Freitag, 5. September 2014

[REZENSION] Mörderische Reklame

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Mörderische Reklame
Autor: Olaf Kolbrück
Übersetzer: -/-
Verlag: fhl Verlag
Reihe: Eva Ritter 2
Ausführung: Taschenbuch, 264 Seiten



Autor:
Olaf Kolbrück wurde 1965 in Wanne-Eickel geboren. Bereits während des Studiums von Politik, Philosophie und Pädagogik an der Universität Köln arbeitete er als Journalist für Tageszeitungen sowie andere Printmedien und später als Lokalredakteur in Hilden bei Düsseldorf. Für den Kölner Handelskonzern Rewe war er mehrere Jahre in der Unternehmenskommunikation tätig. Er verließ das Unternehmen Ende 2000, um bei Horizont in Frankfurt, eine der führenden Wirtschaftszeitschriften für Marketing, Werbung und Medien, wieder stärker journalistisch arbeiten zu können. Als Reporter schreibt er dort über Business-Themen und das Internet. Daneben betreut er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung. Olaf Kolbrück lebt mit Frau und Katze in Eschborn bei Frankfurt. Im Taunus spielt auch sein erster Kriminalroman, der im fhl-Verlag erscheint.


MÖRDERISCHE REKLAME

Ein Mann wird brutal zusammengeschlagen und liegt im Koma. Verdächtigt wird ein Obdachloser, doch das Motiv bleibt unklar. Ex-Kommissarin Eva Ritter und ihre Freunde Doris und Wim glauben nicht an die Schuld des Festgenommenen. Also greifen sie zu ihren ganz eigenen Methoden, um den wahren Tathergang zu rekonstruieren. Auf Grund ihrer Muskelerkrankung kann Eva Ritter nicht immer so wie sie will, aber irgendwie kommt sie immer ans Ziel. Plötzlich sieht sie sich aber nicht nur ihrer Vergangenheit gegenüber, sondern auch im Visier des Täters, der sein Werk noch lange nicht vollendet hat...

„Du weißt, warum Frankfurt wieder den Zuschlag für die Veranstaltung bekommen hat?“, hatte ein enttäuschter Wim Voss sie gefragt, als Eva ihm erklärt hatte, dass ihr gemeinsamer Abend im Kleingarten heute ausfallen musste. Er hatte die Antwort nicht abgewartet und sie schalkhaft angeblinzelt: „Weil nur die Alte Oper groß genug ist, um für eine Preisverleihung all die aufgeblähten Egos der Werber aufzunehmen.“ (S. 120)

„Mörderische Reklame“ ist nach „Keine feine Gesellschaft“ der zweite Fall für Ex-Kommissarin Eva Ritter, die ihren Beruf auf Grund einer Muskelerkrankung aufgegeben hat. Sie hat inzwischen anderweitig Fuß gefasst, doch die Ermittlertätigkeit lässt sie nicht los. Wer meint, mit einer solchen Erkrankung sollte man sich nicht unbedingt auf Verbrecherjagd begeben, kennt Eva Ritter nicht. Sie zeigt, dass man alles schaffen kann, wenn man nur die richtige Einstellung hat. Natürlich darf man sich nichts vormachen und die Situation nur schön reden, das versucht sie auch gar nicht, aber ihr Umgang mit der Krankheit ist vorbildlich. Sicherlich gibt es immer mal wieder Zeiten, in denen sie die Diagnose verflucht, doch sie versucht immer das Beste aus allem zu machen, auch wenn man sich mal umorientieren muss, weil nicht alles so einfach klappt wie erhofft.

Der Fall als solcher nimmt vergleichsweise langsam an Fahrt auf. Zu Beginn erhält man viele Informationen, die im Großen und Ganzen auch interessant sowie wichtig sind, doch die Spannung bleibt dabei ein wenig auf der Strecke. Relativ spät wird das Tempo merklich angezogen und man muss sich konzentrieren, um nicht plötzlich ein zielführendes Ereignis zu verpassen. Hier steigt auch die Spannung spürbar an. Es kommt zu zahlreichen Überraschungen, die man in den seltensten Fällen vorhersehen konnte und wird auf den letzten Metern noch vollends in den Bann gezogen. Das heißt nicht, dass er anfängliche ruhigere Teil überhaupt nicht fesselnd wäre, doch ein wenig mehr Elan vom Ende hätte man sich doch gewünscht.

Wer den ersten Teil dieser Reihe noch nicht kennt, wird sich während der Lektüre ein paar Fragen zu den Hauptpersonen stellen, die aber weitestgehend im weiteren Verlauf geklärt werden. Entsprechend ist „Mörderische Reklame“ auch ohne Vorkenntnisse nachvollziehbar und verständlich.
Trotz der fehlenden Spannungskurve zu Beginn ist Olaf Kolbrück ein lesens- und empfehlenswerter Krimi gelungen, der mit einigem Lokalkolorit aufwartet, aber auch für Leser interessant und geeignet ist, die die Gegend nicht kennen.


Reiheninfo:
Band 1: Keine feine Gesellschaft

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