Sonntag, 24. August 2014

[REZENSION] Die Diebe von London

Redakteur: Christiane Demuth

Titel: Die Diebe von London
Autor: Renée Holler
Übersetzer: -/-
Illustrator: Bernd Lehmann
Verlag: ars Edition
Reihe: -/-
empfohlenes Lesealter: ab 10 Jahren
Ausführung: Hardcover, 304 Seiten



Autor:
Renée Holler studierte in München Völkerkunde und Geographie. Auf ihren Reisen um die Welt tauchte sie in fremde Kulturen ein und erfüllte sich nach einem China-Aufenthalt ihren Kindheitstraum: sie veröffentlichte ihre ersten Kinderbücher. Heute lebt sie in England und denkt sich mit großer Leidenschaft Krimis für junge Leser aus.


DIE DIEBE VON LONDON

Nachdem ihr Vater als verschollen gilt, ist für die junge Alyss nichts mehr wie es war. Ihr Onkel wird als Vormund bestimmt und hat nur ein Ziel: sie aus dem Weg zu räumen. Alyss sieht keine andere Chance als zu fliehen und begibt sich so nach London, in ein Abenteuer der besonderen Art. Immer wieder kreuzen sich ihre Wege mit denen des Taschendiebs Jack, der auf der Suche nach seinem jüngeren Bruder ist. Als schließlich auch noch Alyss spurlos verschwindet, trommelt Jack die Straßenkinder zusammen. Doch können sie dem Treiben ein Ende setzen oder geraten sie nun selbst in die Fänge der skrupellosen Täter?

„Die Diebe von London“ besticht von Anfang an mit einem sehr eingängigen Schreibstil, der den Leser glauben lässt, sich selbst Anfang des 17. Jahrhunderts zu befinden. Es wirkt alles vertraut, weniger befremdlich als man meinen könnte, obwohl man die Zeit selber nicht miterlebt hat. Doch man spürt auch die Gefahren, die scheinbar hinter jeder Ecke lauern.

Zu Anfang erfährt man innerhalb zweier Handlungsstränge einiges über die handelnden Personen. Alyss und Jack bewegen sich in vollkommen anderen Gesellschaftsschichten, haben aber dennoch mehr gemeinsam als auf den ersten Blick ersichtlich. Schon dort beginnt man, sich zu überlegen, wie diese beiden Erzählstränge zusammenlaufen könnten. Denn dass dies unweigerlich geschehen wird, ist jedem sofort klar. Wann und in welcher Form, das klärt sich jedoch erst im weiteren Verlauf.

Sprache und Stil sind zielgruppengerecht gestaltet, schrecken aber auch Leser außerhalb der Altersempfehlung nicht ab. Die Atmosphäre ist durchgängig angespannt, egal ob die Handlung gerade einen Spannungsanstieg verzeichnet oder nicht. So spürt man unterschwellig immer wieder, dass man sich nie zu sicher sein sollte was üble Überraschungen angeht. Es kann und wird viel passieren, manches befürchtet, anderes mehr als unvorhersehbar. Ruhepausen gibt es selten, und wenn, ist man trotzdem auf der Hut.

Der Inhalt wird zeitweise von eingefügten Illustrationen eingefangen und somit bildlich dargestellt. Dadurch wird das Bild, das der Leser sich im Kopf macht, noch einmal deutlicher, die Figuren nehmen mehr Form an.

„Die Diebe von London“ erzählt eine Geschichte von Freundschaft, Intrigen und dem Leben Anfang des 17. Jahrhunderts. Der Leser ist von der ersten Seite an gefesselt und taucht erst wieder aus dem Geschehen auf, sobald der letzte Buchstabe gelesen ist. Das Ende bleibt in Teilen offen, so dass sich hier durchaus noch Raum für eigene Spekulationen bietet, ohne elementare Fragen unbeantwortet zu lassen.

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