Sonntag, 26. Oktober 2014

[REZENSION] Der Pakt

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Der Pakt
Autor: Kai Leuner
Übersetzer: -/-
Verlag: Prolibris
Reihe: Band 2
Ausführung: Taschenbuch, 226 Seiten



Autor:
Kai Leuner, Jahrgang 1974, arbeitete bereits während seines Jurastudiums für verschiedene Tageszeitungen und ein Sportmagazin. Nach dem Examen führte ihn sein beruflicher Weg unter anderem nach Washington D.C. und nach Tokio. Der langjährige Berater eines Abgeordneten und spätere Wirtschaftsstaatsanwalt lebt in der Nähe von Dresden. Neben den Büchern gehört seine Liebe den Vereinigten Staaten, die er regelmäßig bereist. Bisher erschienen bei uns seine vier Thriller, die in Dredsen und auf Rügen spielen.


DER PAKT

Als der erste Mord in einem hoch angesehen Hotel auf Rügen stattfindet, kann alles noch relativ ruhig gehalten werden, trotz Ermittlungen seitens der Polizei. Doch spätestens nach dem dritten Toten ist nichts mehr wie es vorher war. Zwischen den Opfern scheint es keinerlei Zusammenhang zu geben, und auch das Motiv bleibt völlig unklar. Handelt es sich überhaupt um ein- und denselben Täter? Staatsanwältin Manja Koeberlin wird hinzugezogen, die nicht nur die Spur einer mysteriösen Frau aufnimmt, sondern auch die losen Fäden aufspüren und verbinden kann. Dadurch gerät sie allerdings selbst ins Visier des Killers...

Sie hoffte, dass die junge Frau schnell verschwinden würde, wenn der Richter mit ihr fertig war. Vor allem sollte sie besser nicht auf die Idee kommen, noch einmal das Wohnzimmer zu betreten. Denn dann würde sie sterben müssen, genau wie er. (S. 21)

Dem Leser ist die Person des Täters sehr schnell bekannt, jedoch fehlt es dennoch an zahlreichen Informationen, um auch Auftraggeber und Motiv zu entschlüsseln, weshalb man im Grunde nicht viel mehr Wissen besitzt als die Ermittler selber. Auf Grund dieses kleinen Vorsprungs jedoch ist es dem Leser möglich das Wesen des Täters näher beleuchtet zu bekommen. Auch wenn sich dadurch sicherlich keinerlei Akzeptanz bezüglich der Taten entwickelt, so sind die Hintergründe dennoch nachvollziehbar und hilfreich für den weiteren Verlauf des Geschehens.

Um „Der Pakt“ vollständig zu verstehen, benötigt man einige Informationen aus einem anderen Fall für Manja Koeberlin. Es ist allerdings nicht unbedingt notwendig diesen ebenfalls gelesen zu haben, da man ausreichend versorgt wird. Wichtige Ereignisse werden aufgegriffen, Parallelen sowie Zusammenhänge schlüssig dargestellt. Daher hat man nicht das Gefühl etwas verpasst zu haben.

Die Spannung entwickelt sich zu Beginn etwas zäher als man es bei einem Thriller eigentlich erwarten würde. Sie baut sich zwar nach und nach auf, plätschert aber über weite Teile auch erst einmal nur so dahin. Nach einiger Zeit dann, wenn sämtliche Personen eingeführt sind, zieht das Tempo plötzlich an. Häufige Perspektiv- und Ortswechsel tun ihr übriges dazu, um den Leser schließlich doch noch an das Geschehen zu fesseln. Diesen Effekt hätte man sich allerdings bereits zu einem früheren Zeitpunkt gewünscht.

„Der Pakt“ lässt sich gut nachvollziehen, was mitunter an dem flüssigen Schreibstil liegt, den der Autor hier anschlägt. Auch wird einiges an Lokalkolorit vermittelt, wobei es zeitweise so herüber kommt, als sei dieses aus Touristensicht zu betrachten. Alles in allem liegt jedoch ein Werk vor, das durchaus eine Chance verdient hat und viel Potential besitzt.


Reiheninfo:
Band 1: Schüsse auf die Staatsanwältin

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