Donnerstag, 9. Oktober 2014

[REZENSION] Before I go to sleep

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Before I go to sleep
Autor: S.J. Watson
Übersetzer: -/-
Verlag: Black Swan
Reihe: -/-
Ausführung: Taschenbuch, 384 Seiten



Autor:
S. J. Watson wurde in den Midlands geboren, lebt in London und hat viele Jahre für den staatlichen britischen Gesundheitsdienst (NHS) gearbeitet. Sein erster Roman ›Ich. Darf. Nicht. Schlafen.‹ wurde aus dem Stand zu einem internationalen Mega-Bestseller, der in über 40 Ländern erschien und mit Nicole Kidman und Colin Firth verfilmt wurde.


BEFORE I GO TO SLEEP

Christine muss jeden Tag neu lernen wer und wo sie ist. Selbst ihren Mann erkennt sie nicht. Alles was sie tagsüber lernt, ist über Nacht wieder vergessen. Ihre Vergangenheit: ausgelöscht. Doch so will sie nicht weiterleben. Als sie von Seiten eines Arztes Hilfe bekommt, scheint sich alles zu einem besseren zu wenden. Doch bald schon muss Christine lernen, dass dadurch alles noch schlimmer wird. Sie hat eine Lawine losgetreten, die ihr Leben noch viel mehr zerstören kann...

My name ist Christine Lucas, I am forty-seven. An amnesiac. I am sitting here, in this unfamiliar bed, writing my story […].
I look at the clock on the bedside table. It is almost eleven; I must write quickly. I imagine that soon I will hear the TV silenced, a creak of a floorboard as Ben crosses the room, the flick of a light switch. Will he go into the kitchen and make a sandwich or pour himself a glass of water? Or will he come straight to bed? I don't know. I don't know his rituals. I don't know my own. (S. 49)

Man mag es sich eigentlich gar nicht vorstellen wie es wäre jeden Tag aufs Neue lernen zu müssen wer man ist, wo man ist, mit wem man zusammenlebt. Und das seit mehreren Jahrzehnten. Über Nacht alle Erinnerungen ausgelöscht, mehr als eine Schreckensvision. Genau das passiert Christine Lucas, verständlich, dass sie sich nichts mehr wünscht als ihre Vergangenheit zu ergründen. Umso erfreuter ist man als Leser als sie einen Arzt trifft, der scheinbar ebenjenes für sie und mit ihr in Angriff nimmt. Doch noch ahnt niemand was daraus resultiert.

Die gesamte Geschichte wird aus Christines Sicht erzählt, der Großteil sind Tagebucheinträge, die sie selber verfasst hat. Somit erhält man natürlich als Leser nur die Informationen, die auch ihr vorliegen. Man weiß nicht, ob sich in den Aufzeichnungen Lücken befinden, da sie sich nicht erinnern kann die Einträge geschrieben zu haben. Man weiß ebenfalls nicht, ob es sich wirklich um Tatsachen handelt, oder ob sich Fantasien in ihre Erzählung gemischt haben. Entsprechend ist man darauf angewiesen zwischen den Zeilen zu lesen, sich sein eigenes Bild zu machen, und zusammenzusetzen was in der Vergangenheit geschehen ist, warum es zu dem Zustand kam, in dem Christine sich jetzt befindet. Denn auch das ist eines der Mysterien, das sie aufklären will. Vielleicht gibt es dann sogar eine Chance darauf hin zu arbeiten, ihr Gedächtnis wieder fit zu bekommen.

Auch die handelnden Personen kann man nur aus Christines Sicht bewerten, es ist nicht sicher, ob die genannten Eigenschaften wirklich zutreffen, ob etwas ausgelassen oder hinzugedichtet wurde. Sicher ist jedoch, dass man im Grunde niemandem wirklich traut. Es kommt immer wieder zu seltsamen Ereignissen, die man nicht richtig zu deuten weiß. So bleibt dem Leser nichts anderes übrig als abzuwarten was die Lösung schlussendlich bringt.

Die Geschichte baut stetig an Spannung auf, wodurch sich schon früh ein fulminantes Finale abzeichnet. Zwar hat man immer mal wieder diverse Theorien, die teilweise bestätigt werden, doch es gibt dennoch immer noch etwas, das man nicht bedacht hat, womit man also am Ende mehr als überrascht wird. Man ist während des Lesens selbst gefangen in Christines Kreislauf. Der Schluss bleibt in Teilen offen, diese sind aber sorgsam gewählt, so dass man nicht unbefriedigt zurückgelassen wird.


Hinweis:
Der deutsche Titel lautet „Ich.darf.nicht.schlafen“ und ist erschienen im Fischer Verlag. Wer die englische Originalausgabe lesen möchte, sollte sich nicht scheuen. Die Sprache ist gut verständlich und die Sätze sind relativ kurz gehalten, so dass es nicht notwendig ist ständig das Wörterbuch zu bemühen.
Im November 2014 soll die Verfilmung in den deutschen Kinos starten, mit Nicole Kidman, Colin Firth und Mark Strong in den Hauptrollen.

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