschur, 336 Seiten



Autor:
Janet Clark, geboren 1967, lebte in England, Frankreich, Belgien und Deutschland, was ihr die Gelegenheit gab, viele unterschiedliche Menschen und ihre Geschichten kennenzulernen. Nach dem Studium arbeitete sie zunächst im Europäischen Parlament in Brüssel, dann als Universitätsdozentin, Geschäftsführerin und Marketing-Leiterin in England und Deutschland. Schon als Kind traf man Janet Clark selten ohne Buch an, ihre ersten Geschichten schrieb sie mit zwölf Jahren. Dann folgte eine lange Pause; erst nach der Geburt ihres ältesten Sohnes begann sie wieder Geschichten zu verfassen, vorwiegend heitere Geschichten für ihre Familie. 2006 nahm sie an einem Kurzgeschichtenwettbewerb teil und gewann den zweiten Platz. Daraufhin beschäftigte sie sich neben Familie und Beruf intensiv mit dem Schreiben und veröffentlichte mehrere Kurzgeschichten sowie eine didaktische Jugenddetektivgeschichte. Inzwischen arbeitet Janet Clark hauptberuflich als Autorin. Folgende Bücher sind bereits erschienen: "Ich sehe dich" (Heyne Verlag, 2011) "Schweig still, süßer Mund" (Loewe Verlag, 2012) Ein Mysterythriller folgt Ende 2012 im Heyne Verlag, ein weiterer Jugendthriller bei Loewe 2013. Janet Clark lebt mit ihrem Mann und drei Kindern inzwischen in München.


SINGE, FLIEGE, VÖGLEIN, STIRB

Ina war glücklich mit ihrem Leben, ihrem Job, ihrem Freund – bis sie die Leiche eines Mädchens findet. Ab da läuft alles schief was nur schief laufen kann und es scheint immer mehr so, als wäre ihr Freund Aaron irgendwie in die abscheuliche Tat verwickelt. Ina ist verzweifelt, krallt sich an den Glauben an ihre Menschenkenntnis und wird so selbst zur Zielscheibe. Bald scheint es, als stünde niemand mehr auf ihrer Seite und auch sie muss sich fragen, wem sie überhaupt noch vertrauen kann...

„Pst!“ Ich lege den Zeigefinger an meinen Mund. „Oder willst du meinem Vater erklären, was du hier machst und wie du reingekommen bist?“ Gute Frage. „Wie bist du überhaupt hier reingekommen?“
Er zeigt zum Fenster.
„War gekippt. Wusstest du, dass Einbrecher im Durchschnitt weniger als drei Minuten brauchen, um ein gekipptes Fenster zu öffnen?“ (S. 30)

Was tun, wenn das Leben komplett aus den Fugen gerät? Eine solche Situation, in der sich Ina von einer Minute auf die andere befindet, wünscht man nicht einmal seinem ärgsten Feind. Alles, an das sie geglaubt hat gleicht einem Scherbenhaufen und es fehlt nicht mehr viel, bis sie auch den Glauben an sich selbst verliert. Auch wenn man sich selber noch nicht in einer solch verfahrenen Situation befunden hat, kann man Inas Gefühle und Gedanken voll und ganz nachvollziehen. Es ist beinahe der eigene Schmerz, das eigene Leid, das sich über die Worte einen Weg nach draußen bahnt. So weit, so gut, wäre da nicht noch Aarons Sicht...

Denn diese Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt. Nicht nur Inas Gefühle und Gedanken werden dem Leser offenbart, sondern auch Aarons, da es von einigen wichtigen Ereignissen zu berichten gibt, die nicht beide gemeinsam erleben, die aber zeitnah dem Leser zugeführt werden sollen. Hier gibt es jedoch einen ganz massiven Kritikpunkt zu nennen. Ob die Sprache ausschließlich dazu dient, die beiden Perspektiven voneinander abzugrenzen, oder Aaron einfach nur einen eigenwilligen Stil verpasst bekommen hat, ist Interpretationssache. Jedoch egal, welcher Grund dahinter steckt, die Ausführung ist mehr als nur gewöhnungsbedürftig. Sicherlich wird anders gesprochen als geschrieben, aber ständig „'n“, „'nen“ und ähnliches zu lesen, manches Mal zwei- bis dreimal pro Satz, zehrt ganz schön an den Nerven. Ebenfalls fragt man sich bei dem Charakter, ob er es jemals schaffen wird, in der ersten bzw. dritten Person Singular das „e“ an ein Verb zu hängen. Nach zig-Mal „ich hab“, „ich nehm“ oder „ich verschwind“ ist die Schmerzgrenze ganz eindeutig erreicht.

Leider ist der Einfluss der sprachlichen Gegebenheiten so enorm, dass es zeitweise schwierig wird, sich auf den Inhalt und die dargebotene Spannung zu konzentrieren. Inhaltlich ist die Geschichte nämlich keineswegs langweilig oder stupide. Vielmehr handelt es sich um ein Konstrukt aus Lügen und Intrigen, das gar nicht so einfach zu durchschauen ist. Zugegeben, zum Ende hin schwächelt es ein bißchen und wird in Teilen vorhersehbar, im Großen und Ganzen ist es aber doch sehr ordentlich gelungen. Auch der unmittelbare Bezug zu alltäglichen Differenzen, mit denen Jugendliche sich heutzutage leider immer häufiger auseinandersetzen müssen, ist authentisch und schonungslos dargestellt.

„Singe, fliege, Vöglein, stirb“ ist leider, auf Grund der sprachlichen Defizite, nicht das beste Werk der Autorin. Sie hat schon einige Male bewiesen, dass sie es besser kann und das lässt hoffen, dass es sich hier nur um einen Ausrutscher handelt.



Redakteur: Natalie Burger (11.03.2014)

Inhalt:
Ina hatte alles, einen Freund, einen Job und vor allem ein Leben, dann wird eine Bekannte ermordet aufgefunden. Ihr Freund wird verdächtigt und ein Shitstorm bricht über sie rein bis sie selber des Mordes verdächtigt wird. Sie hat Jemanden der ihr hilft, aber ist derjenige auch wirklich ehrlich? Wem kann sie noch Glauben?

Meine Meinung:
Natürlich landete der dritte Jugendthriller von Janet Clark direkt nachdem ich ihn im Programm sah auf meiner Wunschliste und zu meiner Freude auch recht bald in meinem Briefkasten.

Ich fand mich recht schnell zurecht in der Geschichte rund um Ina, Aaron, Janosch, Lennja, Casey und Mark. Der Prolog machte mich sehr neugierig, war er doch unheimlich und spannend zugleich. Dann beginnt die Geschichte sechs Tage vor diesem Prolog. Etwas was ich sehr gut fand. Man erliest sich die Gründe für das Geschehen was man schon kennt. Es war spannend genug um nicht langweilig zu sein. Als man dann an Punkt 0 angekommen ist geht es weiter mit den Tagen nach diesem gewählten Zeitpunkt und die Auflösung naht.

Wie oben schon geschrieben war es von Beginn an spannend. Es gab keine Durchhänger. Der Plot machte es spannend, aber auch der Wechsel zwischen den beiden Hauptpersonen. Man kann sich sein eigenes Bild machen und weiß irgendwann selber nicht mehr wem man trauen kann. Ein perfektes Verwirrspiel.

Neben den oben genannten Personen der Geschichte gibt es noch andere Figuren wie Eltern, Chefs und den Kommissar der versucht einen beziehungsweise zwei Morde aufzuklären.
Doch die Hauptpersonen sind diese Gruppe junger Erwachsene. Im Buch begleiten wir Ina und Aaron.
Ina arbeitet in einem Tierheim und hat das Herz auf dem rechten Fleck, doch manches Mal handelt sie unüberlegt und ist ein wenig naiv. Trotzdem ist sie nicht unsympathisch, nur bringt sie sich so in Schwierigkeiten die man man hätte vermeiden können.
Aaron ist ihr Freund und wirkt im Buch auch zeitweise wie ein Gegenspieler. Er ist egoistisch oder eher er verhält sich egoistisch und merkt gar nicht wie viel andere für ihn tun. Mit ihm wurde ich nicht so richtig warm, was aber wohl an dieser egoistischen Art lag. Dann gibt es da noch Lennja, die für mich im Laufe der Geschichte sehr sympathisch wurde. Janosch, der sehr geheimnisvoll ist, Mark der Freund von Aaron und Casey das Opfer.
Allesamt haben Stärken und Schwächen, die größte Schwäche ist wohl das sie den anderen Misstrauen und eher gegeneinander agieren.

Ich von der Auflösung sehr überrascht. Ich habe wie immer zwischendrin versucht raus zu finden wer der Schuldige sein könnte und hatte auch Verdächtige, aber kaum glaubte ich mich nah an der Lösung wurde wieder alles durcheinander geworfen.

Mein Fazit:
Auch der dritte Jugendthriller von Janet Clark ist uneingeschränkt zu empfehlen und Garant für spannende Lesestunden.

Samstag, 26. April 2014

[REZENSION] Der Soundtrack meines Lebens

Redakteur: Julia Ehrenberg

Titel: Der Soundtrack meines Lebens (OT: In Honor)
Autor: Jessi Kirby
Illustrator: -/-
Übersetzer: Elisabeth Spang
Verlag: Thienemann
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 13 Jahren
Ausführung: Broschur, 288 Seiten



Autor:
Jessi Kirby war früher Englischlehrerin und Bibliothekarin. Sie ist heute Autorin mehrerer Bücher, Ehefrau, Mutter, Strandliebhaberin und Läuferin. Sie liebt zeitgenössische Jugendliteratur, starken Kaffee und dunkle Schokolade. Und zwar in genau dieser Reihenfolge.



DER SOUNDTRACK MEINES LEBENS

Für die 17jährige Honor bricht die Welt zusammen. Kurz nach ihrem Schulabschluss fällt ihr Bruder im Irak. Nach dem frühen Tod der Eltern hatte der ein Jahr ältere Finn immer auf sie aufgepasst, sich um sie gekümmert, war für sie da. Jetzt ist er weg, endgültig. Und Honor muss weiterleben. Doch kann sie das so einfach?
Statt wie geplant zum College zu fahren, beschließt Honor, sich auf den Weg zum Konzert ihrer Lieblingssängerin Kyra Kelley zu machen. Denn kurz nach Finns Tod bekam sie einen Brief von ihm mit zwei Konzertkarten und der Bitte, Kyra Kelley von ihm zu erzählen. Keine realistische Bitte, aber etwas, an das Honor sich klammern kann, eine Aufgabe, eine Art Mission. Vielleicht wird dadurch alles besser? Der letzte Wunsch ihres Bruders soll erfüllt werden. Und so macht sie sich in seinem alten Auto und mit seinem besten Freund Rusty auf den Weg. Einmal quer durch die USA führt sie ein Roadtrip, bei dem die Gefühle nur so Achterbahn fahren.

„Der Soundtrack meines Lebens“ ist ein berührendes Buch rund um Trauerbewältigung. Ein paar Tage lang begleitet man Honor und Rusty auf ihrem Roadtrip durch die USA. Beide sind voller Trauer um Finn und beide sind nicht wirklich gut aufeinander zu sprechen. Trotzdem machen sie diese Tour zusammen und kommen sich dabei näher. Gerade Honor erfährt auf dieser Fahrt einiges über Finn, dass ein neues Licht auf ihn aber auch auf Rusty wirft. Die ganze Fahrt ist ein Wechselbad der Gefühle. Trauer, Abenteuer, lustige Momente, besinnliche Momente, es ist unglaublich, was Honor in der kurzen Zeit durchmacht. Der Weg zu Kyra Kelley ist ein Weg zu sich selbst und eine Hilfe dabei, den Tod von Finn zu akzeptieren.

Es ist eine berührende Geschichte, die dabei nie zu sehr ins traurige abrutscht. Bewegend, aber nicht deprimierend wird der Weg von Honor und Rusty beschrieben. Eine Geschichte, die zeigt, dass es ganz unterschiedliche Wege der Trauerbewältigung gibt und dass es ok ist, auch etwas Verrücktes zu machen. Eine nachdenklich stimmende Geschichte, die mir viel Spaß gemacht hat. Vielleicht etwas vorhersehbar, aber trotzdem wunderschön. En Roadmovie in Buchform, absolut lesenswert!

Freitag, 25. April 2014

[REZENSION] Auch Spione brauchen Glück

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Auch Spione brauchen Glück (OT: Don't judge a girl by her cover)
Autor: Ally Carter
Übersetzer: Gerda Bean
Verlag: Planet Girl
Reihe: Gallagher Girls 03
empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahren
Ausführung: Broschur, 272 Seiten



Autor:
Ally Carter stammt aus Oklahoma. Ihre Mutter war Lehrerin, ihr Vater Landwirt und Viehzüchter. Sie hat eine ältere Schwester. Nach dem Studium arbeitete sie ein paar Jahre in der Agrar-Industrie, bis sie sich ganz dem Schreiben zuwandte. 2005 wurde ihr erster Roman veröffentlicht. Ihre Bücher erscheinen in mehr als zwanzig Ländern und waren auf den Bestseller-Listen der New York Times, USA Today oder des Wall Street Journal. Heute lebt und arbeitet sie in Oklahoma.


AUCH SPIONE BRAUCHEN GLÜCK

Als Cammie Macey nach Boston, zu einer Wahlveranstaltung von Maceys Vater, begleitet, hatte sie alles im Sinn, allerdings nicht, dass sie angegriffen werden könnten. Doch genau das geschieht. Maskierte Gestalten versuchen sie zu entführen, einzig ihrer bisherigen Ausbildung an der Gallagher Akademie und ein bißchen Glück ist es zu verdanken, dass es bei dem Versuch bleibt. Aber danach ist nichts mehr wie es war. Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen und persönlicher Schutz für Macey überall und zu jeder Zeit. Cammie und ihre Freundinnen lassen sich jedoch dadurch nicht davon abhalten, selber herauszufinden, wer die Täter sind – mit verheerenden Folgen...

Ich schaute auf das neue Gesicht von Mr Smith, unserem Professor für das Fach Länder der Welt, der zu den eher paranoiden Geheimagenten auf unserem Planeten gehört und dies beweist, indem er sich jedes Jahr in den Sommerferien ein neues Antlitz verpassen lässt. Man hörte das Gemurmel von mehr als hundert Teenies, als sie feststellten, dass Mr Smith in diesem Jahr heiß aussah. (S. 61)

Das Wissen rund um die Gallagher Akademie und ihre Schülerinnen wird in diesem dritten Band der Reihe inzwischen vorausgesetzt, weshalb es ratsam ist, die gegebene Reihenfolge bei der Lektüre beizubehalten. Entsprechend wird auch mehrfach auf zurückliegende Ereignisse verwiesen, deren Zusammenhänge man nur verstehen kann, wenn man die Vorgänger bereits kennt.
Nichtsdestotrotz wird man hier wieder einmal auf eine Mission geschickt, die alles andere als durchsichtig erscheint. Auch kann man sich des Gefühls nicht verwehren, dass mit jedem neuen Band die Gefahr immer größer wird und ein positiver Ausgang des Geschehens keineswegs gewiss ist.

Wie bereits in den vorangegangenen Bänden wird das Geschehen auch dieses Mal wieder von Cammie aus der Ich-Perspektive erzählt. Da man schon zuvor eine gewisse Bindung zu ihr aufgebaut hat, fällt es leicht, sich in das Geschehen hineinzuversetzen und eh man sichs versieht, ist man schon wieder umringt von Gallagher Girls. Egal wie viel Zeit zwischen der Lektüre der Bände liegt, es ist, als wäre man niemals fort gewesen, sofort strömen die Erinnerungen wieder auf einen ein.

Hatte man bisher das Gefühl oder gar die Gewissheit, dass es sich immer um Tests drehte, in denen die Mädchen meist nicht in ernsthafter Gefahr waren, ist hier alles anders. Kein Netz, kein doppelter Boden und vor allem keine Lehrer, die den Agentinnen aus schier unmöglichen Situationen helfen. Sicherlich trägt der Unterricht dazu bei, dass sie sich sicherer und gekonnter in Unvorhersehbaren Situationen zurecht finden, ein gewisser Angstfaktor bleibt aber dennoch.

Spannend von Anfang bis Ende – etwas anderes zu behaupten, wäre eine Lüge. Kaum denkt man, man hätte das Rätsel um diesen Band geknackt, wird man schon wieder mit neuen Ereignissen konfrontiert, die so überhaupt nicht zur erdachten Lösung passen. Und ganz zum Schluss wird klar, dass es noch lange nicht vorbei ist und der nächste Band mit Sicherheit genau dort anknüpfen wird. Hoffentlich dauert es nicht mehr allzu lange, bis man ihn in Händen halten kann, denn man will am liebsten sofort weiterlesen, um zu verstehen, was wirklich vor sich geht.


Reiheninfo:
Band 1: Spione küsst man nicht
Band 2: Mädchen sind die besseren Spione

Donnerstag, 24. April 2014

[REZENSION] Frostnacht

Redakteur: Natalie Burger

Titel: Frostnacht (OT: Midnight Frost)
Autor: Jennifer Estep
Übersetzer: Vanessa Lamatsch
Verlag: Piper
Reihe: 5/5
empfohlenes Lesealter: ab 14 Jahren
Ausführung: Klappenbroschur, 448 Seiten



Autor:
Jennifer Estep ist Journalistin und New-York-Times-Bestsellerautorin. Sie schloss ihr Studium mit einem Bachelor in Englischer Literatur und Journalismus und einem Master in Professional Communications ab und lebt heute in Bluff City, Tennessee. Bei Piper erschien bisher ihre All-Age-Serie um die »Mythos Academy« sowie die Urban-Fantasy-Reihe »Elemental Assassin«.



FROSTNACHT

Das Kennen der vorherigen Bände wird Vorausgesetzt

Inhalt:
Gwen und die Schüler und Lehrer der Mythos Academy haben sich noch nicht vom letzten Anschlag der Schnitter erholt, als ein neuer verübt wird. Während Gwen in der Bibliothek der Altertümer ihre Schicht begeht schlagen die Schnitter erneut zu und mischen ihr ein Giftpulver in ihr Trinken. Sie beobachtet es und trinkt nicht davon, aber Nickamedes trifft es. Damit er am Leben bleiben kann muss ein Gegengift her. Ein Gegengift das nur als seltene Blüte in den Rocky Mountains wächst.
Obwohl allen klar ist dass dies vermutlich eine erneute Falle der Schnitter ist macht sich Gwen auf den Weg zu den Rocky Mountains...

Meine Meinung:
Das ist bereits der fünfte Band der Reihe rund um das Gypsymädchen Gwen Frost und vorab sei schon gesagt auch dieser Band hat nichts an Spannung eingebüßt.

Der Beginn des Buches ist noch sehr ruhig und verhalten. Gwen hat Alpträume und bläst Trübsal, seit dem Vorfall bei dem Logan sie erstechen wollte. Logan fehlt ihr und sie weiß auch nicht wann sie ihn wieder sehen wird. So ist Alltag mühsam und doch bemerkt sie das etwas in ihr und Nickamedes Wasser geschüttet wird doch aufhalten kann sie das Unglück nicht.
Kämpfe mit Schnittern gibt es auch in diesem Band, aber meinem Empfinden nach nehmen sie nicht so viel Platz weg. Man erfährt ein wenig Neues über Gwens Familie. Es geht um die Rettung von Nickamedes und natürlich ist man als Leser gespannt ob Logan auftaucht (ich werde es Euch nicht verraten).
So ist es von Beginn an spannend und auch unterhaltsam und das hört bis zum Ende auch nicht auf.
Interessant ist es auch durch die Reise in die Mountains. hier hat sich die Autorin etwas Neues einfallen lassen. Ich denke die Möglichkeiten eine interessante Geschichte innerhalb eines Schulhofes zu schreiben sind auch irgendwann erschöpft. So kam eine neue Umgebung rein die noch andere Gefahren birgt.

Es gibt zwei neue Figuren in diesem Band. Jeder der die Vorgänger kennt kennt Gwen und ihre Freunde und so muss ich auf diese nicht näher eingehen. Doch die beiden Neuen tauchen recht unerwartet auf. Es sind Rachel und Rory. Was es genau mit beiden auf sich hat mag ich nicht sagen will Euch ja nicht die Spannung nehmen, aber ein wenig analysieren kann ich sie ja trotzdem. Ich hoffe sie kommen auch noch in weiteren Bänden vor.
Rory erinnert ein wenig an die Gwen aus dem ersten Band. In ihrer Academy wird sie gemieden und zunächst ist auch nicht klar warum. Dabei hat hat sie Herz und ist mutig. Rory gefiel mir sofort gut auch trotz ihrer Kratzbürstigen Art. ich würde mir wünschen sie auch in den nächsten Bänden zu lesen.
Genauso wie Rachel. Sie ist die Tante von Rory und eine herzensgute Frau. Sie arbeitet in der Academy in den Rocky Mountains in der Cafeteria und versucht alles um Rory glücklich zu sehen.
Es gab noch andere Figuren die neu erwähnt wurden. mal gut mal böse. Bei manch einem wurde man getäuscht, aber nie so das ich das vorher schon ahnte. Es kam vollkommen überraschend.

Das Ende dieser Bände ist schon ein wenig vorhersehbar. Zumindest so lange die Reihe weiter geführt wird. Es ist ein wenig wie bei den Harry Potter Bänden 1-6. Was sollte die Autorin schreiben, wenn der Protagonist stirbt. Trotzdem ist es nie langweilig und bei jedem Band hoffe ich wieder aufs neue das alles gut ausgeht. Allerdings denke ich nicht das es noch unendlich viele geben kann, denn irgendwann ist meines Erachtens das Thema dann doch durch und wird auch (hört sich jetzt doof an weil es ja Fantasy ist) unglaubwürdig. Bei diesem Teil war das aber noch nicht so.