Samstag, 22. November 2014

[REZENSION] Der Marquis von Marne (Hörspiel)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Der Marquis von Marne
Autor: G.K. Chesterton
Sprecher: Walter Richter, Inge Meysel u.a.
Übersetzer: -/-
Verlag: Audiobuch
Reihe: Pater Brown
Ausführung: Hörspiel, ca. 54 Minuten, 1 CD



Autor:
Gilbert Keith Chesterton (1874-1936) war ein englischer Schriftsteller, Journalist und Essayist, der sich in seinen Schriften mit modernen Philosophien auseinandersetzte und für ideelle Werte eintrat. Typisch sind seine unkonventionellen Gedankensprünge und Argumentationstechniken, die als „geistiger Husarenritt“ bezeichnet wurden. Der liberale Chesterton trat in der Zeit des nihilistischen Fin-de-siècle gegen Konservatismus, Sozialismus und den viktorianischen Imperialismus ein. Durch seine Freundschaft zu Pater John O’Connor konvertierte er nicht nur 1922 zum Katholizismus, sondern fand auch das Vorbild für seine berühmten Pater-Brown-Geschichten (1911-1935).

Sprecher:
Walter Richter, Inge Meysel, Kaspar Brüninghaus, Sigrun Höhler, Peter Lühr, Kurt Meister, Rudolf Therkatz


DER MARQUIS VON MARNE

Es kursieren die wildesten Gerüchte um den Marquis von Marne und warum er es bevorzugt vollkommen zurückgezogen auf seinem Schloss zu leben. Nach einem tödlichen Duell mit seinem Vetter sei er in religiösen Schuldwahn verfallen, ist nur eine der Theorien. Aber vor allem ist es diejenige, die Pater Brown auf den Plan ruft. Er beginnt nachzuforschen und entdeckt ungeahnte Geheimnisse, die alles bisher Bekannte in Frage stellen...

Es dürften nicht allzu geneigte Hörer sein, die die Geschichten rund um Pater Brown nicht kennen. Der Audiobuch Verlag hat nun ein WDR-Hörspiel von 1956 quasi aus der Versenkung geholt, so dass man die Geschichte des Marquis von Marne noch einmal hautnah miterleben kann.

Lange dauert es nicht, bis Pater Brown seine Ermittlungskünste zum Besten gibt und den Hörer ebenfalls daran teilhaben lässt, worin der Erfolg seiner Recherchen liegt. Gekonnt wird hier mit Vergangenheit und Gegenwart gespielt, man muss schon genau hinhören und konzentriert bei der Sache sein, um die Zeitsprünge nicht zu verpassen. Denn häufig verstecken sich in diesen wichtige Hinweise, die es zu finden und zu interpretieren gilt. Nur so ist es möglich das vorliegende Rätsel zu lösen und nachvollziehen zu können wie Pater Brown auf seine Vermutungen kommt.

Das Zusammenspiel von inhaltlichen Gegebenheiten und musikalischer Untermalung baut von Anfang an Spannung auf und überträgt die Atmosphäre auf den Hörer, der zuweilen das Gefühl hat selbst auf dem Schloss zu verweilen. Geschickt werden hier Akzente gesetzt, die im Gedächtnis bleiben und beim erneuten Hören sofort eine andere Reaktion hervorrufen als noch beim ersten Mal.
Auch die Sprecherleistung darf nicht vergessen werden. Die Lebendigkeit und Authentizität, mit der die Charaktere gefüllt werden, trägt ebenfalls dazu bei, dass man sich fühlt als sei man live dabei. Bis zum Schluss gibt es diverse Spuren, die den Hörer mal mehr mal weniger zur Lösung führen, doch man wird nicht müde einer jeden bereitwillig zu folgen, egal ob man schlussendlich in einer Sackgasse landet oder nicht.

„Der Marquis von Marne“, egal ob bereits bekannt oder nicht, bietet spannende Unterhaltung und zieht den Hörer schnell in seinen Bann.

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