Freitag, 8. August 2014

[REZENSION] Welfengold

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Welfengold
Autor: Rolf Aderhold
Übersetzer: -/-
Verlag: Gmeiner
Reihe: Jarre Behrend 1
Ausführung: Taschenbuch, 279 Seiten



Autor:
Rolf Aderhold wurde 1966 in Hannover geboren, wo er Geschichte und Anglistik studierte. Er promovierte in Englischer Literaturwissenschaft und leitete an der Universität Hannover Seminare über James Bond und Strukturen von Populärliteratur. Er unterrichtet Wirtschaftsenglisch und war unter anderem im Bereich Tourismusmanagement tätig.


WELFENGOLD

Colonel Kendrick-Wales setzt sich 1966 mit Jarre Behrend in Verbindung, da er gehört hat, dass der junge Mann Abenteuertouren anbietet und dabei auch schonmal seinen eigenen Gesetzen folgt. Jarre erscheint der Colonel zunächst mysteriös, doch als er erfährt, dass es bei ihrer Tour darum geht verschollene Teile des Welfenschatzes zu finden, ist er kaum noch zu bremsen. Gemeinsam begeben sie sich also auf Spurensuche, doch es gibt jemanden, der das ganz und gar nicht gern sieht. Jarre und der Colonel ahnen noch nicht, in welcher Gefahr sie schweben...

„Dem Kretin Wertrichter die Sache überlassen? Nein, mein Lieber, das ist jetzt etwas Persönliches. Sie haben einen meiner Kunden und einen Unbeteiligten getötet. So etwas nehme ich übel.“
Heidenreich hatte nichts anderes erwartet. „Sehr schön“, sagte er also ohne rechten Ernst. „Eines solltest du auf jeden Fall voher noch tun.“ Er zeigte auf Behrends linken Arm.
Behrend blieb grimmig. „Ich weiß, was jetzt kommt. Aber ich will nicht. Wer sich in die Hände von Ärzten begibt, kommt darin um.“ (S. 125)

Würde man nicht während des Geschehens mit einem zweigeteilten Deutschland konfrontiert oder mit einer solchen Kleinigkeit, dass man nicht immer und überall erreichbar war, man könnte meinen, die Geschichte würde in der Gegenwart spielen. Auch wenn Jarre Behrend eine recht eigenwillige Person ist, man bekommt ziemlich schnell einen Zugang zu ihm, und ist bereit seine Sympathien sofort zu verlagern. Er hat mitunter seine eigenen Methoden über die sich hin und wieder streiten lässt, aber im Grunde ist er ein guter Mensch, der es schon von ganz alleine schafft den Leser zu begeistern.

Das Geschehen als solches gestaltet sich von Anfang an spannend. Denn man erfährt zwar im Groben worum es dem Colonel geht, doch einige Aspekte behält er für sich, wodurch die Geschichte teilweise undurchsichtig bleibt. Auch was die Gegner angeht, die verhindern wollen, dass Jarre und der Colonel ihre Tour machen. So richtig zu fassen sind sie nicht, denn man weiß nicht, welche Motivation wirklich hinter ihrem Handeln steckt. Somit gibt es noch einige offene Fragen, die erst nach und nach beantwortet werden. So manches Mal wird man auch auf eine ganze falsche Fährte geleitet, der man bereitwillig folgt, nur um festzustellen, dass es sich um eine Sackgasse handelt. Doch gerade dadurch bleibt das Geschehen temporeich und vor allem im Fluss, so dass keine Langeweile auftritt.

Sicherlich sollte man ein bißchen Interesse an geschichtlichen Aspekten haben, allerdings muss man sich nicht schon eingehend damit beschäftigt haben, um das Geschehen nachvollziehen zu können. Der Wunsch, mehr über die Historie zu erfahren, kommt beim Lesen ganz von allein.
„Welfengold“ ist der erste Band mit Jarre Behrend und macht Lust auf mehr.

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