Samstag, 11. Oktober 2014

[REZENSION] Welt in Flammen (Hörbuch)

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Welt in Flammen
Autor: Benjamin Monferat
Sprecher: Oliver Rohrbeck
Übersetzer: -/-
Verlag: Audiobuch
Reihe: -/-
Ausführung: Autorisierte Lesefassung, ca. 586 Minuten, 8 CDs



Autor:
Benjamin Monferat ist das Pseudonym eines erfolgreichen deutschen Autors. Die Lebensgeschichte seines Großvaters, der im Dritten Reich am Bau luxuriöser Salonwagen beteiligt war und gleichzeitig tätigen Widerstand gegen das Regime übte, war einer der Impulse, aus denen heraus "Welt in Flammen" entstand.

Sprecher:
Oliver Rohrbeck, geboren 1965 in Berlin, ist seit seiner Kindheit als Synchronsprecher tätig (inzwischen u.a. als Stimme von Ben Stiller). Eine große Hörerschaft kennt ihn durch seine Rolle als "Justus Jonas" in der Kulthörspielreihe Die drei ???. Sein großes Talent hat er auch mit einer Lesung von Karel Capeks "Das Jahr des Gärtners" bewiesen.


WELT IN FLAMMEN

Die Schrecken des Zweiten Weltkrieges ziehen ihre Kreise, als der Simplon Orient Express ein letztes Mal nach Istanbul aufbricht. Die Reisenden könnten unterschiedlicher nicht sein, sowohl in ihrer Persönlichkeit als auch in ihrer Motivation den Express bestiegen zu haben. Doch nun machen sie sich auf in eine ungewisse Zukunft, Seite an Seite. Niemand weiß was die Fahrt bringen wird und niemand ahnt, dass noch etwas ganz anderes den Zug begleitet...

Selbst jetzt, gut 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges, hat dieser noch nicht an Schrecken verloren. Egal ob man ihn persönlich erlebt hat oder nicht, ein Zurückdenken ist immer Verbunden mit Unwohlsein und wird sofern möglich direkt unterbunden. Benjamin Monferat erzählt nun eine Geschichte, die inmitten dieses Schreckens spielt, allerdings anders als so manch andere angesiedelte Erzählungen. Hier befindet man sich auf beengtem Raum, nämlich innerhalb des Simplon Orient Express', der mehr Fracht an Bord hat als die Passagiere ahnen.

Atmosphärisch dicht wird eine Geschichte erzählt, die den Hörer schnell in den Bann zieht. Man bekommt es mit den verschiedensten Charakteren zu tun, jeder mit einer anderen Motivation den Zug bestiegen zu haben. Was sich auf der Reise abspielen wird, hätte wohl niemand zu Anfang geahnt, häufig nicht einmal die Protagonisten selbst. Denn auch wenn sie mit einem bestimmten Auftrag auf die Reise gegangen sind, so sind sie doch auf das Zusammenspiel der anderen Personen angewiesen, welche bei Weitem nicht immer durchschaubar sind. Man weiß nie, wer authentisch ist und wer nur eine Rolle spielt, das gilt es erst im weiteren Verlauf herauszufinden.

Mit Aufregung und Spannung verfolgt man das Geschehen, von dem man vorher nicht geahnt hätte, dass es solche Ausmaße annehmen würde. Was kann sich auf begrenztem Raum schon abspielen? Doch weit gefehlt, vieles ist möglich, einiges schier unglaublich. Und bis zum Schluss ist nicht sicher wie die Reise enden wird, für niemanden.

Oliver Rohrbeck verleiht der Geschichte mit seiner Darbietung einiges an Authentizität. Schließt man beim Hören die Augen, hat man das Gefühl selbst Reisender im Express zu sein. Er greift die Atmosphäre auf und übermittelt diese in jedem einzelnen Satz. Trotz einer Länge von ca. 586 Minuten auf 8 CDs hat man bei Beendigung das Gefühl gerade erst mit dem Hören begonnen zu haben.
„Welt in Flammen“ behandelt ein wahrlich nicht leichtes Thema, erzählt aber eine durch und durch spannende Geschichte, die nicht ignoriert werden sollte.

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