Freitag, 28. Februar 2014

[REZENSION] "Würden Sie für mich aus dem Fenster springen?"

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: "Würden Sie für mich aus dem Fenster springen?"
Autor: Françoise Hauser
Übersetzer: -/-
Verlag: Herder
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 176 Seiten



Autor:
Françoise Hauser, geb. 1967, schreibt als freie Journalistin seit vielen Jahren regelmäßig für diverse Magazine und Zeitungen wie »Welt«, »Rheinpfalz«, »in Asien«, »Asia Bridge«, »Touristik Aktuell«, »Diners Club« u.a., zum anderen ist sie als Buchautorin tätig. Neben dem regionalen Asien-Schwerpunkt hat sie sich auch auf berufliche Themen spezialisiert.


"WÜRDEN SIE FÜR MICH AUS DEM FENSTER SPRINGEN?"

Wer war nicht schon einmal in der Lage sich durch diverse Bewerbungen kämpfen zu müssen? Und wer ist nicht wenigstens einmal schier verzweifelt an zahlreichen Fremdworten, die scheinbar gar keinen Sinn ergeben, geschweige denn im Zusammenhang mit der angebotenen Stelle stehen. Für alle jene, die endlich ein bißchen klarer sehen wollen, entwirrt Françoise Hauser das Chaos und erläutert Tipps und Tricks, wie es mit der Jobsuche doch noch klappt.

Fragen Sie Ihre Freunde, wie sie Sie beschreiben würden, und lassen Sie sich eine Liste mit Adjektiven und Assoziationen erstellen. Gehen Sie die Liste Ihrer nunmehr Ex-Freunde aufmerksam durch, erstellen Sie eine eigene, verbesserte Liste. Diese Persönlichkeitsanalyse wird Ihnen später noch gute Dienste leisten. Achten Sie immer darauf, negative Wörter zu vermeiden! (S. 15)

Schon der erste Blick in eine Stellenanzeige macht deutlich, dass diese wohl in einer Fremdsprache verfasst sein muss, derer der 08/15-Bewerber nicht unbedingt mächtig ist. Daher wird in diesem Ratgeber zunächst ein wenig Licht ins Dunkel gebracht und das sogenannte „Bewerbisch“ ins „Klar-Deutsch“ übersetzt. Das ist unumgänglich, um später adäquat und kompetent auf Anzeigen antworten zu können.

Neben den Tipps und Tricks, die das Anschreiben angehen, sind aber auch jene wichtig und hilfreich, die sich mit dem Lebenslauf befassen. Manch einer hätte vor der Lektüre vielleicht gar nicht gedacht, dass man diesen sogar ganz legal aufpeppen kann, ohne auch nur eine einzige Unwahrheit hineinzubringen.

Gelingt es Ihnen noch nicht, spontan Sätze wie „Durch mein Doppelstudium ergaben sich zahlreiche Synergieeffekte, die ich gewinnbringend in den Dienst meines letzten Arbeitgebers stellen konnte“ oder „Dank meiner Motivation konnte ich ein umfassendes Job-Enrichement bewirken“ aus dem Ärmel zu schleudern, sollten Sie unbedingt noch einmal die vorherigen Kapitel sorgfältig durcharbeiten! (S. 95)

Des Weiteren werden ebenfalls das Telefon-Interview oder das Assessment-Center betrachtet, kurzum, es werden alle wichtigen Bereiche durchleuchtet, die ein Hindernis zwischen Bewerber und Traumjob darstellen könnten. Somit ist es unerlässlich sich einige der Hinweise zu Herzen zu nehmen und bei der nächsten Bewerbung zu beachten. Doch Vorsicht ist ebenfalls geboten, denn nicht alles ist so ernst gemeint wie es zunächst scheint, ein Blick ins Glossar bestätigt dies. Dennoch beinhaltet das Werk zahlreiche Wahrheiten, die nicht jedem geläufig sein dürften.

[REZENSION] Wie im Drehbuch!

Redakteur: Anette Leister

Titel: Wie im Drehbuch!
Autor: Jérôme Cantu
Verlag: BOD
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 198 Seiten



Autor:
Jérôme Cantu hat zunächst Schauspiel studiert und wechselte danach zur Arbeit hinter der Kamera. Als Aufnahmeleiter, Produktionsleiter, Producer und Redakteur war er für viele verschiedene Firmen und Projekte tätig. Später studierte er an einer Fachhochschule Wirtschaftsrecht im Abendstudium und anschließend im Studiengang Master of Laws an der Fernuniversität Hagen. Seit Anfang des Jahres 2010 ist er als Synchron-Aufnahmeleiter, Redakteur und Übersetzer selbstständig tätig. Über die Jahre hat Jérôme Cantu an unzähligen Theater-, Film- und Fernsehproduktionen kreativ mitgearbeitet. "Wie im Drehbuch!" ist sein erster eigener Roman, den er ganz bewusst bei BoD publiziert hat, um die Chancen dieser modernen und selbstbestimmten Art der Veröffentlichung ausnutzen zu können.


WIE IM DREHBUCH!

... genauso liest sich Jérôme Cantus Roman:
Filmjournalist Marius avanciert mit seinem Debütroman zum gefeierten Newcomer-Autor und sein Buch steht kurz vor der Verfilmung.
Nach einer langen Partynacht bei seiner Exfreundin und deren neuem Partner, wacht er mit totalem Filmriss auf muss feststellen, dass er nicht nur mit der Geliebten einer seiner Freunde geschlafen hat, sondern auch ein ernsthaftes Drogenproblem am Hals hat, denn Myriam - die Geliebte seines Freundes - hatte einen Kurierdienst auszuführen, doch das Päckchen Koks ist am nächsten Tag genauso verschwunden wie sämtliche Erinnerungen Marius' an die vergangene Nacht.
Nach und nach lassen sich die Ereignisse rekonstruieren, doch mit den ersten Erinnerungsfetzen beginnt sich ein großer Schlamassel zusammenzubrauen, durch den Marius' Filmprojekt sowie einige seiner Freundschaften zum Scheitern verurteilt scheinen.

Jerome Cantus Buch überzeugt durch Witz und Lokalkolorit, der Anfang liest sich weg wie nix und hat mich bestens amüsiert.
Im Verlaufe der Geschichte konnte mich das Buch jedoch nicht mehr völlig für sich vereinnahmen, da die Geschichte mit ihrer kompakten Länge zwar ohne Lücken zu unterhalten weiß, aber die Charakterausarbeitung auf Grund des gerigen Umfangs etwas hinten runterfällt. Das ist gerade deshalb sehr schade, weil Cantus Figuren allesamt die Geschichte bereichern, nicht nur die Hauptfiguren sind witzig und authentisch geschildert, gerade sein Nebenpersonal verleiht der Geschichte viel Witz und Tiefe. Auf 198 Seiten finden aber leider nicht alle genug Raum, um sich richtig zu entfalten. Ebenso hätte es mir sehr gut gefallen, wenn der Autor noch mehr Seiten zur Verfügung gehabt hätte, um seine gekonnt gesetzten Seitenhiebe und Zitate zur Filmindustrie unterzubringen, da dieses Stilmittel dem Buch das gewisse Etwas verleiht, welches es aus den gut gefüllten Reihen der Unterhaltungsliteratur hervorhebt und das Thema des Buches vertrefflich untermalt.

Ich erinnere mich selbst heute nicht mehr daran, wo ich genau wann war, mit welchen Leuten ich gesprochen hatte und wie insgesamt die Nacht nach 01:30 Uhr morgens verlaufen war. Was aber so einer Partynacht unabwendbar folgte, war der "Tag danach", das Erwachen nach dem Sturm oder auch der "Sunday Morning After" wie ihn Amanda Marshall so passend besingt. (S.31)

Auch wenn in meinen Augen einige Figuren und Handlungszüge zu knapp ausgefallen sind, so überzeugt Jérôme Cantus Debüt auf jeden Fall mit viel Witz und Tempo. Tatsächlich liest es sich nicht nur "Wie im Drehbuch!", sondern dank kurzweiligem Kopfkino beinahe wie die entsprechende Buchverfilmung dazu. Aus seiner Feder wünsche ich mir als nächstes ein Werk mit "Überlänge".

Donnerstag, 27. Februar 2014

[REZENSION] Der Schatten meines Bruders

Redakteur: Natalie Burger

Titel: Der Schatten meines Bruders (OT: My Brother´s Shadow)
Autor: Tom Avery
Übersetzer: Wieland Freund, Andrea Wandel
Verlag: Beltz
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahren
Ausführung: Hardcover, 143 Seiten



Autor:
Tom Avery wurde in eine große Londoner Familie hineingeboren. Später arbeitete er als Lehrer in London und Birmingham und parallel als Autor. 2010 erschien sein erstes Buch, das gleich den "Diverse Voices Children's Book Awar" gewann. Mit seiner Familie lebt er in London.



DER SCHATTEN MEINES BRUDERS

Inhalt:
Kaia ist fest gefroren. Sie fühlt sich jedenfalls so seitdem ihr Bruder gestorben ist. Wie erstarrt, gemieden von allen anderen, voller Sorgen und Träume ziemlich alleine. Bis ein unbekannter wilder Junge auftaucht, der nicht spricht aber bei ihr ist und ihr hilft in den Alltag rein zu kommen.

Meine Meinung:
Dieses Kinder und Jugendbuch hat mich sehr berührt. Es hat nur wenig Seiten aber eine große Botschaft. Das Leben geht weiter, wenn man es zulässt und wenn man sich Zeit lässt, dann irgendwann kann es besser werden. Anders wie vorher aber wieder gut auch nach so einem schlimmen Ereignis wie Kaia das miterleben musste.

Hier begleitet man Kaia mit ihren Lebensweisheiten, die sie in ein kleines Büchlein schreibt, das eigentliche dazu da sein sollte von ihren Ferien zu erzählen. Sie hat sich zurück gezogen. Mitschüler haben sie als Freak verschrien. Man kann lesen wie sie sich wieder zurück kämpft, wieder langsam in den Alltag zurück kommt. Aber nicht nur sie sondern auch ihr Umfeld.

Kaia hat es nicht leicht. Ich empfinde sie als ganz starkes Mädchen. Das sie mit den Tod ihres Bruders zu kämpfen hat hat mehrere Gründe und diese sind für einen Erwachsenen gut nachzuvollziehen. Man erlebt sie trauernd aber liest auch welche für Träume sie hat und was ihr Spaß macht. Ihr Hobby sind Bäume mehr nicht. Ihr Alltag sorgenvoll mit einer Mutter um die sie sich mehr kümmern muss als umgekehrt. Ein beachtenswertes Mädchen, das mir imponiert hat.
Dann gibt es da diesen Jungen. Man erfährt als Leser nicht viel über ihn, aber das wichtigste ist das er Kaia beisteht und sie unterstützt wenn auch mehr mental als durch Taten. Durch ihn schafft sie es wieder zurück. Sie kann loslassen. Andere Figuren sind Klassenkameraden, die ihr mal mehr und mal weniger das Leben schwer machen, denn der Hauptteil diesen Geschichte spielt in der Schule. Nicht jeder hat Verständnis für sie und betitelt sie zeitweise als Freak.

Das Buch kann ich mir gut für Kinder vorstellen die gerade einen großen Verlust erlitten haben zum Mut machen. Mich hat es sehr berührt von Kaia und ihren Gefühlen zu lesen.

[REZENSION] Das Leben mit den dunklen Gedanken: Wie ich meine Depression besiegte

Redakteur: Anette Leister

Titel: Das Leben mit den dunklen Gedanken: Wie ich meine Depression besiegte
Autor: Jochen Schulz
Verlag: Monsenstein und Vannerdat Edition Octopus
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 214 Seiten



Autor:
Jochen Schulz, 22 Jahre alt, depressiv. Vor diesem Satz schrecken sehr viele Menschen zurück. Depressionen sind ein sehr ernstzunehmendes Thema, was bis heute mit der heutigen Gesellschaft in unterschiedliche Meinungen übergeht. Aber was ist das genau eine Depression?
Ein junger Mann erzählt in seinem Buch über diese so weit verbreitete und doch unergründete Krankheit der Psyche und gibt seine persönlichen Erfahrungen, welche er mit der Krankheit gemacht hat, an andere weiter. Mobbing von Klassenkameraden und mehrere persönliche Schicksalsschläge zogen ihm immer mehr in die Spirale der Depression. Das Buch spricht aber auch die schönen und lebenswerten Momente in jedermanns Leben an, wie zum Beispiel verschiedene Erfolgserlebnisse. Jochen Schulz erläutert in seinem Buch diverse Aspekte, medizinisch als auch rein psychisch und aus Erfahrungswerten betrachtet.
All dies erzählt Jochen Schulz aus eigener Erfahrung, sehr emotional und nahe gehend beschrieben.
Mehr über den Autor unter:
http://www.depression-besiegen.com/


DAS LEBEN MIT DEN DUNKLEN GEDANKEN: WIE ICH MEINE DEPRESSION BESIEGTE

Zu dem Buch habe ich aus persönlichen Gründen gegriffen und habe nach dem Lesen nur bereut es (oder ein ähnliches) nicht schon vor vielen Jahren gelesen zu haben.

Der Autor beginnt sein Buch mit einer Einleitung, wie ihm persönlich klar wurde, dass er an einer Depression erkrankt war. Seine Geschichte beginnt am 10. November 2009, als im Fernsehen die Nachricht omnipräsent war, dass Robert Enke auf Grund von Depressionen aus dem Leben geschieden war.
Jochen Schulz war daraufhin wie vor den Kopf gestoßen, gleichzeitig war es für ihn jedoch ein rettender Strohhalm, da ihm endlich klar wurde, was es mit seinen eigenen Gedanken über den Tod, den ständigen Grübeleien und immer wiederkehrenden und grundlosenden Niedergeschlagenheit bei ihm auf sich hatte: er hatte selbst eine Depression!

Leider ist es in unserer Gesellschaft so, dass man über alles reden darf, über einen Herzinfarkt, über Krebs, sogar über Aids kann man offen reden, nur über der Depression liegt eine Hülle des Schweigens. (S.8)

Nach der Einleitung geht Jochen Schulz zunächst auf das Krankheitsbild der Depression ein, so sind die ersten Kapitel etwas trocken und schwierig zu lesen, aber immer noch besser verständlich für den Laien erklärt als so viele Fachzeitschriften oder -broschüren. Da sich die ersten Kapitel beim Lesen für mich etwas zäh gestalteten, sind mir hier verstärkt Fehler und umgangssprachlicher Satzbau aufgefallen. Das Buch nimmt im Verlauf jedoch immer den Charakter eines persönliches Gespräches von Autor zu Leser an, so stört der umgangsprachliche Ausdruck ab einem gewissen Punkt nicht mehr, da das Buch dank dieses Stils authentischer und intensiver erlebt wird und viel mehr unter die Haut geht.

Jochen Schulz spricht viele Aspekte an, die zur Depression führen und diese verstärken können, aber auch jene, die einem mit der Krankheit und ihrer Bekämpfung helfen können. Für den Leser zum Glück, zum Leidwesen für ihn, hat er nämlich diese Erfahrungen alle selbst durchlebt.

Das Buch ist eine sehr geeignete Lektüre über Depression sowohl für Erkrankte als auch deren Angehörige und am liebsten wäre es mir die Mitverursacher dieser Krankheit - Kinder, die andere Kinder aus dummen Gründen mobben, Vorgesetzte und Kollegen, die diese Art von Erkrankung totschweigen - würden scharenweise dieses Buch lesen, aber ich befürchte, gerade in diese Hände wird es nur wenig kommen oder die Betreffenden sind einfach zu blind oder zu selbstsüchtig, um zu sehen, was sie in ihrem tagtäglichen undurchdachten Umgang anderen Menschen antun können.

Wir müssen nicht nur die Krankheit bekämpfen, sondern auch die abscheuliche Art und Weise, wie man mit ihr und den Betroffenen umgeht. (S.9)

Zu Bemängeln hätte ich an der ein oder anderen Stelle nur, dass ich über einige Vorfälle in Jochen Schulz' Leben oder über einige seiner Mitmenschen gerne noch mehr erfahren hätte, aber in Summe ist sein Buch "Das Leben mit den dunklen Gedanken" für mich absolut empfehlenswert!
Wenn es Jochen Schulz mit seinem Buch nur gelingen wollte, dass es einer Person mit einer depressiven Erkrankung besser geht, nachdem er sein Buch gelesen hat, dann hat er dieses Ziel bereits erreicht.
Ich bin ganz sicher, dass die Zukunft einen Weg für ihn bereit halten wird, der es ihm ermöglicht noch vielen Depressionskranken mit Hilfe seiner Erfahrungen den Weg durch ihre dunklen Gedanken zu zeigen.

Mittwoch, 26. Februar 2014

[REZENSION] Die schlafende Chinesin (Hörspiel)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Die schlafende Chinesin
Autor: Stefan Wolf
Sprecher: Erzähler: Wolfgang Kaven
Übersetzer: -/-
Verlag: Europa
Reihe: TKKG 186
empfohlenes Lesealter: ab 6 Jahren
Ausführung: Hörspiel, ca. 67 Minuten, 1 CD



Autor:
Stefan Wolf, alias Ralf Kalmuczak, 1938 in Nordhausen geboren, studierte Germanistik, bevor er sich ganz aufs Schreiben verlegte. Der passionierte Autor arbeitete u.a. für den »Stern«, und verfasste mehr als 2.700 Kurzkrimis, viele Drehbücher, Taschenbuchkrimis und Jugendromane. Er verstarb 2007 im Alter von 68 Jahren.

Sprecher:
Wolfgang Kaven, Sascha Draeger, Niki Nowotny, Manou Lubowski, Rhea Harder, Wolfgang Draeger, Traudel Sperber, Eberhard Haar, Bertram Hiese, Lutz Harder, Birke Bruck, Klaus Dittmann, Rasmus Borowski, Sven Dahlem


DIE SCHLAFENDE CHINESIN

Kurz vor der Eröffnung des Kunstmuseums in der Millionenstadt geschieht ein unfassbares Verbrechen. Eine Skulptur, genauer gesagt „Die schlafende Chinesin“ wurde aus dem Gebäude geraubt. Die Feierlichkeiten können natürlich nicht stattfinden, bevor das wertvolle Stück nicht wieder an seinem Platz ist. Doch gibt es kaum Hinweise auf den Täter, überhaupt sind die Ereignisse ziemlich undurchsichtig. Wurde kein Alarm ausgelöst oder hat nur keiner darauf geachtet? TKKG ermitteln auf eigene Faust und geraten dabei in Situationen, die sie ziemlich schnell an ihre Grenzen bringt. Doch so schnell geben die Freunde nicht auf...

Man sollte doch meinen, dass ein Museum, egal ob bereits eröffnet oder nicht, über diverse Alarmanlagen verfügt. Sonst könnte schließlich jeder einfach so mit einem wertvollen Schmuckstück oder einer einmaligen Skulptur durch die Tür marschieren. Doch genau dies scheint hier der Fall gewesen zu sein. Zumindest gibt es keine Hinweise darauf wie sich das Verbrechen sonst abgespielt haben könnte. Die Hauptfrage ist jedoch, wer ein Interesse daran haben könnte, dass die Eröffnung des Museums verschoben werden muss. Gibt es Konkurrenten, deren Neid so groß ist?

Auch der Hörer tappt ziemlich im Dunkeln, bis ihm häppchenweise Hinweise dargeboten werden. Doch auch dann ist nicht sicher, ob man die Zeichen wirklich richtig deutet, denn manches Mal, so scheint es, ist die gefundene Lösung viel zu simpel, als dass sie der Wahrheit entsprechen könnte. Somit muss man sich nicht nur auf seinen logischen Detektivverstand verlassen, sondern auch ein bißchen Bauchgefühl mit einfließen lassen, um die richtige Spur nicht aus den Augen zu verlieren.

Voller Spannung verfolgt man die Nachforschungen, die TKKG anstellen. Sie müssen so manche brenzlige Situation durchstehen, um auch nur ansatzweise auf den Lösungsweg zu gelangen. Dabei geht nicht alles glimpflich ab. Atemlose Sekunden dehnen sich zu Minuten, wenn nicht sogar zu Stunden. Denn es ist gar nicht so sicher, dass alles gut ausgehen wird für die vier Freunde.

„Die schlafende Chinesin“ ist ein äußerst spannender Fall für die vier Detektive, und natürlich Oskar. Es zeigt sich, dass auch sie nicht unfehlbar sind und genau das macht die Folge lebendiger und authentischer als so manche Geschichte vor ihr.

[REZENSION] Von den Sternen geküsst

Redakteur: Julia Ehrenberg

Titel: Von den Sternen geküsst (OT: If I Should Die)
Autor: Amy Plum
Übersetzer: Ulrike Brauns
Verlag: Loewe
Reihe: Revenants Band 3
empfohlenes Lesealter: ab 13 Jahren
Ausführung: Hardcover, 416 Seiten



Autor:
Geboren wurde Amy Plum in Birmingham, Alabama. Schon bald lockten sie große Städte wie Paris oder London hinaus in die Welt. Eine Zeit lang arbeitete sie als Kunsthistorikerin in New York, bevor sie schließlich mit ihrem Ehemann ein großes Bauernhaus in der französischen Provinz bezog. Wann immer es die turbulenten Tage mit ihren beiden Kindern und ihrem Hund Ella erlauben, sitzt Amy Plum in dem kleinen alten Steinhäuschen in ihrem Garten und schreibt an ihren Romanen.



VON DEN STERNEN GEKÜSST

Von Anfang an Stand die Liebe von Vincent und Kate unter keinem guten Stern. Denn während Kate ein normaler Mensch ist, ist Vincent ein Revenant, ein Unsterblicher, der immer wieder Menschenleben rettet. Vincent altert nicht, wird immer wieder neu geboren, und das allein wäre schon ein großes Problem für eine Beziehung. Doch es kam viel Schlimmer, denn die Gegnerin der Revenants hat Vincents Körper vernichtet. Jetzt ist sein Geist ohne Köper und die Situation scheint ausweglos. Doch Kate ist nicht bereit, ihre große Liebe aufzugeben. Wird sie es mit der Hilfe von Vincents Freunden und ihrer Familie schaffen, Vincent zu retten? Und wie geht der Kampf zwischen den Revenants und ihren Feinden, den Numa, aus?

„Von den Sternen geküsst“ ist der letzte Band der Trilogie rund um die Revenants und die große Liebe zwischen Vincent und Kate. Wie schon „Von der Nacht verzaubert“ und „Vom Mondlicht berührt“ fällt einem das Buch gleich wegen der wunderschönen Gestaltung ins Auge. Das Cover ist wie die der Vorgänger sehr gelungen und lädt zum Träumen ein. Das hochwertige Hardcoverbuch wird von einem Lesebändchen weiter aufgewertet. Das braucht man allerdings gar nicht so oft, denn einmal angefangen möchte man das Buch sowieso kaum aus der Hand legen. Lange genug mussten die Leser darauf warten, wie es weitergeht. Band 2 endete an einer wirklich fiesen Stelle und alles schien recht ausweglos. Umso gespannter war ich darauf, wie es weitergehen würde. Zunächst fürchtete ich, dass durch die schlechte Ausgangslage eine recht deprimierende Stimmung herrschen würde, doch dem war nicht so. Wie schon die Vorgänger zieht auch dieses Buch den Leser wieder schnell in seinen Bann. Amy Plum schafft es, unglaublich atmosphärisch zu schreiben. Der Leser fühlt sich mitten drin in den Geschehnissen in Paris. Und so tragisch diese auch sind, die Figuren haben glücklicherweise ihren Humor nicht verloren.

Und so ist auch dieser Abschlussband wieder aufregend, romantisch und einfach wunderschön.
Das Ende ist dabei mehr als befriedigend, die Fragen, die man sich beim Lesen gestellt hat, sind weitgehend geklärt und man kann die Figuren mit gutem Gefühl in ihre Zukunft entlassen. Die Handlung ist wirklich abgeschlossen und man kann das Buch etwas wehmütig, aber mit gutem Gefühl zuschlagen.

Ein wirklich gelungenes Finale einer besonderen Reihe. Eine wunderschöne Trilogie voller Liebe und Magie, bei der auch die Action nicht zu kurz kommt. Eine Trilogie, die sicher noch viele Leserherzen begeistern wird. Von mir gibt es auf jeden Fall eine uneingeschränkte Empfehlung für alle drei Bände.

Ich bin gespannt, was Amy Plum in Zukunft alles schreiben wird, wenn sie ihrem Stil treu bleibt, bin ich mir sicher, dass noch viele tolle Geschichten auf uns warten!

Dienstag, 25. Februar 2014

[SPIEL-REZENSION] Thinkfun 11187 - Word A Round - Deutsch

Redakteur: Anette Leister

Titel:Thinkfun 11187 - Word A Round - Deutsch
Verlag: Thinkfun
empfohlenes Alter: ab 10 Jahre
Spieleranzahl: 2 Spieler





THINKFUN 11187 - WORD A ROUND - DEUTSCH

Wer hätte gedacht, dass es so schwierig sein kann ein Wort zu lesen, das im Kreis geschrieben ist?

Dank des einfachen Spielprinzips und einer kompakten Anleitung geht es schnell los mit dem runden Spielespaß.
Der Inhalt umfasst 100 WordARoundKarten mit 300 Wörtern, eine Kurzanleitung, eine kompakte Verpackung.
Das Spiel ist geeignet ab 2 Spielern, ab 10 Jahre, wobei es auch als Solitärspiel eine interessante Herausforderung bietet.

Ziel des Spiels ist es 10 Karten zu sammeln, in dem man der erste ist, der das Wort in dem zu lesenden Ring vorliest.

Die erste Karte im Spiel wird immer mit dem schwarzen Ring begonnen, die Rückseite der gewonnenen Karte gibt vor, welches Wort auf der nächsten Karten erraten werden muss. Die Rückseite zeigt die Farbe rot, also versuchen die Spieler beim nächsten Spielzug das Wort im roten Ring zu erkennen.

Es gibt noch Erläuterungen für Pattsituationen oder festgefahrene Runden, aber im Grunde war das schon die komplette Anleitung für das einfache Spiel mit der immensen Herausforderung.

Ein großes Plus ist die kompakte Verstauweise der Karten plus Kompaktanleitung in der Kartenbox, so dass das Spiel hervorragend als Reisespiel verwendet werden kann.
Je öfter die Spielerkonstellationen wechseln, desto länger bleibt der Spielspaß geboten, denn auf die Dauer setzt ein gewisser Lerneffekt ein, auf Grund dessen man die Wörter schneller erkennt und erraten kann.


[REZENSION] In 120 Rezepten um die Welt: Souvenirs einer reisenden Köchin

Redakteur: Anette Leister

Titel: In 120 Rezepten um die Welt: Souvenirs einer reisenden Köchin (OT: Bought, borrowed & stolen)
Autor: Allegra McEvedy
Fotograf: Andrew Montgomery
Übersetzer: Barbara Holle, Carla Gröppel-Wegener
Verlag: Dorling Kindersley
Reihe: -/-
Ausführung: Hardcover, 352 Seiten



Autor:
Allegra McEvedy ist reisende Köchin bzw. kochende Globetrotterin. Nach ihrer Kochausbildung arbeitete sie in renommierten Restaurants in London und New York, nahm aber auch immer Auszeiten für ihre zweite Leidenschaft: das Reisen. Von jeder Reise bringt die charismatische TV-Köchin und Buchautorin ein ungewöhnliches Souvenir mit - ein Messer.


IN 120 REZEPTEN UM DIE WELT: SOUVENIRS EINER REISENDEN KÖCHIN

"In 120 Rezepten um die Welt" ist wieder einmal eines dieser Kochbücher, die weniger aus dem Regal gezogen werden, um gezielt ein Rezept nachzuschlagen, das wir daraus nachkochen möchten, sondern es ist eines dieser Bücher, die so gespickt von den persönlichen Erfahrungen und Anekdoten des Kochs - oder hier der Köchin - gespickt sind, dass man es unheimlich gern zur Hand nimmt, um Seite an Seite mit ihr in die fernen Länder zu reisen, in denen sie dieses und jenes erlebt, dieses und das Gericht gegessen und für dieses Kochbuch nachgekocht, und vor allem: sie weitere Schätze für ihre Messersammlung mitgebracht hat, oder wie es der Titel des Originals so treffend auf des Messers Spitze bringt: Bought, borrowed and stolen!
Das Buch habe ich weit mehr als einmal zur Hand genommen, bevor die enthaltenen Rezepte neben den kurzweiligen Erzählungen von Allegra McEvedy überhaupt mein Interesse auf sich gelenkt haben. Zu interessant ist das Layout des Buches, zu viel Skurriles, Buntes, Verrücktes gibt es hier zu entdecken und zu lesen, dass man während des Guckens und Stöberns durchaus mal vergisst, dass "In 120 Rezepten um die Welt" nichtdestrotrotz ein Kochbuch ist. Aber eines mit einer Fassade, die gar nicht den gängigen Kochbüchern der großen Kochbuchverlage entspricht.:
Das Äußere ist bunt und knallt, hier versucht eindeutig jemand Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, doch nanu? Guckt man sich die präsentierten Rezepte an, revidiert sich dieser Eindruck etwas: das Essen wird aufgetafelt wie auf Mutterns Tisch oder einem gut geführten Imbiss. Das Geschirr ist meistens eher unscheinbar, mehr Aufmerksamkeit ziehen die Tageszeitungen des jeweiligen Landes auf sich, die als Unterlage für die Präsentation dienen.
Ansonsten trifft es der Titel Messer-Kunst-Koch-Tablebook am besten ;) Wer sich endlich satt gesehen und vor allem auch satt gelesen hat an den Besonderheiten der landestypischen Messer und den Kurzporträts, die Allegra McEvedy zu den von ihr bereisten Städten und Ländern geschrieben hat, widmet sich der "netten Zugabe" von landestypischen Rezepten. Statt einem neutralen Inhaltsverzeichnis, präsentiert sich jedes Land individuell mit einer eigenen Speisekarte (Einkaufszettel, Seite in einem Notizbuch usw.). Einige Rezepte werden von mir über den "gelesen" Status nicht herauskommen, wobei ich hier immer noch nicht genau sagen kann, ob mich mehr die Zutaten oder die unkonventielle Präsentation zögern lassen, das eine oder andere Rezept auszuprobieren. Aber auf einige schlichte Genüsse freue ich mich in den nächsten Monaten ganz besonders, wie zum Beispiel türkische Olivenpaste oder gestampfte Ofenkartoffeln mit geröstetem Knoblauch.
Das Buch hat vor dem Rezeptteil ein Inhaltsverzeichnis nach Ländern, hinter dem Rezeptteil befindet sich ein Register von A-Z nach Rezeptnamen und Hauptzutaten.
Wer Länderküche liebt, gerne neue Gerichte entdeckt und vor allem immer auf der Suche nach individuellen Kochbüchern ist, die mehr als nur die enthaltenen Rezepte von sich (und dem ausführenden Koch) preisgeben, der sollte sich "In 120 Rezepten um die Welt" nicht entgehen lassen!

Montag, 24. Februar 2014

[REZENSION] Das unerhörte Leben des Alex Woods oder Warum das Universum keinen Plan hat

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Das unerhörte Leben des Alex Woods oder Warum das Universum keinen Plan hat (OT: Alex Woods VS The Universe)
Autor: Gavin Extence
Übersetzer: Alexandra Ernst
Verlag: Limes
Reihe: -/-
Ausführung: Hardcover, 480 Seiten



Autor:
Gavin Extence, geboren 1982, wuchs in der englischen Grafschaft Lincolnshire in einem kleinen Dorf mit dem interessanten Namen Swineshead auf. In seiner Kindheit machte er eine kurze, aber glanzvolle Karriere als Schachspieler; er gewann zahlreiche nationale Turniere und reiste nach Moskau und St. Petersburg, um sich dort mit den besten jungen Denkern Russlands zu messen. Er gewann nur ein Spiel.
Sein erster Roman »Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat« schlug in Großbritannien ein wie ein Meteorit – Alex Woods eroberte die Herzen der Leser im Sturm und die Presse feierte den Roman als DIE Entdeckung des Jahres.
Heute lebt Gavin Extence mit seiner Familie in Sheffield und schreibt an seinem zweiten Roman.


DAS UNERHÖRTE LEBEN DES ALEX WOODS ODER WARUM DAS UNIVERSUM KEINEN PLAN HAT

Alex Woods hat unheimliches Glück als ein Meteorit durchs Dach schlägt und ihn am Kopf trifft. Er ist einige Zeit außer Gefecht gesetzt, wird Narben zurück behalten und leider auch unangenehme Nebenwirkungen, aber er lebt und nur das zählt. Von da an ist nichts mehr wie es jemals war. Plötzlich ist dieser Junge, der sowieso schon immer anders war als andere, im ganzen Land bekannt. Aber auch in ihm selber hat sich etwas verändert, etwas Großes steht ihm bevor, doch noch ahnt er nicht was es sein könnte. Als er einige Jahre später den scheinbar ständig übellaunigen Mr. Peterson kennenlernt ist dies der Beginn einer innigen Verbundenheit, mit der wohl niemand gerechnet hätte, am wenigsten die beiden selber. Doch dann wird Alex an der Grenze aufgegriffen – neben sich eine Urne und im Handschuhfach 113 Gramm Marihuana...

Was würdest du an Alex' Stelle tun? Das ist wohl die Frage, die sich der Leser als allererstes stellt, schließlich wird man mit der Tatsache konfrontiert, dass Alex Woods sich erklären muss, und zwar so, dass die Polizei ihn gehen lässt. Doch an stundenlangen Ausführungen sind die Beamten nicht interessiert, also erzählt der Protagonist seine Geschichte dem Leser.

Ich wusste, dass Iridium-193 eins der beiden stabilen Iridium-Isotope war, ein sehr seltenes, sehr dichtes Metall, aber ich wusste nicht, was ein Periodensystem war.
Ich wusste, wie viele Nullen eine Quintillion hatte, aber Algebra hielt ich für einen Zierfisch, der in Gartenteichen lebt. (S. 98)

Die Darstellung sämtlicher Ereignisse findet aus der Ich-Perspektive des Hauptprotagonisten statt. Somit hat der Leser sofort ein gewisses Gefühl von Nähe, welches noch dadurch verstärkt wird, dass er häufig ganz explizit angesprochen wird. Somit ist es nicht möglich, sich dem Geschehen zu entziehen. Und mal ehrlich, sobald man einmal angefangen hat sich Alex' Geschichte anzuhören, möchte man auch alles erfahren. Er scheint schon in jungen Jahren sehr bewegende Erlebnisse hinter sich zu haben, die er nun scheinbar mit jemandem teilen möchte. Da stellt man sich nur zu gerne zur Verfügung, um interessanten, amüsanten, manchmal aber auch sehr bedrückenden Schilderungen zu lauschen.

Im Laufe der Zeit verändert sich die eigene Haltung gegenüber Alex immer mal wieder. Warum einige seiner Mitmenschen ihn für sonderbar halten, wird schnell klar. Mit seiner leicht überheblichen Art schlägt er auch für den Leser das ein oder andere Mal über die Stränge. Betrachtet man ihn und seinen Charakter genauer, wird deutlich, dass er gar nicht diesen Eindruck erwecken möchte, es ist allerdings sehr schwer so manche Passage objektiv zu betrachten und sich nicht davon gestört zu fühlen. Glücklicherweise überwiegt dieses Denken nicht, vor allem zum Ende hin scheint sich noch einmal etwas in ihm zu ändern, so dass auch sein Bild nach außen ein anderes wird.

Die Geschichte ist nicht nur unheimlich komplex, sondern auch thematisch nicht zu verachten. Man mag anfangs gar nicht glauben wie tiefgründig und anrührend die Erzählung sich entwickeln wird. Der Roman zeigt, dass es an der Zeit ist, immer mehr Tabuthemen einfließen zu lassen, die jedoch nicht nur am Rande erwähnt, sondern ausführlich behandelt werden. So kann der Leser sich nicht davor drücken, auch über unangenehme Angelegenheiten nachzudenken, was ansonsten viel zu selten geschieht. Tod und Krankheit wird natürlich immer wieder zu Grunde gelegt, hier jedoch wird noch ein Schritt weiter gegangen, der möglicherweise nicht jedem behagt, den man aber nicht komplett ignorieren darf, weder beim Lesen noch im realen Leben.

„Das unerhörte Leben des Alex Woods oder Warum das Universum keinen Plan hat“ besitzt nicht nur einen sehr umfangreichen Titel, der Inhalt ist gleichsam brisant wie bedeutend. Die Gefühle, die einen während des Lesens regelrecht überrollen, sind im Grunde gar nicht in Worte zu fassen. Wenn die Sympathien auch nicht durchgängig auf Seiten des Protagonisten sind, lohnt sich die Lektüre dennoch von Anfang bis Ende. Also unbedingt lesen!

[REZENSION] Bittere Sünde

Redakteur: Natalie Burger

Titel: Bittere Sünde (OT: Tredje Graden)
Autor: Liselotte Roll
Übersetzer: Ulrike Brauns
Verlag: egmont LYX
Reihe: Band 1
Ausführung: Taschenbuch, 395 Seiten



Autor:
Liselotte Roll wurde 1973 geboren. Nach ihrem Studium der Meeresarchäologie arbeitet sie als freie Journalistin und Autorin. Ein Aufenthalt in Argentinien lieferte ihr die Inspiration für ihren Thriller „Bittere Sünde“. Heute wohnt Liselotte Roll mit ihrer Familie im Norden Stockholms am Meer. Vor Kurzem erhielt sie das Lasse-O.-Månsson-Stipendium 2013


BITTERE SÜNDE

Inhalt:
Eine grausame entstellte Leiche wird in einer Schrebergartensiedlung gefunden. Kommissar Malo hat keine Ahnung wer der Täter ist und wo das Motiv liegt. Der Bewohner der kleinen Laube hat sich bisher nichts zu Schulden kommen lassen. Er sucht nach dem Grund und findet etwas in der Vergangenheit seiner Familie...

Meine Meinung:
Bittere Sünde kam als Gewinn zu mir und lag nun schon eine Weile. Nun sollte es endlich vom SuB befreit werden und ich hätte nicht gedacht, dass ich es so schnell durchgelesen haben würde.

Der Täter in diesem Fall ist grausam und weiß sich gut zu verstecken. Man liest von den Verletzungen der Leiche und denkt sich das muss weh getan haben. Er ist brutal und gut organisiert, denn in diesem Thriller geht es nur um ihn. Bis Kommissar Magnus Kalo ihn findet werden noch einige Tage vergehen.
Als Anhaltspunkt wie viele Tage vergehen sind ein Teil der Kapitel mit dem Datum versehen. Diese Kapitel sind insgesamt recht kurz, manchmal gar nur eine knappe Seite. Ich fand das sich das Buch dadurch schneller lesen lies. Es gibt einige Kapitel mit Cliffhanger und man denkt sich immer: Eins geht noch.

Dabei fehlte schon ein wenig die Spannung. Sicher wollte ich wissen wer der Täter ist und wieso er das getan hat, aber es dümpelte so ein wenig dahin. Es gab immer wieder Spannungsspitzen bis zum Ende hin die Spannung stetig anstieg, aber bis dahin muss man dann schon gut 300 Seiten gelesen haben.
Trotzdem fand ich das Buch gut. Auch ohne eine knisternde Spannung konnte ich kaum aufhören zu lesen.

Das mag auch an den Protagonisten gelegen haben. Sie haben nur eine geringe Tiefe, eigentlich sind sie durch den Fall geprägt. Vergangenes erfährt man bei allen nicht, aber ihre aktuellen Ängste und Wünsche. Mir hat das hier bei dem Buch ausgereicht. Ich musste nicht mehr wissen.
Magnus Kalo ist der Ermittler um den sich das ganze Buch dreht. Er versucht den Spagat zwischen Job und Familie und gerade am Anfang klang es so das die Familie gewinnt. Das drehte sich aber umso heftiger der Fall wurde.
Er ist verheiratet mit Linn, sie ist Therapeutin und versucht ihm zu helfen, manchmal handelt sie kopflos und bringt sich dabei meistens noch in Gefahr. Nun sollte man denken wenn das einmal passiert hat sie es gelernt. Leider falsch gedacht. Trotzdem mochte ich sie. man merkt das ihr ihr Job fehlt und das es ihr nicht immer leicht fällt den Job ihres Mannes zu akzeptieren, aber sie tut es und kümmert sich um die Kinder.

Hier muss ich sagen der Fall und das Privatleben der Kalos ist ausgeglichen beschrieben, so dass es kein harter Thriller ist. Dafür kommt einfach zu viel aus seinem Leben drin vor. Das gehört aber auch irgendwie zum Fall. Denn die Familie ist ja auch involviert und gefährdet. Dafür ist es nötig so viel wie möglich zu erfahren.

Das Ende war überraschend, aber wäre ja auch doof wenn man immer recht behalten würde wie etwas zusammenhängt.

Mein Fazit: Ein Unterhaltsamer Thriller, dem ein wenig mehr Spannung gut gestanden hätte

Sonntag, 23. Februar 2014

[REZENSION] Rabenschwestern

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Rabenschwestern
Autor: Gabi Kreslehner
Übersetzer: -/-
Verlag: List
Reihe: Franza Oberwieser 2
Ausführung: Taschenbuch, 416 Seiten



Autor:
Gabi Kreslehner wurde 1965 in Linz geboren. Sie lebt mit ihrer Familie in Oberösterreich und arbeitet als Lehrerin. Für ihr Jugendbuch Charlottes Traum erhielt sie u.a. den Österreichischen Staatspreis für Kinder- und Jugendliteratur 2010. Das Regenmädchen ist ihr erster Kriminalroman. 2013 erscheint Rabenschwestern, ihr zweiter Roman mit Kommissarin Franza Oberwieser.


RABENSCHWESTERN

Zwei Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die eine wird ermordet in ihrem Haus aufgefunden, die andere verschwindet spurlos. Hängen die beiden Ereignisse zusammen, obwohl die Frauen sich schon seit Jahren nicht mehr gesehen haben? Dieser Fall verlangt Kommissarin Franza Oberwieser einiges ab und sie muss mit ihrem Team mehr als nur einen Stein umdrehen, um das Ausmaß der Ereignisse begreifen zu können. Dabei kommen Tatsachen ans Tageslicht, die dem ein oder anderen nicht nur Unbehagen bereiten...

In der Nacht Gewitter, Blitze fuhren durch den Himmel und zerteilten ihn.
Gertrud hockte auf ihrem Bett, starrte auf die Fotos, die im grellen Licht der Blitze immer wieder aus der Dunkelheit auftauchten. Kinder waren sie gewesen, dann Jugendliche, dann junge Frauen, dann hatte das Leben sie getrennt. (S. 54)

„Rabenschwestern“ ist der zweite Fall für Franza Oberwieser, aber ohne Weiteres auch nachvollziehbar, wenn keine Kenntnis des ersten Bandes vorliegt. Sicherlich ist die Entwicklung der Hauptpersonen immer von hoher Bedeutung, es werden aber wichtige Fakten kurz erläutert, um den Wissensstand der Leser gleichzusetzen.

Die sprachliche Gestaltung besitzt einen unheimlich hohen Wiedererkennungswert. Sehr poetisch, untypisch für einen Kriminalroman, beschreibt die Autorin diverse Ereignisse und Erlebnisse. Oft spielt sie auch mit den Worten, benutzt oft sehr kurze Sätze und lässt Satzenden bewusst offen, so dass der Leser immer noch seine eigene Kreativität einbringen kann und das Gesamtwerk somit für jeden ein individuelles darstellt. Mit Sicherheit ist diese Schreibweise anfangs gewöhnungsbedürftig, wirkt schon fast etwas holprig, so dass der Lesefluss möglicherweise ein wenig gehemmt wird. Hat man sich aber einmal inhaltlich und sprachlich eingefunden, rast das Geschehen nur so vorbei. Häufige Orts- und Perspektivenwechsel gehen auch mit wechselnden Erzählperspektiven einher, so dass man einmal Beobachter von außerhalb ist, ein anderes Mal eine ganz bestimmte Sicht geschildert bekommt.

Was zunächst recht eindeutig erscheint wird im weiteren Verlauf immer verworrener. Mit der Zeit treten immer mehr Charaktere auf den Plan, die allesamt als Verdächtige in dem Mordfall angesehen werden können. So viele Personen wie es gibt, so viele Motive sind auch vorhanden. Nun gilt es richtig zu selektieren und denjenigen zu finden, der tatsächlich für die brutale Tat verantwortlich ist. Dabei verzettelt man sich schon das ein oder andere Mal und merkt irgendwann, dass man doch noch einmal von vorne mit der Spurensuche beginnen muss. Ein kleiner Trost ist, dass es den Ermittlern nicht anders ergeht, man somit den Weg gemeinsam beschreiten kann.

„Rabenschwestern“ ist ein gut gelungener Kriminalroman, der keineswegs als typisch oder klassisch einzustufen ist. Es ist hin und wieder einfach erfrischend auch mal etwas experimentelles vorgelegt zu bekommen, dass sich sichtbar von Bekanntem absetzt. Sicherlich gibt es Punkte, die noch verbessert werden können, eine klare Leseempfehlung gibt es aber in jedem Fall!


Reiheninfo:
Band 1: Das Regenmädchen