Montag, 31. März 2014

[REZENSION] Leise Angst

Redakteur: Natalie Burger

Titel:Leise Angst
Autor: Severin Schwendener
Verlag: Beltz
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 13 Jahren
Ausführung: Taschenbuch, 252 Seiten



Autor:
Severin Schwendener, geboren 1983, ist in einem kleinen Dorf am Bodensee aufgewachsen. Er studiert und arbeitet seit zehn Jahren in Zürich, das ihm zur zweiten Heimat geworden ist. Nebenbei schreibt er Kurzgeschichten und hat bereits die Krimis "Falsche Freunde", "Schein & Heilig" sowie "Schach & Matt" veröffentlicht. Bei Beltz & Gelberg erschienen die Krimis "Stilles Gift" und "Leise Angst".



LEISE ANGST

Inhalt:
Sirine beobachtet ein Mord, doch sie kann ihn der Polizei nicht melden, denn sie hält sich illegal in der Schweiß auf. Sie erzählt aber ihren Freunden davon ohne zu ahnen in welche Gefahr sich Tom begibt.

Meine Meinung:
Leise Angst ist ein ruhiger aber sehr spannender Jugendthriller der mich schon durch sein Cover ansprach.

Gelesen habe ich ihn schnell. Das Buch hat 250 Seiten die dazu recht groß geschrieben sind. So war es eine Vormittagslektüre die es in sich hatte. Angst ist das zentrale Thema sei es die Angst verlassen zu werden, Angst erwischt zu werden oder auch nur die Angst nicht zu gefallen. All diese Ängste werden in diesem Buch angesprochen und noch einige mehr.

Dabei beschreibt Severin Schwendener seine Charaktere mit viel Gefühl und Tiefe. Sei es Sirine, ein ägyptisches Mädchen, das sich illegal in der Schweiz aufhält und deswegen nicht zur Polizei gehen kann. Sie hat Existenzängste, denn die Polizei wird sie bestimmt wieder abschieben. Sie hat auf der Vierer Clique am Meisten zu verlieren.
Tom ist der zweite im Bunde der in seinem Verliebt sein die Vorsicht außer Acht lässt. Gutaussehend und verliebt in Rina möchte er sich beweisen und kommt in seinem Vorhaben nicht wirklich voran. Nach Außen spielt er den Coolen aber er weiß woran es ihm fehlt und fühlt sich weniger Wert weil er nicht so gut ist wie Nico und noch keine Lehrstelle hat.
Nico ist recht unscheinbar aber der Vernünftigste in der Runde. Er sieht alles etwas nüchterner. Neben Tom fühlt er sich blass. Er wäre auch gerne mit Rina zusammen doch er hat nichts was Mädchen mögen, oder doch?
Rina ist die Freundin von Sirine und das zweite Mädchen der Gruppe. Sie wird umgarnt fühlt sich aber trotzdem zu dick. Sie weiß was sie will, sagt es aber nicht. Der Plot ist Teeniealltag bis auf der beobachtete Mord. Das ist natürlich Hauptthema und doch geht es auch immer um den normalen Alltag und die normalen Gedanken eines Teenies der nun bald ins Berufsleben entlassen wird.

Severin Schwendener hat hier einen spannenden Thriller mit Botschaft geschrieben. Hätten alle immer das gesagt was sie gemeint oder gedacht haben, dann wäre manches so nicht passiert. Allerdings wäre das Buch dann vermutlich auch sehr langweilig geworden.
So war es spannend von Beginn an und blieb es auch bis zum Schluss. Selbst mir als Erwachsene wurde es in keinster Weise langweilig.

Das Buch ist ab 13 und ich kann dieser Altersempfehlung ohne Einschränkung zustimmen. Es gibt nichts was so ausgeschmückt ist dass es für 13 Jährige zu heftig wäre.

[INTERVIEW] Friedrich Ani stellt sich den Fragen aus der Leserunde zu "Die unterirdische Sonne"

Redakteur: Anette Leister

Titel: Die unterirdische Sonne
Autor: Friedrich Ani
Verlag: cbt
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 16 Jahren
Ausführung: Hardcover, 336 Seiten



Kurzbeschreibung:
Am Rand der Nacht, in der Stille der Nacht allein

Eine Insel. Ein Haus. Ein Keller. Fünf Jugendliche, die mit Gewalt darin festgehalten werden. Kein Tageslicht. Und täglich wird einer von ihnen nach oben geholt. Doch niemand spricht über das, was dort geschieht. Denn wer spricht, stirbt, bekommen sie gesagt. Die Lage scheint aussichtlos, und Angst, Wut, Schmerz, Verzweiflung und Sehnsucht lassen die Jugendlichen beinahe verrückt werden. Doch nichts kann sie retten vor den schrecklichen Dingen, die geschehen. Bis ein neuer Junge zu ihnen gebracht wird, der nicht bereit ist, die Gewalt zu akzeptieren.

Copyright © Random House/Isabelle Grubert

Autor:
Friedrich Ani, geboren 1959 in Kochel am See, arbeitete als Reporter, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Er schreibt Romane für Erwachsene wie Kinder und Jugendliche, Gedichte, Hörspiele, Drehbücher und Kurzgeschichten. Seine Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Deutschen Krimipreis, dem Adolf-Grimme-Preis und dem Bayrischen Fernsehpreis. Friedrich Ani ist Mitglied des Internationalen PEN-Clubs und lebt in München.

Nach dem Lesen - vor dem Interview...

... hat es eine ganze Weile gedauert, bis ich meine Meinung zu dem Buch in Worte fassen konnte. In der Leserunde zum Buch wurde zwar viel diskutiert, aber da das Buch sehr polarisiert hatte und es nicht nur mir so ging, dass ich nicht immer wusste, wie meine Meinung (oder Fragen) in Worte fassen, vergaßen wir darüber völlig Fragen für ein zugesagtes Emailinterview zu sammeln.
Von bereits bestehenden Interviews mit Friedrich Ani zu seinem Buch und dem Trailer habe ich bewusst Abstand gekommen bevor ich das Buch zu Ende gelesen hatte, da ich mir zu diesem Thema keine Meinung vorab bilden wollte.

Nach dem Interview - viele Fragen werden immer bleiben...

Lieber Friedrich Ani,

Ihr Buch "Die unterirdische Sonne" hat uns in der Leserunde solchermaßen polarisiert, dass wir zwar ständig Gedanken und Fragen zum Buch äußerten, ohne diese jedoch speziell in einem Interview zusammen zu schreiben.
In den letzten Tagen habe ich mein bestes getan aus den diskutierten Abschnitten unsere Fragen an sie herauszuarbeiten und hoffe, ich habe dabei nichts Wichtiges vergessen und Sie kommen herausgerissen aus dem Kontext verständlich für Sie rüber:

1. Wie kam es dazu den Titel „Die unterirdische Sonne“ im Jugendbuchsektor zu Platzieren?
2. Was bewog sie dazu den Inhalt des Buches in drei Akte aufzuteilen?
3. Wer hat den Klappentext geschrieben. Generell finde ich die Platzierung im Jugendbuchgenre nicht schlecht, aber der Klappentext erweckt einige Erwartungen an das Buch, die meiner Meinung nach nicht gehalten werden können. Die Jugendlichen wirken laut dem Text älter, die Rolle von Noah größer. War das beabsichtigt?
4. Haben Sie Handlung und Ende des Buches absichtlich so konstruiert, dass der Leser mit vielen Fragen aus dem Buch entlassen wird und der Stoff noch Wochen nachwirkt?
5. Sind sie wirklich der Überzeugung, dass Jugendliche ab 16 Jahren mit dem Stoff klarkommen oder würden sie persönlich einem höheren Lesealter empfehlen.
6. Wie kam es zur Wahl der Thematik und dieser speziellen Umsetzung?
7. An Sophias Rolle gelehnt, denken sie, dass es einer Person mit einem starken Glauben leichter fällt ohne bleibende Schäden aus so einer Situation zu entkommen und ihr altes Leben wieder auf zu nehmen?
8. Wieso entschieden sie sich für eher jugenduntypischen Jargon in häufiger Wiederholung wie „Egal, Schwester Regal“.
9. Wie wichtig sind Ihnen die Märchen, die die Kinder erzählen und was war Ihre Intuition sie dies tun zu lassen?
10. Haben Sie zu einem der Kinder eine besondere Bindung aufgebaut und fühlen Sie gleichwertig mit ihnen?
11. Möchten Sie den Lesern dieses Buches noch etwas mit auf den Weg geben?

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben unsere Fragen zu "Die unterirdische Sonne" zu beantworten.
Gruß von Katze und Team

Antworten Friedrich Ani:
1 - Das Buch war von Anfang an als Jugendbuch geplant, unabhängig davon, wie hart oder ungewöhnlich der Inhalt am Ende sein würde.
2 - Die Geschichte verläuft beinah wie ein Theaterstück, deswegen entschied ich mich früh, eine Aufteilung in Akte vorzunehmen und nicht in Kapitel, wie üblich.
3 - Den Klappentext schreibt der Verlag, ich lese nie Klappentexte, nicht einmal die in meinen eigenen Büchern. Tut mir Leid, wenn jetzt ein falscher Eindruck entstanden ist.
4 - Mir war klar, dass ich kein geschlossenes Ende schreiben würde. Die Jugendlichen gelangen in die Freiheit, immerhin, aber was bedeutet diese Freiheit für sie? Wie geht es weiter? Warum rufen sie ihre Eltern nicht an? Mit diesen Fragen dürfen die Leser ruhig durch den Tag gehen ...
5 - Ich selbst würde ein NIEDRIGERES Alter empfehlen, also das Buch ab etwa 14 Jahren freigeben.
6 - Ich wollte diese Geschichte so.
7 - Nein. Abgesehen davon, nimmt niemand aus der Gruppe sein altes Leben wieder auf, das würde nicht klappen. Sie sind alle verwundet, und die Narben werden bleiben.
8 - Jugendtypischer Jargon oder nicht - meine Figuren reden und denken, wie sie möchten, und wie ich es ihnen zuschreibe. Die Formulierung "Egal, Schwester Regal" ist extrem merkwürdig, ich wollte sie aber nicht streichen, entgegen dem Rat meiner Lektorin.
9 - Märchen sind Ur-Geschichten. Was bleibt uns in der tiefsten Not? Wir erzählen oder erfinden Geschichten vom Menschen als einsamstem Geschöpft auf Erden.
10 - Ich fühle mit allen, mit jedem und jeder einzelnen, von Beginn an.
11 - Umarmt diese Kinder und haltet sie ganz fest! Vertraut euren Gefühlen, geht in dieses Buch wie in einen Film oder einen Song - mit offenem brennendem Herzen.

Ok.

Herzlich: Friedrich Ani

Link zu den Rezensionen von Katze mit Buch und den Teilnehmern der Leserunde.
Pressemappe
Video-Interview

Sonntag, 30. März 2014

[RUND UMS BUCH] Neuzugänge KW13/Anette


Im Briefkasten

Freitags in der faulen Kobra, Band 2, Stefan Nink (GW)
Half-Bad, Sally Green (RE, Leserunde)
Kick and Cook, Katrin Roßnick (RE)
Kreative Manufaktur: Kleine Kuchen zum Verschenken (RE)
Welche Farbe hat die Angst, Barbara Rose (RE)
WM-Buch - Fußball zum Mitmachen (RE)

Dies und das

Yeah.... Ich hatte Losglück, nachdem mir Chrischis Rezensionen dazu verleitet haben Stefan Ninks auf meine Wunschliste zu ziehen, fehlt nur noch der Vorgängerband und das Anfang März in Mainz eine Lesung von ihm war hab ich leider zu spät mitbekommen *schnüff*
Half-Bad lesen wir ab nächsten Donnerstag in einer Leserunde, gebacken wird kurz vor Ostern (und es stehen noch freie Exemplare für die Runde zur Verfügung). Kicken und Kochen und Fußball zum Mitmachen mache ich erstmal allein, aber wer weiß, ob da nicht noch etwas auf euch zukommt ;)

[REZENSION] Falsches Spiel im Internat (Hörspiel)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Falsches Spiel im Internat
Autor: -/-
Sprecher: Mia Diekow, Sonja Stein, Merete Brettschneider u.a.
Übersetzer: -/-
Verlag: Europa
Reihe: Die drei !!! 30
empfohlenes Lesealter: ab 8 Jahren
Ausführung: Hörspiel, ca. 69 Minuten, 1 CD



Sprecher:
Mia Diekow, Sonja Stein, Merete Brettschneider, Tim Kreuer, Tina Eschmann, Clemens Gerhatd, Thomas Karallus, Alina Degener, Laura M. Ketzer, Anton Sprick, Kai Henrik Möller, Jannik Endemann


FALSCHES SPIEL IM INTERNAT

Die drei !!! dürfen mit Tessa, der Freundin von Maries Vater, einen Tag auf Schloss Hohenstein, einem Internat, verleben. Sie sind von dem Ambiente dort mehr als begeistert. Doch der Schein trügt, es ist nicht alles so idyllisch wie es zunächst aussieht. Die Mädchen sehen Bianka, einer Schülerin auf Schloss Hohenstein, sofort an, dass etwas nicht stimmt. Doch sie verschließt sich und behauptet, es sei alles in Ordnung. Als die Freundinnen wieder zu Hause sind, erhalten sie jedoch eine SMS von Bianka, in der sie um die Hilfe der Detektivinnen bittet. Kim, Franzi und Marie machen sich sofort auf den Weg, als sie jedoch auf dem Schloss ankommen, ist Bianka verschwunden...

Wer hat sich nicht schon einmal das Leben in einem Internat vorgestellt. Mit Sicherheit birgt es viele Vorteile, die auch hier zweifelsohne dargestellt werden. Dennoch darf man auch die Schattenseiten nicht vergessen, die ein solcher Aufenthalt hätte. Dementsprechend sollte man immer gut abwägen, für was man sich schlussendlich entscheiden möchte. Manch ein Entschluss wird möglicherweise viel zu leichtfertig gefasst.

Marie, Kim und Franzi sind inzwischen so erfahren in ihrem Detektivinnendasein, dass sie sofort erkennen, wenn jemand ihre Hilfe braucht. Das ist augenscheinlich auch bei Bianka der Fall, die sich den Mädchen jedoch zunächst nicht anvertrauen will. Als sie sich schließlich doch dazu entscheidet, wird der Fall sehr merkwürdig. Die drei !!! machen sich auf nach Schloss Hohenstein, um im Internat zu ermitteln, inkognito versteht sich. Das ist allerdings leichter gesagt als getan, denn verschiedenste äußere Umstände machen die Sache für die Mädchen nicht angenehmer.

Mit jedem neuen Hinweis, den die Freundinnen erhalten, bastelt auch der Hörer sich eine Geschichte zusammen. Denn es ist eindeutig, dass hier versucht wird etwas zu vertuschen, dafür scheint alles zu perfekt. Es stellt sich nur die Frage was bzw. wer dahinter steckt und welches Motiv überhaupt zugrunde liegt, denn das bleibt sehr lange Zeit im Dunkeln.

Neben dem Fall gibt es allerdings auch den ein oder anderen privaten Notfall, vor allem Kim erwischt es dieses Mal sehr hart. Man kann gar nicht anders, als emotional ebenfalls voll dabei zu sein, um ihr beizustehen. Allerdings darf die Detektivarbeit nicht in den Hintergrund rücken, es gilt schließlich den 30. Fall zu einem positiven Abschluss zu bringen. Bevor diese Möglichkeit sich bietet, kommt es jedoch zu mehreren nicht ganz ungefährlichen Situationen...

Samstag, 29. März 2014

[REZENSION] Der Thul

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Der Thul
Autor: Marita Sydow Hamann
Verlag: Grassroots Edition
Reihe: Die Erben der alten Zeit 2
empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahren
Ausführung: Hardcover, 527 Seiten



Autor:
Marita Sydow Hamann wurde 1973 in Ålesund, Norwegen, geboren und wuchs unter anderem in Deutschland, Österreich und Spanien auf. 1999 zog sie nach Schweden. Sie arbeitete als persönliche Assistentin für Kinder und Erwachsene mit geistigen und körperlichen Behinderungen. Als Ausgleich zur Arbeit mit ihren Patienten begann sie mit dem Schreiben. Marita Sydow Hamann lebt mit ihrem Mann, zwei Pferden, zwei Hunden und einer Katze auf einem kleinen Hof in Småland. Die Fantasy-Trilogie Die Erben der alten Zeit ist ihr erstes großes Werk.


DER THUL

Das Amulett, mit welchem Charlie zwischen ERde und Godheim hin und her reisen kann, wurde ihr genommen. Wie soll die Prophezeiung, dass nur sie den bösartigen Magier Oden noch stoppen kann, denn nun in Erfüllung gehen? Doch bevor Charlie sich darüber Gedanken machen kann, muss sie Hanna befreien, die auf der Burg von ebenjenem Magier festgehalten wird. Sollte das Schicksal eines jungen Mädchens wirklich schon besiegelt sein?

"Der Thul" ist der zweite Band der Trilogie "Die Erben der alten Zeit", einer Fantasysaga, die nicht dem Mainstream entspricht, und gerade deswegen eine Chance erhalten sollte.

Nachdem nun doch eine geraume Zeit nach dem Erscheinen des ersten Bandes vergangen ist, musste man sich zunächst wieder ein wenig in die Geschichte einfinden. Doch der Schreibstil der Autorin, der nach wie vor flüssig ist, hilft dabei. Auch die Darstellungen, die so lebendig daherkommen, dass man sie fast greifen kann, tragen enorm dazu bei, dass man schnell wieder im Geschehen angekommen ist. Bei ersten Wiedersehen mit Charlie hat man sofort das Gefühl eine alte Freundin, die man lange nicht gesehen hat, zu treffen. Das ist sehr gut gemacht, denn so kann man sich um einiges besser in das Geschehen hineinversetzen, da eine emotionale Bindung aufgebaut wird.

Da Charlie das Amulett nicht mehr besitzt, fehlen dieses Mal leider die großartigen Reisen zwischen den Welten, die man im ersten Band gerne verfolgt hat. Wäre natürlich auch ein wenig seltsam, denn wie sollte sie dies schließlich anstellen, ohne das Amulett. Dementsprechend passt diese Wendung natürlich wieder ins Gesamtbild und macht die Geschichte in sich stimmig.

Es gibt ein zwei kurze Passagen, in denen das Spannungsniveau, das im Grunde von Beginn an recht hoch gehalten wurde, ein wenig absackt, wodurch die Geschichte droht in die Länge gezogen zu werden. Glücklicherweise berappelt sich das Geschehen recht schnell, so dass man wieder zur alten Form finden kann.

Da das Ende der Trilogie natürlich noch nicht erreicht ist, bleibt zum Schluss einiges offen, dass man gerne sehr schnell beantwortet haben möchte. Und wenn alles nach Plan läuft, kann man dies sogar in ein paar Monaten.
Wie bereits erwähnt, gibt es in diesem Band das ein oder andere Manko. Diese wiegen allerdings nicht so schwer, als dass die Gesamtwertung schlecht ausfallen würde. "Der Thul" zieht mit dem ersten Band "Das Amulett" gleich. Man darf gespannt sein, was der Abschluss noch bieten wird.


Reiheninfo:
Band 1: Das Amulett



Redakteur: Natalie Burger

Inhalt:
Oden hat Charlies Amulett und denkt sie wäre tot. Doch sie lebt. Allerdings kann sie nun nicht mehr zur Erde reisen. Zudem ist Hanna von Oden gefangen genommen worden. Charlie weiß nicht wie sie sie befreien soll und wie sie gar Godheim retten soll, wie es das Orakel sagt. Während Oden die Erde ins Chaos stürzt macht sich Charlie mit ihren Freunden auf den Weg zu der Frau aus ihreren Visionen in der Hoffnung das sie helfen kann.

Meine Meinung:
Dies ist der zweite Band der Trilogie und als ich den ersten beendet habe hätte ich sofort weiter lesen können und doch hatte ich nun leichte Probleme rein zu finden.

Hier beginnt es mit Burg Asgard und der Gefangenschaft von Hanna. Da musste ich erstmal grübeln ob Charlie es überhaupt geschafft hatte und wie. Doch als dann die Sprache auf Charlie kam war alles wieder da.

Die Geschichte geht nahtlos weiter, schon alleine deswegen hat man nur Freude an dem Buch wenn man Band eins kennt. Auch finde ich Band 2 ein wenig schwächer, was aber meistens bei Trilogien so ist. Der zweite Band führt zum Ende hin und auch wenn in Der Thul einiges passiert und es wirklich gut ist reicht es für mich an den Ersten nicht dran.

Beim letzten Band fand ich den Wechsel zwischen Erde und Godheim und auch Europides ein wenig auflockernd, den gab es diesmal auf Grund der Geschichte so gut wie gar nicht. Einmal wurde gezeigt was auf der Erde passiert, aber das war es auch schon. Ich hätte mir mehr gewünscht. Schließlich war Charlie mit ihren Freunden eine Weile unterwegs. Nochmaliger Blick auf die Erde hätte da schon gepasst. Das hat mir ein wenig gefehlt. Europidis war im letzten Band schon nicht so meine Welt und somit fehlte mir diese auch nicht. Ich habe aber gemerkt das mich die Sicht von Sora nicht so sehr fesselte wie die Sicht von Charlie.
In diesem Band lernt der Leser aber Sora besser kennen, begleitet sie hin und wieder auch wenn hier auf Grund das sie an einem Punkt ist nur sehr wenig. Mir hat das als Info gereicht und mehr musste es auch nicht sein.
Bei der Begleitung von Charlie fühlte ich mich dagegen sehr wohl, auch wenn sich da Längen einschlichen. Es wird alles wieder sehr genau beschrieben, was mir im letzten Band auch gut gefiel. Hier störte es mich teilweise weil ich wissen wollte wie es nun weiter geht. Die Ungeduld zu wissen wie es endet trieb mich voran und sorgte dafür das mich allzu ausschweifende Szenen anfingen zu langweilen.
Hanna erleben wir auch in ihrer Gefangenschaft. Immer nur kurz, aber sehr informativ. Sie hat sich arrangiert mit ihrer Situation und kämpft.

Das Ende ist auch hier wieder offen, klar es fehlt ja noch ein Band. Am Ende möchte ich das nächste Buch auf jeden Fall lesen, dessen war ich mir mittendrin manchmal nicht so sicher. Die Spannung begibt sich hier auf eine Berg- und Talffahrt und so konnte es mich nicht durchgehend fesseln. So gibt es eine Bewertung von 3/5 mit Tendenz zur 4/5 in Ermangelung von Zwischenschritten.

Freitag, 28. März 2014

[REZENSION] Das Amulett

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Das Amulett
Autor: Marita Sydow Hamann
Übersetzer: -/-
Verlag: Grassroots Edition
Reihe: Die Erben der alten Zeit 1
empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahren
Ausführung: Hardcover, 608 Seiten



Autor:
Marita Sydow Hamann wurde 1973 in Ålesund, Norwegen, geboren und wuchs unter anderem in Deutschland, Österreich und Spanien auf. 1999 zog sie nach Schweden. Sie arbeitete als persönliche Assistentin für Kinder und Erwachsene mit geistigen und körperlichen Behinderungen. Als Ausgleich zur Arbeit mit ihren Patienten begann sie mit dem Schreiben. Marita Sydow Hamann lebt mit ihrem Mann, zwei Pferden, zwei Hunden und einer Katze auf einem kleinen Hof in Småland. Die Fantasy-Trilogie Die Erben der alten Zeit ist ihr erstes großes Werk.


DAS AMULETT

„Ingrid Olafsson war verständlicherweise etwas nervös. Man hatte ihr von dem Baby erzählt, das auf ein neues Zuhause wartete. Für Ingrid war es nicht das erste und ganz sicher auch nicht das letzte Kind, das sie auf seinem Weg durchs Leben betreuen würde.“

...dieses Kind jedoch ist anders als alle andere. Ihr ist ein ganz besonderer Weg vorherbestimmt, der weder einfach noch ungefährlich ist, den sie aber sicherlich bereitwillig auf sich nehmen wird. Charlie will endlich wissen wer sie wirklich ist, weshalb sie in einer Nacht und Nebel Aktion aus dem Kinderheim türmt und sich auf den Weg macht genau das herauszufinden. Ihre Reise führt sie auf einen fremden Planeten, auf dem sie auch nicht sicher scheint. Damit beginnen erst die Übernatürlichen Ereignisse, die alles bisher Geglaubte auf den Kopf stellen...

Sicherlich ist es nichts Neues, dass im Bereich Fantasy neue Welten oder Länder erschaffen werden. Es ist jedoch immer wieder die Frage nach der Umsetzung, ob der Leser es als neuartig betrachtet oder nicht. Hier ist der Autorin die Darstellung absolut gelungen, sie nimmt den Leser wahrlich mit auf eine faszinierende Reise in ferne Galaxien. Sie werden so lebendig beschrieben, dass man das Gefühl hat, die Orte tatsächlich bereisen zu könne, auch wenn man es auf Grund der lauernden Gefahren wohl zunächst vermeiden sollte. Es ist immer wichtig etwas zu erschaffen, das einen gewissen Reiz hat, so wie er hier zu finden ist.

Zu Anfang ist es für den Leser, ebenso wie für die Hauptprotagonistin, etwas schwer, sich zurechtzufinden. Viele neue Eindrücke müssen verarbeitet werden, die nicht sofort zu fassen sind. Die Phase dauert glücklicherweise nicht lange an, weshalb man sich bald fallen lassen kann, um dem Geschehen weiter zu folgen. Die Autorin hat einen angenehm ruhigen Schreibstil, der eine solide Grundbasis bietet, auch wenn die Ereignisse sich mal wieder überschlagen.

Die Atmosphäre ist gleichzeitig angespannt, sowie mystisch angehaucht, was gut zum Gesamteindruck passt und Platz für Übernatürliches bietet. Auch wenn man sich bewusst ist, fiktive Geschehnisse zu erleben, so will man es sich doch nicht nehmen lassen daran zu glauben, dass es mehr zwischen Himmel und Erde gibt, als wir greifen können.

„Die Erben der Alten Zeit – Das Amulett“ ist ein großartiger Fantasyroman, den man sich nicht entgehen lassen sollte und der für junge und alte Fantasyfans empfehlenswert ist. Es handelt sich um den ersten Band einer Trilogie.

[REZENSION] Friesisch Roulette

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Friesisch Roulette
Autor: Marvin Entholt
Übersetzer: -/-
Verlag: Emons
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 144 Seiten



Autor:
Marvin Entholt ist in Bremen geboren und aufgewachsen und entsprechend ostfrieslandnah sozialisiert. Er studierte Politik, Philosophie und Filmregie, lehrte in Mogadischu und arbeitet seit 1990 als Regisseur, Produzent, Drehbuch- und Dokumentarfilmautor, vor allem für ARD und ZDF. Marvin Entholt lebt in München und Berlin' »Friesisch Roulette« ist sein erster Kriminalroman im Emons Verlag.


FRIESISCH ROULETTE

Als Johann benommen in seiner Scheune aufwacht, liegt dort plötzlich ein Toter. Er kann sich nicht daran erinnern was geschehen ist und lässt die Leiche zunächst verschwinden. Doch ihm lässt die Situation keine Ruhe. Bald schon taucht der nächste Tote auf und alles scheint aus den Fugen zu geraten, in dem sonst so ruhigen Merschmoor. Was hat es mit den Leichen auf sich und wie ist die russische Mafia in die Sache verstrickt? Johann muss sich beeilen, um den Fall aufzuklären, bevor die Polizei ihre Ermittlungen zu einem erfolgreichen Abschluss bringt...

„Was ist das denn?“, fragte er mit einem skeptischen Unterton, der Enno auf die Nerven ging.
„Nachtsichtgerät.“
„Ach, und wozu brauchen Sie das?“, fuhr der Bestickte noch skeptischer fort.
„Zum Beobachten.“
„Ach, und was beobachten Sie damit so?“ Nun rührte der ungebetene Gast auch noch eine Prise Ironie in seine Fragerei. Das konnte ja nett werden.
„Schafe.“ (S. 54f)

Wer immer noch glaubt, dass Ostfriesland die reinste Idylle und Erholung bietet, wird spätestens nach der Lektüre von „Friesisch Roulette“ eines Besseren belehrt sein. Wenn sogar schon die Mafia einmarschiert, glaubt niemand mehr an Zufälle und Ausnahmen.

Johann, der neben einer Leiche aufwacht und sich im weiteren Verlauf des Geschehens um die Aufklärung des Falls bemüht, ist jetzt nicht der typische Ermittler wie man ihn sich vorstellt. Hin und wieder leicht naiv, dann wieder knallhart, irgendwie hat man oft das Bedürfnis ihn zu beschützen, obwohl er zeigt, dass er selber ganz gut auf sich aufpassen kann. Zumindest meistens. Er stoplert dennoch irgendwie von einer kuriosen Situation in die nächste und man weiß oft nicht so recht, ob man nun lachen oder eher Mitleid empfinden soll. Oft siegt jedoch das Lachen, das einem so manches Mal die Tränen in die Augen treibt.

Nichtsdestotrotz bietet das Geschehen auch einiges an Spannung, die man auf knapp 150 Seiten so nicht erwartet hätte. Denn was zunächst als absolut oberflächlich erscheint, geht sehr viel tiefer. Man muss sich allerdings wirklich auf die Geschichte einlassen und versuchen auch die Ernsthaftigkeit hinter dem ganzen Humor zu entdecken.

Auch wenn das ein oder andere Ereignis mehr als absurd daherkommt, kann man sich dem Sog, den die Geschichte entwickelt, nicht entziehen.

Donnerstag, 27. März 2014

[REZENSION] Schon gehört?

Redakteur: Anette Leister

Titel: Schon gehört?
Autor: Martin Baltscheit
Illustrator: Christine Schwarz
Verlag: Beltz
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: 5-7 Jahre
Ausführung: Hardcover, 40 Seiten



Autor:
Martin Baltscheit, geboren 1965 in Düsseldorf, studierte Kommunikationsdesign an der Folkwangschule Essen. Im Anschluss tätig als Comic-Zeichner, Illustrator, Schauspieler, Kinderbuch-, Prosa-, Hörspiel- und Theaterautor. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Für die große Neuausgabe der Dschungelbücher als Buch und Hörbuch (bei HÖRCOMPANY) bündelte er seine zahlreichen Talente. Martin Baltscheit lebt mit seiner Familie in Düsseldorf.
Mehr zu Martin Baltscheit finden Sie unter http://www.baltscheit.de.

Illustrator:
Christine Schwarz wurde 1974 in Langenfeld geboren und lebt in Düsseldorf. Sieben Jahre lang arbeitete sie als Krankenschwester auf einer Station für Knochenmarktransplantation in Essen. Heute befindet sie sich in der Ausbildung zur Gemälderestauratorin. »Gold für den Pinguin« ist ihre erste Arbeit an einem Bilderbuch für Kinder.


SCHON GEHÖRT?

Tiefblauer Schlaf entwickelt sich zu Shitstorm!

Brandeilige Meldung aus der Zoo-Zentrale:
Im Flamingogehege wurde ein furchterregendes Monster gesichtet, welches mit Federn und Schnabel einen ganzen Storch auf einen Happs verschlangt. Zeugen werden noch gesucht, möglicherweise wurden diese auch gefressen!

Einige Tage zuvor...

Steht ein Flamingo am See und Schläft.
Rosa Flamingo.
Tiefblauer Schlaf.

Der Flamingo schläft, er redet wohl nicht mit jedem, hält sich für was Besseres?

Der Flamingo schläft, gibt keine Antwort, der ist was Besseres, hat seine Mutter an den Zoo verkauft und jetzt frisst er hunderte Garnelen am Tag.

Die Tiere schaukeln sich gegenseitig auf, der Flamingo wird in ihren Erzählungen immer selbstsüchtiger, reicher, geiziger, verfressener, monströser, bis der Spatz durchdreht und laut durch den Zoo schreit:
DAS ENDE DER WELT IST NAH! DER FLAMINGO WIRD UNS ALLE TÖTEN UND NIEMAND KANN UND RETTEN!

Und nun? Ist tatsächlich das Ende der Welt gekommen oder steht im Gehege immer noch ein Flamingo am See und schläft seinen tiefblauen Schlaf, missverstanden von einem Vogel, der nicht zurückgegrüßt wurde und mit seinem launigen Lüftchen einen Shitstorm in Gang setzte.

Martin Baltscheit und Christine Schwarz zeigen mit ihrer Zoogeschichte auf,, wie schnell Gerüchte in die Welt gesetzt werden können und ganz eigene Züge - sehr böse und überzogen - entwickeln können. Ein bisschen wie Stille Post: sagt der erste noch "so ein unhöflicher Vogel" kommt beim letzten Glied in der Kette an "ER WIRD UNS ALLE TÖTEN!".
Die Geschichte ist eine Fabel dafür, dass man nicht immer allen und allem glauben soll. Zum einen nicht dem, was einen andere über andere Personen erzählen, zum anderen aber auch, nicht den ersten Eindruck einer Person zum endgültigen zu machen. Wie am Beispiel des Flamingos: mit seiner tollen Farbgebung und seiner ungewöhnlichen Haltung mag er arrogant und unnahbar wirken, hinter der Fassade versteckt sich jedoch ein Vogel, der die Gesellschaft sucht und in der freien Natur nur selten als Einzelbrüter anzutreffen.

Ob er in "Schon gehört?" noch eine Chance auf Rehabilitation bekommt oder der Shitstorm nicht mehr einzudämmen ist... ja, auch das erfährt man in dem Buch, wird an dieser Stelle aber nicht verraten ;)

Mittwoch, 26. März 2014

[REZENSION] Nr. 13

Redakteur: Natalie Burger

Titel: Nr. 13
Autor: Laura Wulff
Verlag: MIRA Taschenbuch
Reihe: 2/2
Ausführung: Hardcover, 361 Seiten



Autor:
Laura Wulff ist das Pseudonym der bekannten deutschen Autorin Sandra Henke, die in der Nähe von Köln lebt und arbeitet. Obwohl sie das Gelübde "Bis dass der Tod euch scheidet" ernst nimmt, hofft sie, dass ihr Name trotzdem nie in einer Ermittlungsakte der Kriminalpolizei auftauchen wird. Sie trinkt gerne ein Glas blutroten Wein, findet, dass Neid die Seele vergiftet, und könnte nicht für Schuhe morden, sondern für ein gutes Buch.


NR. 13

Inhalt:
Das Haus Nr. 13 in Köln Ehrenfeld ist ein Schandfleck für die Anwohner, denn dort wohnen rehabilitierte Sexualstraftäter. Die Anwohner haben Angst und als eine alte Frau einen Mord in diesem Haus beobachtet haben will sieht es zunächst so aus, als ob die demente alte Frau halluziniert. So darf Daniel Zucker die Ermittlungen übernehmen. Dieser ahnt das die Frau gar nicht so unrecht hat und lehnt sich weit aus dem Fenster um die Ermittlungen voran zu treiben.

Meine Meinung:
Wie habe ich mich auf den zweiten Zucker Band gefreut. Köln ist meine Heimat und der Ermittler ist mir im ersten Band sehr sympathisch gewesen.

Doch bevor ich von ihm lesen durfte gab es einen Prolog der nichts für schwache Nerven ist und bestimmt nicht für jeden gut lesen ist. Er ist verstörend und für den ein oder anderen too much. Auch mir wurde ein wenig anders obwohl ich normalerweise nicht empfindlich bin. Gut dass es so nicht weiter ging.

Doch das was dann kam war ein extremer Schnitt und das Auftauchen eines ganz anderen Falls der scheinbar mit dem Prolog gar nichts zu tun hatte. Zucker möchte gerne ermitteln stößt aber an seine Grenzen und wird auch klein gehalten. Er fühlt sich stark und meint er kann alles trotz Rollstuhl, merkt aber dann doch hin und wieder das es nicht so geht wie er sich das vorstellt. Das zieht sich auch durch das Ganze Buch und stellenweise empfand ich die Hinweise auf sein Handicap etwas verstörend. Wenn ein "Läufer" geht wird ja auch nicht jedes Mal ein anderes Wort für seine Füße oder Beine geschrieben. Zuckers Rollstuhl hat aber in der Geschichte sehr oft in verschiedenen Varianten Erwähnung gefunden. Für mich das ein oder andere Mal zu viel. Auch jemand der den ersten band nicht kennt weiß spätestens nach dem ersten Drittel des Buches das Zucker ein Rollifahrer ist und nicht so kann und darf wie er will.

Dazu kommt die private Ebene, die hier erwähnt wird und eine Fortführung vom ersten Buch ist. Hier hoffe ich einfach mal das dieses negative daraus dann im nächsten Band endlich verschwindet. Sicher gibt es Probleme in einer Beziehung und es ist nicht leicht so einen Einschnitt in das Leben zu verkraften, aber es zog schon etwas runter und erschwerte mir das Lesen, da meine Gedanken dann auch öfter mal wegdrifteten.

Der Fall setzt sich aus mehreren Strängen zusammen und nicht nur Zucker ermittelt sondern auch seine Frau Marie und ihr Cousin Ben sind wieder involviert. Gerade bei Ben hätte ich aber schon erwartet das er mit 18 gedanklich etwas weiter und nicht so naiv und leichtgläubig ist.

Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen. Die Kapitel haben eine Angenehme Länge und bis auf die F-Wörter war stilistisch für mich alles okay. Allerdings haben mich die schon im letzten Band gestört. Ich mag dieses Wort einfach nicht und finde auch das sie in einem Thriller nicht unbedingt etwas zu suchen haben.

Das Ende war dann nur wenig überraschend. Alles wurde aufgelöst und das ein oder andere habe ich ab einem ziemlich späten Zeitpunkt erahnen können.
Die Spannung steigerte sich zum Ende hin. Dieses wurde dann aber durch Erklärungen wie etwas im Einzelnen zusammen hing etwas zu sehr in die Länge gezogen.

Mein Fazit: Nr. 13 kommt für mich nicht an Leiden sollst du ran ist aber auch nicht so schlecht dass ich das Buch nicht weiter empfehlen würde

[REZENSION] Requiem für einen Mörder (Hörbuch)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Requiem für einen Mörder
Autor: Caroline Graham
Sprecher: Frank Arnold
Übersetzer: -/-
Verlag: Audiobuch
Reihe: Inspector Barnaby 2
Ausführung: Gekürzte Lesung, ca. 450 Minuten, 6 CDs



Autorin:
Caroline Graham stammt aus Neneaton in England und schreibt seit Anfang der 80er Jahre. Sie ist vor allem für ihre Kriminalromane mit Detective Chief Inspector Barnaby bekannt, die auch sehr erfolgreich verfilmt wurden. "Die Rätsel von Badger's Drift" ist der erste Roman der Inspector-Barnaby-Reihe.

Sprecher:
Frank Arnold, Schauspieler und Rundfunksprecher, wurde in Berlin geboren. Er spricht seit vielen Jahren für die Kultursendungen ASPEKTE, ARTOUR und TTT und ist in hunderten Dokumentarfilmen als Offstimme zu hören. In seiner Tätigkeit als Sprecher beim internationalen Kulturfestival Berlin hatte er zahlreiche Lesungen mit Nobelpreisträgern und internationalen Spitzenautoren. Zu seinen bekanntesten und besten Hörbuchproduktionen zählen u. a. Ilija Trojanows "Der Weltensammler", "Der Doktor und das liebe Vieh" von James Herriot, "Ein Ehepaar erzählt einen Witz" von Kurt Tucholsky und Pater James' "Stirb ewig".


REQUIEM FÜR EINEN MÖRDER

Bevor ein Stück auf die Bühne gebracht werden kann, ist einiges zu tun. Nicht nur für die Schauspieler, sondern auch im Hintergrund spielt sich vieles ab. Dass sich da nicht immer alle einig sind, ist jedem klar, doch ein Team muss funktionieren und es muss jemanden haben, der es leitet. Sonst geht schnell alles drunter und drüber. „Amadeus“ soll einfach perfekt werden, doch niemand ahnt, wie unvergesslich die Premiere tatsächlich werden wird. Denn vor vollem Haus fließt echtes Blut auf der Bühne. Barnaby übernimmt den Fall sofort und entdeckt eine Reihe an Motiven, aus denen er nun dasjenige herausfinden muss, das zum Tod des Darstellers führte...

Nach „Die Rätsel von Badger's Drift“ ist „Requiem für einen Mörder“ nun der zweite Fall für Detective Chief Inspector Barnaby. Dieses Mal muss er unter seinen Bekannten ermitteln, denn seine Frau ist Mitglied des Theaterensembles und er selbst hilft hin und wieder im Hintergrund aus. Dementsprechend professionell muss er sich verhalten und darf keine persönlichen Sympathien einfließen lassen. Dies gelingt ihm sehr gut, wodurch die Handlung absolut authentisch wird, denn natürlich ist er innerlich so manches Mal hin und her gerissen. Eben dieser Konflikt wirkt sich auch auf die Atmosphäre aus, die immer angespannter wird.

Von Anfang an ist spürbar, dass sich etwas zusammenbraut und etwas schreckliches Geschehen wird. Was und wann genau ist jedoch noch nicht absehbar. Die Zeit allerdings, die bis zur tatsächlichen Tat verstreicht, ist ziemlich lang. Immer wieder denkt man, dass so langsam mal etwas passieren müsste, doch dann ist es noch immer nicht soweit. Sicherlich wird damit die Spannung immer wieder angekurbelt, gleichzeitig schleicht sich aber auch langsam Unmut ein, weil man sich hingehalten fühlt. Auch ist es verständlich, dass viele Ereignisse, die der Premiere vorausgehen, wichtig sind, dennoch hätte man sich gewünscht, dass manche Situationen kürzer abgehandelt worden wären.

Die Ermittlungen sind alles andere als einfach. Entweder man hat keinen Verdächtigen oder zu viele. Letzteres ist dieses Mal der Fall, denn im Grunde hatte nahezu jeder aus dem Theaterensemble ein Motiv. Barnaby muss einen Weg finden, demjenigen auf die Spur zu kommen, dessen Motiv schlussendlich dazu geführt hat, dass Blut fließt. Immer wieder gibt es neue Hinweise und weitere Spuren, so dass man selber kaum noch weiß diese auseinander zu halten.

Wie bereits den ersten Fall liest auch dieses Mal wieder Frank Arnold. Er schafft sogleich eine fesselnde Atmosphäre und zieht den Hörer in den Bann. Selbst wenn die Handlung stagniert will man ihm einfach immer weiter zuhören.

„Requiem für einen Mörder“ ist ein wenig schwächer als der Vorgänger, auf Grund der langwierigen Vorgeschichte. Dennoch nicht nur für Barnaby-Fans empfehlenswert. Solch gut gemachte Krimis findet man immer seltener.


Reiheninfo:
Band 1: Die Rätsel von Badger's Drift

Dienstag, 25. März 2014

[REZENSION] Im Blut vereint

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Im Blut vereint (OT: Damaged)
Autor: Pamela Callow
Übersetzer: Anne-Marie Wachs
Verlag: Lyx
Reihe: Kate Lange 1
Ausführung: Taschenbuch, 512 Seiten



Autor:
Pamela Callow wurde in Ontario, Kanada, als Tochter einer deutschen Mutter und eines britischen Vaters geboren. Sie wuchs in Nova Scotia auf, wo sie englische Literatur und Jura studierte und später als Unternehmensberaterin arbeitete. Bereits mit ihrem ersten Thriller eroberte sie sich eine große Leserschaft.


IM BLUT VEREINT

Die Anwältin Kate Lange hat hart gearbeitet, um dahin zu kommen wo sie jetzt ist und um ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen. Doch schon bald droht sie wieder abzustürzen. Hat sie der Firma geschadet, indem sie eine potentielle Mandantin abgewiesen hat, deren Enkelin nun zerstückelt im Hafen von Halifax gefunden wurde? Von Schuldgefühlen geplagt will Kate den Fall weiterverfolgen und hofft somit, ein paar der unliebsamen Gefühle wieder los zu werden. Dabei begibt sie sich immer tiefer in ein Netz aus Intrigen und entdeckt bald einen Skandal, der nicht nur ihr Leben komplett verändert – wenn sie nicht das nächste Opfer wird...

Es war makellos. Wie einfach ihre Gliedmaßen sich vom Rumpf hatten trennen lassen. Nirgendwo gab es unebene Ränder. Keine herabhängenden Muskelfasern, keine losen Sehnen. All das hatte er sorgfältig entfernt. Nun waren nur noch saubere Knochen und glatte Schnittflächen zu sehen. (S. 62)

„Im Blut vereint“ ist der erste Band mit Anwältin Kate Lange und würde nicht schon der Erscheinungstermin für Band 2 feststehen, so könnte es schnell auch der letzte sein. Bis zum Schluss ist nicht klar, ob sie ihre Nachforschungen überleben wird, wodurch trotz allem Wissen sehr viel Spannung aufkommt. Denn sie verlässt sich nicht auf das Urteil und die Ermittlungen anderer, sondern macht die Geschichte zu ihrem ganz persönlichen Fall, der weitaus gefährlicher ist, als es zunächst den Anschein macht.

Schon von Beginn an ist die Atmosphäre spürbar aufgeladen, auch wenn es handlungsmäßig im Grunde noch gar nicht richtig losgegangen ist. Schließlich müssen zunächst ein paar Einzelheiten geklärt und Protagonisten vorgestellt werden. Da dies aber hauptsächlich im laufenden Geschehen während mehr oder weniger wichtiger Ereignisse stattfindet, ist es möglich, im Hintergrund bereits darauf hinzuarbeiten, was man bald schreckliches erleben wird.

Pamela Callow zieht den Leser mit ihrem Erzählstil sogleich in den Bann. Das Geschehen lässt sich leicht verfolgen, man wird aber emotional so sehr eingesogen, dass man manchmal kaum unterscheiden kann, ob man sich nicht doch vielleicht gerade vor Ort befindet und das Geschriebene erlebt und nicht nur liest. Es werden lauter Hinweise gestreut, so dass sich viele Spuren ergeben, die teilweise zwangsläufig in einer Sackgasse landen. Dennoch lässt man sich bereitwillig darauf ein auch diese zu verfolgen, schließlich kann man erst mit Bestimmtheit wissen, dass es der falsche Weg war, wenn man an seinem Ende angelangt ist. Die Komplexität des Falles ist wirklich erstaunlich, am liebsten würde man sofort den Nachfolgeband lesen, leider erscheint dieser erst im August.

Mit „Im Blut vereint“ hat die Autorin ein absolut grandioses Debüt geschafft, das den Lesern mit Sicherheit noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite, man darf sich also durchaus auf weitere Bände gespannt sein.