Montag, 20. Oktober 2014

[REZENSION] Die trüben Wasser von Triest

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Die trüben Wasser von Triest (OT: Nessuno è innocente)
Autor: Roberta de Falco
Übersetzer: Luis Ruby
Verlag: Pendo
Reihe: Commissario Benussi
Ausführung: Broschur, 336 Seiten



Autor:
Roberta de Falco ist das Pseudonym einer erfolgreichen Drehbuchautorin, die mit den Großen des italienischen Kinos zusammengearbeitet hat. Sie lebt in Triest, Rom und Orvieto.


DIE TRÜBEN WASSER VON TRIEST

Im Hafenbecken wird eine alte Dame tot aufgefunden. Nachforschungen ergeben, dass es scheinbar viele Menschen gibt, die nicht traurig über ihr Ableben sind. Daher gibt es genauso viele Verdächtige und Commissario Benussi hat nun alle Hände voll zu tun. Denn es gibt nicht nur viele Verdächtige, sondern ebenso viele Motive, und keiner scheint hundertprozentig die Wahrheit zu sagen. Benussi, auf Grund seiner Diät, sowieso schlecht gelaunt, wäre nun überall lieber als an seinem Arbeitsplatz, doch der Tod der Dame will aufgeklärt werden...

Der Fall, in dem er zur Zeit ermittelte, war ein Paradebeispiel für die wirren und korrupten Zeiten. Eine alte Frau war gestorben, und über ihrer Leiche kreisten bereits Geier und warteten ungeduldig darauf, dass ein einträgliches Erbe ihr Leben änderte. (S. 258)

Dieser Fall ist nicht nur für Benussi von Anfang an verwirrend. Auch der Leser muss konzentriert bei der Sache sein, um keinen Hinweis zu verpassen. Obwohl man auf Grund der beobachtenden Erzählweise mehr Informationen besitzt als der Commissario, vor allem im Hinblick auf die Richtigkeit der Alibis, fällt es sehr schwer die richtigen Schlüsse zu ziehen. Würde nur einer, vielleicht noch zwei Verdächtige die Unwahrheit sagen, wäre dies vielleicht möglich, doch hier scheint niemand aufrichtig zu sein. Noch dazu hätte jeder ein Motiv, wodurch die Verwirrung komplett wird. Daher bleibt nichts anderes übrig als wirklich Schritt für Schritt vorzugehen, und jeden Hinweis doppelt und dreifach zu prüfen.

In der Theorie hört sich dies nun sehr langwierig und langweilig an, doch in der Umsetzung ist dies mitnichten so. Manchmal würde man Benussi zwar gerne kräftig schütteln, wenn er wieder einmal keine Lust verspürt, doch glücklicherweise hat er Mitarbeiter, die sich nicht scheuen, ihm ihre Meinung ins Gesicht zu sagen, so dass es doch immer weiter voran geht. Es tauchen immer wieder unerwartete Wendungen auf, die das Geschehen lebendig halten und das Tempo hoch. Auch die Spannung steigt kontinuierlich an, da es immer mehrere potentielle Spuren gibt, die mal mehr mal weniger zur Aufklärung beitragen. Dem Geschehen ist gut und leicht zu folgen, auf Grund des lockeren Sprachstils, der hier gegeben ist.

In „Die trüben Wasser von Triest“ wird ein interessantes Bild der Stadt und seiner Bewohner gezeichnet, das den Leser neugierig macht sich die Szenerie einmal selbst anzuschauen. Außerdem möchte man unbedingt noch einiges mehr von Benussi und seinem Team lesen.

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