Mittwoch, 1. Oktober 2014

[REZENSION] Die Abtaucher

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Die Abtaucher
Autor: Thomas Schweres
Übersetzer: -/-
Verlag: Grafit
Reihe: Band 1
Ausführung: Taschenbuch, 221 Seiten



Autor:
Thomas Schweres ist 38 Jahre alt und gefangen im Körper eines 55-Jährigen. Der gebürtige Essener hat Jura, Germanistik und Anglistik studiert. Leider vergeblich. Zur zeitweisen Beruhigung seiner Eltern hat er wenigstens das Volontariat bei Axel Springer abgeschlossen. Seitdem treibt er sich auf dem Boulevard herum. Erst einige Jahre für die große Zeitung und jetzt schon viele Jahre für den großen Fernsehsender, beschreibt und verfilmt er Sachen, die bei anderen schiefgegangen sind.


DIE ABTAUCHER

Wie kann ein Toter mehrere Morde begehen? Diese Frage stellt sich Kommissar Georg Schüppe. Da sich jedoch keinerlei Zusammenhang zwischen den Toten herstellen lassen will, fehlt es auch am Motiv. Durch Zufall erhält Schüppe Unterstützung von einem alten Bekannten, der das fehlende Puzzleteil scheinbar kennt. Als die Spur nach und nach deutlicher wird und einen grausamen Verdacht bestätigt, ist es für den Kommissar und seine Helfer schon fast zu spät, denn sie stehen bereits mitten in der Schusslinie...

Gibt es den perfekten Mord? Wie kann man zahlreiche falsche Spuren legen, doch selber keinerlei Hinweise auf die eigene Identität hinterlassen? Nicht nur Kommissar Schüppe steht vor einem Rätsel. Obwohl der Leser einige Informationen mehr erhält, auch was den Täter angeht, fehlt es doch lange Zeit an genauen Hinweisen, um das Puzzle richtig zusammenzusetzen. Sicherlich hat man die ein oder andere Theorie, aber man sollte sich nichts vormachen, nachweisbar ist davon noch lange nichts.

Kommt der Einstieg noch ein wenig zäh daher und erscheint auf Grund zahlreicher Beschreibungen langwierig, nimmt das Tempo kurz vor der Hälfte des Buches rapide zu und steigert somit auch ganz enorm die Spannung. Spätestens zu dem Zeitpunkt ist es nicht mehr möglich das Buch zur Seite zu legen, man könnte schließlich etwas wichtiges verpassen. Ja, man hat beinahe das Gefühl die Handlung würde ohne einen weiterlaufen, wenn man mal kurzzeitig abgelenkt ist.

Thomas Schweres hat in „Die Abtaucher“ absolute Originale erschaffen, die allesamt einen hohen Wiedererkennungswert besitzen. 08/15-Kommissare, -Täter und -Opfer gibt es schon genug. Hier hat man es wahrlich mit richtigen Typen zu tun, mit Ecken und Kanten, mit mal mehr mal weniger sympathischen Zügen. Eben wie im echten Leben und genau so soll es sein.

Der Fall als solcher ist in sich rund und abgeschlossen, dennoch bleiben zum Schluss noch ein paar Gegebenheiten ungeklärt, teils was die Handlung, teils was die Charaktere angeht. Da man aber bereits weiß, dass es eine Fortsetzung geben soll, ist man insofern versöhnt, als dass man darauf hofft, dort seine Antworten zu erhalten.
„Die Abtaucher“ darf trotz des etwas unbefriedigten Einstiegs keinesfalls unterschätzt werden. Hat man sich einmal festgebissen, kommt man nicht mehr von dem Geschehen los ohne die Lösung zu kennen.

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