Donnerstag, 21. August 2014

[REZENSION] Eine Geschichte von Land und Meer

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Eine Geschichte von Land und Meer (OT: A Story of Land and Sea)
Autor: Katy Simpson Smith
Übersetzer: Christel Dormagen
Verlag: Insel
Reihe: -/-
Ausführung: Broschur, 317 Seiten



Autor:
Katy Simpson Smith lebt in New Orleans. Sie hat an der University of North Carolina amerikanische Geschichte studiert und über Mutterschaft in den frühen Jahren des amerikanischen Südens promoviert. Eine Geschichte von Land und Meer ist ihr erster Roman.


EINE GESCHICHTE VON LAND UND MEER

Die Liebe von Helen und John steht unter keinem guten Stern. Helens Vater, Besitzer einer Kiefernplantage, ist alles andere als begeistert, als seine Tochter ihm eröffnet, einen Soldaten zu lieben. So gehen die beiden fort und kommen erst zurück als Helen ein Kind erwartet.
Ende des 18. Jahrhunderts lebt John alleine mit seiner Tochter, immer noch im Zwist mit dem Schwiegervater. Seine Sehnsucht nach dem Meer ist nie ganz erloschen, doch wird sich eine Gelegenheit ergeben, diese noch einmal zu stillen? Die Liebe zu seiner Tochter ist stärker als alles andere und lässt ihn Dinge tun, die nicht jeder tun würde...

Helen hatte sich von ihrem Vater eine silberne Bürste mit Wildschweinborsten und einen Handspiegel gewünscht. Sie weiß nicht recht, was sie mit einem Negermädchen anfangen soll, außer sie herumkommandieren. Sie geht langsam auf das Mädchen zu, und als Moll nicht zurückweicht, greift Helen ihr in die Haare und löst die Satinschleifen. (S. 89)

Zu Beginn sei gesagt, dass Klappentexten nicht immer zu trauen ist. Auch hier ist dies der Fall, denn er weckt beim Leser vollkommen falsche Erwartungen was den Inhalt des Buches angeht. Mit diesem Hintergrund mag es vorkommen, dass der Titel als „schlecht“ bewertet wird, da eben die Vorstellungen ganz andere waren und man somit enttäuscht wurde. Betrachtet man ausschließlich den Inhalt, ohne zuvor eine Kurzbeschreibung gelesen zu haben, fällt die Bewertung anders aus. So wird auch hier vorgegangen.

Bild- und wortgewaltig, so lässt sich der Schreibstil der Autorin wohl am besten zusammenfassen. Auf den ersten Blick wirkt er ungewöhnlich und der Leser benötigt eine gewisse Zeit, um in das geschehen hineinzufinden. Doch ist dies gelungen, sieht man sich Empfindungen gegenüber, die man zuvor nicht unbedingt erwartet hätte. Zu den Protagonisten bleibt man zwar auf Distanz, vielleicht wird man auch bewusst von ihnen fern gehalten, dies hält einen aber nicht davon ab, sich in das Geschehen als solches einfinden zu können.

Ende des 18. Jahrhunderts ist North Carolina geprägt von Sklaverei und Krieg, düstere Atmosphäre wohin man schaut. Wer sich davon nicht unterkriegen lässt ist mehr als stark und verdient Respekt. Häufig scheint Liebe das „Heilmittel“ zu sein, doch wie tief muss diese gehen, und kann sie wirklich die Dämonen vertreiben?

„Eine Geschichte von Land und Meer“ ist das Debüt der Autorin Katy Simpson Smith. Der Leser spürt deutlich welche Recherchearbeit, aber auch welche Leidenschaft hinter ihren Worten steckt. Wirklich ein gewaltiger Roman, in vielerlei Hinsicht, das ist nicht anders zu sagen. Minimalen Abzug in der Gesamtwertung gibt es ausschließlich auf Grund der Irreführung des Klappentextes.

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