Freitag, 1. August 2014

[REZENSION] Teufelsmord

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Teufelsmord
Autor: Tanja Noy
Übersetzer: -/-
Verlag: Mira
Reihe: Julia Wagner 1
Ausführung: Taschenbuch, 384 Seiten



Autor:
Tanja Noy fing schon früh an zu schreiben und behielt diese Leidenschaft bis heute bei. Nach einem Koffer voller kleiner Geschichten, entstand die Liebe zum Thriller, der sie bis heute treu geblieben ist. Sie liebt und lebt die rockige Seite des Lebens. Mal straight, laut und ziemlich schnell, mal langsam und mit wenig Tempo, aber immer mit E-Gitarre und Schlagzeug. Darauf legt sie wert.


TEUFELSMORD

Julia Wagner hatte sich geschworen nie wieder in das Dorf zurückzukehren, in dem sie aufgewachsen ist. Doch der Selbstmord einer ehemaligen Freundin ändert alles. Nachdem diese ihren Mann umgebracht hat und ins Gefängnis kommt, nimmt sie sich selbst das Leben. Julia, die vor kurzem ihren Job bei der Polizei an den Nagel gehängt hat, glaubt nicht an diese Geschichte. Denn der Mann wurde auf die selbe brutale Art umgebracht wie bereits andere vor ihm – vor über 20 Jahren. Ihre Nachforschungen sieht niemand gern, alle halten sich bedeckt, nur auf ihre früheren Freunde kann Julia zählen. Doch kann sie das wirklich – wer Freund und wer Feind ist zeigt sich erst viel zu spät...

Wäre es besser gewesen, wenn er vorher gewusst hätte, was ihn im Haus erwartete?
Später dachte Ebeling noch oft darüber nach, dass er das Haus vermutlich niemals betreten hätte, hätte man ihm vorher gesagt, was er dort vorfinden würde. So aber machte er einen Schritt nach dem anderen, ließ das Wohnzimmer hinter sich und betrat das Esszimmer. (S. 29)

Allein der Titel „Teufelsmord“ weckt beim Leser sofort Assoziationen. Man stellt sich bestialisch zugerichtete Leichen vor, Rituale und dubiose Zusammenkünfte runden die Sache ab. Ob man diese Klischees bestätigt bekommt, zeigt sich erst im Verlauf der Geschichte, da es nicht vordergründig um die Taten als solche geht – denn sie sind bereits geschehen – sondern darum, den Schuldigen zu entlarven. Hört sich einfach an, ist es aber nicht. Ein ganzes Dorf steht wie eine Mauer, es ist kein Durchkommen, niemand hat etwas gesehen oder gehört, geschweige denn, dass sich jemand dazu herablassen würde, mit Julia Wagner darüber zu sprechen. Entsprechend zäh laufen ihre Ermittlungen an.

Doch nicht nur ihr werden von überall Steine in den Weg gelegt. Auch der Leser ist zunehmen verwirrt. Es scheint, als hätte jeder Dorfbewohner etwas zu verbergen. Misstrauen und Argwohn sind fast körperlich spürbar, die Menschen dort igeln sich ein und bleiben unter sich. Wenn dort jemand versucht von außen einzudringen, hat er garantiert nichts zu lachen. Somit macht sich tatsächlich ein jeder auf seine Weise verdächtig, da man nicht weiß welche Geheimnisse die Charaktere hüten, könnte jeder der wahre Täter sein. Und noch ein Phänomen gibt es in diesem Dorf: Die Menschen sterben wie die Fliegen. Einen nach dem anderen erwischt es. Muss man möglicherweise einfach nur warten, bis der Letzte – der Täter – übrig bleibt?

Mit ihrem eingängigen und flüssigen Schreibstil konstruiert Tanja Noy eine unfassbare Geschichte. Stellt man sich vor, dass es ein solches Dorf in Wirklichkeit gibt, wird einem ganz anders. Zeitweise ziehen sich Passagen ein wenig in die Länge, wodurch gleichzeitig die Spannung etwas absackt, was schade ist, da sie ansonsten kontinuierlich aufgebaut und gesteigert wird. Durch diese Einbrüche gerät man zeitweise ins Stocken und muss sich schließlich erst wieder ins Geschehen einfinden. Etwas unglücklich gewählt ist zudem das sehr offene Ende. Zahlreiche Fragen wurden bisher nicht beantwortet, wodurch der Leser leicht unbefriedigt zurückgelassen wird. Sicherlich erscheint bereits im Januar 2015 die Fortsetzung, doch kann man sich wirklich sicher sein dort seine Antworten zu erhalten?

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