Sonntag, 17. August 2014

[REZENSION] Dohlenwinter

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Dohlenwinter (OT: Ondvinter)
Autor: Anders Björkelid
Übersetzer: Ulrike Brauns
Verlag: Ueberreuter
Reihe: Band 1
empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahren
Ausführung: Hardcover, 320 Seiten



Autor:
Anders Björkelid lebt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in Uppsala. Er arbeitet als Lehrer und hat bereits zwei Bilderbücher veröffentlicht und in seinem Leben über 300.000 Bäume gepflanzt. »Dohlenwinter« ist sein Fantasy-Debüt.


DOHLENWINTER

Den Zwillingen Sunia und Wulf stehen harte Zeiten bevor. Nicht nur, dass ein Fremder, der ihren Vater besucht, Bedrohung bedeutet, sondern auch der sich ankündigende Unwinter wirft seine Schatten voraus. Die Geschwister müssen mehr denn je zusammenhalten, sie können noch nicht ahnen wie wichtig dies ist. Es lauern Gefahren, die mehr zerstören können als nur das Band, das die Zwillinge seit jeher miteinander verbunden hat...

„Es ist schwer, so etwas allein tragen zu müssen, das weiß ich. Aber euer Vater konnte unmöglich ahnen, wem ihr begegnen würdet. Er wird euch etwas erzählt oder euch einen Auftrag gegeben haben, der so wichtig ist, dass niemand sonst davon erfahren darf. Er wollte verhindern, dass ihr euch dem Falschen anvertraut und so vielleicht selbst in Gefahr bringt. [...]“ (S. 218)

Dem Leser fällt sofort die ungewöhnliche Erzählperspektive auf, mit der er sogleich begrüßt wird. Denn das Geschehen wird zunächst von den Zwillingen gemeinsam aus der Wir-Perspektive dargestellt, wodurch das besondere Band, das sie verbindet, deutlich wird. Es bedarf einiger Zeit der Eingewöhnung, um sich an diese außergewöhnliche Erzählform zu gewöhnen, aber man spürt sofort, dass sie absolut passend zum Inhalt ist. Ebenso wie der anstehende Wechsel, denn schon bald wird aus dem „Wir“ ein „Ich“. Doch auch dieses ist wieder überaus stimmig zum inhaltlichen, weshalb man sich nicht daran stößt.

Denn Zwillingen wird ein mehr als gefährlicher Auftrag an die Hand gegeben. Außerdem sind sie gezwungen einen Weg zu bewältigen, von dem niemand weiß, was sie an dessen Ende finden werden. Nicht nur der Leser ist unwissend, die Protagonisten sind es ebenfalls. So kann man quasi mit ihnen gemeinsam ergründen wer sie sind und was sie erwartet. Eine gute Idee, deren Umsetzung jedoch leider nicht in allen Teilen gelungen ist.

Spannung ist durchaus vorhanden und unterschwellig auch fast durchgängig spürbar, allerdings verliert der Autor sich in weiten Teilen in endlosen Beschreibungen. So wirken einige Passagen künstlich verlängert, wodurch sich langsam aber sicher Langeweile einschleicht. Es wird zwar immer wieder versucht das Tempo anzuziehen, manches Mal gelingt es auch, doch vor allem im letzten Drittel verfällt er leider immer wieder in alte Muster. Dadurch wird das Lesen hin und wieder mühsam, obwohl man eigentlich wissen möchte, wie es mit den Zwillingen weiter geht.

Es handelt sich bei „Dohlenwinter“ um den ersten Band einer Reihe, der dementsprechend mit einem Cliffhanger endet. Trotz der teilweise nicht so gut gelungenen Umsetzung möchte man aber wissen wie es weiter geht. Es mag schließlich sein, dass nur auf Grund des Auftaktbandes manche Beschreibungen derart lang ausgefallen sind, um im weiteren Verlauf alles verstehen zu können.

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